Von 409 Bonner Prüflingen kamen 2024 rund 78 Prozent durch die staatliche Pflichtfachprüfung. Bundesweit waren es im selben Jahr 72,6 Prozent. Jura an der Uni Bonn lohnt sich also vor allem für zwei Gruppen: für alle, die eine große Traditionsfakultät mit kostenloser Examensvorbereitung suchen, und für alle mit einem Abiturschnitt um 1,5. Drei Dinge bietet die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät, die andere so nicht haben. Den Bonner Examenskurs als vollwertiges Uni-Rep. Zwölf Schwerpunktbereiche. Und einen Studienbeginn im Winter- und im Sommersemester.
Der Preis dafür ist ein angespannter Wohnungsmarkt und eine Fakultät, in der du zwischen mehreren Tausend Studierenden erstmal untergehst. Ob das für dich aufgeht, hängt davon ab, was du vom Studienort erwartest.
Auf einen Blick:
- Zulassung: Orts-NC über hochschulstart, Abiturbestenquote zuletzt 1,5. Start im Winter- und im Sommersemester.
- Studium: 10 Semester Regelstudienzeit, Zwischenprüfung im Grundstudium, zwölf Schwerpunktbereiche, dazu ein eigener Bachelor Law and Economics.
- Examensvorbereitung: Bonner Examenskurs mit Repetitorium, wöchentlichem Klausurenkurs und Probeexamen, ohne Gebühr.
- Ergebnisse: 78,0 Prozent bestanden, 28,6 Prozent Prädikat in der staatlichen Pflichtfachprüfung 2024 (Justizprüfungsamt Köln). Beides über dem Bundeswert.
- Leben: Semesterbeitrag rund 363 Euro inklusive Deutschlandsemesterticket, 3.781 Wohnheimplätze, StudyCheck-Wertung 3,6 von 5.
Tipp
Der Stoff ist an jeder Uni derselbe, nur die Vermittlung unterscheidet sich. Auf jurahilfe.de findest du interaktive Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, die aufeinander aufbauen und dich vom ersten Semester bis ins Examen begleiten, egal an welcher Fakultät du eingeschrieben bist.
Jura in Bonn studieren: Was die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät ausmacht
Der Fachbereich Rechtswissenschaft sitzt im Juridicum, Adenauerallee 24-42 in 53113 Bonn. Bis zum Rheinufer sind es keine zehn Gehminuten. Die Stadtbahn hält mit den Linien 16, 63, 66, 67 und 68 direkt am Juridicum, im Zentrum fährt sie unterirdisch. Das Gebäude ist ein Betonensemble aus den sechziger Jahren, und man sieht ihm das an.
Die Fakultät in Zahlen
Bonn gehört zu den großen deutschen Juristenfakultäten. Rund 4.567 Studierende sind im Fachbereich eingeschrieben. Dazu kommen etwa 30 hauptamtliche Professuren, 17 Honorarprofessuren und rund 101 wissenschaftliche Mitarbeitende (Zahlen aus dem Fakultätsporträt der Legal Tribune Online, Personalstand teilweise älter). Die Universität insgesamt zählt gut 31.000 Studierende in sieben Fakultäten.

Diese Größe hat zwei Seiten. Du bekommst ein breites Lehrangebot, über 60 Partneruniversitäten für ein Auslandssemester und in fast jedem Rechtsgebiet einen eigenen Lehrstuhl. Mögliche Berufsfelder reichen entsprechend weit: Justiz und Anwaltschaft, Verwaltung in Bund, Ländern und Kommunen, Auswärtiger Dienst und internationale Organisationen, dazu Wirtschaft und Wissenschaft. Dafür sitzt du in Grundvorlesungen mit mehreren Hundert Leuten, und Kontakt zu Professorinnen und Professoren entsteht nicht von selbst. Wer den sucht, geht in ein Seminar, in eine Vortrags-AG oder zur Fachschaft.
Ruf und Geschichte: Rechtswissenschaft an der Universität Bonn seit 1819
Die Universität wurde 1818 als Preußische Rheinuniversität gegründet und heißt heute Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Die Juristenfakultät nahm ihren Lehrbetrieb am 19. April 1819 auf: fünf Rechtsgelehrte, etwa 97 Studierende. In den zwei Jahrhunderten danach lehrten hier Karl Joseph Anton Mittermaier, Ferdinand Mackeldey und Karl Theodor Welcker. Später kamen der Strafrechtler Hans Welzel und die Staatsrechtler Rudolf Smend und Carl Schmitt dazu.
Prominent ist auch die Alumniliste. In Bonn studierten Jura: Heinrich Heine, Karl Marx, der Pandektist Bernhard Windscheid, Reichskanzler Wilhelm Marx, Konrad Adenauer und der spätere französische Außenminister Robert Schuman. Auch Prinz Albert, Gemahl der britischen Königin Victoria, war hier eingeschrieben. Für deine Studienwahl ist das Folklore. Es erklärt aber, warum die Fakultät in NRW einen anderen Klang hat als eine Neugründung.

Das heutige Juridicum entstand zwischen 1963 und 1967: ein zweigeschossiger Flachbau parallel zur Adenauerallee, dazu ein fünf- und ein siebengeschossiger Turm. Über dem Haupteingang hängt ein Wandkunstwerk von Victor Vasarely. Ein Architekturführer nannte den Bau 1969 den vorbildlichsten der ganzen Universität. Heute empfinden ihn viele Studierende als nüchtern, die Bibliothek ist trotzdem einer der besten Arbeitsplätze der Stadt.
Bekannte Professoren am Juridicum
Im Öffentlichen Recht lehren unter anderem Klaus Ferdinand Gärditz (Verfassungs- und Verwaltungsrecht) und Stefan Talmon, der das Institut für Völkerrecht leitet. Wolfgang Durner deckt das Wasserwirtschafts- und Umweltrecht ab und beschäftigt sich mit Problemen der Infrastrukturplanung, die man als Studierender selten im Lehrbuch erreichen würde. Im Strafrecht führt Martin Böse den Lehrstuhl für Strafrecht und internationales Strafrecht, Carl-Friedrich Stuckenberg arbeitet stark rechtsvergleichend.
Im Zivilrecht sind Gregor Thüsing (Arbeitsrecht und Recht der Sozialen Sicherheit) und Daniel Zimmer (Handels- und Wirtschaftsrecht) die bekanntesten Namen; beide tauchen regelmäßig in politischen Beratungsgremien auf. Matthias Herdegen, dessen Völkerrechts- und Europarecht-Lehrbücher fast jeder Examenskandidat kennt, ist der Fakultät als Seniorprofessor verbunden.
Tipp
Große Fakultäten leben von Selbstorganisation. Bekommst du den Stoff einer Vorlesung nach einer Woche nicht mehr zusammen, hol ihn dir wahlweise als kompaktes oder als ausführliches Skript. Kompakt zum schnellen Wiederholen, ausführlich zum Verstehen von Grund auf.
Jura an der Uni Bonn: NC und Bewerbung
Rechtswissenschaft ist in Bonn örtlich zulassungsbeschränkt. Beworben wird sich über das Dialogorientierte Serviceverfahren, also über hochschulstart.de statt direkt bei der Universität. Wie viele Plätze am Ende frei werden, entscheidet jedes Jahr neu, wie hoch die Grenze rutscht.
Wie hoch ist der NC für Jura in Bonn?
In der Abiturbestenquote lag die Auswahlgrenze für Rechtswissenschaft zuletzt bei 1,5. Sie ist in drei Jahren von 1,3 auf 1,5 gestiegen, der Zugang über die Note ist also eher leichter geworden. Die zweite Quote, das Auswahlverfahren der Hochschule, arbeitet mit einer Auswahlpunktzahl statt mit einer Note. Diese Skala hat die Universität zwischenzeitlich umgestellt. Die Punktwerte der drei Jahrgänge lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen.
| Semester | Abiturbestenquote | AdH (Punkte) |
|---|---|---|
| WS 2023/24 | 1,3 | 16 |
| WS 2024/25 | 1,4 | 32,2 |
| WS 2025/26 | 1,5 | 48,3 |
Alle Werte stammen aus den offiziellen NC-Übersichten der Universität Bonn. Sie zeigen, wo die Grenze am Ende lag, und sagen wenig über das kommende Semester. Wer knapp darüber liegt, bewirbt sich trotzdem: In beiden Quoten wurde zuletzt unter ranggleichen Bewerbungen gelost. Wie sich diese Zahlen im bundesweiten Feld einordnen, steht im Überblick zum Numerus Clausus im Jurastudium.
So läuft die Bewerbung über hochschulstart ab
Zuerst legst du ein Konto bei hochschulstart.de an. Du bekommst eine Bewerber-ID und ein Authentifizierungs-Token und reichst damit im Portal der Universität Bonn ein. Es gelten die üblichen Fristen: Mitte Juli fürs Wintersemester, Mitte Januar fürs Sommersemester. Prüf sie vor jeder Bewerbung auf der Seite des Studierendensekretariats nach, sie verschieben sich gelegentlich um Tage.
Ohne Abitur geht es auch. Nordrhein-Westfalen lässt beruflich Qualifizierte über eine Zugangsprüfung oder mit Ausbildung plus Berufserfahrung zu. Die Wege und ihre Fallstricke stehen im Artikel zu Jura studieren ohne Abitur. Für internationale Bewerbungen verlangt Bonn Deutsch auf dem Sprachniveau DSH 2, nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen also C1.
Studienbeginn im Winter- und im Sommersemester
Das ist der unterschätzte Vorteil dieser Fakultät. An den meisten Juristenfakultäten geht es nur zum Wintersemester los. Wer im Frühjahr die Zusage verpasst, wartet ein volles Jahr. In Bonn steigst du zu beiden Semestern ein.
Für dich heißt das: kürzere Wartezeit nach dem Abitur, und ein Studienortwechsel nach Bonn ist auch mitten im Studienjahr möglich. Der Studienverlauf ist auf den Start im Winter zugeschnitten, im Sommer beginnst du also mit einer leicht anderen Reihenfolge der Vorlesungen. Die Fachstudienberatung hat dafür einen eigenen Verlaufsplan.
Rechtswissenschaft an der Universität Bonn: Aufbau des Studiums
Zehn Semester Regelstudienzeit, drei Abschnitte. Auf das Grundstudium mit Zwischenprüfung folgt das Hauptstudium mit den großen Übungen, dazu kommt das Schwerpunktstudium. Am Ende steht die Erste Prüfung. Kernfächer sind Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht. Dazu kommen die Grundlagenfächer Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie und Methodik. Wie sich dieser Aufbau bundesweit gleicht und wo er sich unterscheidet, zeigt der Überblick zum Ablauf des Jurastudiums.

Grundstudium und Zwischenprüfung
Das Studium der Rechtswissenschaft beginnt damit, die Grundregeln der Rechtsordnung begreifen und anwenden zu lernen: einzelne Fälle mit dem Wissen über Normen und Normzusammenhänge verständig zu lösen. Praktisch heißt das im Grundstudium Anspruchsgrundlagen finden, Tatbestandsmerkmale prüfen, Ergebnis begründen. Parallel dazu läuft die Zwischenprüfung, seit der Prüfungsordnung 2023 aus Zugangs- und Zwischenprüfungsklausuren zusammengesetzt.
Ohne bestandene Zwischenprüfung kommst du nicht ins Hauptstudium. Was ein endgültiges Nichtbestehen bedeutet, regelt die Zwischenprüfungsordnung. Lies sie im ersten Semester einmal selbst, statt dich auf Hörensagen zu verlassen: Fristen und Wiederholungsmöglichkeiten stehen dort schwarz auf weiß.
Hauptstudium: Übungen, Praktika und Fremdsprache
Im Hauptstudium hängt alles an den drei großen Übungen für Fortgeschrittene. Strafrecht liegt im vierten Fachsemester, Zivilrecht und Öffentliches Recht im fünften. Im Öffentlichen Recht kommt zur Klausur noch eine Hausarbeit. Pro Kernfach werden semesterbegleitend drei Klausuren angeboten, angemeldet wird über BASIS.
Dazu kommen drei Nachweise, die sich viele zu spät ansehen. Ein Proseminar als Schlüsselqualifikation, mit Hausarbeit und Vortrag. Ein Fremdsprachenschein aus einer fremdsprachigen juristischen Veranstaltung oder einem Auslandsaufenthalt. Und zwölf Wochen Pflichtpraktikum: vier Wochen Verwaltung, vier Wochen Justiz, vier Wochen nach Wahl. Alle drei nur in der vorlesungsfreien Zeit.
Zur Ersten Prüfung kommst du erst mit vollständiger Sammlung: fünf Aufsichtsarbeiten (zwei Grundlagenklausuren, drei aus den Übungen), vier Hausarbeiten, Fremdsprachenschein, Praktikum. Schlag den Katalog früh einmal auf und hak ihn ab, sonst fehlt am Ende ausgerechnet der Schein, der ein Semester kostet.
Die Erste Prüfung: Pflichtfach und Schwerpunkt
Die Erste Prüfung setzt sich nach § 5d DRiG zu 70 Prozent aus der staatlichen Pflichtfachprüfung und zu 30 Prozent aus der universitären Schwerpunktbereichsprüfung zusammen. Welche Fächer Pflichtstoff sind, regelt § 5a DRiG.
In Nordrhein-Westfalen schreibst du sechs Klausuren und gehst danach in die mündliche Prüfung. Innerhalb dieses Teils zählen die Klausuren 65 Prozent, die mündliche Prüfung 35. Auf die Gesamtnote gerechnet sind das 45,5 und 24,5 Prozent. Der Schwerpunkt steuert die restlichen 30 Prozent bei.
Tipp
Zwischen Grundstudium und Examen liegen Jahre, in denen Stoff aus dem ersten Semester still verschwindet. Dagegen hilft aktives Abrufen: Die Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem auf jurahilfe.de fragen genau die Inhalte ab, die du gerade gelesen hast, und legen dir Lücken offen, bevor die Klausur es tut.
Schwerpunktbereiche in Bonn
Zwölf Schwerpunktbereiche stehen zur Wahl, deutlich mehr als an vielen anderen Fakultäten. Das Angebot reicht von klassischen Zivilrechtsprofilen über internationale und rechtsvergleichende Bereiche bis zu den Kriminalwissenschaften.
Zwölf Schwerpunktbereiche zur Auswahl
Hier steht das komplette Angebot des Fachbereichs. Welcher Bereich zu dir passt, entscheidet vor allem eine Frage: Willst du die dahinterstehenden Vorlesungen wirklich hören? Der Ruf eines Bereichs zählt weniger, als viele annehmen. Argumente sammelt der Artikel dazu, welcher Schwerpunkt im Jurastudium der beste ist.
| Nr. | Schwerpunktbereich |
|---|---|
| 1 | Grundlagen |
| 2 | Streitbeilegung in Zivil- und Handelssachen |
| 3 | Familien- und Erbrecht |
| 4 | Unternehmens- und Kapitalmarktrecht |
| 5 | Unternehmen, Steuern und Bilanzen |
| 6 | Wirtschaftsrecht, Wettbewerbs- und Datenrecht |
| 7 | Arbeitsrecht und Recht der sozialen Sicherung |
| 8 | Rechtsvergleichung und Internationales Privatrecht |
| 9 | Deutsches und europäisches Verfassungsrecht |
| 10 | Öffentliches Recht der Nachhaltigkeit |
| 11 | Recht der internationalen Beziehungen |
| 12 | Kriminalwissenschaften |
Neben dem Staatsexamen bietet der Fachbereich den Bachelor Law and Economics an, eine Kombination aus Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre. Neben dem Studium lässt er sich nicht nebenher mitnehmen, er ist ein eigener Studiengang mit eigener Bewerbung. Wer sich fragt, was ein juristischer Bachelor beruflich wert ist, findet die Einordnung im Artikel zum Bachelor of Laws.
So läuft die Schwerpunktbereichsprüfung ab
Du meldest dich einmalig zum Schwerpunktbereichsstudium an, und zwar zu Beginn des Semesters, in dem du die erste Prüfungsleistung erbringen willst. Geprüft wird in vier Teilen: drei Abschlussklausuren von je 120 Minuten, dazu ein Seminar mit schriftlicher Themenarbeit und mündlicher Präsentation. Mindestens zwei der drei Klausuren stammen aus Kernbereichsveranstaltungen.
Bestanden hast du mit einem Durchschnitt von mindestens 4 Punkten über alle Teilleistungen und mindestens einer Kernbereichsklausur ab 4 Punkten. In die Gesamtnote der Ersten Prüfung fließt das Ergebnis mit 30 Prozent ein, die Klausuren machen davon 60 Prozent aus, das Seminar 40 Prozent. Der Schwerpunkt entscheidet damit über knapp ein Drittel deiner Examensnote.
Tipp
Drei 120-Minuten-Klausuren verzeihen wenig. Wer vorher am Fall trainiert, erkennt die Signalwörter im Sachverhalt schneller: Die Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de arbeiten mit kleinen Sachverhalten und erklären zu jeder Antwort, warum sie richtig oder falsch ist.
Examensvorbereitung an der Universität Bonn
Hier liegt das stärkste Argument der Fakultät. Während anderswo fast alle Examenskandidaten ein kommerzielles Repetitorium buchen, hat Bonn ein eigenes, ausgebautes Uni-Rep.
Der Bonner Examenskurs als kostenloses Uni-Rep
Der Bonner Examenskurs deckt den Pflichtstoff in einem Repetitorium ab und ergänzt ihn um einen Klausurenkurs. Die Sachverhalte gibt es donnerstags ab 6 Uhr auf eCampus, freitags ab 14:30 Uhr auch in Papierform im Hörsaal K. Geschrieben wird bis 19:30 Uhr, abgegeben bis sonntags 22 Uhr als anonymisierte PDF-Datei. Rund zweieinhalb Wochen später folgt dienstags die Besprechung im Hörsaal B. Zivilrecht um 13 Uhr, Strafrecht und Öffentliches Recht um 14:30 Uhr.
Dazu kommen Probeexamen, eine Vortrags-AG für die mündliche Prüfung und Angebote zur Klausurtechnik. Der Kurs gehört zum regulären Lehrangebot des Fachbereichs und kostet dich damit nichts außer Zeit. Ein kommerzielles Repetitorium liegt bei den großen Anbietern bei rund 195 bis 210 Euro im Monat, über zwölf bis achtzehn Monate also im vierstelligen Bereich. Wie du die Examensphase planst, unabhängig vom gewählten Rep, steht im Masterplan für das erste Staatsexamen.

Übrigens taugt das Uni-Rep auch fachlich. Die Bonner Ergebnisse liegen über dem Bundeswert, und die Klausurenkurs-Frequenz ist höher, als viele kommerzielle Anbieter sie fahren. Was das Uni-Rep nicht leistet: individuelle Betreuung. Wer im Grundstudium abgehängt wurde, holt das in einem Kurs mit Hunderten Teilnehmern nicht auf.
Freischuss und Verbesserungsversuch in NRW
Was alle Freischuss nennen, heißt im Gesetz Freiversuch: § 25 JAG NRW. Die Regel gilt landesweit gleich, auch an den kleineren Fakultäten wie der Uni Bielefeld. Wer sich spätestens bis zum Abschluss des achten Fachsemesters meldet, also bis zum 31. März oder 30. September, und nicht besteht, bei dem gilt die Prüfung als nicht unternommen. Du hast dann alle Versuche noch offen.
Entscheidend sind die Freisemester, die das Justizprüfungsamt nicht in die Frist nimmt. Jeder Tatbestand hat eine eigene Obergrenze. Anerkannt werden unter anderem längere Krankheit, Mutterschutz, Eltern- und Pflegezeit, dazu bis zu vier Semester bei nachgewiesener Behinderung und bis zu drei Semester Auslandsstudium. Ein Semester gibt es für eine Fremdsprachenausbildung mit mindestens 16 Semesterwochenstunden, eines für studentische Rechtsberatung, gegebenenfalls eines für einen Moot Court, bis zu drei für Gremienarbeit. Diese Einzelgrenzen addieren sich aber nicht: Über alle Tatbestände zusammen bleiben höchstens vier Semester unberücksichtigt. Was in deinem Fall zählt, sagt dir das Merkblatt des zuständigen Justizprüfungsamts.
Rechne das früh durch. Ein Erasmus-Semester und ein Fremdsprachenkurs verschieben deine Frist schon um zwei Semester, und plötzlich ist der Freiversuch wieder realistisch. Ob du ihn ziehen oder das Examen lieber schieben solltest, hängt von deinem Vorbereitungsstand ab. Wer besteht und die Note heben will, hat den Verbesserungsversuch als zweite Option.
Wie Bonner Studierende im Staatsexamen abschneiden
2024 traten 409 Bonner Kandidatinnen und Kandidaten zur staatlichen Pflichtfachprüfung an. 319 bestanden, das sind 78,0 Prozent; 90 fielen durch, also 22,0 Prozent. Bundesweit lag die Durchfallquote im selben Jahr bei 27,4 Prozent.
Noch deutlicher ist der Abstand beim Prädikat. In Bonn erreichten 28,6 Prozent der Prüflinge vollbefriedigend oder besser, bundesweit waren es 19,57 Prozent. Zum Vergleich: An der Universität zu Köln, der zweiten großen Fakultät im selben Prüfungsbezirk, bestanden 75,8 Prozent.
| Kennzahl | Uni Bonn | Bezirk Köln | Bund |
|---|---|---|---|
| Teilnehmende | 409 | 1.117 | 13.427 |
| Bestanden | 78,0 % | 75,1 % | 72,6 % |
| Nicht bestanden | 22,0 % | 24,9 % | 27,4 % |
| Prädikat | 28,6 % | 24,9 % | 19,6 % |
Alle Zahlen stammen aus der Statistik des Justizprüfungsamts beim Oberlandesgericht Köln für den Prüfungsjahrgang 2024 sowie aus der bundesweiten Auswertung des Bundesamts für Justiz. Die Spalte Bezirk Köln fasst alle 1.117 Prüfungen des Prüfungsamts zusammen, also Bonn, Köln und die übrigen Herkunftsuniversitäten; dass dort Prädikats- und Durchfallquote auf dieselbe Zahl kommen, ist Zufall und kein Übertragungsfehler. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Die Bonner Quote misst die Fakultät, an der die Prüflinge eingeschrieben waren, nicht die Lehre allein. Und ein hoher Freiversuchsanteil hebt Quoten, weil Kandidaten ohne Risiko antreten; im Bezirk Köln lagen 67,9 Prozent aller Prüfungen im Freiversuch. Wie sich die Werte über die Jahre und Bundesländer verteilen, zeigt die Übersicht zur Durchfallquote im Staatsexamen; was ein Prädikatsexamen beruflich bedeutet, steht dort.

Tipp
Im Examen entscheidet, was du nach zwei Jahren noch abrufen kannst. Auf jurahilfe.de baut das mehrstufige Lernsystem aus Skript, Karteikarte und Multiple-Choice-Aufgabe genau darauf auf: erst verstehen, dann in wachsenden Abständen wiederholen, dann am kleinen Fall testen.
Jura studieren und leben in Bonn
Bonn hat rund 340.000 Einwohner, dazu kommen etwa 39.500 Studierende an allen Hochschulen der Stadt. Das ist ein Studierendenanteil, den sonst nur ausgesprochene Universitätsstädte erreichen. Klein genug fürs Rad, groß genug für eine eigene Kultur- und Kneipenszene.
Was macht Bonn lebenswert?
Der Rhein ist der Bezugspunkt für fast alles. Vom Alten Zoll zieht sich die Rheinpromenade bis zur Rheinaue. Der Landschaftspark aus der Bundesgartenschau 1979 misst 160 Hektar, und im Sommer liegt dort halb Bonn. Nach Süden schaust du aufs Siebengebirge, der Drachenfels liegt gut 19 Kilometer entfernt und ist mit dem Rad in etwa einer Stunde erreicht.

Innerstädtisch prägen der Hofgarten vor dem Kurfürstlichen Schloss, die Poppelsdorfer Allee und das Poppelsdorfer Schloss mit dem Botanischen Garten das Bild. Dazu kommt eine für die Stadtgröße ungewöhnliche Museumsdichte: Haus der Geschichte und Bundeskunsthalle auf der Museumsmeile, dazu das Beethoven-Haus in der Altstadt. Bonn war bis 1999 Regierungssitz, mehrere Bundesministerien haben hier bis heute ihren ersten Dienstsitz. Für Jurastudierende heißt das kurze Wege zu Bundesbehörden, Völkerrechtsinstituten und UN-Organisationen im ehemaligen Regierungsviertel.
Wohnen und Kosten: Miete, Semesterbeitrag, Lebenshaltung
Der Wohnungsmarkt ist der schwierigste Teil. Bonn liegt bei rund 12,39 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter, der Speckgürtel von Köln zieht die Preise mit. Das Studierendenwerk Bonn betreibt 29 Wohnanlagen mit rund 3.781 Plätzen, verteilt auf Bonn, Sankt Augustin und Rheinbach. Etwa 62 Prozent davon liegen unter 350 Euro Warmmiete im Monat. Bewirb dich früh. Die Wartelisten sind lang.
| Posten | Betrag | Anmerkung |
|---|---|---|
| Semesterbeitrag | 363 € / 345 € | Winter / Sommer, inklusive Deutschlandsemesterticket |
| Wohnheimplatz | ab rund 200 € | 62 % der Plätze unter 350 € warm |
| Miete privat | rund 410 € | bundesweiter Schnitt, DSW/DZHW-Sozialerhebung 2021 |
| Lebensmittel | rund 198 € | dieselbe Erhebung |
| Studiengebühren | 0 € | keine, wie überall in NRW |
Im Semesterbeitrag steckt das Deutschlandsemesterticket, das bundesweit im Nahverkehr gilt. Damit fährst du für den ohnehin fälligen Beitrag nach Köln, Düsseldorf oder ins Siebengebirge. Was ein Jurastudium insgesamt kostet, inklusive Literatur, Repetitorium und Examensphase, rechnet der Artikel zu den Kosten des Jurastudiums durch.
Feiern und Freizeit: Altstadt, Endenich und Rheinaue
Erste Adresse zum Weggehen ist die Bonner Altstadt nördlich des Zentrums. Rund um Breite Straße und Heerstraße liegt Kneipe an Kneipe, dazu die Party-Kneipe Die Wache und Clubs wie die N8schicht und das Nyx. Endenich ist der ruhigere Gegenentwurf, ein eigener kleiner Kosmos mit der Harmonie als Konzertadresse, Studiokinos und Kneipen ohne Türsteher.
Im Frühjahr färbt sich die Heerstraße durch die japanischen Zierkirschen rosa, und die halbe Republik fotografiert mit. Im Sommer läuft Rhein in Flammen, im Herbst Pützchens Markt als eines der größten Volksfeste des Rheinlands, dazwischen das Beethovenfest. Und der Karneval ist im Rheinland kein Randthema: Weiberfastnacht und Rosenmontag sind faktisch vorlesungsfrei, Bonn hat mit dem Beueler Wäscherinnenzug eine eigene Tradition.

Wer lieber Sport macht: Der Hochschulsport der Universität hat ein breites Kursangebot, dazu liegen Rudern auf dem Rhein und Klettern im Siebengebirge vor der Tür.
Erfahrungen: Wie Studierende das Studium in Bonn bewerten
Auf StudyCheck kommt Rechtswissenschaft in Bonn auf 3,6 von 5 Sternen. Grundlage sind 308 Bewertungen, 91 Prozent würden das Studium weiterempfehlen. Gelobt werden vor allem die Studieninhalte (4,2) und der Literaturzugang (4,3), also die Bibliothek und die Datenbanken. Die Dozenten liegen bei 3,8.
Am schlechtesten schneidet die Ausstattung ab (2,8), gefolgt vom digitalen Studieren (3,3) und der Organisation (3,5). Wer die Bewertungen liest, findet immer wieder dieselben Punkte: Technik in den Hörsälen, überfüllte Lernplätze in der Prüfungsphase, ein Prüfungsamt mit langen Antwortzeiten. Der Stoffdruck taucht ebenfalls auf, gilt aber bundesweit; wie schwer das Fach wirklich ist, ordnet der Artikel dazu ein, wie schwer das Jurastudium ist.
Für wen ist die Uni Bonn die richtige Wahl?
Bonn passt zu dir, wenn du Wert auf eine breite Fächerauswahl, ein starkes kostenloses Examensangebot und eine Stadt mit kurzen Wegen legst. Bonn passt weniger, wenn du enge Betreuung in kleinen Gruppen suchst oder auf einen günstigen Wohnungsmarkt angewiesen bist.
Stärken und Schwächen im Überblick
Am schwersten wiegt das Geld. Wer den Examenskurs statt eines kommerziellen Reps nutzt, spart über die Vorbereitungszeit einen vierstelligen Betrag, und die Ergebnisse geben dem Angebot recht. Danach kommt die Wahlfreiheit im Schwerpunkt, gerade im internationalen und im wirtschaftsrechtlichen Bereich, und die Möglichkeit, im Frühjahr zu starten. Der Rest ist solide Volluniversität: Bibliothek, Auslandsprogramme, Fachschaft.
Auf der anderen Seite steht ein teurer und knapper Wohnungsmarkt. Die Ausstattung wird in den Bewertungen regelmäßig kritisiert, Hörsaaltechnik und Lernplätze vor allem. Und die schiere Größe des Fachbereichs bedeutet, dass du dir Betreuung selbst organisieren musst; von allein spricht dich niemand an. Wer aus einer kleinen Fakultät kommt, unterschätzt das gern.
Bonn im Vergleich mit Köln, Düsseldorf und Münster
Köln liegt eine halbe Stunde entfernt und ist mit über 500 Prüflingen im Jahrgang noch größer. Die Bestehensquote lag dort 2024 etwas niedriger. Düsseldorf ist mit rund 2.000 Jurastudierenden deutlich kleiner und wirtschaftsrechtlich ausgerichtet. Münster gilt als klassische Volluniversität mit sehr aktivem Studentenleben und günstigeren Mieten und lässt dich, wie Bonn, auch zum Sommersemester anfangen.
Und die Unterschiede in den Examensquoten sind kleiner, als sie klingen. Eine Rangfolge lässt sich daraus nicht ableiten. Willst du die Fakultäten systematisch gegeneinander halten, hilft die Übersicht dazu, wo man in Deutschland Jura studieren kann. Für den direkten Nachbarn gibt es den eigenen Ortsführer zum Jurastudium in Köln.
Am Ende hängt viel davon ab, was du aus dem Angebot machst. Bonn gibt dir ein kostenloses Rep, eine gute Bibliothek und eine Stadt, in der man es aushält. Den Stoff musst du trotzdem selbst durcharbeiten. Am besten von Anfang an mit einem System, das Verstehen, Wiederholen und Testen verbindet, etwa mit den Lernpfaden auf jurahilfe.de, deren kompletter BGB AT dauerhaft kostenlos ist.
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Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.
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