Studiums Tipps

Jura Tübingen: Lohnt sich die Uni 2026 fürs Jurastudium?

Tübinger Altstadt am Neckar mit historischen Häusern am Wasser

Seit 1477 wird in Tübingen Jura gelehrt, länger als an fast allen anderen deutschen Universitäten. Lohnt sich das Jurastudium an der Uni Tübingen heute noch? Die kurze Antwort: ja. Die Juristische Fakultät zählt regelmäßig zu den zehn angesehensten in Deutschland, bereitet mit einem kostenlosen Examinatorium auf das Staatsexamen vor und liegt in einer Stadt, in der fast jeder dritte Einwohner studiert. Der NC ist mit Werten um 2,3 bis 2,5 moderat. Und das Studium kann zum Winter- und Sommersemester begonnen werden, was nur wenige Fakultäten anbieten.

Damit du einschätzen kannst, ob Tübingen zu dir passt, findest du hier alles Wichtige: von Bewerbung und NC über den Aufbau des Studiengangs Rechtswissenschaft bis zu Examensergebnissen, Kosten, Wohnungsmarkt und Nachtleben.

Auf einen Blick:

  • Zulassung: örtlich zulassungsbeschränkt, Auswahlgrenzen zuletzt je nach Quote und Semester etwa zwischen 2,3 und 2,5; Bewerbung über hochschulstart.de, Fristen 15. Juli und 15. Januar.
  • Studium: sieben Schwerpunktbereiche zur Wahl, die Universitätsprüfung zählt 30 Prozent, die staatliche Pflichtfachprüfung 70 Prozent der Ersten juristischen Prüfung.
  • Examensvorbereitung: kostenloses Examinatorium mit Jahreskurs, Klausurenkurs „Route 66" und Probeexamen; Freiversuch nach acht Semestern.
  • Ergebnisse: Prädikatsquote zuletzt rund 19 Prozent, leicht über dem Schnitt von Baden-Württemberg.
  • Leben: rund 28.500 Studierende auf gut 90.000 Einwohner, WG-Zimmer im Schnitt um 480 Euro, Semesterbeitrag knapp 200 Euro.

Tipp

Egal ob du in Tübingen oder anderswo Jura studierst: Den Pflichtstoff lernst du auf jurahilfe.de kompakt, verlinkt und interaktiv, mit Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben in einem durchgehenden Lernpfad, vom ersten Semester bis zum Examen.

Jetzt kostenlos starten

Jura in Tübingen studieren: Was die Juristische Fakultät ausmacht

Die Juristische Fakultät der Eberhard Karls Universität in Tübingen besteht seit 1477 und gehört zu den vier Gründungsfakultäten der Universität. Heute lernen hier gut 2.000 Studierende im Staatsexamen-Studiengang Rechtswissenschaft, betreut von 22 Lehrstühlen. Bei Rankings, Prüfungsämtern und Arbeitgebern zählt die Fakultät seit Jahrzehnten zur deutschen Spitzengruppe.

Zahlenüberblick: Juristische Fakultät Tübingen mit 22 Lehrstühlen, rund 2.400 Studierenden, NC um 2,3 bis 2,5 und 19,3 Prozent Prädikatsquote
Abb. 1: Die Juristische Fakultät Tübingen in Zahlen

Die Juristische Fakultät der Eberhard Karls Universität in Zahlen

Mit insgesamt rund 2.400 Studierenden ist die Fakultät bewusst überschaubar gehalten. Die 22 Lehrstühle verteilen sich auf zehn im Bürgerlichen Recht, fünf im Strafrecht und sieben im Öffentlichen Recht. Dazu kommen mehr als 200 internationale Studierende, die vor allem in den LL.M.-Programmen für ausländische Juristinnen und Juristen eingeschrieben sind.

Die Betreuung gilt als eng. In den ersten Semestern arbeitest du in kleinen Arbeitsgemeinschaften, ein Mentorenprogramm vermittelt dir auf Wunsch erfahrene Studierende höherer Semester, und die Studienfachberatung bietet täglich Sprechzeiten an. Das Juristische Seminar, die Fakultätsbibliothek, ist der zentrale Lernort direkt an der Neuen Aula. Für die Praxis stehen ein eigener Gerichts- und Verhandlungssaal für Moot Courts sowie Programme mit Gerichten und Kanzleien der Region Stuttgart bereit.

International ist die Fakultät breit vernetzt: Im Rahmen des Erasmus-Programms bestehen über 40 Partnerschaften in Europa, dazu ein Doppelabschluss-Programm mit der Université Aix-Marseille und ein Austauschprogramm mit der University of North Carolina in Chapel Hill. Wer möchte, ergänzt das Studium um die Zertifikate „Recht-Ethik-Wirtschaft" oder „Recht und Rhetorik".

Ruf und Geschichte: Von der Tübinger Schule bis zur Exzellenzuniversität

Der Ruf der Fakultät hat historische Wurzeln, die du im Studium bis heute in der Hand hältst. Im frühen 20. Jahrhundert begründeten Philipp Heck, Max Rümelin und Heinrich Stoll hier die „Tübinger Schule" der Interessenjurisprudenz. Diese Methodenlehre prägt die Auslegung des BGB bis heute, jede moderne Abwägung von Interessen in der Klausur geht auf sie zurück. Stoll prägte nebenbei den Begriff der Leistungsstörung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg lehrten in Tübingen einige der einflussreichsten Juristen der Bundesrepublik: Günter Dürig, der die Objektformel zur Menschenwürde dogmatisch ausgebaut hat und dessen Grundgesetz-Kommentar heute als Dürig/Herzog/Scholz fortgeführt wird, der Verwaltungsrechtler Otto Bachof, die Zivilrechtler Ludwig Raiser, Josef Esser und Fritz Baur sowie der Strafrechtler Horst Schröder, der den Standardkommentar Schönke/Schröder nach Adolf Schönkes Tod fortführte. Seit 2012 trägt die Universität Tübingen den Exzellenz-Status.

Blick auf Schloss Hohentübingen über den Dächern der Tübinger Altstadt
Schloss Hohentübingen über der Altstadt: Die Universität prägt die Stadt seit 1477.

Bekannte Professoren: Wer heute in Tübingen lehrt

Auch die aktuelle Professorenschaft ist in Lehrbüchern und Kommentaren präsent. Zu den bekanntesten Namen gehört der Europarechtler Martin Nettesheim, dessen Lehrbuch zum Europarecht bundesweit im Einsatz ist. Die Zivilrechtlerin Christine Osterloh-Konrad treibt als Dekanin die Reform des Studiengangs voran, etwa den integrierten Bachelor als Zwischenabschluss. Was die Lehre angeht, findet sich in den Bewertungen ein ehrliches Bild: starke Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften, aber wie an jeder Fakultät hängt viel an der einzelnen Lehrperson.

NC und Bewerbung: So bekommst du deinen Studienplatz an der Uni Tübingen

Rechtswissenschaft mit Abschluss Erste juristische Prüfung ist in Tübingen örtlich zulassungsbeschränkt. Die Bewerbung um einen Studienplatz läuft über hochschulstart.de im Dialogorientierten Serviceverfahren, ergänzt um das Bewerbungsportal ALMA der Universität Tübingen. Die Fristen: 15. Juli für das Wintersemester, 15. Januar für das Sommersemester.

Wie hoch ist der NC für Jura in Tübingen?

Der NC lag in Tübingen zuletzt je nach Quote und Semester etwa zwischen 2,3 und 2,5. Zum Wintersemester 2024/25 reichte in der Leistungsquote eine Abiturnote von 2,3, mit anrechenbarem Bonus 2,4; über die Wartezeitquote kamen Bewerber mit drei Wartesemestern hinein. In früheren Semestern lag die Grenze bei 2,5 oder besser.

Die Auswahlgrenzen der letzten Wintersemester im Überblick:

SemesterLeistungsquoteWartezeit
WS 2024/252,3 (mit Bonus 2,4)3 Wartesemester
WS 2023/242,5 (mit Bonus 3,0)0 Wartesemester
WS 2022/232,5 (mit Bonus 2,6)2 Wartesemester

Wichtig zum Verständnis: Ein NC ist keine feste Hürde, sondern die rückblickende Auswahlgrenze des jeweiligen Vergabeverfahrens. Sie entsteht jedes Semester neu aus Bewerberzahl und Platzangebot. Mit einer 2,6 ist eine Bewerbung also keineswegs aussichtslos. Einen Bonus auf die Note kann es zum Beispiel für eine abgeschlossene Berufsausbildung geben. Wie die Auswahlgrenzen bundesweit aussehen und welche Fakultäten ganz ohne Beschränkung zulassen, zeigt dir unsere Übersicht der NC-Werte für Jura an deiner Universität.

Bewerbungsfrist und Ablauf über hochschulstart.de

Die Bewerbung selbst ist unkompliziert. Du registrierst dich bei hochschulstart.de, legst dort deine Bewerbung für Tübingen an und ergänzt die geforderten Nachweise über das ALMA-Portal der Universität. Im Dialogorientierten Serviceverfahren kannst du mehrere Studienorte parallel priorisieren; sobald ein Angebot deiner höchsten Priorität kommt, wird es automatisch angenommen.

Daneben existieren Sonderquoten, etwa für Härtefälle und Spitzensportler. Für höhere Fachsemester, zum Beispiel nach einem Studienortwechsel, bewirbst du dich direkt bei der Universität außerhalb des Serviceverfahrens. Wer die Hochschulzugangsberechtigung auf anderem Weg erworben hat, findet die Details im Beitrag Jura studieren ohne Abitur und mit Fachabi.

Studienbeginn im Winter- und Sommersemester

Eine Tübinger Besonderheit: Das Studium kann zum Winter- und Sommersemester begonnen werden. Die meisten juristischen Fakultäten nehmen nur zum Wintersemester auf. Der Start im Sommersemester ist praktisch, wenn du im Frühjahr aus dem Ausland zurückkommst, die Zusage woanders nicht geklappt hat oder du nach dem Abitur ein halbes Jahr überbrücken willst, ohne ein ganzes zu verlieren. Inhaltlich ist der Einstieg sauber möglich, weil die Anfängervorlesungen zyklisch angeboten werden.

Der Studiengang Rechtswissenschaft: Aufbau und Inhalt bis zur Ersten juristischen Prüfung

Das Jurastudium in Tübingen folgt dem klassischen Weg zur Ersten juristischen Prüfung: Grundstudium mit Zwischenprüfung, Hauptstudium mit Übungen und Schwerpunktbereich, dann die Examensphase. Die Regelstudienzeit beträgt zehn Semester. Am Ende zählt die staatliche Pflichtfachprüfung 70 Prozent, die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung 30 Prozent der Gesamtnote.

Zeitstrahl des Jurastudiums in Tübingen: Grundstudium, Zwischenprüfung bis Ende des vierten Semesters, Hauptstudium mit Schwerpunktbereich, Examinatorium und Staatsprüfung im Freiversuch am Ende des achten Semesters
Abb. 2: Der Weg durchs Tübinger Jurastudium vom Grundstudium bis zur Staatsprüfung

Grundstudium, Zwischenprüfung und Arbeitsgemeinschaften

In den ersten drei Semestern legst du die Basis in den drei großen Fächern: Bürgerliches Recht, Strafrecht und Öffentliches Recht, dazu ein Grundlagenfach wie Rechtsgeschichte oder Rechtsphilosophie. Der Besuch von Lehrveranstaltungen gliedert sich in Vorlesungen und begleitende Arbeitsgemeinschaften, in denen du die Falltechnik im kleinen Kreis übst. Schon im Grundstudium stehen die Übungen für Anfänger mit Hausarbeit und Klausur an. Die Definitionen aus den Anfängervorlesungen prägst du dir dabei am schnellsten mit den Karteikarten von jurahilfe.de ein, die das Gelernte im Wiederholungssystem abfragen.

Zwei Prüfungshürden strukturieren diese Phase: die Orientierungsprüfung und die Zwischenprüfung, die bis zum Ende des vierten Semesters abgelegt sein muss. Beide bestehst du über die laufenden Leistungen, eine gesonderte Blockprüfung gibt es nicht. Wie die Phasen an jeder Fakultät ineinandergreifen, erklärt unser Überblick zum Aufbau und Ablauf des Jurastudiums.

Hauptstudium und Übungen für Fortgeschrittene

Im Hauptstudium vertiefst du die Pflichtfächer und erwirbst die großen Scheine: die Übungen für Fortgeschrittene in allen drei Rechtsgebieten, jeweils mit Hausarbeit und Klausur. Sie sind Zulassungsvoraussetzung für die Staatsprüfung. Dazu kommen ein rechtswissenschaftliches Seminar, eine fremdsprachige Lehrveranstaltung, ein Schlüsselqualifikationsschein und praktische Studienzeiten in der vorlesungsfreien Zeit.

Der Stundenplan bleibt dabei in deiner Hand. Tübingen gibt einen Studienverlaufsplan als Empfehlung aus, verpflichtend ist er nicht. Wer zügig studiert, schafft die Scheine bis zum sechsten Semester und hat dann zwei volle Jahre für Schwerpunkt und Examensvorbereitung.

Tipp

Verstehen, wiederholen, testen: in dieser Reihenfolge bleibt der Stoff aus Vorlesung und Arbeitsgemeinschaft hängen. Genau diesen Pfad bildet das mehrstufige Lernsystem von jurahilfe.de ab: erst kompakte, verlinkte Skripten, dann Karteikarten, dann Multiple-Choice-Aufgaben am Fall.

Jetzt kostenlos starten

Die Erste juristische Prüfung: Staatsprüfung und Universitätsprüfung

Die Erste juristische Prüfung besteht aus zwei Teilen. Die staatliche Pflichtfachprüfung vor dem Landesjustizprüfungsamt Baden-Württemberg umfasst sechs Klausuren: drei im Zivilrecht, eine im Strafrecht, zwei im Öffentlichen Recht, dazu eine mündliche Prüfung. Sie macht 70 Prozent der Endnote aus. Was dich im Prüfungsgespräch erwartet, liest du im Beitrag zur mündlichen Prüfung im Jura-Examen.

Die übrigen 30 Prozent liefert die Schwerpunktbereichsprüfung als Universitätsprüfung mit schriftlichem und mündlichem Teil. Nach bestandener Prüfung darfst du auf Antrag den Titel Diplom-Jurist führen. Erst Referendariat und Zweites Staatsexamen machen dich danach zum Volljuristen.

Neu: Der integrierte Bachelor im Jurastudium

Ab dem Wintersemester 2026/27 plant die Fakultät einen integrierten Bachelor als Zwischenabschluss auf dem Weg zum Staatsexamen. Wer die Zulassungsvoraussetzungen zur Staatsprüfung erfüllt, mindestens sechs Semester studiert und eine wissenschaftliche Arbeit vorgelegt hat, etwa die Studienarbeit im Schwerpunktbereich, bekommt den Bachelorgrad ohne zusätzliches Studium verliehen. Bemerkenswert ist die Rückwirkung: Auch wer die Voraussetzungen nach dem 31. März 2019 erfüllt hat, kann das Zeugnis nachträglich beantragen.

Der Zwischenabschluss nimmt dem Examen einen Teil seines Alles-oder-nichts-Drucks: Selbst wenn die Staatsprüfung endgültig scheitert, stehst du mit einem Hochschulabschluss da. Was ein juristischer Bachelor wert ist und welche Wege er öffnet, zeigt der Vergleich zum Bachelor of Laws (LL.B.).

Schwerpunktbereiche in Tübingen: Deine Wahl im Hauptstudium

Tübingen bietet sieben Schwerpunktbereiche an, mehrere davon mit Untervarianten. Die Wahl ist frei: Es gibt keine Zulassungsbeschränkungen innerhalb der Schwerpunktbereiche, du entscheidest allein nach Interesse. Der Schwerpunkt umfasst mindestens 16 Semesterwochenstunden, ist auf zwei Semester angelegt und beginnt regelmäßig nach der Zwischenprüfung ab dem vierten Semester.

Die sieben Schwerpunktbereiche im Überblick

Das Angebot deckt die klassischen Profile ab. Wirtschaftlich orientiert sind Unternehmens- und Wirtschaftsrecht, wahlweise mit Fokus auf Unternehmensorganisation und Finanzierung, Arbeit und Soziales im Unternehmen oder Wettbewerbsrecht, außerdem das Zivilverfahrens- und Insolvenzrecht sowie das Steuerrecht, ein traditionell starkes Tübinger Feld. International wird es im Bereich Recht der internationalen Beziehungen, unterteilt in die Profile Internationales öffentliches Recht sowie Internationales Privat- und Verfahrensrecht samt Rechtsvergleichung.

Historisch Interessierte wählen die Fundamente europäischer Rechtsordnungen, von römischem Privatrecht über neuere Rechtsgeschichte und juristische Zeitgeschichte bis zum Religionsverfassungsrecht und Kirchenrecht. Wer ins Öffentliche Recht will, findet im Bereich öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Umwelt die examensnahe Vertiefung. Und die Strafrechtspflege gliedert sich in Kriminalwissenschaften und Wirtschaftsstrafrecht mit internationalen und strafprozessualen Bezügen.

Alle sieben Schwerpunktbereiche mit ihren Profilen:

Nr.SchwerpunktbereichProfile
1Unternehmens- und WirtschaftsrechtUnternehmensorganisation und -finanzierung; Arbeit und Soziales im Unternehmen; Wettbewerbsrecht und gewerblicher Rechtsschutz
2Zivilverfahrens- und Insolvenzrechteinheitliches Profil
3Fundamente europäischer RechtsordnungenRömisches Privatrecht; Neuere Rechtsgeschichte und juristische Zeitgeschichte; Religionsverfassungsrecht und Kirchenrecht
4Recht der internationalen BeziehungenInternationales öffentliches Recht; Internationales Privat- und Verfahrensrecht, Rechtsvergleichung
5Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Umwelteinheitliches Profil
6Steuerrechteinheitliches Profil
7StrafrechtspflegeKriminalwissenschaften; Wirtschaftsstrafrecht mit internationalen und strafprozessualen Bezügen

So läuft die Schwerpunktbereichsprüfung ab

Die Universitätsprüfung besteht aus einem schriftlichen Teil, wahlweise als Klausur oder Studienarbeit, und einer mündlichen Prüfung. Ihr Ergebnis fließt mit 30 Prozent in die Erste juristische Prüfung ein und ist damit ein echter Notenhebel: Wer im Schwerpunkt zwei Notenstufen besser abschneidet als in der Staatsprüfung, verschiebt die Endnote spürbar. Welche Wahl sich strategisch lohnt, diskutieren wir im Beitrag zum besten Schwerpunkt im Jurastudium.

Examensvorbereitung an der Eberhard Karls Universität Tübingen

Die Examensvorbereitung ist der Bereich, in dem Tübingen am meisten bietet. Das universitäre Examinatorium ist kostenlos und deckt den kompletten Weg zur Staatsprüfung ab: Jahreskurs, wöchentlicher Klausurenkurs, Probeexamen und individuelles Coaching. Ein kommerzielles Repetitorium ist damit kein Muss mehr, viele Tübinger Kandidaten bereiten sich vollständig universitär vor.

Das Tübinger Examinatorium: Jahreskurs, Klausurenkurs, Probeexamen

Kern ist das Examenstutorium, ein Jahreskurs, der den examensrelevanten Stoff aller drei Rechtsgebiete systematisch wiederholt und an Fällen vertieft. Parallel läuft der Klausurenkurs „Route 66": Woche für Woche eine Examensklausur unter Echtbedingungen, mit Korrektur und Besprechung. Dazu kommen Probeexamen, die den Prüfungsmarathon komplett simulieren, ein Examenscoaching für Lernplan und Methodik sowie ein eigenes Training für die mündliche Prüfung.

Damit gehört Tübingen zu den Fakultäten, die das Uni-Rep ernst nehmen. Ob du es mit einem kommerziellen Repetitorium kombinierst oder komplett universitär vorbereitest, ist eine Strategiefrage. Wie du die Examensphase insgesamt planst, zeigt dir der Masterplan für das erste juristische Staatsexamen.

Vergleich der Examensvorbereitung: kostenloses Tübinger Examinatorium mit Jahreskurs und Klausurenkurs Route 66 gegenüber kommerziellem Repetitorium für 150 bis 250 Euro im Monat
Abb. 4: Kostenloses Examinatorium und kommerzielles Repetitorium im Vergleich

Tipp

Übers Examen hältst du eine riesige Stoffmenge über Monate präsent. Dafür gibt es auf jurahilfe.de ein Spaced-Repetition-System: Es plant deine Wiederholungen über alle Rechtsgebiete hinweg, damit der Stoff aus dem Jahreskurs nicht wieder verschwindet, während du Neues lernst.

Jetzt kostenlos starten

Freischuss in Baden-Württemberg: Staatsexamen nach acht Semestern

In Baden-Württemberg gilt der Freiversuch: Wer nach ununterbrochenem Studium spätestens an der Staatsprüfung teilnimmt, die am Ende des achten Semesters beginnt, dem wird ein Nichtbestehen nicht gezählt. Die Prüfung gilt dann als nicht unternommen. Besteht du im Freiversuch, kannst du die Staatsprüfung außerdem bis zum Ende des zehnten Semesters zur Notenverbesserung wiederholen.

Der Freischuss prägt die Studienplanung stärker als jede andere Regel: Er belohnt zügiges Studieren mit einem risikofreien Versuch plus Verbesserungschance. Ob sich das Schieben des Examens trotzdem lohnen kann, klärt der Beitrag Examen verschieben: Wann das Schieben klug ist; die Regeln der Wiederholung zur Notenverbesserung stehen im Artikel zum Verbesserungsversuch im Examen.

Ergebnisse im Staatsexamen: Wie schneidet Tübingen ab?

Die Tübinger Ergebnisse in der staatlichen Pflichtfachprüfung liegen stabil über dem Landesschnitt. Im Frühjahrstermin 2025 erreichten 19,3 Prozent der Tübinger Kandidaten ein Prädikat (vollbefriedigend oder besser), im Land Baden-Württemberg waren es 18,9 Prozent. Im Prüfungsjahr 2024 lag die Durchfallquote der Tübinger Teilnehmer bei rund 16 Prozent und damit deutlich unter Fakultäten wie Freiburg oder Konstanz. Gut die Hälfte aller Kandidaten im Land tritt im Freiversuch an. Auffällig: Tübinger Freiversuchsteilnehmer erreichten im selben Termin zu 30 Prozent ein Prädikat, ein starkes Argument fürs zügige Studieren.

Balkendiagramm: Prädikatsquote im Staatsexamen Frühjahr 2025, Tübinger Freiversuchsteilnehmer 30 Prozent, Tübingen gesamt 19,3 Prozent, Baden-Württemberg 18,9 Prozent
Abb. 3: Prädikatsquoten der Staatsprüfung im Frühjahr 2025 (Quelle: Landesjustizprüfungsamt Baden-Württemberg)

Zur Einordnung: Ein Prädikatsexamen bleibt überall die Ausnahme, nicht die Regel. Baden-Württemberg gilt als besonders streng benotendes Prüfungsland, entsprechend wertvoll ist die Note von hier. Was die Prädikatsschwelle bedeutet und wie du sie erreichst, erklärt der Beitrag zum Prädikatsexamen in Jura.

Die Zahlen des Frühjahrstermins 2025 im Detail:

KennzahlTübingenBaden-Württemberg
Teilnehmer161863
Prädikatsquote19,3 %18,9 %
Nicht bestanden (inkl. formaler Gründe)24,2 %26,9 %
Anteil Freiversuch49,7 %52,3 %
Prädikat im Freiversuch30,0 %29,1 %

Jura studieren und leben in Tübingen: Stadt, Kosten und Studentenleben

Tübingen ist eine der wenigen deutschen Städte, die komplett um ihre Universität herum funktionieren. Rund 28.500 Studierende kommen auf gut 90.000 Einwohner, der Altersdurchschnitt gehört zu den niedrigsten im Land. Das prägt alles: Wohnungsmarkt, Kneipendichte, Kulturprogramm und das Tempo der Stadt.

Was macht Tübingen als Studentenstadt lebenswert?

Die Kulisse zuerst: eine mittelalterliche Altstadt mit Fachwerkhäusern, der Marktplatz mit Rathaus, darüber Schloss Hohentübingen, unten die Neckarfront mit dem Hölderlinturm. Im Sommer liegen Studierende auf der Neckarinsel unter den Platanen, und die Stocherkähne schieben sich über den Fluss. Fast alles liegt fußläufig beieinander, vom Hörsaal über die Bibliothek bis zur Kneipe sind es selten mehr als zehn Minuten.

Bunte Altstadthäuser der Tübinger Neckarfront am Flussufer
Die Neckarfront: Tübingens Postkartenmotiv und im Sommer der Treffpunkt der Studierenden.

Kurz gesagt: Tübingen ist klein genug, dass du ständig bekannte Gesichter triffst, und groß genug, dass dir nicht langweilig wird. Wer die Anonymität einer Großstadt sucht, wird hier nicht glücklich. Wer ein dichtes Campusleben will, findet kaum etwas Besseres.

Wohnen und Lebenshaltungskosten für Studierende

Die Kehrseite der Beliebtheit ist der Wohnungsmarkt. Kleine Wohnungen kosten in Tübingen um die 20 Euro pro qm, ein WG-Zimmer liegt im Schnitt bei rund 480 Euro. Günstiger sind die Wohnheime des Studierendenwerks Tübingen-Hohenheim; dort lohnt die Bewerbung so früh wie möglich, die Wartelisten sind lang. Viele weichen auch auf umliegende Orte wie Reutlingen aus, die mit dem Semesterticket gut angebunden sind.

Die übrigen Kosten sind moderat: Der Semesterbeitrag liegt bei knapp 200 Euro, ein Semesterticket für den Nahverkehr kommt bei Bedarf dazu. Studiengebühren zahlen im Erststudium nur internationale Studierende von außerhalb der EU, in Baden-Württemberg 1.500 Euro pro Semester. Was im Jurastudium insgesamt an Kosten zusammenkommt und welche Finanzierungswege es gibt, rechnet der Beitrag zu den Kosten des Jurastudiums durch.

Die wichtigsten Kostenpunkte auf einen Blick:

PostenBetrag
Semesterbeitragknapp 200 € pro Semester
WG-Zimmerim Schnitt rund 480 € pro Monat
Miete kleine Wohnungenrund 20 € pro qm
Lebenshaltung gesamtetwa 900 bis 1.100 € pro Monat
Studiengebühr Nicht-EU1.500 € pro Semester

Feiern gehen in Tübingen: Kneipen, Clubs und Feste

Das Nachtleben ist studentisch geprägt und vielfältiger, als der Kneipenstadt-Ruf vermuten lässt. Legendär sind die Clubhausfeste: Donnerstagabends verwandeln die Fachschaften das Clubhaus auf dem Campus in eine Studentenparty mit günstigen Preisen, quer durch alle Fakultäten. Richtig getanzt wird in Diskotheken wie dem Schwarzen Schaf mitten in der Innenstadt; für Konzerte und Clubnächte stehen daneben das Sudhaus am südlichen Stadtrand, das selbstverwaltete Epplehaus und das Schloßcafé am Aufgang zum Schloss bereit. Dazu kommt eine Altstadt voller Studentenkneipen und Weinstuben, in denen ein Abend auch mal in einer hitzigen Diskussion über das Abstraktionsprinzip enden kann.

Die Feste der Stadt sind Institutionen: das Stocherkahnrennen der Verbindungen und Wohnheime auf dem Neckar im Frühsommer, im Herbst der Umbrisch-Provenzalische Markt auf dem Marktplatz, im Winter die Schokoladenmesse chocolART. Und wer Livemusik mag, findet vom Jazzkeller bis zum Ract!-Festival das ganze Jahr Programm.

Stocherkähne liegen unter einer Weide am Neckarufer in Tübingen
Stocherkähne am Neckar: Beim Stocherkahnrennen treten im Frühsommer die Teams gegeneinander an.

Erfahrungen: So bewerten Studierende das Jurastudium in Tübingen

Auf StudyCheck bewerten Studierende den Studiengang Rechtswissenschaft an der Juristischen Fakultät der Uni Tübingen mit 3,7 von 5 Sternen, 87 Prozent empfehlen den Studiengang weiter. Gelobt werden vor allem die Examensvorbereitung, die Arbeitsgemeinschaften und der Zugang zu Literatur und Datenbanken. Kritik gibt es insbesondere an der Abhängigkeit von einzelnen Dozenten und am Leistungsdruck, der in einer kleinen Stadt, in der sich alle kennen, spürbarer ist als anderswo.

Dieses Bild deckt sich mit dem, was Jura überall schwer macht: Stoffmenge, Examenslastigkeit, strenge Notenskala. Tübingen mildert das durch Betreuung und kostenlose Vorbereitung, wegzaubern kann es das nicht. Wie hart das Studium wirklich ist, ordnet der Beitrag Wie schwer ist das Jurastudium wirklich? ein.

Für wen ist das Jurastudium an der Uni Tübingen die richtige Wahl?

Tübingen passt zu dir, wenn du ein klassisches, wissenschaftlich anspruchsvolles Jurastudium mit enger Betreuung suchst und dich in einer kleinen, jungen Stadt wohlfühlst. Die Fakultät liefert Tradition, gute Examensergebnisse und ein kostenloses Examinatorium. Wer Großstadt, Anonymität oder einen wirtschaftsnahen Sonderweg sucht, ist woanders besser aufgehoben.

Stärken und Schwächen im Überblick

Auf der Habenseite stehen der Ruf der Fakultät, die vollständige universitäre Examensvorbereitung, der Freiversuch mit Verbesserungschance, sieben wählbare Schwerpunktbereiche, der geplante integrierte Bachelor als Sicherheitsnetz und eine Studienatmosphäre, die kaum eine andere deutsche Universitätsstadt so bietet. Auch der Einstieg im Sommersemester ist ein handfester Vorteil.

Ehrlich benannt gehören auf die andere Seite: ein teurer, enger Wohnungsmarkt, die strenge Prüfungskultur Baden-Württembergs, ein überschaubares Großkanzlei-Umfeld vor Ort und eine Stadtgröße, die nicht jedem liegt. Wer nach dem Examen in eine Metropole will, muss umziehen; Stuttgart ist allerdings nur rund 40 Kilometer entfernt.

Tübingen im Vergleich mit anderen Fakultäten in Baden-Württemberg

Innerhalb des Landes konkurriert Tübingen vor allem mit Heidelberg und Freiburg, beide mit ähnlich großem Namen, sowie mit Mannheim, das mit wirtschaftsrechtlichem Profil und zuletzt sehr niedriger Durchfallquote punktet, und Konstanz. Die Prüfungen sind landesweit identisch, entscheidend sind also Betreuung, Examensvorbereitung und Lebensgefühl. Tübingen schlägt sich in den Ergebnissen konstant gut und ist bei den Lebenshaltungskosten günstiger als Heidelberg oder Freiburg, beim Wohnen aber ähnlich angespannt. Einen bundesweiten Überblick über starke Jura-Standorte gibt dir der Beitrag Wo kann man am besten Jura studieren? Wer auch außerhalb Baden-Württembergs vergleichen will, findet ein ähnliches Porträt zum Jurastudium in Hamburg und zum Jurastudium an der LMU München.

Bleibt die Titelfrage: Lohnt sich die Uni Tübingen fürs Jurastudium? Für die meisten, die ein ernsthaftes Staatsexamensstudium mit starker Begleitung wollen: ja, ohne Wenn und Aber. Den Stoff musst du trotzdem selbst beherrschen, an jeder Fakultät. Dabei hilft dir das interaktive Lernsystem auf www.jurahilfe.de, das den Pflichtstoff kompakt, verlinkt und mit Falltraining aufbereitet, egal an welcher Universität du eingeschrieben bist.

Weiterlesen

Häufig gestellte Fragen

Frieder Hammer

Über den Autor

Frieder Hammer

Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de

Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)

Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.

  • Zivilrecht
  • Strafrecht
  • Öffentliches Recht
  • Jurastudium
  • Examensvorbereitung
  • juristische Didaktik
Mehr über Frieder Hammer

Lerne einfach, interaktiv, modular, kostenlos, motivierend, überall und unterwegs Jura.

Starte jetzt kostenlos und überzeug dich selbst.