Von 1818 bis 1902 konnte in Münster niemand Jura studieren. Friedrich Wilhelm III. hatte die juristische Fakultät geschlossen, 84 Jahre lang blieb sie zu. Heute ist sie eine der größten in Deutschland, und für die meisten lohnt sich das Jurastudium hier. Das stärkste Argument steht in der Prüfungsstatistik: Beim Justizprüfungsamt Hamm fielen im Prüfungsjahr 2025 von 725 Münsteraner Prüflingen 20,8 Prozent durch, bundesweit waren es im Jahr davor 27,4 Prozent. Dafür zahlst du mit einem NC, der zuletzt jedes Jahr strenger wurde.
Die Fakultät bereitet ihre Studierenden mit einem eigenen Repetitorium aufs Staatsexamen vor, das keine Teilnahmegebühr kostet. Genau das entscheidet für viele die Studienortwahl, weil ein kommerzielles Repetitorium sonst schnell vierstellig wird.
Auf einen Blick:
- Zulassung: zulassungsbeschränkt, Vergabe über hochschulstart. Die Vergabenote im Auswahlverfahren der Hochschule lag zuletzt bei 1,6, zwei Wintersemester davor noch bei 2,1.
- Studium: Start ist in jedem Semester möglich, nicht nur im Winter. Elf Schwerpunktbereiche, von Steuerrecht bis Digitalisierung und KI, dazu ein integrierter Bachelor of Laws.
- Examensvorbereitung: das unirep läuft ganzjährig in vier Blöcken, 24 Einheiten, Einstieg jederzeit, ohne Teilnahmegebühr.
- Ergebnisse: 31,0 Prozent der Münsteraner Prüflinge holten im Prüfungsjahr 2025 ein Prädikat, bundesweit lag die Quote im Jahr davor bei 19,6 Prozent.
- Leben: Semesterbeitrag rund 370 Euro, WG-Zimmer ab etwa 300 Euro, 47 Prozent aller Wege in der Stadt werden mit dem Rad zurückgelegt.
Tipp
Egal an welcher Fakultät du landest, der Stoff bleibt derselbe. Auf jurahilfe.de findest du interaktive Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, die aufeinander aufbauen, vom ersten Semester bis zum Examen.
Uni Münster Jura: Was die Rechtswissenschaftliche Fakultät ausmacht
Das Juridicum steht an der Universitätsstraße, wenige Minuten vom Domplatz und direkt neben der Landesbibliothek. Vorlesung, Bibliothek und Mensa liegen im selben Viertel. Kurze Wege sind hier Alltag. Die Universität Münster heißt übrigens erst seit dem 1. Oktober 2023 so. Davor trug sie den Namen Westfälische Wilhelms-Universität, den der Senat nach einer Prüfung ablegte, weil Wilhelm II. sich um die Universität nie verdient gemacht hatte.
Die Fakultät in Zahlen: Studierende, Professuren und Studiengänge
Über 4.900 Studierende sind an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät eingeschrieben, betreut von 35 Professuren und knapp 30 Honorarprofessorinnen und Honorarprofessoren. Das ist deutschlandweit Spitzengruppe bei der Größe. Die Kehrseite kennst du aus jeder großen Fakultät: In den Anfängervorlesungen sitzt du selten in kleiner Runde.

Neben dem klassischen Staatsexamensstudium gibt es weitere Studiengänge, die viele Erstsemester gar nicht auf dem Schirm haben. Die Fachspezifische Fremdsprachenausbildung, kurz FFA, lässt sich studienbegleitend in Englisch, Französisch oder Spanisch belegen und deckt zugleich den Fremdsprachennachweis fürs Examen ab. Dazu kommen mehrere LL.M.-Programme, teils mit Doppelabschluss an italienischen und niederländischen Partneruniversitäten. Wer ins Ausland will, findet über ERASMUS+ und die Fakultätspartnerschaften Ziele bis Tokio, Brasilien und Kolumbien.
Ruf und Geschichte der Universität Münster
Konstituiert wurde die Universität 1780. Drei Gründungsversuche im 17. Jahrhundert waren zuvor an Geld und Politik gescheitert. Franz von Fürstenberg trieb sie durch. Lange hielt die juristische Fakultät nicht. 1818 schloss Friedrich Wilhelm III. sie, die letzten 63 Jurastudenten waren im Wintersemester 1817/18 eingeschrieben. Erst 1902 genehmigte der Kaiser die Erneuerung.
Danach ging es schnell. 1919 waren erstmals über 1.000 Studierende eingeschrieben, 1944 stellte der Krieg den Lehrbetrieb ein, zwischen 1951 und 1953 entstand das heutige Juridicum. 1960 zählte die Fakultät 1.429 Studenten und 147 Studentinnen. Dieses Verhältnis hat sich längst gedreht.

Institute und Forschungsprofil am Juridicum
Zwei Bereiche prägen das Profil besonders. Das Institut für Kriminalwissenschaften besteht seit 1973 und gliedert sich in mehrere Abteilungen von Strafrecht über Strafprozessrecht bis Kriminologie. Und das Institut für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht, kurz ITM, forscht seit den 1990er Jahren zum Digitalrecht und sitzt heute am Leonardo-Campus, lange bevor das Thema in Mode kam. Zu beiden Häusern gehört ein eigener Schwerpunktbereich.
Für dich heißt das: Wenn dich Kriminologie oder IT-Recht interessieren, findest du hier eine ganze Forschungsumgebung statt einer einzelnen Vorlesung. Neben den Vorlesungen werden Seminare, Hilfskraftstellen und Promotionsmöglichkeiten mit Bezug zu diesen Feldern angeboten.
NC und Bewerbung für Rechtswissenschaft an der Uni Münster
Rechtswissenschaft ist in Münster zulassungsbeschränkt. Vergeben werden die Plätze über das bundesweite Portal hochschulstart. Das Bewerbungsfenster fürs Wintersemester öffnet Anfang Mai und schließt am 15. Juli. Auch die höheren Fachsemester sind zulassungsbeschränkt: Wer den Studienort wechseln will, kann das frühestens zum fünften Fachsemester und bekommt keinen Platz garantiert. Alle Informationen zu Fristen und Unterlagen stehen auf der Website der Universität, und sie ändern sich jedes Jahr leicht.
Wie hoch ist der NC für Jura in Münster?
Einen festen NC gibt es nicht. Ausdrücklich weist die Universität darauf hin, dass sie niemals im Vorhinein eine Grenze festsetzt. Sie ergibt sich erst hinterher aus der Bewerbungslage des jeweiligen Semesters. Zuletzt lag die Vergabenote im Auswahlverfahren der Hochschule bei 1,6, in den beiden Wintersemestern davor bei 1,8 und 2,1.
| Wintersemester | Vergabenote | Losentscheid |
|---|---|---|
| WS 2023/24 | 2,1 | ja |
| WS 2024/25 | 1,8 | ja |
| WS 2025/26 | 1,6 | ja |
Die Richtung ist eindeutig: Die Grenze zieht seit drei Vergabeverfahren an. Die Abiturbestenquote weist Münster aus Gründen der Barrierefreiheit nicht gesondert aus, sie liegt erfahrungsgemäß unter der Vergabenote des Auswahlverfahrens.
Ein Detail lohnt den zweiten Blick: In allen drei Verfahren wurde am Ende gelost. Das heißt, auf der Grenznote gab es mehr Bewerbungen als Plätze, und wer genau diese Note mitbringt, hängt vom Losglück ab. Mit 1,7 im letzten Verfahren hättest du also genau an der Grenze gestanden. Und wärst am Los gescheitert.
Wie sich diese Werte zu anderen Fakultäten verhalten und warum ein hoher NC nichts über die Qualität der Lehre sagt, steht ausführlich im Überblick zum Numerus Clausus im Jurastudium.
So läuft die Bewerbung über hochschulstart
Du legst dir zuerst einen Account bei hochschulstart.de an und bekommst dort eine Bewerber-ID. Damit bewirbst du dich im Portal der Universität Münster. Wichtig ist die Reihenfolge, denn ohne die ID nimmt das Uni-Portal deine Bewerbung nicht an. Ein Nachweis über die Hochschulzugangsberechtigung ist ebenfalls erforderlich.
Danach priorisierst du deine Studienwünsche im Dialogorientierten Serviceverfahren. Du kannst dich also parallel bei mehreren Fakultäten bewerben und legst nur fest, welchen Platz du bei einer Doppelzulassung nehmen würdest. Wer die Abiturnote nicht mitbringt, findet die legalen Alternativwege im Beitrag zum Jurastudium ohne Abitur.
Studienbeginn im Winter- und im Sommersemester
Münster lässt dich in jedem Semester anfangen, nicht nur im Winter. Das ist ein echter Vorteil, den viele große Fakultäten nicht bieten. Wer im Sommer startet, verliert kein halbes Jahr, muss aber damit rechnen, dass die Anfängervorlesungen in einer anderen Reihenfolge laufen als bei der Wintergruppe.
Praktisch heißt das: Du beginnst eventuell mit Strafrecht statt mit BGB AT und schließt den Zyklus ein Semester später. Für die Zwischenprüfung spielt das keine Rolle, für die Lerngruppenbildung schon. Gerade dann lohnt der frühe Kontakt zur Fachschaft Jura Münster, die Erstsemester-Einführungen und Altklausuren-Sammlungen organisiert.
Tipp
Wenn du auf einen Studienplatz wartest oder im Sommersemester quer einsteigst, kannst du den kompletten BGB AT auf jurahilfe.de dauerhaft kostenlos lernen, mit Skripten, Karteikarten und Abschlusstest. Damit bist du im ersten Semester nicht bei null.
Der Studiengang Rechtswissenschaft: Aufbau und Inhalt
Das Studium führt zur Ersten juristischen Prüfung und besteht aus zwei Teilen: der staatlichen Pflichtfachprüfung, die das Justizprüfungsamt abnimmt, und der universitären Schwerpunktbereichsprüfung. Die Gewichtung gibt § 5d Abs. 2 S. 4 DRiG vor, 70 Prozent Staat, 30 Prozent Universität. Danach folgt das zweijährige Referendariat mit dem zweiten Examen.

Grundstudium und Zwischenprüfung
In den ersten Semestern läuft alles parallel: Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht. Dazu kommen zwei Grundlagenfächer, ein rechtshistorisches und ein rechtsgesellschaftliches. Vor der Zwischenprüfung stehen neun Zulassungsleistungen: fünf zweistündige Klausuren und zwei Hausarbeiten in den dogmatischen Fächern, dazu zwei Klausuren aus den Grundlagenfächern.
Dann folgt die Zwischenprüfung selbst: drei dreistündige Klausuren. Eine Kombiklausur zu gesetzlichen Schuldverhältnissen und Sachenrecht, dazu Verwaltungsrecht I und Strafrecht III. Abgeschlossen sein soll sie nach dem vierten Semester, eine harte Frist ist das nicht.
Die Zwischenprüfung ist kein formales Beiwerk. Jede Klausur lässt sich nur zweimal wiederholen, und wer endgültig scheitert, wird nach § 51 Hochschulgesetz NRW exmatrikuliert. Ob und wo sich das Studium dann fortsetzen lässt, hängt vom Landesrecht des neuen Studienorts ab, und die Regeln sind uneinheitlich. Wie sich der Aufbau über die Semester verteilt, zeigt der ausführliche Überblick zum Aufbau und Ablauf des Jurastudiums.
Hauptstudium und Übungen für Fortgeschrittene
Im Hauptstudium wird aus Grundlagenwissen Klausurfähigkeit. Der Härtetest davor sind die Übungen für Fortgeschrittene in allen drei Rechtsgebieten: Hausarbeit plus Klausuren auf Examensniveau, korrigiert nach denselben Maßstäben. Wer hier durchkommt, weiß ungefähr, wo er steht.
Parallel dazu absolvierst du die praktische Studienzeit von mindestens drei Monaten, die § 5a Abs. 3 DRiG vorschreibt. Wie sie sich aufteilt, regelt § 8 JAG NRW: mindestens vier Wochen in der Rechtspflege, mindestens vier Wochen in der Verwaltung, dazu bis zu vier Wochen Wahlpraktikum. Alles liegt üblicherweise in der vorlesungsfreien Zeit.
Welche weiteren juristischen Studiengänge Münster anbietet
Neben dem Staatsexamen laufen an der Fakultät mehrere Aufbau- und Ergänzungsprogramme. Die LL.M.-Studiengänge richten sich an Absolventinnen und Absolventen nach dem ersten Examen, teils als Doppelabschluss mit Partneruniversitäten im Ausland. Dazu kommt die FFA als studienbegleitende Zusatzqualifikation.
Wichtiger für die meisten ist der integrierte Bachelor of Laws. Münster verleiht den LL.B. als zusätzlichen Grad nach § 66 Abs. 1a HG NRW, ohne eigenen Studiengang. Nötig sind die bestandene Zwischenprüfung, die bestandene Schwerpunktbereichsprüfung und die Zulassungsvoraussetzungen zur staatlichen Pflichtfachprüfung nach § 7 Abs. 1 JAG NRW. Die Pflichtfachprüfung selbst musst du dafür weder antreten noch bestehen.
Das ist die Absicherung, die dem Jurastudium sonst fehlt: Wer nach dem Schwerpunkt aussteigt, steht nicht ohne Abschluss da. Was der Grad auf dem Arbeitsmarkt wert ist und wo seine Grenzen liegen, ordnet der Beitrag zum Bachelor of Laws ein.
Schwerpunktbereiche an der Universität Münster
Der Schwerpunkt macht 30 Prozent der Ersten juristischen Prüfung aus und liegt regulär im fünften und sechsten Fachsemester. Münster stellt dafür elf Bereiche zur Wahl, deutlich mehr als der Durchschnitt. Die Wahl ist frei, es gibt keine Zulassungsbeschränkung innerhalb der Fakultät.
Elf Schwerpunktbereiche zur Auswahl
Von klassischem Wirtschaftsrecht bis zu französischem Recht auf Französisch ist die Bandbreite groß. Diese Bereiche stehen zur Verfügung:
| Nr. | Schwerpunktbereich |
|---|---|
| 1 | Wirtschaft und Unternehmen |
| 2 | Arbeit und Soziales |
| 3 | Digitalisierung, KI und Recht |
| 4 | Internationales Recht, Europäisches Recht, Internationales Privatrecht |
| 5 | Rechtsgestaltung und Streitbeilegung |
| 6 | Öffentliches Recht |
| 7 | Kriminalwissenschaften |
| 8 | Steuerrecht |
| 9 | Rechtswissenschaft in Europa |
| 10 | Droit français |
| 11 | International and Comparative Law |
Von vielen anderen Fakultäten unterscheiden Münster vor allem die Bereiche 3, 10 und 11. Digitalisierung und KI-Recht als eigener Schwerpunkt ist bundesweit noch selten, und die beiden fremdsprachigen Bereiche verlangen entsprechende Sprachkenntnisse, öffnen dafür aber Türen in internationale Kanzleien.
Ablauf der Schwerpunktbereichsprüfung
Über zwei Semester erstreckt sich die Prüfung, und sie kennt zwei Modelle: drei Klausuren plus ein Seminar oder zwei Klausuren plus zwei Seminare. Welches Modell gilt, hängt vom gewählten Bereich ab. Zusätzlich kannst du bis zu drei weitere Klausuren zur Notenverbesserung schreiben.
Diese Verbesserungsoption wird unterschätzt. Sie kostet Zeit, sie ist aber der günstigste Weg zu einem besseren Gesamtergebnis, weil der Schwerpunkt zu 30 Prozent zählt und deutlich planbarer ist als die staatliche Prüfung. Welche Kriterien bei der Wahl wirklich zählen, hat der Beitrag zum besten Schwerpunkt im Jurastudium zusammengetragen.
Tipp
Für die Pflichtfächer neben dem Schwerpunkt hilft aktives Abfragen mehr als erneutes Lesen. Die Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem auf jurahilfe.de legen dir genau die Inhalte vor, die du zu vergessen beginnst.
Examensvorbereitung an der Uni Münster
Hier liegt das stärkste Argument für Münster. Die Fakultät betreibt ein eigenes Repetitorium, das unirep, und verlangt dafür keine Teilnahmegebühr. Wer stattdessen ein kommerzielles Repetitorium bucht, zahlt bei den großen Anbietern rund 150 bis 185 Euro im Monat, üblicherweise über einen Jahreskurs.
Das unirep: Uni-Repetitorium ohne Gebühren
Das unirep läuft ganzjährig in vier Blöcken, verteilt über Vorlesungszeit und vorlesungsfreie Zeit, insgesamt 24 Einheiten. Einsteigen kannst du jederzeit, du musst also nicht auf den Zyklusbeginn warten. Während der vorlesungsfreien Zeit läuft der Kurs weiter. Die Kurse finden meist von Montag bis Freitag zwischen 9 und 12 Uhr statt, überwiegend im Hörsaal JUR 3 im Juridicum.
Den Kern bildet die Wiederholung des Pflichtstoffs durch Professorinnen, Professoren und erfahrene Praktiker. Dazu kommt das Klausurentraining mit Originalklausuren aus dem Staatsexamen, je zwei Kurse pro Rechtsgebiet, jeweils mit Korrektur und Besprechung. Simulationen der mündlichen Prüfung samt zwölfminütigem Vortrag nehmen erfahrene Prüfer ab. Und donnerstags läuft eine wöchentliche Rechtsprechungsübersicht über alle Rechtsgebiete.
Digital ergänzt das die Plattform unirep-online.de: Online-Lektionen, Übungsfälle mit Lösungen, Zugriff auf ein Archiv von rund 500 Originalklausuren und Musterprüfungsvorträge für die mündliche Prüfung. Das Selbstverständnis formuliert die Fakultät ziemlich direkt: „Wir wissen, was wir prüfen, und wir sprechen auch darüber.“ Das ist der Unterschied zum kommerziellen Anbieter, dessen Dozenten die Klausuren nicht korrigieren.

Ein Repetitorium ersetzt trotzdem keinen eigenen Lernplan. Wie du die Examensvorbereitung strukturierst, welche Phasen sinnvoll sind und wo die meisten Zeit verlieren, steht im Masterplan für das erste Staatsexamen.
Freischuss und Verbesserungsversuch in NRW
Nordrhein-Westfalen kennt beides. Der Freiversuch nach § 25 JAG NRW gilt, wenn du dich bis zum Abschluss des achten Fachsemesters meldest, Stichtage sind der 31. März und der 30. September. Bestehst du nicht, zählt der Versuch nicht mit. Bestimmte Zeiten bleiben unberücksichtigt, etwa Auslandssemester oder ein Semester in der studentischen Rechtsberatung, insgesamt bis zu vier Semester.
Wer im Freiversuch besteht, aber unzufrieden ist, kann nach § 26 Abs. 1 JAG NRW einmal zur Notenverbesserung antreten. Der Antrag muss binnen eines Jahres gestellt werden, und es gilt das bessere Ergebnis. Ob sich das rechnet, hängt weniger vom Ehrgeiz ab als von der Ausgangsnote; die Abwägung führt der Beitrag zum Verbesserungsversuch im Einzelnen aus. Wer stattdessen überlegt, den Termin nach hinten zu schieben, findet die Argumente unter Examen verschieben.
Bemerkenswert ist eine Münsteraner Eigenheit: Über 30 Prozent der Studierenden ziehen die staatliche Pflichtfachprüfung vor und legen den Schwerpunkt erst danach ab. Der Stoff der Pflichtfächer ist dann frischer, dafür verlängert sich die Studienzeit meist um ein bis zwei Semester.
Wie Münsteraner Studierende im Staatsexamen abschneiden
Zuständig für Münster ist das Justizprüfungsamt beim Oberlandesgericht Hamm. Von dort kommen die Zahlen. Im Prüfungsjahr 2025 traten 725 Münsteraner Kandidatinnen und Kandidaten zur staatlichen Pflichtfachprüfung an. 151 bestanden nicht, das sind 20,8 Prozent.
Von den 574 Bestandenen erreichten 3 ein „sehr gut“, 57 ein „gut“ und 165 ein „vollbefriedigend“. Rechnet man das auf alle Teilnehmenden um, holten 31,0 Prozent ein Prädikat. Bundesweit lag die Prädikatsquote in der staatlichen Pflichtfachprüfung im Prüfungsjahr 2024 bei 19,6 Prozent, die Durchfallquote bei 27,4 Prozent. Nicht verwechseln: Die Gesamtnote der Ersten juristischen Prüfung fällt besser aus, dort erreichten im selben Jahr 36,7 Prozent ein Prädikat. Der Schwerpunkt hebt die Note.
| Kennzahl | Münster 2025 | Bund 2024 |
|---|---|---|
| Nicht bestanden | 20,8 % | 27,4 % |
| Prädikat (vollbefriedigend und besser) | 31,0 % | 19,6 % |
| Teilnehmende | 725 | bundesweite Erhebung |

Münster liegt damit in beiden Kennzahlen deutlich besser als der Bundesschnitt. Bei der Einordnung ist Vorsicht angebracht: Die Jahre sind nicht identisch, und Prüfungsämter bewerten nicht überall gleich streng. Ein Teil des Vorsprungs geht außerdem auf den NC zurück, der die Eingangsgruppe vorselektiert. Was ein Prädikat praktisch bedeutet und ab wann es zählt, klärt der Beitrag zum Prädikatsexamen.
Eine Zahl fällt auf: Bei den Männern lag die Durchfallquote bei 16,1 Prozent, bei den Frauen bei 24,1 Prozent. Woran das liegt, sagt die Statistik nicht. Der schriftliche Teil besteht aus sechs Aufsichtsarbeiten, dazu kommt die mündliche Prüfung; wie diese abläuft, beschreibt der Beitrag zur mündlichen Prüfung im Jurastudium.
Tipp
Examensstoff bleibt nur mit systematischer Wiederholung abrufbar. Auf jurahilfe.de kannst du dasselbe Thema kompakt oder ausführlich lesen: kompakt zum schnellen Wiederholen im Examenszyklus, ausführlich, wenn eine Lücke von Grund auf zu schließen ist.
Jura studieren und leben in Münster
Münster ist eine Stadt, die sich stark über ihre Studierenden definiert. Rund 60.000 sind es an allen Hochschulen zusammen, bei etwa 320.000 Einwohnern. Das prägt Mieten, Nachtleben und Verkehr gleichermaßen.
Was Münster für Studierende lebenswert macht
Das Fahrrad ist hier Infrastruktur. 47 Prozent aller Wege in Münster werden mit dem Rad zurückgelegt, also fast jeder zweite. Für deutsche Städte ist das ein Spitzenwert. Vom Juridicum zum Aasee sind es zehn Minuten, zum Hauptbahnhof fünf.
Dazu kommt die Kompaktheit. Anders als in Köln oder Hamburg wohnst du selten mehr als eine Viertelstunde von der Fakultät entfernt, und die Promenade als Ringstraße für Radfahrende verbindet fast alles. Wer aus einer Großstadt kommt, empfindet das anfangs als eng. Die meisten gewöhnen sich schnell daran.

Wohnen und Kosten im Jurastudium
Der Semesterbeitrag liegt bei 369,50 Euro. Den größten Posten macht das Semesterticket aus, 226,80 Euro. Dazu kommen 119,77 Euro fürs Studierendenwerk und 17,50 Euro für die Studierendenschaft, dazu Kleinbeträge für Hochschulsport, Hochschulradio und Kultursemesterticket. Studiengebühren fallen nicht an.
| Posten | Betrag | Anmerkung |
|---|---|---|
| Semesterbeitrag | 369,50 € | pro Semester, inklusive Semesterticket |
| WG-Zimmer | ab ca. 300 € | je nach Viertel deutlich mehr |
| Mietniveau | ca. 13,17 €/m² | Durchschnitt Stadtgebiet |
| unirep | 0 € | keine Teilnahmegebühr |
| Kommerzielles Repetitorium | ca. 150–185 €/Monat | nur falls zusätzlich gewünscht |
Der Wohnungsmarkt ist der wunde Punkt. Nachgefragt wird deutlich mehr, als angeboten wird, besonders zum Wintersemester. Wer erst im September sucht, landet oft im Umland. Fang früh an und melde dich parallel beim Studierendenwerk für einen Wohnheimplatz an. Eine vollständige Rechnung über das gesamte Studium findest du im Beitrag zu den Kosten des Jurastudiums.
Feiern und Freizeit: Kuhviertel, Hafen und Hawerkamp
Nördlich der Altstadt liegt das Kuhviertel, das traditionsreiche Kneipenviertel: eine Mischung aus Studentenkneipen und westfälischen Wirtshäusern. Hier landen die meisten Erstsemester zuerst, und hier trinkt man Pinkus.
Der Hafen ist das Gegenstück. Am Kreativkai haben Bars, Cafés und Restaurants die alten Lagerhallen übernommen, das benachbarte Hansaviertel zieht nach. Wer es lauter mag, fährt zum Hawerkamp, dem Gelände eines ehemaligen Betonwerks mit alternativer Clubszene: Sputnikhalle, Triptychon, Favela und Fusion-Club liegen dort nebeneinander.
Für Filmabende gibt es das denkmalgeschützte Schloßtheater sowie Cinema und Kurbelkiste als Programmkinos. Der Hochschulsport bietet über 100 Angebote, und im Sommer verlagert sich das halbe Studium an den Aasee. Der Send, das dreimal jährlich stattfindende Volksfest vor dem Schloss, ist der andere feste Termin im Kalender.

Tipp
Wohnungssuche, Nebenjob, volle Vorlesungen: Zeit ist im Jurastudium die knappste Ressource. Mit den Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de testest du dein Wissen am Fall, auch wenn du nur zwanzig Minuten in der Bahn hast.
Erfahrungen: Wie Studierende die Fakultät bewerten
Auf StudyCheck kommt Rechtswissenschaft in Münster auf 4,0 von 5 Sternen bei 428 Bewertungen, 93 Prozent der Bewertenden empfehlen den Studiengang weiter. Das ist ein hoher Wert für ein Fach, das für seine Härte bekannt ist.
Am besten schneidet der Literaturzugang ab, mit 4,5 von 5. Das passt zur Lage neben der Landesbibliothek und zur gut ausgestatteten Fachbibliothek. Studieninhalte kommen auf 4,2. Schwächer bewertet werden Ausstattung und digitales Studieren mit je 3,8, Dozenten, Lehrveranstaltungen und Organisation liegen bei 3,9. Wer wissen will, was ihn fachlich erwartet, findet eine ehrliche Einschätzung unter Ist Jura schwer?
Für wen ist die Rechtswissenschaftliche Fakultät Münster die richtige Wahl?
Münster passt gut, wenn du eine Fakultät mit voller Betreuungskette suchst und bereit bist, dafür einen strengen NC zu nehmen. Weniger gut passt sie, wenn du kleine Jahrgänge brauchst oder auf einen sicheren Studienplatz angewiesen bist, weil auf der Grenznote gelost wird.
Stärken und Schwächen im Überblick
Fangen wir mit den Stärken an. Das gebührenfreie unirep deckt Wiederholung, Klausurentraining und mündliche Simulation ab. Die Examensergebnisse liegen über dem Bundesschnitt. Elf Schwerpunktbereiche geben ungewöhnlich viel Wahlfreiheit, darunter Digitalrecht und zwei fremdsprachige Programme. Der integrierte Bachelor of Laws sichert nach dem Schwerpunkt ab. Der Studienstart ist in beiden Semestern möglich, und die Stadt ist günstiger als die meisten vergleichbaren Standorte.
Die Schwächen ebenso. Der NC zieht seit drei Verfahren an und wird ausgelost, Planungssicherheit gibt es nicht. Eine Fakultät mit über 4.900 Studierenden bedeutet volle Anfängervorlesungen und Konkurrenz um Seminarplätze. Der Wohnungsmarkt ist angespannt. Und auch ein Wechsel nach Münster ist schwer, weil die höheren Fachsemester ebenfalls zulassungsbeschränkt sind.
Münster im Vergleich mit anderen Fakultäten in NRW
Nordrhein-Westfalen hat sechs staatliche Fakultäten mit Staatsexamen: Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Köln und Münster. Alle drei nordrhein-westfälischen Justizprüfungsämter sitzen bei den Oberlandesgerichten Düsseldorf, Hamm und Köln, geprüft wird nach demselben Landesrecht.
Innerhalb dieser Gruppe gehört Münster zu den Standorten mit dem umfangreichsten Uni-Repetitorium. Köln ist die größere Fakultät und stellt 16 Schwerpunktbereiche zur Wahl. Den integrierten Bachelor of Laws nach § 66 Abs. 1a HG NRW bieten inzwischen mehrere nordrhein-westfälische Fakultäten an, er ist also kein Alleinstellungsmerkmal. Eine belastbare Rangliste über alle deutschen Fakultäten mit Ranking-Daten und Fakultätsporträts steht im Überblick, wo man Jura studieren kann. Wer ohne Zulassungsgrenze starten will, findet mit dem Jurastudium an der Uni Kiel einen zulassungsfreien Standort.
Am Ende entscheidet weniger die Fakultät als das, was du daraus machst. Das gilt an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Münster wie überall sonst. Ein gebührenfreies Repetitorium nimmt dir die Kosten ab, nicht die Arbeit. Die Wiederholung des Stoffs über Jahre hinweg organisierst du selbst, etwa mit dem mehrstufigen Lernsystem auf jurahilfe.de, das Verstehen, Abrufen und Testen in einem Pfad verbindet.
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Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.
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