Studiums Tipps

Uni Marburg Jura: Wie gut ist die Philipps-Universität?

Blick über die Stadt Marburg mit dem Landgrafenschloss auf dem bewaldeten Hügel

Von 224 Kandidatinnen und Kandidaten, die 2024 am Prüfungsort Marburg die staatliche Pflichtfachprüfung schrieben, fielen 81 durch. Das sind 36 Prozent, fast zehn Punkte über dem hessischen Schnitt. Trotzdem lohnt sich Jura in Marburg für viele, denn du kommst hier ohne NC hinein, bekommst nach sechs Semestern einen Bachelor of Laws obendrauf und wirst von einem kostenlosen Universitätsrepetitorium durchs Examen begleitet. Die Philipps-Universität Marburg ist die älteste noch bestehende protestantische Universität der Welt, und Jura war 1527 eine ihrer vier Gründungsfakultäten.

Du entscheidest dich hier für eine kleine Fakultät mit kurzen Wegen. Ob das zu dir passt, hängt weniger vom Ruf ab als davon, wie selbstständig du arbeitest.

Auf einen Blick:

  • Zulassung: zulassungsfrei, kein NC, Studienstart im Winter- und im Sommersemester. Bewerbungsfrist fürs Wintersemester läuft von Anfang Juni bis Mitte September.
  • Studium: Regelstudienzeit 10 Semester, seit dem Wintersemester 2025/26 eine neue Zwischenprüfung aus acht Abschlussklausuren, sieben davon bis zum Ende des sechsten Fachsemesters.
  • Besonderheit: integrierter Bachelor of Laws seit Oktober 2025, ohne eigene Einschreibung und ohne Zusatzleistungen.
  • Examensvorbereitung: Marburger Examenscoaching mit kostenlosem Uni-Repetitorium, wöchentlichem Klausurenkurs, Klausurenklinik und zwei Probeexamina im Jahr.
  • Ergebnisse: Prädikatsquote 11,2 Prozent am Prüfungsort Marburg 2024, hessenweit 18,7 Prozent. Die schwächste Zahl im Land.
  • Leben: über 77.000 Einwohner, rund 21.000 Studierende, WG-Zimmer im Schnitt 400 Euro, Semesterbeitrag 424,80 Euro im kommenden Wintersemester.

Tipp

Eine kleine Fakultät nimmt dir das Selbstlernen nicht ab. Auf jurahilfe.de findest du interaktive Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, die aufeinander aufbauen: erst verstehen, dann wiederholen, dann am Fall testen. Der komplette BGB AT ist dauerhaft kostenlos.

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Jura in Marburg studieren: der Fachbereich Rechtswissenschaften

Der Fachbereich 01 Rechtswissenschaften sitzt mitten in der Stadt, an der Universitätsstraße. Die Fakultät ist im Landgrafenhaus mit den Hörsälen und im Savignyhaus mit den Instituten und der Bibliothek untergebracht. Die juristische Fakultät in Marburg ist damit fußläufig erreichbar, egal wo du wohnst. Einen abgeschlossenen Campus gibt es nicht, die Universität verteilt sich über das ganze Stadtgebiet.

Kennzahlen zum Jurastudium in Marburg: kein NC, 18 Professuren, gegründet 1527, integrierter Bachelor of Laws
Abb. 1: Vier Kennzahlen zum Jurastudium an der Uni Marburg.

Die Juristische Fakultät der Philipps-Universität Marburg in Zahlen

Am Fachbereich Rechtswissenschaften sind nach Angaben der Universität über 2.000 Studierende eingeschrieben, betreut von 18 Professuren, dazu kommen Honorarprofessoren und Lehrbeauftragte. Das ergibt ein Betreuungsverhältnis, das an großen Fakultäten unerreichbar ist: In Köln oder München teilen sich deutlich mehr Studierende einen Lehrstuhl.

Was das praktisch heißt, merkst du im zweiten Semester. Die Leute in deiner Arbeitsgemeinschaft kennst du beim Namen. Bei den Lehrenden stehen die Türen offen, und Kontakt entsteht ohne Anmeldeformular. Die Bibliothek des Fachbereichs im Savignyhaus hat sieben Tage in der Woche bis 22 Uhr geöffnet, und auf dem gesamten Universitätsgelände steht kostenfreies WLAN zur Verfügung.

KennzahlWert
Studierende am Fachbereichüber 2.000
Professuren18
Studierende der Universität gesamtrund 21.000
Regelstudienzeit10 Semester
StudienbeginnWinter- und Sommersemester
Zulassungzulassungsfrei, kein NC

Ruf und Geschichte: die älteste noch bestehende protestantische Universität

Landgraf Philipp der Großmütige gründete die Universität 1527, als erste protestantische Hochschule ohne kaiserliches Privileg; das holte Marburg erst 1541 nach. Eine ältere protestantische Gründung in Liegnitz existierte nur wenige Jahre, deshalb ist Marburg heute die älteste noch bestehende protestantische Universität der Welt. Die Juristen waren von Anfang an dabei, neben Medizin, Philosophie und Theologie. Diese Tradition ist keine Marketingzeile, sie steckt in den Gebäudenamen.

Das Savignyhaus erinnert an Friedrich Carl von Savigny, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Marburg lehrte und die historische Rechtsschule begründete. Die Fachbereichsbibliothek liegt also im Haus seines Namensgebers. Seine vier Auslegungsmethoden lernst du im ersten Semester. Die Fachschaft heißt folgerichtig „Fachschaft Savigny“.

Zwei von Savignys Marburger Studenten kennst du übrigens auch, nur nicht als Juristen: Jacob Grimm schrieb sich 1802 hier für Jura ein, sein Bruder Wilhelm ein Jahr später. Wilhelm legte 1806 in Marburg seine Prüfung ab, Jacob brach ab und folgte Savigny als Assistent nach Paris. Die Märchen kamen danach.

Brunnen in der Marburger Oberstadt mit einer Froschkönig-Figur auf der Mauer
Abb. 2: Der Märchenbrunnen in der Marburger Oberstadt.

Beim Ruf sieht es dünner aus. Marburg taucht in den bekannten Rankings selten weit oben auf, und die Examensergebnisse der letzten Jahre stützen das nicht. Die Stärke der Fakultät liegt in der Betreuung. Für Arbeitgeber zählt ohnehin die Punktzahl, nicht die Universität, an der du sie erreicht hast. Wenn dich der Ranking-Blick interessiert, hilft unsere Übersicht dazu, wo man in Deutschland Jura studieren kann.

Bekannte Professorinnen und Professoren am Fachbereich

Drei Namen fallen auf, wenn du dir das Kollegium ansiehst. Stefanie Bock forscht zum Völkerstrafrecht und leitet das Internationale Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse. Sven Simon lehrt Völkerrecht und Europarecht und sitzt zugleich im Europäischen Parlament. Jens Puschke verbindet Strafrecht mit Kriminologie, Medizinstrafrecht und Jugendstrafrecht.

Im Öffentlichen Recht deckt Johannes Buchheim das Recht der Digitalisierung ab, ein Feld, das an vielen Fakultäten noch keinen eigenen Lehrstuhl hat. Monika Böhm, Hans-Detlef Horn, Sebastian Müller-Franken und Silvia Pernice-Warnke füllen die klassischen Bereiche. Im Strafrecht kommt Boris Burghardt mit Rechtsphilosophie und Rechtsgeschichte dazu.

Der Punkt dabei ist weniger die Prominenz als die Erreichbarkeit. An einer Fakultät mit 18 Professuren hörst du im Examensrepetitorium dieselben Leute, die dich später prüfen.

Marburg Law Review und studentische Initiativen

Die Marburg Law Review ist eine studentische Fachzeitschrift nach dem Vorbild amerikanischer Law Journals. Sie erscheint seit 2008, inzwischen online, und veröffentlicht ausbildungsrelevante Beiträge für Studierende und Referendare. Redaktionsarbeit oder ein eigener Beitrag dort geben dem Lebenslauf etwas, das über den Notenschnitt hinausgeht.

Daneben gibt es die üblichen Verdächtigen und ein paar ungewöhnliche. ELSA organisiert Fahrten zu Bundesgerichten und zum Europäischen Gerichtshof. In der Studentischen Rechtsberatung geben Jurastudierende bis zu einem Streitwert von 600 Euro unentgeltliche Einschätzungen ab. Phlink ist eine studentische Unternehmensberatung, die gemeinnützige Projekte kostenlos betreut.

Zwei Angebote sind Marburger Eigengewächse. Im Trial-Monitoring-Ausbildungsprogramm besuchst und dokumentierst du echte Strafverfahren mit völkerstrafrechtlichem Bezug. Und über Erasmus+ hält der Fachbereich über 80 Plätze an europäischen Partneruniversitäten bereit, dazu Kontakte außerhalb Europas.

NC und Bewerbung an der Uni Marburg

Die häufigste Frage zu Marburg beantwortet sich in einem Wort: zulassungsfrei. Es gibt keinen Numerus Clausus für Rechtswissenschaft, und zwar nicht als Ausnahme eines schwachen Jahrgangs, sondern als dauerhafte Regel. Mit der Hochschulzugangsberechtigung schreibst du dich einfach ein.

Gibt es einen NC für Jura in Marburg?

Nein. Rechtswissenschaft an der Philipps-Universität Marburg ist zulassungsfrei, es findet kein Auswahlverfahren statt und keine Note wird abgefragt. Zugelassen wird, wer die allgemeine Hochschulreife oder fachgebundene Hochschulreife mitbringt, dazu wer eine Meisterprüfung sowie vergleichbare Abschlüsse der beruflichen Aufstiegsfortbildung oder beruflich Qualifizierte nachweist. Bewerberinnen und Bewerber mit ausländischer Hochschulzugangsberechtigung brauchen zusätzlich die Deutsche Sprachprüfung auf Niveau DSH-2.

Damit gehört Marburg zu den wenigen Adressen, an denen dein Abischnitt keine Rolle spielt. Das ist ein handfester Vorteil, wenn dein Zeugnis nicht für Münster oder Heidelberg reicht. Es hat aber eine Kehrseite, die du kennen solltest: Ein fehlender NC filtert niemanden vor, und die Fakultät muss die Auslese später nachholen. Die Zwischenprüfungs- und Examenszahlen weiter unten zeigen, wie deutlich das ausfällt.

Wie der Numerus Clausus an anderen Fakultäten aussieht und warum die Werte zwischen den Bundesländern so weit auseinandergehen, steht in unserer Übersicht zum Jura-NC. Falls du ohne klassisches Abitur einsteigen willst, ist der Weg über Jura studieren ohne Abitur der passende Einstieg.

So läuft die Bewerbung über das Portal Marvin

Die Einschreibung läuft nicht über hochschulstart.de, sondern direkt über das Uni-Portal Marvin. Du registrierst dich dort, legst deine Unterlagen ab und schreibst dich ein. Für das Wintersemester läuft die Frist vom 1. Juni bis zum 18. September, und weil der Studiengang zulassungsfrei ist, ist dieses Datum zugleich der letzte Einschreibetag. Für das Sommersemester liegt die Frist von Anfang Dezember bis Ende März. Bei ausländischer Hochschulzugangsberechtigung gelten teils abweichende Fristen.

Ein praktischer Hinweis, weil er jedes Jahr Leute kostet: Zulassungsfrei heißt nicht fristfrei. Verpasst du die Einschreibefrist, wartest du ein halbes Jahr, obwohl es keine Auswahl gibt.

Studienbeginn im Winter- und Sommersemester

Marburg lässt dich in beiden Semestern starten. Das ist seltener, als du denkst: Viele Fakultäten nehmen ausschließlich zum Wintersemester auf. Für dich heißt es, dass ein verpasster Bewerbungsschluss oder ein abgebrochenes erstes Studium dich höchstens ein halbes Jahr kostet.

Der Fachbereich hat für beide Startpunkte eine eigene Empfehlung zur Reihenfolge der Vorlesungen. Im Sommer beginnst du mit BGB AT und den Grundrechten. Im Winter laufen BGB AT, Staatsorganisationsrecht und Strafrecht AT parallel. Der Stoff ist derselbe, nur die Reihenfolge dreht sich.

Vor Studienbeginn gibt es eine Einführungswoche der Fachschaft, in der du deine künftigen Professorinnen und Professoren triffst. Eine Online-Einführung für Erstsemester erklärt dazu die Anmeldung zu den Arbeitsgemeinschaften, wie man den Uni-Account nutzt, Notebooks mieten kann und vieles mehr. Was im ersten Semester wirklich auf dich zukommt, haben wir im Ersti-Guide fürs Jurastudium zusammengetragen.

Tipp

Der Stoff des ersten Semesters wartet nicht auf den Semesterstart. Den kompletten BGB AT lernst du auf jurahilfe.de dauerhaft kostenlos, mit Skript, Karteikarten und Abschlusstest, ohne Zeitlimit und ohne Zahlung.

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Der Studiengang Rechtswissenschaft: Aufbau und Inhalt

Der Aufbau folgt dem bundesweiten Muster: Grundstudium mit Zwischenprüfung, Hauptstudium mit den Übungen für Fortgeschrittene, dann die Erste juristische Prüfung. Zwei Dinge sind in Marburg anders. Die Zwischenprüfung wurde gerade umgebaut, und am Ende des sechsten Semesters steht ein Bachelorzeugnis in deinem Briefkasten, ohne dass du dafür etwas Zusätzliches tun musst.

Zeitstrahl des Jurastudiums in Marburg vom Grundstudium über den integrierten Bachelor bis zur staatlichen Pflichtfachprüfung
Abb. 3: Der Ablauf des Marburger Jurastudiums in fünf Stationen.

Grundstudium und die neue Zwischenprüfung

Seit dem Wintersemester 2025/26 gilt eine neue Studien- und Prüfungsordnung. Die Zwischenprüfung besteht jetzt aus einem Katalog von Abschlussklausuren statt aus den früheren drei kleinen Scheinen. Der Fachbereich bietet acht Vorlesungen mit Abschlussklausur an, sieben davon musst du bis zum Ende des sechsten Fachsemesters bestehen. Dazu kommt eine Hausarbeit, die du frei aus Zivilrecht, Öffentlichem Recht oder Strafrecht wählst.

Im Wintersemester laufen die Klausuren zu BGB AT, Gesetzlichen Schuldverhältnissen, Sachenrecht I, Staatsorganisationsrecht, Strafrecht AT und Allgemeinem Verwaltungsrecht. Im Sommersemester kommen Schuldrecht AT mit Kaufrecht, Grundrechte mit Verfassungsprozessrecht und Strafrecht BT dazu. Geschrieben wird in der Regel in der ersten Woche der vorlesungsfreien Zeit.

Bei den Wiederholungen ist die Ordnung großzügig. Für jede Veranstaltung hast du zwei Versuche, und jeder Versuch besteht aus Erst- und Wiederholungsklausur. Macht vier Chancen pro Klausur. Aber die Frist ist hart: Wer die sechs Fachsemester überschreitet oder eine Klausur in allen vier Anläufen verpatzt, hat die Zwischenprüfung endgültig nicht bestanden und darf das Studium nicht fortsetzen.

Erfolgreiche Zwischenprüfungsleistungen im jeweiligen Rechtsgebiet sind zugleich die Zulassungsvoraussetzung für die Übung für Fortgeschrittene. Bleibst du also im Öffentlichen Recht hängen, geht es dort auch im Hauptstudium nicht weiter. Was passiert, wenn es schiefgeht, und welche Wege dann offenstehen, klärt unser Artikel dazu, was gilt, wenn du die Zwischenprüfung nicht bestehst.

Tipp

Acht Abschlussklausuren in sechs Semestern verzeihen keine Lücken im Grundwissen. Mit den Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem auf jurahilfe.de prüfst du nach jeder Vorlesung, was wirklich hängen geblieben ist, statt es erst in der Klausur zu merken.

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Hauptstudium und Übungen für Fortgeschrittene

Im Hauptstudium wächst der Stoff, und die Formate ändern sich. Die Übungen für Fortgeschrittene in Zivilrecht, Öffentlichem Recht und Strafrecht sind der Kern; dazu kommen Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Europarecht, Kommunalrecht, Staatshaftungsrecht sowie die Prozessrechte. Die Grundlagenfächer laufen mit: Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie.

Hessen verlangt außerdem eine dreimonatige praktische Studienzeit. Sie zerfällt in ein einmonatiges Gerichtspraktikum und zwei je einmonatige Wahlpraktika. Die meisten legen sie in die vorlesungsfreie Zeit, sonst wird das achte Semester eng.

Im Bereich Schlüsselqualifikationen ist Marburg eher schmal aufgestellt, dafür nah an dem, was Juristen später wirklich tun. Zur Wahl stehen Mediation und ihre Grundzüge, Verhandlungsmanagement, eine Einführung in die studentische Rechtsberatung und ein Workshop zu Legal Tech. Den Fremdsprachenschein holst du dir in englischsprachigen Kursen wie Written and Oral Advocacy, Contract Drafting oder Schiedsverfahren. Wie sich das Ganze über zehn Semester verteilt, zeigt unser Überblick zum Aufbau und Ablauf des Jurastudiums.

Tipp

Im Hauptstudium fällt auseinander, was im Grundstudium zusammengehörte. Auf jurahilfe.de hängen Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben als ein durchgängiger Lernpfad zusammen, sodass du beim Wiederholen nicht in Inselwissen landest.

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Der integrierte Bachelor of Laws als Marburger Besonderheit

Seit Oktober 2025 verleiht die Philipps-Universität Marburg einen integrierten Bachelor of Laws. Der Clou steckt im Wort „integriert“: Es ist kein eigener Studiengang. Du schreibst dich nicht zusätzlich ein, erbringst keine zusätzlichen Leistungen und zahlst nichts extra. Der LL.B. wird im Rahmen des normalen Staatsexamensstudiums verliehen, nach der Darstellung der Fakultät für die bis zum sechsten Semester erbrachten Leistungen.

Warum das mehr ist als ein Zertifikat: Bis zum Examen bist du in Jura formal ohne Abschluss unterwegs. Ein Abbruch oder Wechsel nach dem sechsten Semester endete früher mit leeren Händen. Mit dem integrierten Bachelor hast du einen berufsqualifizierenden Abschluss in der Hand, auch wenn im Examen etwas schiefgeht. Bei einer Durchfallquote von 36 Prozent am Standort ist das kein theoretischer Vorteil.

Der Abschluss hat seine Grenzen. Ein LL.B. ersetzt kein Staatsexamen, für Richteramt, Staatsanwaltschaft und Anwaltszulassung brauchst du beide juristischen Prüfungen. Was der Abschluss auf dem Arbeitsmarkt wert ist und welche Berufe damit offenstehen, steht in unserem Artikel zum Bachelor of Laws.

Steile Kopfsteinpflastergasse in der Marburger Oberstadt mit bunten Bürgerhäusern
Abb. 4: Eine Gasse in der Marburger Oberstadt, wenige Minuten von der Fakultät entfernt.

Schwerpunktbereiche und die Erste juristische Prüfung in Marburg

Der universitäre Teil deiner Note entsteht im Schwerpunktbereich, und er wiegt schwer: 30 Prozent der Gesamtnote der Ersten Prüfung. Diese Gewichtung kommt nicht aus Hessen, sondern bundesweit aus § 5d DRiG, der die staatliche Pflichtfachprüfung mit 70 und die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung mit 30 Prozent ansetzt.

Diese sieben Schwerpunktbereiche gibt es

Marburg bietet sieben Schwerpunktbereiche an. Zwei decken das klassische Zivilrecht ab, die übrigen fünf sind deutlich spezieller, als es an einer Fakultät dieser Größe zu erwarten wäre.

SchwerpunktbereichTypische Inhalte
Recht der PrivatpersonFamilienrecht, Erbrecht
Recht des UnternehmensGesellschaftsrecht, Arbeitsrecht
Medizin- und PharmarechtArzneimittel-, Medizinprodukte-, Arzthaftungsrecht
Staat und WirtschaftUmweltrecht, Planungsrecht, Steuerrecht
Völker- und EuroparechtInternationales Recht, EU-Recht
Nationale und Internationale StrafrechtspflegeJugendstrafrecht, Völkerstrafrecht
Recht der DigitalisierungIT-Recht, Plattformregulierung

Medizin- und Pharmarecht ist der Marburger Sonderweg. Die Stadt hat eine lange pharmazeutische Tradition, das Universitätsklinikum liegt auf den Lahnbergen, und der Schwerpunkt lebt von dieser Nachbarschaft. Vergleichbare Angebote gibt es in Deutschland kaum. Ähnlich exklusiv ist die Nationale und Internationale Strafrechtspflege: Sie hängt am völkerstrafrechtlichen Forschungsprofil des Fachbereichs, und das Trial-Monitoring-Programm ist die praktische Seite davon.

Welcher Schwerpunkt zu dir passt und welche Kriterien wirklich zählen, diskutieren wir im Artikel dazu, was der beste Schwerpunkt im Jurastudium ist. Ein Hinweis vorweg, den ich für den wichtigsten halte: Wähl nach Interesse, nicht nach der Notenstatistik. Der Schwerpunkt ist der einzige Teil des Studiums, den du dir wirklich aussuchst.

Ablauf der Schwerpunktbereichsprüfung

Die Schwerpunktbereichsprüfung folgt auf die Zwischenprüfung und begleitet das Hauptstudium. Angemeldet wird über Marvin, die Prüfungen liegen in einer festen Woche im Februar. Nach § 5d Abs. 2 S. 2 DRiG muss mindestens eine schriftliche Leistung dabei sein, in der Praxis heißt das Seminararbeit plus Aufsichtsarbeit plus mündliche Leistung.

Der Schwerpunkt ist die Stelle, an der du dir Punkte für die Gesamtnote holen kannst. Die Notenschnitte liegen in den universitären Prüfungen bundesweit deutlich über denen der staatlichen Pflichtfachprüfung, das war 2017/18 in Marburg mit einem Durchschnitt von 10,64 Punkten in der Universitätsprüfung nicht anders. Eine gute Schwerpunktnote hebt die Gesamtnote spürbar. Wie das Punktesystem funktioniert und ab wann von einem Prädikat die Rede ist, erklärt unsere Übersicht zur juristischen Notenskala.

Zusatzqualifikationen neben dem Schwerpunkt

Während des Studiums gibt der Fachbereich den Studierenden die Möglichkeit, neben dem Schwerpunkt Zusatzqualifikationen zu erwerben, die auf Tätigkeiten im nationalen und internationalen Umfeld vorbereiten. Dafür besuchst du über drei Semester zusätzliche Vorlesungen eines Bereichs. Im Angebot sind Pharmarecht, privates Baurecht, Sozialrecht sowie „Recht und Wirtschaft“. Erfahrene Lehrkräfte aus der Praxis übernehmen diese Programme.

So profiliert sich eine kleine Fakultät: über Nischen mit Praxisbezug, die anderswo im Wahlfach untergehen. Der Aufwand lohnt sich je nach Ziel unterschiedlich. Für eine Kanzleibewerbung im Medizinrecht ist eine solche Qualifikation ein echtes Unterscheidungsmerkmal, für den Weg in die Justiz zählt sie wenig.

Wie sich die Note der Ersten Prüfung zusammensetzt

Die Erste juristische Prüfung besteht aus zwei getrennten Teilen, die beide bestanden sein müssen. Den staatlichen Teil, die Pflichtfachprüfung, nimmt das Justizprüfungsamt ab. Den universitären Teil, die Schwerpunktbereichsprüfung, die Fakultät. Auf dem Zeugnis stehen beide Ergebnisse plus eine Gesamtnote im Verhältnis 70 zu 30.

In Hessen setzt sich die staatliche Pflichtfachprüfung aus sechs Klausuren und einer mündlichen Prüfung zusammen. Die Klausuren zählen zwei Drittel, die mündliche Prüfung ein Drittel.

RechtsgebietKlausuren
Zivilrecht2
Arbeits-, Handels- und Gesellschaftsrecht1
Öffentliches Recht2
Strafrecht1

Zur mündlichen Prüfung kommst du, wenn du in mindestens drei Klausuren nicht weniger als 4 Punkte erreichst und im Schnitt bei mindestens 3,5 Punkten liegst. Diese Hürde erklärt einen Teil der hessischen Durchfallquote: Viele scheitern nicht an der mündlichen Prüfung, sondern kommen gar nicht erst hin. Was in der mündlichen Prüfung wirklich passiert, beschreibt unser Artikel zur mündlichen Prüfung im Jura-Examen.

Tipp

An der 3,5-Punkte-Hürde scheitert selten das Wissen, sondern das Falllösen unter Zeitdruck. Die Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de trainieren genau das an hunderten kleiner Sachverhalte, mit ausführlicher Erläuterung zu jeder Antwortoption.

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Nach der bestandenen Ersten Prüfung folgt der juristische Vorbereitungsdienst, der mit dem zweiten Staatsexamen endet. Danach steht mehr offen als Gericht, Staatsanwaltschaft, Anwaltschaft und Notariat. Verwaltung, Ministerien und Parlamente gehören dazu, internationale Organisationen wie bei der EU oder der UNO, Unternehmen und Verbände, Medien, juristische Fachverlage und die Wissenschaft.

Examensvorbereitung und Staatsexamen an der Philipps-Universität Marburg

Hier entscheidet sich alles. Marburg stellt ein vollständiges kostenloses Programm bereit, und trotzdem sind die Ergebnisse die schwächsten in Hessen. Beides gehört in dieselbe Betrachtung, sonst wird das Bild schief.

Das Marburger Examenscoaching als kostenloses Uni-Repetitorium

Das Marburger Examenscoaching ist ein voll ausgebautes Universitätsrepetitorium. Es kostet nichts. Ein kommerzielles Repetitorium kostet dagegen Monat für Monat Geld, über die gesamte Vorbereitungszeit summiert sich das erheblich; wer das Uni-Angebot ernst nimmt, spart diese Summe vollständig.

Es besteht aus fünf Bausteinen, die ineinandergreifen:

  • Das Examensrepetitorium wiederholt und vertieft den examensrelevanten Stoff in den drei Säulen Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht, und zwar in kleinen Gruppen. Unterrichtet wird von Professorinnen und Professoren des Fachbereichs, die zugleich im Staatsexamen prüfen, dazu von Richtern am Bundesgerichtshof und Praktikern.
  • Im Examensklausurenkurs schreibst du jedes Wochenende eine fünfstündige Klausur nahezu unter Examensbedingungen, Korrektur und Besprechung binnen 14 Tagen.
  • In der Klausurenklinik werden Originalsachverhalte aus der Pflichtfachprüfung Schritt für Schritt durchgesprochen.
  • Das Probeexamen läuft zweimal im Jahr, im März und im August, damit du die Kompaktheit des schriftlichen Examens einmal komplett erlebst.
  • Die simulierte mündliche Prüfung gibt es dreimal im Jahr, dazu Blockkurse in der vorlesungsfreien Zeit zu Europarecht, Staatshaftungsrecht, Handels- und Arbeitsrecht, Familien- und Erbrecht sowie den Prozessrechten.

Das ist mehr, als viele kommerzielle Repetitorien anbieten, vor allem der wöchentliche Klausurenkurs mit Korrektur in zwei Wochen. Der Haken liegt in der Nutzung. Ein Repetitorium, für das man nichts bezahlt, verpflichtet auch zu nichts. Wie du die Examensphase strukturierst, damit dir das nicht passiert, steht in unserem Masterplan für das erste Staatsexamen.

Tipp

Der wöchentliche Klausurenkurs bringt nur etwas, wenn der Stoff abrufbar ist. Das intelligente Wiederholungssystem auf jurahilfe.de legt dir genau die Karteikarten vor, die du zu vergessen drohst, statt dass du dreimal dasselbe wiederholst und den Rest liegen lässt.

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Spaltenvergleich zwischen dem kostenlosen Marburger Examenscoaching und einem kommerziellen Repetitorium
Abb. 5: Das Uni-Angebot und das kommerzielle Rep im Vergleich.

Freischuss und Verbesserungsversuch in Hessen

Der Freiversuch steht in § 5d Abs. 5 S. 2 DRiG und wird vom Landesrecht ausgefüllt, in Hessen durch § 21 JAG. Wer sich frühzeitig meldet und alle Prüfungsleistungen vollständig erbringt, bei dem gilt eine nicht bestandene Prüfung als nicht unternommen. Maßgeblich ist in Hessen das Ende der Vorlesungszeit des achten Semesters.

Die Zahlen zeigen, wie stark dieser Hebel wirkt. 2024 traten in Hessen 606 von 872 erstmals Geprüften im Freiversuch an, also fast sieben von zehn. In dieser Gruppe lag die Prädikatsquote bei 26,1 Prozent und die Durchfallquote bei 18,8 Prozent. Über alle Geprüften hinweg waren es 18,7 und 26,7 Prozent. Früh antreten zahlt sich also aus.

Ein Wort zur Vorsicht bei dieser Zahl: Der Freiversuch belohnt nicht das schnelle Studieren an sich, sondern es treten dort die Leute an, die gut vorbereitet sind. Umgekehrt gilt aber auch: Schiebst du den Termin, ist der Versuch weg und mit ihm die Möglichkeit zur Notenverbesserung. Die Regeln der 16 Bundesländer stehen nebeneinander in unserer Übersicht zu Freischuss, Freiversuch und Abschichten.

Bestehst du, kannst du zur Notenverbesserung noch einmal antreten. 2024 wurden in Hessen 162 solcher Verfahren beendet. 105 endeten mit der mündlichen Prüfung, 17 davon ohne Verbesserung, und 57 Kandidaten bestanden den zweiten Anlauf nicht, sodass die alte Note stehen blieb. Die erfolgreichen Verbesserer gewannen im Schnitt 1,67 Punkte. Ob sich das rechnet, wägt unser Artikel zum Verbesserungsversuch im Examen ab.

Gasse in der Marburger Altstadt mit historischem Bruchsteinhaus und gotischem Kirchenbau
Abb. 6: Historische Bauten in der Marburger Altstadt.

Ergebnisse im Staatsexamen: Wie Marburg abschneidet

Jetzt die unangenehme Zahl. Der Jahresbericht des hessischen Justizprüfungsamts weist die staatliche Pflichtfachprüfung nach Prüfungsorten aus, und 2024 sieht Marburg so aus: Von 224 Geprüften erreichten 25 ein Prädikat, das sind 11,2 Prozent. 81 bestanden nicht, das sind 36,2 Prozent. Beide Werte sind die schlechtesten der vier hessischen Prüfungsorte.

PrüfungsortGeprüftePrädikatNicht bestanden
Marburg22411,2 %36,2 %
Gießen20019,0 %24,0 %
Frankfurt am Main48021,3 %24,2 %
Wiesbaden5625,0 %19,6 %
Hessen gesamt96018,7 %26,7 %
Balkendiagramm: Prädikatsquote am Prüfungsort Marburg 11,2 Prozent gegen 18,7 Prozent in Hessen, Durchfallquote 36,2 gegen 26,7 Prozent
Abb. 7: Marburg gegen den hessischen Durchschnitt in der Pflichtfachprüfung.

Wie ist das zu lesen? Nicht als Beweis für schlechte Lehre. Marburg ist zulassungsfrei, Frankfurt und Gießen sind es auch, aber Marburg zieht als kleine Stadt mit günstigen Mieten und ohne NC gezielt die Leute an, die anderswo keinen Platz bekommen hätten. Eine Fakultät, die niemanden vorsortiert, hat am Ende eine breitere Leistungsspanne. Der Prüfungsort sagt außerdem nichts über den Studienort im ganzen Studium aus, es zählt, wo geprüft wurde.

Der Schluss daraus ist trotzdem eindeutig: Gute Betreuung ersetzt die eigene Examensvorbereitung nicht. Die Durchschnittspunktzahl aller hessischen Aufsichtsarbeiten lag 2024 bei 5,44 Punkten, im Zivilrecht bei 5,73, im Strafrecht bei 5,14, im Öffentlichen Recht bei 5,15. Das Examen ist überall knapp. Wie sich die Quoten bundesweit entwickeln, steht in unserer Statistik zur Durchfallquote im Staatsexamen, und was ein Prädikat konkret wert ist, klärt der Artikel zum Prädikatsexamen.

Ein Trost zum Schluss dieses Abschnitts: Auf dem Zeugnis der Ersten Prüfung sieht es besser aus, weil der Schwerpunkt mitzählt. Hessenweit erreichten 2024 in der Ersten Prüfung 37,8 Prozent ein Prädikat, gegenüber 18,7 Prozent im staatlichen Teil allein.

Jura studieren und leben in Marburg

„Marburg hat keine Universität, Marburg ist eine Universität.“ Der Satz ist abgegriffen und trotzdem zutreffend. Jura studieren in Marburg heißt deshalb auch, in einer Stadt zu leben, die vom Semesterrhythmus getaktet wird: Auf gut 77.000 Einwohner kommen rund 21.000 Studierende. Die Universität ist mit etwa 4.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber der Region. Aus einer Großstadt kommend brauchst du ein Semester, um dich daran zu gewöhnen.

Was Marburg als Studienstadt lebenswert macht

Marburg liegt im mittelhessischen Lahntal, auf halbem Weg zwischen Frankfurt und Kassel. Die Altstadt blieb im Krieg von Bomben verschont, deshalb winden sich enge Gassen von der Lahn hinauf zum Landgrafenschloss. Für den Aufstieg in die Oberstadt gibt es öffentliche Aufzüge.

Für Radfahrende ist die Stadt allerdings anstrengend. Egal wohin du fährst, irgendwann geht es steil bergauf. Dafür sind alle relevanten Gebäude fußläufig erreichbar: Fachbereich, Mensa, Universitätsbibliothek und Hörsäle liegen dicht beieinander, während die naturwissenschaftlichen Fächer und das Klinikum auf den Lahnbergen außerhalb sitzen.

Kulturell ist für die Größe überraschend viel los. Das Hessische Landestheater bespielt mehrere Häuser, daneben arbeiten freie Ensembles wie das Fast Forward Theatre und die Waggonhalle. Kino läuft im Cineplex und im Capitol-Filmkunsttheater, dazu kommt das studentische Unikino. Am zweiten Juli-Wochenende läuft „3 Tage Marburg“, ein Stadtfest mit Bands auf mehreren Bühnen. Das Zentrum für Hochschulsport bietet rund 200 Kurse pro Semester an, und entlang der Lahn und in den Lahnbergen liegen Rad- und Wanderwege; auf der Lahn geht Kanufahren.

Wohnen und Kosten im Jurastudium in Marburg

Günstig ist Marburg nicht mehr, und der Wohnungsmarkt ist der wunde Punkt. Für ein WG-Zimmer zahlst du im Schnitt 400 Euro, bei Wohnungen liegen die Angebotspreise bei rund 14 Euro pro Quadratmeter. Zu Semesterbeginn ist der Markt überlaufen, und das Studierendenwerk muss regelmäßig Notunterkünfte einrichten.

Die günstige Alternative sind die Wohnheime. Das Studierendenwerk hält rund 2.100 Plätze bereit, von möblierten WG-Zimmern über Einzelapartments bis zu Familienwohnungen. Beliebt sind die Häuser direkt unterhalb des Schlosses, und dort ist die Warteliste am längsten. Auf ein Einzelapartment wartet man in Marburg etwa ein Jahr. Bewirb dich, sobald du dein Abiturzeugnis absehen kannst, nicht erst nach der Zulassung.

Beim Semesterbeitrag hat Marburg einen zweifelhaften Rekord. Im Wintersemester 2025/26 lag er bei 449 Euro und war damit der höchste in Deutschland. Zum Sommersemester 2026 sank er auf 405,80 Euro, weil das Studierendenparlament den Fernverkehrsvertrag gekündigt hatte; fürs kommende Wintersemester steht er bei 424,80 Euro. Enthalten ist das bundesweite Deutschlandticket, mit dem du überall den Nahverkehr nutzt. Die früher mitfinanzierten IC-, EC- und ICE-Fahrten in Hessen sind seit dem Sommersemester 2026 nicht mehr Teil des Tickets.

PostenBetrag
WG-Zimmer (Schnitt)rund 400 Euro im Monat
Wohnheimplatzdeutlich darunter
Semesterbeitrag424,80 Euro im Semester
Studiengebührenkeine

Beliebte Viertel sind die Oberstadt und das Südviertel. Günstiger wohnst du in Wehrda oder in einer Ortschaft außerhalb, dann aber mit Blick auf die Busanbindung. Was ein Jurastudium insgesamt kostet, vom Semesterbeitrag über Kommentare bis zum Repetitorium, rechnet unser Artikel zu den Kosten des Jurastudiums durch.

Kneipen, Clubs und Feiern in der Oberstadt

Große Clubs hat Marburg kaum. Dafür eine Kneipendichte, die für eine Stadt dieser Größe bemerkenswert ist, und ein Semesterprogramm aus Fachbereichs-, Instituts- und Wohnheimpartys, das die fehlende Diskolandschaft mehr als ausgleicht.

Das Zentrum ist die Oberstadt. Pegasus, Delirium, Tunnel, Bierwerk, Hinkelstein, Spock und Cavete sind die Adressen, die jeder nach zwei Wochen kennt; das Sudhaus ist bei studentischen Preisen ein Klassiker. Für Konzerte und Lesungen ist das KFZ in der Schulstraße die erste Adresse, dazu kommen die Waggonhalle, das G-Werk und das Café Trauma, wo sich unter anderem die queere Szene trifft. Im Südviertel läuft der Knubbel mit Semesterpartys.

Im Sommer verlagert sich alles nach draußen, an die Lahnwiesen und auf die Plätze der Oberstadt. Eine Einschränkung solltest du kennen: In der vorlesungsfreien Zeit wird es sehr ruhig, weil die meisten Studierenden zugezogen sind und die Semesterferien zu Hause verbringen. Wer im Sommer zum Lernen bleibt, hat die Stadt fast für sich.

Platz in der Marburger Oberstadt mit Cafétischen, Fachwerkhäusern und Aufstellern
Abb. 8: Cafés und Kneipen prägen die Marburger Oberstadt.

Erfahrungen: Was Studierende über die Uni Marburg sagen

Auf StudyCheck kommt das Marburger Jurastudium auf 3,7 von 5 Sternen bei 95 Bewertungen der letzten drei Jahre, 92 Prozent würden es weiterempfehlen. Interessanter als die Gesamtnote ist die Verteilung auf die Einzelkriterien, weil sie ziemlich genau das Bild bestätigt, das die Fakultätsdaten zeichnen.

KriteriumBewertung
Literaturzugang4,4
Studieninhalte4,2
Dozenten3,8
Lehrveranstaltungen3,4
Organisation3,4
Digitales Studieren3,4
Ausstattung3,2

Inhalte und Bibliothek werden gelobt, die Dozenten ebenfalls. Der wiederkehrende Kritikpunkt ist die Organisation: In mehreren Berichten geht es um Probleme bei der Klausuranmeldung, bei der Einwahl in die Arbeitsgemeinschaften und beim Hochladen der Noten. Ein Studierender fasst es so zusammen, dass die Professoren engagiert seien, die organisatorischen Punkte aber nicht gut geregelt. Auch der Sanierungsbedarf der Gebäude taucht auf, was zur 3,2 bei der Ausstattung passt.

Wie stark dich das stört, hängt vom Typ ab. Brauchst du Struktur von außen, reibst du dich daran. Planst du ohnehin selbst, bleibt es Hintergrundrauschen. Wie schwer das Fach unabhängig vom Studienort ist, ordnet unser Artikel dazu ein, wie schwer das Jurastudium wirklich ist.

Für wen ist die Uni Marburg die richtige Wahl?

Marburg gibt dir Betreuung und kleine Gruppen. Das Studium ist hier über weite Strecken angenehmer als an einer Massenfakultät. Was es dir nicht gibt, ist ein Universitätsname, der in einer Großkanzlei-Bewerbung für sich spricht.

Stärken und Schwächen des Jurastudiums in Marburg

Stärken und Schwächen stehen sich so gegenüber:

Spricht dafürSpricht dagegen
Kein NC, Start im Winter und im SommerSchwächste Examensergebnisse in Hessen
Betreuungsverhältnis bei 18 ProfessurenOrganisation als Dauerkritik der Studierenden
Integrierter Bachelor of Laws ohne ZusatzaufwandHoher Semesterbeitrag, angespannter Wohnungsmarkt
Kostenloses Examenscoaching mit KlausurenkursKleines Angebot an Schlüsselqualifikationen
Seltene Schwerpunkte wie Medizin- und PharmarechtWenig Großstadtleben, ruhige Semesterferien

Zu wem passt das? Zu dir, wenn du dich in kleinen Gruppen wohler fühlst als im 600er-Hörsaal, wenn dein Abischnitt keine Türen öffnet und wenn du bereit bist, deinen Lernplan selbst zu bauen. Nicht zu dir, wenn du eine Fakultät suchst, die dich durchs Studium schiebt.

Vergleich mit den anderen juristischen Fakultäten in Hessen

Hessen hat drei staatliche juristische Fakultäten mit Staatsexamen: Frankfurt, Gießen und Marburg. Alle drei sind zulassungsfrei, du kannst also frei wählen. Dazu kommt die private EBS Law School in Wiesbaden mit eigenem Auswahlverfahren und Studiengebühren; sie erklärt auch, warum der Prüfungsort Wiesbaden in der Tabelle oben auftaucht. Frankfurt ist die größte und die einzige in einer Großstadt, mit entsprechendem Kanzleiumfeld und deutlich höheren Mieten. Gießen liegt eine halbe Stunde entfernt und ähnelt Marburg in Größe und Struktur, schneidet in den Examenszahlen aber besser ab.

Praktisch relevant ist, dass dich das Deutschlandticket im Semesterbeitrag in ganz Hessen bewegt. Von Marburg aus besuchst du eine Veranstaltung in Gießen oder machst ein Praktikum in Frankfurt, ohne umzuziehen. Die Details zu den Nachbarn stehen in unseren Ortsführern zu Jura in Gießen und Jura in Frankfurt.

Marburg ist eine gute Wahl für alle, die einen unkomplizierten Einstieg ins Jurastudium brauchen und die Selbstorganisation als Teil des Fachs akzeptieren. Die Fakultät gibt dir mit dem Examenscoaching und dem integrierten Bachelor mehr an die Hand als viele größere Standorte. Den Rest musst du selbst machen, am besten von Anfang an mit einem System, das Verstehen, Wiederholen und Testen verbindet, wie es die Lernpfade auf jurahilfe.de tun.

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Häufig gestellte Fragen

Frieder Hammer

Über den Autor

Frieder Hammer

Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de

Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)

Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.

  • Zivilrecht
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  • Jurastudium
  • Examensvorbereitung
  • juristische Didaktik
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