Jura hat keinen bundesweiten Numerus Clausus. An rund der Hälfte aller juristischen Fakultäten in Deutschland bekommt jede Bewerberin und jeder Bewerber einen Studienplatz, ganz ohne Notenhürde. In Zahlen: An 21 der 38 Fakultäten spielte die Abinote im letzten Vergabeverfahren keine Rolle.
Der Jura NC ist die Auswahlgrenze der zuletzt zugelassenen Person. Jede Universität bestimmt ihn jedes Semester neu. An den stark nachgefragten Unis wie Köln, Bonn oder Berlin liegt der Numerus Clausus im Einserbereich. An vielen anderen gibt es gar keinen. Wer das versteht, wählt die Uni strategisch und studiert Rechtswissenschaften auch mit einem Zweier- oder Dreier-Abi.
Auf einen Blick:
- Kein zentraler NC: Über die Zulassung entscheidet jede Universität für sich. Viele Fakultäten wickeln die Bewerbung technisch über hochschulstart.de ab, die Rangliste rechnet trotzdem jede Uni selbst.
- Der NC ist eine rückblickende Auswahlgrenze, die Abinote der letzten zugelassenen Person, nicht eine im Voraus festgelegte Mindestnote.
- An 16 der 38 Fakultäten mit Staatsexamen gibt es gar keinen NC, etwa in Passau, Würzburg, Jena und Göttingen. An fünf weiteren galt zwar formal eine Beschränkung, zugelassen wurden zuletzt trotzdem alle.
- Die Tabelle weiter unten führt Zulassungsform, letzten NC und Wartesemester für alle 38 Universitäten auf, an denen Jura mit Staatsexamen möglich ist.
- Zulassungsbeschränkt und wirklich eng sind vor allem Köln, Bonn, Düsseldorf, die FU Berlin, HU Berlin, Hamburg und Münster.
- Kein Top-Abi? Uni klug wählen, Sommersemester nutzen, Wartesemester und Losverfahren, notfalls die Studienplatzklage.
- Der NC sagt fast nichts über deinen späteren Erfolg im Staatsexamen aus.
- Lernplan: kostenloses PDF fürs erste Semester, 15 Wochen BGB AT, Strafrecht AT und Staatsorganisationsrecht mit ca. 1430 Karteikarten.

Was ist der Numerus Clausus in Jura?
Der Numerus Clausus in Jura ist eine Zulassungsbeschränkung: Gibt es an einer Universität mehr Bewerber als Studienplätze, werden die Plätze nach Abinote vergeben. Die Note, mit der die letzte Person noch hineinkommt, ist der NC. Er entsteht also erst durch die Konkurrenz und steht nicht vorher fest.
Jura Numerus Clausus einfach erklärt
Numerus Clausus ist Latein und heißt „geschlossene Zahl“. Gemeint ist eine begrenzte Zahl an Studienplätzen. Bewerben sich mehr Leute, als Plätze da sind, muss die Uni auswählen. Das häufigste Auswahlkriterium ist die Abiturnote, also die Durchschnittsnote deines Zeugnisses. Bleibt die Zahl der Bewerber unter der Zahl der Plätze, ist der Studiengang zulassungsfrei, dann wird niemand abgelehnt. Viele juristische Studiengänge in Deutschland sind genau das.

Der Unterschied zu Fächern wie Medizin: Dort vergibt die Stiftung für Hochschulzulassung die Studienplätze bundesweit nach einer zentralen Rangliste. In Jura gibt es das nicht. Jede Universität rechnet ihren eigenen Numerus Clausus aus. Die Bewerbung selbst läuft an vielen Fakultäten trotzdem über das Dialogorientierte Serviceverfahren auf hochschulstart.de, ausgewählt wird aber vor Ort.
Warum es für Rechtswissenschaften keinen bundesweiten NC gibt
Es gibt keinen bundesweiten NC für Rechtswissenschaften, weil jede juristische Fakultät ihre Plätze selbst vergibt. Das ist ein örtlicher NC, kein zentralisierter. Deshalb kann derselbe Abischnitt an der einen Uni locker reichen und an der nächsten nicht.
Das ist die gute Nachricht für alle, die kein Einser-Abi haben. Wer flexibel bei der Stadt ist, findet fast immer eine juristische Fakultät mit freiem Zugang. Nur wer unbedingt an eine bestimmte, stark nachgefragte Uni will, muss die Note wirklich mitbringen. Mehr zur Uni-Wahl steht in unserem Überblick zu den besten Jura-Unis in Deutschland.
Der NC ist eine Auswahlgrenze, keine feste Mindestnote
Der größte Denkfehler beim Thema NC: Viele halten ihn für eine feste Hürde, die die Uni vorher aufstellt. Das stimmt nicht. Die Goethe-Universität Frankfurt sagt es selbst klar: Beim NC gibt es keine im Voraus festgelegten Mindestnoten, die Auswahlgrenze wird jedes Semester neu aus den Bewerberzahlen bestimmt. Vergangene Werte geben nur eine Orientierung.
Praktisch heißt das: Der NC von letztem Jahr sagt dir, wie eng es zuletzt war. Was in deinem Jahrgang gilt, entscheidet sich erst mit den Bewerberzahlen. Bewerben sich in einem Jahr weniger starke Abiturienten, wird die Auswahlgrenze weniger streng. Deine gute Note kann in einem Jahr reichen und im nächsten knapp verfehlen, obwohl sich an dir nichts geändert hat.
NC-Werte für Jura: Wie hoch ist der Jura NC an den Universitäten?
Die NC-Werte für Jura reichen von rund 1,2 an den beliebtesten Unis bis zu keinem NC an der Hälfte der Fakultäten. Einen einzigen „Jura-NC“ gibt es nicht, jede Universität hat ihren eigenen. Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte, etwa aus dem Wintersemester 2024/2025. Der Jura Numerus Clausus ändert sich jedes Semester, taugt aber zur groben Einordnung.
| Universitäten (Beispiele) | Auswahlgrenze (Richtwert) | Einordnung |
|---|---|---|
| Köln, Bonn, Düsseldorf | ca. 1,2 bis 1,5 | sehr stark nachgefragt |
| FU Berlin, HU Berlin, Hamburg, Münster, Heidelberg | ca. 1,6 bis 1,9 | stark nachgefragt |
| Tübingen, Bochum, Freiburg, Frankfurt, LMU München | ca. 2,4 bis 2,7 | moderat beschränkt |
| Bielefeld, Bremen, Hannover, Leipzig, Osnabrück | zuletzt alle zugelassen | formal beschränkt, praktisch offen |
| Passau, Würzburg, Jena, Göttingen, Erlangen-Nürnberg, Halle, Greifswald | kein NC | zulassungsfrei |
Jura NC an jeder Universität: Note und Wartezeit für 38 Studienorte
Diese Tabelle führt alle 38 Universitäten auf, an denen du Rechtswissenschaft mit dem Abschluss Staatsexamen studieren kannst, alphabetisch nach Studienort. Je Standort steht darin die Zulassungsform, der zuletzt veröffentlichte NC und, wo es eine eigene Wartezeitquote gibt, deren Grenzwert. Die Werte stammen aus den Vergabeergebnissen der Universitäten selbst. Nichts daran ist zentralisiert, jede Fakultät rechnet ihre Auswahlgrenze für sich. Die Spalte Wartezeit zeigt, was über die Wartezeitquote nötig war, meist in Halbjahren, in Düsseldorf in Punkten. Wer die meisten Wartesemester gesammelt hat, kommt dort zuerst zum Zug. Das gemeinte Semester steht jeweils in der Zelle, weil die Hochschulen ihre Auswahlgrenzen zu unterschiedlichen Zeitpunkten veröffentlichen.
| Studienort | Zulassung | Letzter NC | Wartezeit |
|---|---|---|---|
| Augsburg | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Bayreuth | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Berlin, FU und HU | örtlicher NC | FU 1,6 · HU 1,7 (WS 2025/26) | je 2 Semester |
| Bielefeld | örtlicher NC | alle zugelassen (WS 2026/27) | Bonus je Wartesemester |
| Bochum | örtlicher NC | 2,6 (WS 2025/26) | keine Quote |
| Bonn | örtlicher NC | 1,5 (WS 2025/26) | keine Quote |
| Bremen | örtlicher NC | alle zugelassen (WS 2025/26) | – |
| Düsseldorf | örtlicher NC | 1,4 (WS 2026/27) | 60 Punkte |
| Erlangen-Nürnberg | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Frankfurt am Main | örtlicher NC | 2,4 (WS 2025/26) | 0 Halbjahre |
| Frankfurt (Oder), Viadrina | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Freiburg | örtlicher NC | 2,7 (WS 2025/26) | 1 Semester |
| Gießen | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Göttingen | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Greifswald | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Halle (Saale) | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Hamburg | örtlicher NC | 1,7 (WS 2025/26) | 8 Halbjahre |
| Hannover | örtlicher NC | alle zugelassen (seit WS 2022/23) | – |
| Heidelberg | eigenes Auswahlverfahren | 1,7 bis 1,9 (Angabe der Fakultät) | keine Quote |
| Jena | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Kiel | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Köln | örtlicher NC | 1,3 (WS 2026/27) | keine Quote |
| Konstanz | örtlicher NC | kein Wert veröffentlicht | – |
| Leipzig | örtlicher NC | zuletzt alle zugelassen | – |
| Lüneburg, Leuphana | örtlicher NC | 1,5 (WS 2025/26) | 4 Semester |
| Mainz | örtlicher NC seit 2026 | 2,1 (WS 2026/27) | 2 Semester |
| Mannheim | eigenes Auswahlverfahren | Punktesystem statt Note | – |
| Marburg | zulassungsfrei | kein NC | – |
| München, LMU | örtlicher NC | 2,7 (WS 2025/26) | keine Quote |
| Münster | örtlicher NC | 1,8 (WS 2026/27) | keine Quote |
| Osnabrück | örtlicher NC | alle zugelassen (WS 2025/26) | – |
| Passau | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Potsdam | örtlicher NC | 2,5 (WS 2025/26) | 0 Halbjahre |
| Regensburg | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Saarbrücken | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Trier | zulassungsfrei | kein NC | – |
| Tübingen | örtlicher NC | 2,5 (WS 2025/26) | 2 Semester |
| Würzburg | zulassungsfrei | kein NC | – |
Zwei Gruppen stechen in der Tabelle hervor. An 16 der 38 Universitäten ist der Studiengang Rechtswissenschaft zulassungsfrei, dort entscheidet die Abinote über die Zulassung überhaupt nicht. An fünf weiteren Standorten steht zwar formal eine Zulassungsbeschränkung in der Ordnung, zugelassen wurden zuletzt trotzdem alle Bewerberinnen und Bewerber, darunter Hannover, Leipzig und Bielefeld. Zusammen sind das 21 von 38 Fakultäten, an denen dein Abischnitt für die Vergabe der Studienplätze keine Rolle spielte. Wirklich eng wird es nur an einer Handvoll Standorte in Nordrhein-Westfalen, an der Freien Universität und der Humboldt in Berlin und in Hamburg. Einen Jura-NC im Singular gibt es nicht, es sind 38 verschiedene.

Ein Klick auf den Studienort führt in den ausführlichen Ortsführer. Dort stehen die Auswahlgrenzen mehrerer Wintersemester nebeneinander, dazu der Bewerbungsweg, das Examinatorium, die Examensstatistik des Landes und die Lebenshaltungskosten vor Ort.
Die stark nachgefragten Unis: Köln, Bonn, FU Berlin und HU Berlin
An den nachgefragtesten juristischen Fakultäten brauchst du wirklich gute Noten. Köln und Bonn liegen regelmäßig im Bereich um 1,2 bis 1,5. Zum Wintersemester 2026/2027 kam man in Köln über die Abiturbestenquote mit 1,3 hinein, über das Auswahlverfahren der Hochschule mit 2,3. Die Freie Universität Berlin (FU Berlin) und die Humboldt-Universität (HU Berlin) sowie die Universität Hamburg und Münster lagen im Wintersemester 2024/2025 meist zwischen 1,6 und 1,9. Die Münsteraner Vergabenoten der letzten drei Wintersemester und der Bewerbungsweg stehen im Ortsführer zur Uni Münster. Das sind die Unis mit großem Namen, vielen Bewerbern und entsprechend strenger Auswahlgrenze.
Wer hier einen Platz will und die Note nicht ganz erreicht, sollte die Quoten kennen (dazu weiter unten) und das Sommersemester prüfen. Ein knapp verfehlter NC im Winter ist im Sommer oft machbar.
Das Mittelfeld: Heidelberg, Tübingen und Bochum
Im Mittelfeld liegen viele traditionsreiche Unis mit moderatem NC. Im Wintersemester 2025/2026 lag Tübingen bei 2,5, Frankfurt bei 2,4, Bochum bei 2,6 und Freiburg ebenso wie die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) bei 2,7. Die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg zählt mit einer Auswahlgrenze um 1,7 bis 1,9 dagegen zur engeren Spitzengruppe. Mit einem soliden Zweier-Abi hast du an den übrigen Unis dieser Gruppe realistische Chancen.

Hinweis
Verlass dich nie allein auf eine NC-Tabelle im Netz. Die exakten Werte findest du immer aktuell auf der Seite der jeweiligen juristischen Fakultät und im dortigen Studien-Service. Vergangene Auswahlgrenzen sind nur ein Anhaltspunkt.
Warum die NC-Werte im Wintersemester und Sommersemester schwanken
Die Auswahlgrenze im Wintersemester ist meist strenger als im Sommersemester. Der Grund ist einfach: Die meisten Abiturienten starten zum Wintersemester, also ist die Konkurrenz größer, und der Notenwert der Grenze liegt entsprechend niedriger. Zum Sommersemester bewerben sich weniger Leute, die Grenze wird weniger streng, der Notenwert liegt dann höher.
Wenn dein Abischnitt die Winter-Grenze knapp verfehlt, ist der Start zum Sommersemester ein echter Hebel. Nicht jede Uni nimmt zum Sommer auf, aber dort, wo es geht, sind die Chancen höher. Wie sich Studienbeginn und Regelstudienzeit im Jurastudium zueinander verhalten, haben wir separat aufgeschlüsselt.
Jura ohne NC: zulassungsfreie Universitäten und Studiengänge
Jura ohne NC zu studieren ist für die meisten der Normalfall. An rund der Hälfte der juristischen Fakultäten ist der Studiengang zulassungsfrei. Wer dort die formale Hochschulzugangsberechtigung mitbringt, bekommt einen Platz, unabhängig von der Abinote.
An welchen deutschen Universitäten Rechtswissenschaften zulassungsfrei ist
An vielen deutschen Universitäten ist das Studium der Rechtswissenschaften traditionell zulassungsfrei, der Studiengang Rechtswissenschaft ist dort ohne NC zugänglich. Häufig ohne NC sind zum Beispiel Passau, Marburg, Jena, Halle, Greifswald, die Viadrina in Frankfurt an der Oder, das Saarland in Saarbrücken, Trier, Würzburg und Regensburg. Ob eine Uni frei bleibt, kann von Jahr zu Jahr kippen, deshalb immer aktuell auf der Fakultätsseite prüfen.
Wie sich das über mehrere Jahrgänge entwickelt, zeigt der Ortsführer zu Jura an der Uni Hannover: In der offiziellen Zulassungsstatistik steht dort seit dem Wintersemester 2022/23 in jedem Jahrgang alle zugelassen.
Bielefeld, Göttingen, Erlangen-Nürnberg und weitere NC-freie Fakultäten
Auch größere und bekannte Standorte sind oft NC-frei oder nur schwach beschränkt. Bielefeld, Göttingen, Erlangen-Nürnberg, Marburg, Bremen, Augsburg, Bayreuth, Osnabrück, Kiel und Gießen nehmen häufig alle qualifizierten Bewerber. Bei Bielefeld, Bremen und Osnabrück steht dabei formal ein NC in der Zulassungsordnung, abgelehnt wurde dort zuletzt aber niemand wegen der Abinote. Ein zulassungsfreier Studienplatz heißt nicht schlechtere Uni: Am Ende zählt das Staatsexamen, nicht der NC beim Einstieg. Wenn du ganz ohne klassisches Abitur einsteigen willst, zeigt unser Leitfaden zu Jura studieren ohne Abitur die Wege über Aufstiegsfortbildung und Eignungsprüfung.
Was sich beim Studiengang an deiner Uni zuletzt geändert hat
Zulassungsfrei ist kein Dauerzustand, und das ist der Grund, warum jede NC-Liste ein Blick zurück bleibt. Die Universität Mainz hat Rechtswissenschaft jahrelang ohne Beschränkung geführt und zum Sommersemester 2026 auf ein Auswahlverfahren umgestellt, seitdem bewirbst du dich dort, statt dich einfach einzuschreiben. In die andere Richtung ging es an der Universität des Saarlandes, die den Studiengang seit dem Wintersemester 2020/2021 ohne Zulassungsbeschränkung führt.
Dazwischen liegt eine dritte Gruppe, die in keiner Übersicht auftaucht: Fakultäten mit einem NC auf dem Papier, an denen zuletzt trotzdem jeder genommen wurde. Bielefeld, Bremen, Hannover, Leipzig und Osnabrück gehören dazu. Für dich heißt das, dass sich die Bewerbung auch dort lohnt, wo die Ordnung eine Beschränkung vorsieht. Ein formaler NC ohne Bewerberüberhang kostet dich nichts außer der Bewerbung. Juristisch bindend ist ohnehin die Zulassungssatzung der Universität für das laufende Verfahren, nie die Zahl aus dem Vorjahr.
Private Law Schools: Bucerius Law School und EBS im Rheingau
Die privaten Law Schools spielen nach eigenen Regeln. Die Bucerius Law School in Hamburg und die EBS in Oestrich-Winkel haben keinen klassischen NC, sondern ein eigenes Auswahlverfahren aus Test, Aufsatz und Gespräch. Die Abinote ist dort nur ein Baustein von mehreren. Die EBS wird häufig der Stadt Wiesbaden zugerechnet, ihr juristischer Campus liegt aber in Oestrich-Winkel im Rheingau.

Der Haken sind die Kosten: Private Hochschulen verlangen fünfstellige Studiengebühren, während das Studium an staatlichen Unis fast nichts kostet. Was auf dich zukommt, rechnet unser Beitrag zu den Kosten im Jurastudium im Detail vor. Für die meisten ist eine staatliche Uni ohne NC der bessere Weg zum selben Ziel, dem ersten Staatsexamen.
Welcher Abischnitt und welche Abinote reichen fürs Jurastudium?
Fürs Jurastudium reicht theoretisch jede Abinote, mit der du die Hochschulreife hast, denn an vielen Unis gibt es keinen NC. Für die stark nachgefragten Unis brauchst du je nach Standort ungefähr einen Schnitt zwischen 1,2 und 2,8. Es gibt keinen bundesweit einheitlichen Mindest-Abischnitt für Jura. Welche Rolle daneben deine persönliche Eignung spielt, zeigt der Überblick zu den Voraussetzungen fürs Jurastudium.
Welche Abinote du wirklich brauchst
Die ehrliche Antwort auf „welchen Durchschnitt braucht man, um Jura zu studieren“ lautet: Das hängt allein von der Uni ab. Willst du an eine Top-Adresse wie Köln, brauchst du ein Einser-Abi. Wie sich Abinote und Zulassung in den weiteren Ablauf des Studiums einfügen, steht im Überblick zum Jurastudium mit Dauer, Inhalten und Berufen. Bist du bei der Stadt flexibel, reicht auch ein Abitur um 3,0 oder schlechter, weil zulassungsfreie Unis gar nicht nach der Note fragen.
Lass dich vom NC also nicht abschrecken. Ein mittelmäßiges Abi schließt dich vom Jurastudium nicht aus, es schränkt nur die Auswahl der Stadt ein. Und die Notenskala im Jurastudium funktioniert ganz anders als im Abi, dein Schulschnitt sagt wenig über deine juristischen Noten voraus.
Gewichtung der Noten: zählt jedes Fach gleich?
Meist zählt der Gesamtschnitt des Abiturzeugnisses. Einige Unis gewichten im Auswahlverfahren aber einzelne Noten stärker, etwa Deutsch oder eine gute Note in einem argumentationsnahen Fach. Am weitesten geht die Uni Mannheim, die Jura ganz ohne festen NC vergibt und stattdessen ein eigenes Punktesystem anwendet. Eine Berufsausbildung oder besondere Vorbildung kann die Chancen zusätzlich verbessern.
Die genaue Gewichtung legt jede Fakultät in ihrer Auswahlsatzung fest. Wenn dein Schnitt grenzwertig ist, kann ein Blick in diese Satzung entscheiden, ob sich die Bewerbung lohnt. Frag im Zweifel direkt beim Studien-Service der Uni nach.

Bewerbung und NC Jura: So kommst du an den Studienplatz
Wie du dich bewirbst, hängt davon ab, ob die Uni einen NC hat. Bei zulassungsfreien Unis reicht oft die Einschreibung, bei zulassungsbeschränkten läuft die Bewerbung über ein Auswahlverfahren mit mehreren Quoten. Wer die Quoten und die Alternativen kennt, holt auch ohne Top-Abi einen Platz.
Wo und wie du dich für Jura bewerben musst
Wo du dich bewirbst, hängt von der Universität ab. Ein Teil der Fakultäten nimmt Bewerbungen über das eigene Online-Portal entgegen, ein anderer über das Dialogorientierte Serviceverfahren auf hochschulstart.de. In Nordrhein-Westfalen schreibt das Landesrecht den Weg über hochschulstart.de sogar vor. Eine zentrale Rangliste über alle Unis entsteht dabei nie, ausgewählt wird immer an der einzelnen Fakultät. Die formalen Zulassungsvoraussetzungen sind überall die Hochschulreife. An zulassungsbeschränkten Unis werden die Studienplätze zusätzlich auf mehrere Quoten verteilt. Die folgende Tabelle zeigt die übliche Aufteilung.
| Quote | Anteil (Richtwert) | Was zählt |
|---|---|---|
| Abiturbestenquote | ca. 20 % | reine Abinote, die Besten zuerst |
| Auswahlverfahren der Hochschule (AdH) | Großteil der Plätze | vor allem Abinote, teils Fachgewichtung, Ausbildung, Vorerfahrung |
| Wartezeit | stark geschrumpft | Zahl der Wartesemester, nur noch an wenigen Unis eigene Quote |
Die reine Wartezeitquote ist seit den Reformen um 2020 an vielen Fakultäten weggefallen oder deutlich kleiner geworden. Wo es sie noch gibt, werden die Plätze nach der Zahl der Wartesemester vergeben, die Bewerber mit den meisten Wartesemestern kommen zuerst zum Zug. Die Uni Potsdam etwa vergibt weiterhin 20 Prozent der Jura-Plätze über die Wartezeit. Die Wartezeit läuft ab dem Abitur, ganz ohne dass du eingeschrieben sein musst.

Wartesemester, Losverfahren und Studienplatzklage
Reicht die Note nicht, gibt es mehrere Wege. Wartesemester sammelst du automatisch, indem du nach dem Abi eine Zeit lang nicht studierst. Im Losverfahren vergeben Unis nach Ende des regulären Verfahrens übrig gebliebene Plätze per Zufall, eine echte Chance ohne Notenbezug. Und die Studienplatzklage kann greifen, wenn eine Uni Kapazitäten nicht voll ausgeschöpft hat.
Realistisch ist der einfachste Weg aber fast immer der erste: eine zulassungsfreie Uni. Bevor du auf ein Losverfahren hoffst oder klagst, lohnt der nüchterne Vergleich, ob nicht eine NC-freie Fakultät dasselbe Ziel ohne Umweg bietet.
Kein Top-Abi? Dein Fahrplan zum Jura-Studienplatz
Wenn dein Abischnitt nicht für die Wunsch-Uni reicht, arbeite diese Optionen der Reihe nach ab.
| Weg | Wie es funktioniert | Für wen |
|---|---|---|
| Zulassungsfreie Uni | Einschreibung ohne NC an einer freien Fakultät | alle, die bei der Stadt flexibel sind |
| Sommersemester | Bewerbung zum Sommer, wo die Auswahlgrenze weniger streng ist | knapp verfehlte Note im Winter |
| Wartesemester | Plätze über die Wartezeitquote, wo vorhanden | Geduld, späterer Start möglich |
| Losverfahren | Restplätze per Zufall nach dem Hauptverfahren | Glück, mehrere Unis parallel probieren |
| Studienplatzklage | Kapazitätsklage bei nicht ausgeschöpften Plätzen | letzte Option, mit Aufwand und Kosten |
| Zweiter Bildungsweg | Zugang über Ausbildung, Aufstiegsfortbildung, Eignungsprüfung | ohne Abitur oder als Spätstarter |

Der zweite Bildungsweg lohnt sich auch, wenn du erst später zum Jurastudium kommst. Dass Jura auch als Zweitstudium mit über 30 funktioniert, zeigen wir an anderer Stelle. Und wer wissen will, warum nur die Universität zum vollen Berufsziel führt, findet die Antwort in unserem Beitrag dazu, wie man Anwalt, Richter oder Staatsanwalt wird.
Wie wichtig ist der NC für dein Staatsexamen und deinen Erfolg in Jura?
Hier ist meine klare Einschätzung: Der NC entscheidet, an welcher Uni du anfängst, nicht wie gut du als Jurist wirst. Die Juristenausbildung in Deutschland endet mit dem Abschluss Staatsexamen, und dieser ist bundesweit gleich, egal an welcher Uni du das Studienfach Jura begonnen hast. Dort zählt keine Abinote mehr. Die Notenskala im Examen ist eine ganz eigene Welt, in der schon neun von achtzehn Punkten ein Prädikatsexamen bedeuten. Wo die Grenze zwischen den Notenstufen verläuft, legt bundesweit § 2 JurPrNotSkV fest.
Viele mit glänzendem Abi tun sich im juristischen Gutachtenstil schwer, während Spätzünder mit mittlerem Abi im Examen glänzen. Der Abischnitt korreliert nur schwach mit dem Examenserfolg. Wie du im Studium arbeitest, zählt am Ende mehr als die Note, mit der du startest. Einen guten Einstieg zeigt unser Guide fürs erste Semester.

Lass dich vom Jura NC also nicht entmutigen. Wähle eine Uni, die zu deiner Note und deinem Leben passt, und steck deine Energie in den Stoff statt in die Angst vor der Auswahlgrenze. Wer früh systematisch lernt, holt den vermeintlichen Startnachteil für seine Jura-Karriere schnell auf, zum Beispiel mit dem dauerhaft kostenlosen BGB-AT-Einstieg auf jurahilfe.de, mit dem du sofort loslegen kannst.
Nach der Zulassung: Lernplan fürs erste Semester
Nach der Zulassung kommt es darauf an, wie du die ersten Wochen an der Uni nutzt. Für diese Wochen gibt es den kostenlosen Lernplan Erstes Semester: BGB AT, Strafrecht AT und Staatsorganisationsrecht in 15 Wochen mit ca. 1430 Karteikarten. Jede Woche hat ein Tagesraster, Kernfragen zum Selbsttest und einen QR-Code zum passenden Lernpfad.
Weiterlesen
- Jura Studium: Dauer, Inhalte, Voraussetzungen und Berufe: Der große Überblick über das ganze Jurastudium, von der Bewerbung bis zum Beruf.
- Aufbau und Ablauf des Jurastudiums: Wie sich Grundstudium, Hauptstudium und Examensvorbereitung gliedern.
- Duales Studium Bachelor of Laws: Der Weg über Verwaltung oder Bundeswehr, wenn es an der Wunsch-Uni nicht klappt.
- Lernplan Erstes Staatsexamen (PDF, kostenlos): der Fahrplan für die Examensvorbereitung, 33 Rechtsgebiete mit Zeitansatz für 3 bis 18 Monate.
Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.
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