Die Universität Freiburg bildet seit 1457 Juristen aus, und das Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht sitzt ein paar Straßen weiter. Trotzdem holten im Herbst 2025 nur 11,6 Prozent der Freiburger Examenskandidaten ein Prädikat, landesweit waren es 17,1 Prozent.
Lohnt sich Jura an der Uni Freiburg also? Ja, wenn du die Freiburger Angebote wirklich nutzt: ein kostenloses Uni-Repetitorium über elf Monate, zehn Schwerpunktbereiche, ein sehr entspannter Zugang (NC 2,5 im WS 2024/25) und der Freischuss nach baden-württembergischem Recht. Wer im Freiversuch antritt, schneidet in Freiburg deutlich besser ab als der Rest.
Der Rahmen ist gut. Was du daraus machst, entscheidest du selbst.
Auf einen Blick:
- Zulassung: örtlicher NC, zuletzt 2,5 bis 2,7 mit einem Wartesemester, im WS 2023/24 wurden alle Bewerber zugelassen. Start nur zum Wintersemester, Bewerbung über hochschulstart.
- Studium: zehn Semester Regelstudienzeit, Zwischenprüfung im dritten bis vierten Semester, zehn Schwerpunktbereiche, neu ein Bachelor of Laws neben dem Staatsexamen.
- Examensvorbereitung: Ex-o-Rep der Fakultät, kostenfrei, mit Klausurenkurs fast jeden Samstag, Probeexamen, Klausurenklinik und Schuldrechtshütte.
- Ergebnisse: Prädikatsquote unter dem Landesschnitt, im Freiversuch dagegen überdurchschnittlich. Die Zahlen stehen weiter unten offen im Text.
- Leben: 237.000 Einwohner, rund 24.400 Studierende, Basel 51 und Straßburg 66 Kilometer entfernt, angespannter Wohnungsmarkt.
Tipp
Der Freiburger Stoff ist derselbe wie überall, nur die Prüfungsordnung ist Landesrecht. Auf jurahilfe.de findest du interaktive Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, die vom ersten Semester bis zum Examen aufeinander aufbauen, den kompletten BGB AT dauerhaft kostenlos.
Rechtswissenschaften in Freiburg studieren: Was die juristische Fakultät ausmacht
Was das Jurastudium in Freiburg bietet, beginnt mit der Lage. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität liegt mitten in der Innenstadt, zusammen mit den Geistes- und Sozialwissenschaften. Vorlesung, Bibliothek, Mensa und Kneipe finden sich fußläufig beieinander. Für den Studienalltag ist das mehr wert, als es klingt.

Die Fakultät in Zahlen
An der juristischen Fakultät studieren rund 2.382 Menschen, betreut von 22 Professuren und 176 wissenschaftlichen Mitarbeitenden. Insgesamt hat die Universität mehr als 24.400 Studierende und elf Fakultäten. Das Betreuungsverhältnis liegt im Mittelfeld. Deutlich besser als in Köln oder München, deutlich schlechter als in Mannheim.
Viele Lehrende kommen aus der Praxis. Richter, Rechtsanwältinnen und Notare halten Lehrveranstaltungen, was die Ausbildung praxisnäher macht als an rein akademisch besetzten Fakultäten.
Ruf und Geschichte: seit 1457 und mit dem Max-Planck-Institut vor der Tür
Erzherzog Albrecht VI. gründete die Albert-Ludwigs-Universität 1457 als Volluniversität, die Rechtswissenschaften waren von Anfang an dabei. Freiburg gehört damit zu den ältesten Universitäten Deutschlands. In den Hochschulrankings landet die Fakultät regelmäßig im vorderen Drittel.
Wichtiger als jedes Ranking ist aber die Nachbarschaft. Das Max-Planck-Institut zur Erforschung von Kriminalität, Sicherheit und Recht sitzt in Freiburg und betreibt Grundlagenforschung in Strafrecht, Öffentlichem Recht und Kriminologie. Es geht auf das Freiburger Seminar für ausländisches und internationales Strafrecht zurück, das Adolf Schönke 1938 beantragte; 1966 brachte sein Nachfolger Hans-Heinrich Jescheck das Institut in die Max-Planck-Gesellschaft ein. Wer sich für Strafrecht oder Kriminologie interessiert, hat hier eine Bibliothek und ein Forschungsumfeld vor der Tür, die es sonst nirgends in dieser Dichte gibt.

Wer in Freiburg lehrt
Die Fakultät deckt das gesamte Pflichtfachprogramm ab und setzt zusätzlich Schwerpunkte im Strafrecht, im Europa- und Völkerrecht sowie in den Grundlagenfächern. Am Max-Planck-Institut forschen mit Tatjana Hörnle (Strafrecht), Ralf Poscher (Öffentliches Recht) und Jean-Louis van Gelder (Kriminologie) drei Direktoren, deren Arbeiten in der Wissenschaft breit rezipiert werden. Emeritierte Direktoren sind Ulrich Sieber, Hans-Jörg Albrecht und Albin Eser.
Für dich im Grundstudium heißt das erst einmal wenig. Ab dem Schwerpunkt und spätestens bei einer Seminar- oder Doktorarbeit macht es einen Unterschied, ob eine Fakultät in einem Feld nur lehrt oder dort auch forscht.
Initiativen an der Uni Freiburg: ELSA, Freilaw und Moot Courts
Neben dem Pflichtprogramm gibt es eine ungewöhnlich lebendige Initiativenlandschaft. ELSA Freiburg organisiert Vorträge und Auslandspraktika, die studentische Zeitschrift Freilaw veröffentlicht Beiträge von Studierenden, Pro Bono Freiburg berät andere Studierende kostenlos, und die Refugee Law Clinic macht Rechtsberatung für Geflüchtete. Dazu kommt Justitia Mentoring als Förderprogramm der Fakultät.
Der Klassiker ist der Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot, bei dem Teams von rund 250 Universitäten aus 60 Ländern antreten. Freiburg ist dort nach eigener Bilanz das erfolgreichste Team der Wettbewerbsgeschichte: 33 Teams seit 1994, über 160 Auszeichnungen, davon 25 erste Plätze. Ein Moot Court ist der ehrlichste Praxistest, den das Studium hergibt: Du schreibst Schriftsätze, die jemand liest, und musst mündlich bestehen, ohne dass ein Prüfungsprotokoll dich rettet.
NC und Bewerbung an der Uni Freiburg
Freiburg ist zulassungsbeschränkt, aber nicht abschreckend. Wer ein solides Abitur hat, kommt in aller Regel rein.
Wie hoch ist der NC für Jura in Freiburg?
Der NC für Rechtswissenschaft an der Uni Freiburg lag im Wintersemester 2024/25 bei 2,5 mit einem Wartesemester, im Wintersemester 2022/23 ebenfalls bei 2,5. Im Wintersemester 2023/24 wurden alle Bewerberinnen und Bewerber zugelassen, ein NC kam also gar nicht zum Tragen. Zum Wintersemester 2025/26 wird eine Verfahrensnote von 2,7 berichtet.
Diese Werte entstehen erst im Verfahren. Sie sagen, mit welcher Note der letzte zugelassene Bewerber einen Platz bekommen hat. Schwankt die Bewerberzahl, schwankt der Wert. Wie der NC bundesweit zustande kommt und wo Jura zulassungsfrei ist, steht ausführlich im Überblick zum NC im Jurastudium.
| Wintersemester | Auswahl nach Leistung | Wartezeit |
|---|---|---|
| 2025/26 | 2,7 | 1 Semester |
| 2024/25 | 2,5 | 1 Semester |
| 2023/24 | alle zugelassen | alle zugelassen |
| 2022/23 | 2,5 | 1 Semester |
So läuft die Bewerbung über hochschulstart
Die Bewerbung läuft über das Dialogorientierte Serviceverfahren der Stiftung für Hochschulzulassung. Du registrierst dich zuerst bei hochschulstart und bekommst eine Bewerber-ID und eine Authentifizierungsnummer, danach bewirbst du dich im Online-Portal der Universität Freiburg. Das Portal öffnet üblicherweise am 1. Juni, die Bewerbung muss bis zum 15. Juli eingegangen sein.
Hochzuladen sind das beglaubigte Zeugnis der Hochschulzugangsberechtigung und der Nachweis über ein Studienorientierungsverfahren. Für den zweiten Punkt reicht der Online-Studienwahl-Assistent der Fakultät, den du in einer knappen Stunde durchklickst. Berufsausbildung und einschlägige Auslandspraktika kannst du zusätzlich nachweisen.
Übersteigt die Bewerberzahl die Studienplätze, vergibt Freiburg zehn Prozent der Plätze nach Wartezeit und neunzig Prozent im Auswahlverfahren der Hochschule. Wer ohne klassisches Abitur studieren will, findet die Wege dorthin im Artikel zu Jura studieren ohne Abitur.
Studienbeginn: nur zum Wintersemester
Das erste Fachsemester Rechtswissenschaft beginnt in Freiburg ausschließlich im Wintersemester. Ein Einstieg zum Sommersemester ist nicht möglich, anders als etwa in Tübingen. Wer im Frühjahr fertig mit der Schule wird oder eine Zusage anderswo absagt, verliert also ein halbes Jahr oder überbrückt es.
Für höhere Fachsemester gilt das nicht. Wer aus einem anderen Bundesland wechselt, kann auch zum Sommersemester nach Freiburg kommen; die Fakultät hat dafür ein eigenes Verfahren beim Prüfungsamt.
Der Studiengang Rechtswissenschaft: Aufbau und Studieninhalte
Die Regelstudienzeit beträgt zehn Semester. Das Studium zerfällt in zwei Teile, die parallel laufen: das Pflichtfachstudium, das in die staatliche Pflichtfachprüfung mündet, und das Schwerpunktstudium mit der Universitätsprüfung. Beide Teile zusammen ergeben die Erste juristische Prüfung, die nach § 5 DRiG zur Befähigung zum Richteramt führt.

Grundstudium und Zwischenprüfung
Im Grundstudium lernst du die Grundlagen in Zivilrecht, Strafrecht und Öffentlichem Recht, dazu ein Grundlagenfach wie Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie oder juristische Methodenlehre. Freiburg legt auf diese Grundlagenfächer traditionell Wert, sie sind hier kein Feigenblatt.
Die Zwischenprüfung schließt das Grundstudium ab, üblicherweise im dritten oder vierten Semester. Sie besteht aus drei kleinen Scheinen in den drei Rechtsgebieten und einer Prüfung im Grundlagenfach. Ein Schein ist dabei kein Papier, das man abholt, sondern eine bestandene Hausarbeit plus Klausur, die du im Rahmen der Anfängerübungen ablegst.
Genau hier steigen die meisten aus, die aussteigen. Der Sprung von der Vorlesung zur ersten benoteten Klausur im Gutachtenstil ist der härteste im ganzen Studium, und er kommt früh. Wie der Aufbau bundesweit funktioniert, steht im Überblick zu Aufbau und Ablauf des Jurastudiums.
Tipp
Gegen den Klausurenschock im Grundstudium hilft weniger Lesen und mehr Abfragen. Die Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem auf jurahilfe.de sind direkt an die Skripten gekoppelt, sodass du Lücken bemerkst, bevor der Korrektor sie bemerkt.
Hauptstudium und die großen Übungen
Zwischen Grund- und Hauptstudium liegt keine Pause. Nach der Zwischenprüfung folgen die Übungen für Fortgeschrittene in allen drei Rechtsgebieten, dazu die Vertiefungsvorlesungen und die Nebengebiete: Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Familien- und Erbrecht, Verwaltungsprozessrecht, Europarecht. Der Stoff wird nicht schwerer, er wird mehr.
Parallel läuft das Schwerpunktstudium. Die meisten belegen es ab dem fünften oder sechsten Semester und schließen es ab, bevor die eigentliche Examensvorbereitung beginnt. Das ist der übliche Weg, weil sich zwei Prüfungsphasen sonst überlagern.
Erste juristische Prüfung: staatliche Pflichtfachprüfung und Universitätsprüfung
Die Erste juristische Prüfung in Baden-Württemberg setzt sich aus der staatlichen Pflichtfachprüfung und der universitären Schwerpunktprüfung zusammen. Die staatliche Prüfung besteht nach § 13 JAPrO aus sechs fünfstündigen Klausuren, davon drei im Zivilrecht, zwei im Öffentlichen Recht und eine im Strafrecht, geschrieben in der Regel innerhalb von elf Tagen. Sie zählen 70 Prozent, die mündliche Prüfung 30.
Zur mündlichen Prüfung wird zugelassen, wer in den Klausuren durchschnittlich mindestens 3,75 Punkte erreicht und zugleich in mindestens drei Klausuren, darunter einer im Zivilrecht, im Schnitt wenigstens 4,0 Punkte schafft. Diese Doppelbedingung ist die stille Hürde des baden-württembergischen Examens: Ein einzelner Ausrutscher im Zivilrecht wiegt schwerer als anderswo. Was in der mündlichen Prüfung auf dich zukommt, steht im Artikel zur mündlichen Prüfung im Jurastudium.
Neu in Freiburg: Bachelor of Laws als Abschluss vor dem Staatsexamen
Am 10. Dezember 2025 hat der Landtag von Baden-Württemberg das Landeshochschulgesetz geändert. Seitdem dürfen alle Universitäten mit juristischer Fakultät ihren Jura-Studierenden einen Bachelor of Laws verleihen. Freiburg hat zusammen mit Heidelberg und Tübingen angekündigt, das Modell zu nutzen; Mannheim und Konstanz boten so etwas schon vorher an.
An der Struktur des Studiums ändert sich dadurch nichts. Du studierst weiter auf das Staatsexamen zu, bekommst aber unterwegs einen anerkannten Abschluss, der zählt, falls du das Examen nicht schreibst oder nicht bestehst. Das nimmt Druck aus einer Prüfung, die sonst alles oder nichts ist. Was der Titel praktisch wert ist, ordnet der Artikel zum Bachelor of Laws ein.
Die zehn Schwerpunktbereiche der Freiburger Ausbildung
Freiburg bietet zehn Schwerpunktbereiche an, deutlich mehr als die meisten Fakultäten. Wer sich früh entscheidet, hat hier echte Wahl statt einer Restauswahl.
Welche Schwerpunkte du wählen kannst
Das Angebot reicht von den Grundlagenfächern bis zum Wirtschaftsrecht. Auffällig ist die Breite in den klassisch Freiburger Feldern: Rechtsgeschichte, Strafrechtliche Sozialkontrolle und die theoretischen Grundlagen haben hier eigene Lehrstühle hinter sich.
| Nr. | Schwerpunktbereich |
|---|---|
| 1 | Rechtsgeschichte und Rechtsvergleichung |
| 2 | Zivilrechtliche Rechtspflege in Justiz und Anwaltschaft |
| 3 | Strafrechtliche Sozialkontrolle |
| 4 | Handel und Wirtschaft |
| 5 | Arbeit und soziale Sicherung |
| 6 | Europäisches und Internationales Privat- und Wirtschaftsrecht |
| 7 | Deutsches, Europäisches und Internationales Öffentliches Recht |
| 8 | Medien- und Informationsrecht |
| 9 | Geistiges Eigentum |
| 10 | Philosophische und theoretische Grundlagen des Rechts |
Welcher Schwerpunkt zu dir passt, hängt weniger vom späteren Berufswunsch ab als von der Frage, wo du gute Noten schreibst. Die Argumente dafür sammelt der Artikel zum besten Schwerpunkt im Jurastudium.
Ablauf der Universitätsprüfung im Schwerpunkt
Die Universitätsprüfung organisiert das Prüfungsamt der Fakultät in der Erbprinzenstraße. Sie läuft studienbegleitend über mehrere Prüfungsabschnitte: Leistungen in den gewählten Lehrveranstaltungen, dazu eine schriftliche Arbeit mit Vortrag. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich je Schwerpunkt und stehen im Informationsheft des Prüfungsamts. Die Schwerpunktnote geht mit 30 Prozent in die Gesamtnote der Ersten juristischen Prüfung ein.
Ein Hinweis zur Einordnung: Die Fakultät hat die Notenschnitte der Schwerpunktbereiche zuletzt nicht veröffentlicht. Für die letzte dokumentierte Erhebung 2017/18 nennt der Bericht des Deutschen Juristen-Fakultätentags 317 Teilnehmende mit einem Durchschnitt von 10,57 Punkten. Das liegt im bundesweiten Mittelfeld.
Examensvorbereitung an der Uni Freiburg
Hier entscheidet sich, was das Studium am Ende wert ist. Freiburg hält dafür ein vollständiges universitäres Programm bereit, kostenfrei bis auf einen einzigen Baustein. Wer es nutzt, braucht kein kommerzielles Repetitorium.
Ex-o-Rep: das universitäre Examensprogramm
Ex-o-Rep steht für Examen ohne Repetitor und funktioniert als Baukasten. Du bekommst Musterlernpläne, die den gesamten Prüfungsstoff in Sitzungen aufteilen, jeweils in zwei Versionen: einmal für eine einjährige, einmal für eine anderthalbjährige Vorbereitung. Dazu kommen die Wiederholungs- und Vertiefungskurse, ein Klausurenarchiv, ein Fall- und Literaturkompendium sowie eine Lerngruppenbörse mit eigenen Lerngruppenräumen.
Das Herzstück ist der Examensklausurenkurs. Fast jeden Samstag schreibst du eine Übungsklausur auf Examensniveau, das ganze Jahr über, auch in der vorlesungsfreien Zeit, und jede Klausur wird besprochen. Voraussetzung ist, dass du scheinfrei bist. Einmal pro Semester läuft im selben Rahmen ein Probeexamen mit echten Aufsichtsarbeiten aus vergangenen Prüfungsterminen.
Zwei Bausteine gibt es so nicht überall. Die Klausurenklinik bietet viermal pro Semester eine persönliche Korrektur durch geschulte Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die neben der Bewertung auch Klausurtechnik, Lernstrategie, Zeitmanagement und Schwerpunktsetzung analysieren. Und die Schuldrechtshütte zieht 40 Examenskandidaten für drei Tage in die Jugendherberge Breisach, wo aktuelle Rechtsprechung zum Schuldrecht in kleiner Runde an Fällen erarbeitet wird; sie kostet 50 Euro für Unterkunft und Verpflegung, den Rest trägt die Fakultät. Dazu kommen ein Coachingkurs für die mündliche Prüfung, ein Mental-Health-Programm, Mentoring auch für Zweitversuchskandidaten und eine individuelle Beratung durch die Ex-o-Rep-Koordination.
Der Klausurenkurs ist der Teil, auf den es ankommt. Wer ein Jahr lang samstags schreibt, hat am Prüfungstag Routine. Wer nur die Kurse besucht und das Schreiben aufschiebt, hat sie nicht, egal wie gut das Programm ist. Wie ein realistischer Zeitplan dafür aussieht, steht im Masterplan für das erste Staatsexamen.
Tipp
Ein Jahr Stoff bleibt nach einmaligem Durcharbeiten selten hängen. Das mehrstufige Lernsystem auf jurahilfe.de führt dich vom Verstehen über das aktive Wiederholen bis zum Test am Fall, sodass der Stoff aus dem Oktober im Juli noch abrufbar ist.

Freischuss und Verbesserungsversuch in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg kennt den Freiversuch nach § 22 JAPrO: Wer die Prüfung spätestens in der am Ende des achten Fachsemesters beginnenden Kampagne ablegt und nicht besteht, gilt als nicht angetreten. Bestimmte Zeiten bleiben dabei unberücksichtigt. Krankheit sowie Mutterschutz und Elternzeit zählen ohne Obergrenze nicht mit; für die übrigen Tatbestände, etwa bis zu drei Semester Auslandsstudium und bis zu zwei Semester Gremientätigkeit, gilt zusammen eine Grenze von vier Semestern.
Wer besteht und die Note verbessern will, kann nach § 23 JAPrO einmal erneut antreten, in der nächsten oder übernächsten Kampagne, sofern die Prüfung spätestens am Ende des zehnten Fachsemesters bestanden wurde. Es zählt dann das bessere Ergebnis. Die Einzelheiten und die typischen Fallstricke beider Regelungen stehen im Artikel zum Freischuss im Jurastudium und im Artikel zum Verbesserungsversuch.
Der Freiversuch ist nicht bloß ein Sicherheitsnetz. Er ist in Freiburg statistisch der wichtigste Hebel überhaupt, wie der nächste Abschnitt zeigt.
Wie gut die Studierenden im Staatsexamen abschneiden
Im Prüfungstermin Herbst 2025 traten in Freiburg 146 Kandidatinnen und Kandidaten an. 3 erreichten ein „gut“, 14 ein „vollbefriedigend“, macht 17 Prädikatsexamen und damit 11,6 Prozent. Landesweit lag die Prädikatsquote bei 17,1 Prozent. Im Frühjahr 2025 waren es in Freiburg 15,1 Prozent gegenüber 18,9 Prozent im Land.
Freiburg liegt also bei den Spitzennoten unter dem Landesschnitt, und zwar in beiden Terminen. Beim Durchfallen sieht es gemischt aus: Im Frühjahr 2025 bestanden 26,0 Prozent nicht (Land: 21,7 Prozent), im Herbst 2025 dagegen nur 15,8 Prozent (Land: 16,4 Prozent). Auffällig bleibt die Zahl derer, die aus formellen Gründen nicht bestanden: 14,4 Prozent im Herbst 2025 gegenüber 8,6 Prozent landesweit. Darunter fallen abgebrochene Notenverbesserungsversuche und nicht genehmigte Rücktritte, also auch unentschuldigtes Nichterscheinen.

| Standort | Prüflinge | Prädikat | Nicht bestanden |
|---|---|---|---|
| Mannheim | 87 | 27,6 % | 17,2 % |
| Heidelberg | 187 | 19,8 % | 11,2 % |
| Tübingen | 146 | 17,1 % | 11,6 % |
| Konstanz | 117 | 12,0 % | 30,8 % |
| Freiburg | 146 | 11,6 % | 15,8 % |
| Land gesamt | 683 | 17,1 % | 16,4 % |
Betrachtet man nur die Freiversuchsteilnehmer, dreht sich das Bild: Im Frühjahr 2025 holten von 115 Freiburger Freischüssen 32 ein Prädikat, also 27,8 Prozent, fast doppelt so viel wie im Gesamtfeld desselben Termins. Im Herbst 2025 fielen von 72 Freischüssen nur 7 durch, 9,7 Prozent gegenüber 15,8 Prozent insgesamt.
Das ist kein Freiburger Sondereffekt, sondern gilt landesweit: Der Jahresbericht des Landesjustizprüfungsamts für 2024 weist für Baden-Württemberg 14,9 Prozent Nichtbestehen im Freiversuch gegen 50,5 Prozent bei späterer Erstteilnahme aus. Wer früh und im Freiversuch antritt, gehört im Schnitt zur stärkeren Gruppe. Die schwächere Freiburger Gesamtquote hängt also weniger an der Lehre als an der Zusammensetzung: viele späte Antritte, viele formelle Nichtbestehen. Was hinter den Zahlen steckt und wie Prädikate zustande kommen, ordnet der Artikel zum Prädikatsexamen ein.
Mein Rat daraus: Plane den Freiversuch von Anfang an ein, statt ihn dir offenzuhalten. Und schiebe die Prüfung nur, wenn du den Grund dafür in einem Satz benennen kannst. Wann ein Schieben sinnvoll ist, diskutiert der Artikel zum Examen verschieben.
Jura studieren und leben in Freiburg
Freiburg ist der Grund, warum viele hierherkommen und warum manche trotz mittelmäßiger Examensstatistik bleiben. Die Stadt ist klein genug zum Radfahren und groß genug, dass abends etwas los ist.
Was macht Freiburg als Stadt aus?
Rund 237.000 Menschen leben in Freiburg, gut 24.400 davon studieren. Das prägt das Stadtbild sichtbar: Kneipen, Cafés und Läden richten sich auf Studierende ein, und der Alltag läuft für viele auf dem Fahrrad ab. Das Freiburger Münster, das Historische Kaufhaus und die Alte Wache stehen alle im selben Altstadtkern, durch den die Bächle laufen.
Die Lage im Dreiländereck ist ein unterschätzter Vorteil. Basel liegt 51 Kilometer entfernt, Straßburg 66. Wer sich für europäisches oder internationales Recht interessiert, kann in beiden Städten Praktika machen und abends zurück sein. Die Fakultät nutzt das mit dem trinationalen Eucor-Master, den Absolventinnen und Absolventen der Ersten juristischen Prüfung an den Universitäten Freiburg, Basel und Straßburg gemeinsam studieren.

Wohnen und Kosten des Studiums im Breisgau
Der Semesterbeitrag beträgt 190 Euro pro Semester: 103 Euro für das Studierendenwerk, 80 Euro Verwaltungskostenbeitrag, 7 Euro für die Verfasste Studierendenschaft. Internationale Studierende von außerhalb der EU und des EWR zahlen zusätzlich 1.500 Euro Studiengebühr pro Semester, ein Zweitstudium kostet 650 Euro extra.
Beim Wohnen wird es unangenehm. Freiburg gehört zu den angespanntesten studentischen Wohnungsmärkten in Deutschland; zu Semesterbeginn kommen Erstsemester teils in Notunterkünften unter. Für ein WG-Zimmer nannte LTO Anfang 2025 rund 520 Euro, bei etwa 15 Euro pro Quadratmeter für kleine Einzimmerwohnungen. Plane Vorlauf ein, am besten ab dem Tag der Zulassung.
Günstiger wohnst du beim Studierendenwerk Freiburg-Schwarzwald. Die Preise unterscheiden sich stark je nach Haus, liegen aber durchweg deutlich unter dem freien Markt. Die Bewerbung um einen Wohnheimplatz lohnt sich früh, die Plätze sind begehrt.
| Posten | Betrag | Stand |
|---|---|---|
| Semesterbeitrag | 190 € pro Semester | Uni Freiburg |
| davon Studierendenwerk | 103 € | Beitragsordnung |
| WG-Zimmer | rund 520 € | Anfang 2025 |
| Regionales Semesterticket | 96 € pro Semester, freiwillig | Verkehrsverbund Freiburg |
| Zusatzgebühr Nicht-EU | 1.500 € pro Semester | Landeshochschulgebührengesetz |
Was ein Jurastudium insgesamt kostet, inklusive Literatur, Repetitorium und Lebenshaltung, rechnet der Artikel zu den Kosten des Jurastudiums durch.
Tipp
Ein kommerzielles Repetitorium kostet in Freiburg schnell einen vierstelligen Betrag, den du dir mit dem Ex-o-Rep sparen kannst. Für das eigenständige Wiederholen daneben findest du auf jurahilfe.de Multiple-Choice-Aufgaben mit ausführlichen Erläuterungen, die dein Wissen an kleinen Sachverhalten prüfen.
Feiern, Sport und Freizeit
Das Nachtleben spielt sich in der Altstadt ab, konzentriert rund um das Martinstor im sogenannten Bermudadreieck. Der Schlappen ist dort seit Jahrzehnten der studentische Treffpunkt, daneben halten sich Institutionen wie das Litfass und die Theaterbar. Alles liegt fußläufig beieinander, eine Kneipentour braucht kein Taxi.

Kulturell hat die Stadt für ihre Größe viel: Das Philharmonische Orchester spielt im Konzerthaus, das Freiburger Filmfest läuft jährlich, und am Tunisee findet mit dem Sea You ein großes Elektro-Festival statt. Der SC Freiburg spielt in der ersten Fußball-Bundesliga, der Europapark in Rust liegt eine knappe Autostunde entfernt.
Der eigentliche Freizeitfaktor ist aber die Landschaft. Der Schwarzwald beginnt am Stadtrand, der Schauinsland ist mit der Seilbahn erreichbar, und im Sommer sitzt halb Freiburg an der Dreisam. Für ein Studium, in dem Erholung schnell zur Verhandlungsmasse wird, ist das mehr wert als jedes Kulturprogramm.
Erfahrungen: Was die Studierenden über das Jurastudium an der Uni sagen
Auf StudyCheck kommt der Studiengang auf 3,6 von 5 Sternen bei 227 Bewertungen, und 85 Prozent empfehlen den Studiengang weiter. Am besten schneiden Studieninhalte (4,0) und Literaturzugang (3,9) ab, am schwächsten das digitale Studieren (3,1), Organisation und Ausstattung (je 3,4).
Die Kritik in den Berichten ist konkret und wiederholt sich: Vorlesungen werden meist nicht aufgezeichnet, die Erstsemesterveranstaltungen sind überfüllt, und in der Hausarbeitsphase sind Bücher in der Bibliothek versteckt oder beschädigt. Gelobt werden Aufbau und Betreuung, mehrere Berichte nennen hilfsbereite Dozentinnen und Dozenten. Wer nicht sicher ist, ob das Fach überhaupt passt, findet im Artikel Ist Jura schwer? eine ehrliche Einschätzung.
Warum Freiburg? Stärken, Schwächen und der Vergleich mit anderen Fakultäten
Freiburg ist keine Uni, an der man zufällig landet und trotzdem gut abschneidet. Sie belohnt Studierende, die sich selbst organisieren.
Was gut läuft und was Studierende kritisieren
Für Freiburg sprechen ein entspannter Zugang, zehn Schwerpunktbereiche, ein vollwertiges kostenloses Examensprogramm mit 35 Klausuren, die Forschungsdichte im Straf- und Öffentlichen Recht durch das Max-Planck-Institut, die Moot-Court-Tradition und eine Stadt, in der man es lange aushält.
Dagegen stehen: eine Prädikatsquote unter dem Landesschnitt in beiden zuletzt veröffentlichten Terminen, ein auffällig hoher Anteil an formellen Nichtbestehen, ein harter Wohnungsmarkt, schwache Digitalnoten und kein Studienstart im Sommersemester. Nichts davon ist ein Ausschlussgrund, aber du solltest es vorher wissen.
Freiburg neben den anderen juristischen Fakultäten in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg hat fünf Prüfungsstandorte: Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und die Universität Konstanz. Die Prüfungsordnung ist überall dieselbe, die Ergebnisse sind es nicht. Mannheim führt bei den Prädikaten mit Abstand, Heidelberg hat die niedrigste Durchfallquote, Konstanz die höchste. Freiburg liegt bei den Spitzennoten hinten, beim Durchfallen im Mittelfeld.
Das heißt nicht, dass man in Mannheim automatisch besser abschneidet. Mannheim nimmt über einen Kombinationsstudiengang gezielter auf, Freiburg ist offener; unterschiedliche Zulassung erzeugt unterschiedliche Ergebnisse. Wer die Standorte gegeneinander abwägt, findet Porträts der Nachbarfakultäten zu Jura in Heidelberg, Jura in Tübingen und Jura in Mannheim; den bundesweiten Überblick gibt der Artikel Wo Jura studieren?.
Unterm Strich: Wenn dir Grundlagenfächer, Strafrecht und eine lebenswerte Stadt wichtig sind und du bereit bist, das Ex-o-Rep konsequent zu nutzen und im Freiversuch anzutreten, ist Freiburg eine sehr gute Wahl. Wenn du eine Fakultät suchst, die dich durch die Examensvorbereitung trägt, ohne dass du selbst Struktur mitbringst, gibt es sie nirgends, in Freiburg aber besonders wenig. Für die Struktur daneben kannst du dir mit dem Lernsystem auf jurahilfe.de einen Rahmen bauen, der vom ersten Semester bis zur letzten Examensklausur derselbe bleibt.
Weiterlesen
- Die Notenskala im Jurastudium: Warum 9 Punkte ein gutes Ergebnis sind und wie die Punkte auf Noten abgebildet werden.
- Staatsexamen nicht bestanden, was tun?: Die realistischen Wege nach einem Fehlversuch, inklusive Fristen.
- Brauche ich ein Prädikatsexamen?: Welche Berufswege auch ohne Prädikat offenstehen.
- Lampenfieber in der mündlichen Prüfung: Was gegen Blackouts hilft, wenn es darauf ankommt.
Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.
- Zivilrecht
- Strafrecht
- Öffentliches Recht
- Jurastudium
- Examensvorbereitung
- juristische Didaktik



