18,08 Prozent Durchfallquote und 28,9 Prozent Prädikat: Mit diesen Werten führte Berlin 2022 den Ländervergleich bei den guten Noten an und lag beim Durchfallen auf Platz zwei. Bundesweit fällt gut jeder Vierte durch. Wer Jura in Berlin studiert, wählt mit der Stadt also auch einen der freundlichsten Prüfungsbezirke Deutschlands. Und er beantwortet eine zweite Frage: Freie Universität oder Humboldt-Universität?
Beide Fakultäten sind stark, aber unterschiedlich. Am Bebelplatz, mitten im Regierungsviertel, steht die HU mit ihrem Profil aus Rechtsgeschichte, Rechtstheorie und internationalen Programmen. Im grünen Dahlem sitzt die FU. Sie vergibt einen integrierten Bachelor of Laws und schickt ihre Examenskandidaten durch ein 44 Wochen langes Uni-Repetitorium. Der Rest dieses Artikels macht den Unterschied konkret.
Auf einen Blick:
- Zwei Fakultäten, ein Prüfungsamt: FU und HU bilden getrennt aus, geprüft wird an beiden vom Gemeinsamen Juristischen Prüfungsamt der Länder Berlin und Brandenburg.
- NC: zuletzt 1,7 an der HU und 1,6 an der FU in der Leistungsquote, dazu je eine Wartezeitquote ab zwei bis drei Semestern.
- Bewerbung: direkt bei der jeweiligen Universität, nicht über hochschulstart. Studienstart nur zum Wintersemester.
- Examen: Berlin hatte 2022 die zweitniedrigste Durchfallquote und die höchste Prädikatsquote im Ländervergleich.
- Kosten: keine Studiengebühren, Semesterbeitrag rund 315 bis 360 Euro inklusive Deutschlandsemesterticket, WG-Zimmer im Schnitt 650 Euro.
Tipp
Egal ob FU oder HU, der Pflichtstoff ist derselbe. Auf jurahilfe.de findest du interaktive Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, die vom ersten Semester bis zum Examen aufeinander aufbauen. Den kompletten BGB AT kannst du dauerhaft kostenlos durcharbeiten.
Jura in Berlin studieren: Was die beiden juristischen Fakultäten ausmachen
Berlin ist die einzige deutsche Stadt mit zwei staatlichen Volljuristen-Fakultäten. Das klingt nach doppelter Auswahl, und genau so ist es auch. Du bewirbst dich getrennt, du studierst nach unterschiedlichen Studienordnungen, und du schreibst am Ende dieselbe staatliche Pflichtfachprüfung.

HU und FU Berlin in Zahlen
Die Juristische Fakultät der HU zählt rund 2.500 bis 2.700 Studierende und 28 hauptamtliche Professuren, dazu 15 Honorarprofessuren und etwa 132 wissenschaftliche Mitarbeitende. Der Fachbereich Rechtswissenschaft der FU kommt auf rund 2.360 Studierende, gut 20 Professuren, ebenfalls 15 Honorarprofessuren und rund 92 wissenschaftliche Mitarbeitende. Beide Häuser liegen damit in der oberen Größenklasse deutscher Fakultäten, ohne Massenbetrieb wie in Köln oder München.
Der spürbarere Unterschied ist die Lage. Drei historische Gebäude am Bebelplatz beherbergen die HU-Fakultät: die Alte Bibliothek von 1780, das Alte Palais von 1837 und das Gouverneurshaus. Zwischen Vorlesung und Mittagspause stehst du am Brandenburger Tor. In Dahlem sieht das anders aus. Dort belegt die FU zwei benachbarte Gebäude im Grünen, mit einer Fachbibliothek, die werktags von 9 bis 22 Uhr öffnet.
| Merkmal | HU Berlin | FU Berlin |
|---|---|---|
| Gegründet | 1810 | 1948 |
| Standort | Bebelplatz, Mitte | Dahlem, Steglitz-Zehlendorf |
| Studierende Jura | rund 2.500 bis 2.700 | rund 2.360 |
| Professuren | 28 | rund 20 |
| Regelstudienzeit | 9 Semester | 10 Semester |
| Schwerpunkte | 8 | 7 |
| Integrierter LL.B. | möglich | fest im Studiengang |
Ruf und Geschichte der beiden Fakultäten
Die HU geht auf die 1810 eröffnete Berliner Universität zurück. Zu den ersten berufenen Rechtsprofessoren gehörte Friedrich Carl von Savigny, der 1812 auch Rektor wurde. Die Historische Rechtsschule, bis heute prägend für das deutsche Zivilrecht, entstand an diesem Haus. Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung haben an der HU deshalb einen eigenen Studienschwerpunkt. Das ist keine Selbstverständlichkeit.
Die FU ist ein Kind des Kalten Krieges. 1948 gegründet von Studierenden und Lehrenden, die aus dem sowjetisch besetzten Ostsektor in den Westen wechselten, wurde sie zwei Jahrzehnte später zum Zentrum der 68er-Bewegung. Heute ist sie eine der deutschen Exzellenzuniversitäten. In internationalen Hochschulrankings liegen beide Berliner Universitäten regelmäßig unter den besten deutschen Adressen für Law.
Für die Bewerbung heißt das wenig, für den Alltag mehr. An der HU sitzt du in Sichtweite von Bundesministerien, Bundestag und den Berliner Büros der Großkanzleien. Praktika und Werkstudentenstellen liegen fußläufig. Die FU punktet dafür mit Campusgefühl und einem breiten internationalen Programm.

Bekannte Professorinnen und Professoren
An der HU hält Martin Heger den Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Europäisches Strafrecht und Neuere Rechtsgeschichte. Diese Kombination bildet das Grundlagenprofil der Fakultät gut ab. An der FU hat Heike Krieger den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Völkerrecht inne und gehört zu den international sichtbarsten deutschen Völkerrechtlerinnen. Beide Fakultäten besetzen ihre Lehrstühle laufend neu, ein Blick ins aktuelle Vorlesungsverzeichnis lohnt sich vor der Entscheidung mehr als jede Namensliste.
Tipp
Welche Uni du auch wählst, die Vorlesung ersetzt das eigene Durcharbeiten nicht. Mit den Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem auf jurahilfe.de prüfst du nach jeder Sitzung in wenigen Minuten, was wirklich hängengeblieben ist.
NC und Bewerbung an FU und HU Berlin
Rechtswissenschaft ist an beiden Häusern zulassungsbeschränkt. Die Hürde ist real, aber niedriger, als der Ruf der Hauptstadt vermuten lässt. Die FU vergab zum Wintersemester 2023/24 immerhin 454 Studienplätze bei 1.987 Bewerbungen, die HU zum Wintersemester 2024/25 rund 450 Plätze bei 2.086 Bewerbungen. Auf einen Platz kommen also gut vier Bewerbungen.
Wie hoch ist der NC für Jura in Berlin?
Der NC lag in den vergangenen Wintersemestern an der HU zwischen 1,6 und 1,7, an der FU stabil bei 1,6. Beide Universitäten vergeben daneben Plätze über eine Wartezeitquote, dort lag die Grenze zuletzt bei zwei bis drei Wartesemestern. Der NC ist keine feste Hürde. Er entsteht erst aus dem jeweiligen Bewerberjahrgang und schwankt jedes Jahr.
| Wintersemester | HU Leistung | FU Leistung | Wartezeit |
|---|---|---|---|
| 2025/26 | 1,7 | 1,6 | FU 3 Semester |
| 2024/25 | 1,7 | 1,6 | HU 2 Semester |
| 2023/24 | 1,6 | 1,6 | FU 2,8 Semester |
Wichtig ist die zweite Zahlenreihe daneben. Beide Universitäten rechnen im Auswahlverfahren neben der Abiturnote auch Punkte für eine einschlägige Berufsausbildung oder besondere Vorleistungen an. Die HU bildet daraus eine Mischnote, die FU ein Punktesystem. Wer knapp am Grenzwert liegt, sollte das prüfen. Wie sich die NC-Werte bundesweit einordnen, steht im Überblick zum Numerus Clausus im Jurastudium.
So läuft die Bewerbung ab
Für den Staatsexamensstudiengang bewirbst du dich direkt bei der Universität. Der Umweg über hochschulstart.de entfällt, obwohl das Dialogorientierte Serviceverfahren bei anderen Fächern greift. Jura läuft über die eigenen Bewerbungsportale von FU und HU. Parallel bewerben ist möglich. Es sind dann zwei getrennte Verfahren.
Der Zeitplan ist an beiden Universitäten ähnlich: Bewerbungsstart Anfang Juni, Frist der 15. Juli, Zulassungsbescheide ab Mitte August. Für Bewerberinnen und Bewerber ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung gelten eigene Regeln, dazu gibt es einen eigenen Artikel über den Weg ins Jurastudium ohne Abitur.
Studienbeginn und Fristen
Beide Fakultäten nehmen Erstsemester ausschließlich zum Wintersemester auf. Einen Sommerstart gibt es in Berlin nicht. Wer im Juli eine Absage bekommt, verliert ein ganzes Jahr, sofern kein Nachrückverfahren greift. Bewirb dich deshalb an mehreren Standorten. Das gilt besonders, wenn dein Schnitt nah am letztjährigen Grenzwert liegt.
Das Studium der Rechtswissenschaft: Aufbau und Inhalt
Der Pflichtstoff ist bundesweit weitgehend identisch, die Wege dorthin sind es nicht. Die HU gliedert das Studium in vier Jahresabschnitte, die FU in drei Phasen mit einem zehnten Semester für das Examen. Beide enden mit derselben staatlichen Pflichtfachprüfung vor dem Gemeinsamen Juristischen Prüfungsamt.

Grundstudium und Zwischenprüfung
An der HU umfasst das einjährige Grundstudium 73 Leistungspunkte, das folgende Hauptstudium 61 und das Vertiefungsstudium 80. Die studienbegleitende Zwischenprüfung wird über die Leistungen der ersten Semester abgelegt, sie ist Voraussetzung für die Anmeldung zur Schwerpunktbereichsprüfung. Die FU setzt ein zweisemestriges Grundstudium an den Anfang und schließt daran das Haupt- und Schwerpunktstudium an.
In beiden Fällen gilt dieselbe Faustregel. Die ersten vier Semester entscheiden mehr über den Examensverlauf als jedes Repetitorium später. Wer den Allgemeinen Teil des BGB, die Grundrechte und den Allgemeinen Teil des Strafrechts sauber sitzen hat, muss im Examensjahr wiederholen statt neu lernen. Wie sich ein Jurastudium insgesamt gliedert, steht ausführlich im Überblick zum Aufbau und Ablauf des Jurastudiums.
Tipp
Der BGB AT ist auf jurahilfe.de dauerhaft kostenlos und ohne Zeitlimit nutzbar, mit Skripten, Karteikarten, Multiple-Choice-Aufgaben und Falltraining. Ein guter Weg, den Stoff des ersten Semesters vor Vorlesungsbeginn einmal durchzugehen.
Hauptstudium und Pflichtpraktikum
Im Hauptstudium kommen die Übungen für Fortgeschrittene in Zivil-, Straf- und Öffentlichem Recht dazu, dazu Wahlfachangebote und Schlüsselqualifikationen. Das dreimonatige Praktikum und die Schlüsselqualifikationen von Verhandlungsmanagement bis Mediation schreibt § 5a DRiG bundesweit vor, die FU setzt beides mit eigenen Modulen zur fremdsprachigen Rechtsterminologie um. Die HU bietet drei Law Clinics an, in denen Studierende unter Anleitung echte Fälle bearbeiten.
Das Pflichtpraktikum ist in Berlin leichter zu füllen als anderswo. Gerichte, Behörden, Kanzleien und internationale Organisationen liegen alle in derselben Stadt. Die Plätze sind knapp. Umziehen musst du für sie aber nicht.
Die Erste Juristische Prüfung
Berlin prüft in zwei Teilen. Die staatliche Pflichtfachprüfung macht 70 Prozent der Gesamtnote aus, die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung 30 Prozent. Diese Aufteilung gibt der Bund vor, sie steht in § 5d DRiG und gilt bundesweit. Innerhalb der staatlichen Prüfung zählen sieben Klausuren 63 Prozent, der Aktenvortrag 13 Prozent und das Prüfungsgespräch 24 Prozent.
Zur mündlichen Prüfung wird zugelassen, wer im schriftlichen Teil im Durchschnitt mindestens 3,50 Punkte erreicht und in mindestens vier Klausuren wenigstens 4 Punkte hat. Was dich im mündlichen Teil erwartet, steht im Artikel zur mündlichen Prüfung im Jura-Examen.
Integrierter Bachelor of Laws an der FU
Im Staatsexamensstudiengang der FU steckt ein integrierter Bachelor of Laws. Der Abschluss lautet offiziell „Erste Juristische Prüfung (mit integriertem Bachelor of Laws)“. Das ist mehr als Kosmetik: Wer das Examen nicht besteht oder das Studium abbricht, steht mit einem berufsqualifizierenden Abschluss da statt mit nichts. An der HU ist ein integrierter Bachelor ebenfalls möglich, dort aber als eigenes Zusatzangebot organisiert. Was der Abschluss beruflich wert ist, ordnet der Artikel zum Bachelor of Laws ein.
Schwerpunktbereiche an HU und FU Berlin
Der Schwerpunkt ist die einzige echte Wahlentscheidung im Studium. Es ist auch die einzige Note, auf die du direkt Einfluss hast. Die HU bietet acht Bereiche an, die FU sieben. Die Zuschnitte unterscheiden sich deutlich. Neben der Lage ist das dein stärkstes Argument für die eine oder andere Fakultät.
Das Angebot der beiden Fakultäten
An der HU sind die Bereiche eher nach Perspektiven geschnitten, an der FU nach Rechtsgebieten. Wer sich für Rechtsgeschichte, Rechtspolitik oder Völkerrecht interessiert, findet an der HU mehr Auswahl. Wer Wirtschafts-, Steuer- oder Versicherungsrecht sucht, ist an der FU besser aufgehoben.
| HU Berlin | FU Berlin |
|---|---|
| Zeitgeschichte und Theorie des Rechts | Grundlagen des Rechts |
| Rechtssetzung und Rechtspolitik | Verbraucherprivatrecht, Privatversicherungsrecht und IPR |
| Vertragsrecht | Unternehmens-, Wirtschafts- und Steuerrecht |
| Europäisierung und Internationalisierung des Privat- und Wirtschaftsrechts | Arbeits- und Sozialversicherungsrecht |
| Staat und Verwaltung im Wandel | Strafrechtspflege und Kriminologie |
| Völkerrecht und Europarecht | Wirtschaft, Umwelt und Soziales |
| Deutsche und internationale Strafrechtspflege | Internationalisierung der Rechtsordnung |
| Ausländisches Recht an Partneruniversitäten | kein Pendant |
Der achte HU-Bereich ist eine Berliner Besonderheit. Du kannst deinen Schwerpunkt im Ausland absolvieren, etwa in London, Dublin, Genf oder Paris. Die FU geht einen ähnlichen Weg und lässt die Schwerpunktbereichsprüfung an rund 45 ihrer über 70 internationalen Partneruniversitäten ablegen. Welche Kriterien bei der Wahl wirklich zählen, klärt der Artikel zum besten Schwerpunkt im Jurastudium.
Ablauf der Schwerpunktbereichsprüfung
Diese Prüfung läuft komplett an der Universität. Sie besteht in der Regel aus einer schriftlichen Studien- oder Seminararbeit und einer mündlichen Prüfung, dazu kommen je nach Fakultät Klausuren aus dem Schwerpunktprogramm. Ihr Ergebnis zählt 30 Prozent der Gesamtnote.
Rechne trotzdem nicht damit, dass der Schwerpunkt die Pflichtfachnote rettet. Er federt eine schwache staatliche Note ab. Die Arbeitgeberseite schaut aber zuerst auf die 70 Prozent. Wer den Schwerpunkt strategisch wählt, wählt ihn nach Interesse und nach dem Ruf der prüfenden Lehrstühle, nicht nach Gerüchten über Notenschnitte.
Tipp
Die 70 Prozent entscheiden sich am Pflichtstoff, und der wird am Fall geprüft. Mit den Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de trainierst du an kleinen Sachverhalten, Signalwörter zu erkennen und wie ein Prüfer zu denken.
Examensvorbereitung an FU und HU Berlin
Hier liegt der eigentliche Berliner Trumpf. Beide Fakultäten unterhalten ein kostenloses Uni-Repetitorium, und die Examenszahlen der Stadt gehören seit Jahren zu den besten in Deutschland. Das kommerzielle Rep bleibt damit eine Option. Notwendig ist es nicht.
Die kostenlosen Uni-Repetitorien
An der FU läuft ein kostenfreies Uni-Repetitorium über 44 Wochen. Es geht den gesamten Pflichtstoff durch und startet jeweils im Wintersemester. Die HU bietet ihr Repetitorium im Vertiefungsstudium an, mit Klausurenkurs, Probeexamen und simulierten mündlichen Prüfungen. Eine externe Klausurkorrektur kostet dort 9 Euro.
Zum Vergleich: Ein kommerzielles Jahreskurs-Repetitorium kostet bei Hemmer, Alpmann Schmidt oder Jura Intensiv rund 195 bis 210 Euro im Monat, über zwölf Monate also etwa 2.300 bis 2.500 Euro. Die Berliner Uni-Angebote decken denselben Pflichtstoff ab. Was ihnen fehlt, ist die Betreuungsdichte kleiner Privatkurse, und genau da entscheidet sich, ob du selbstständig genug lernst.

Tipp
Uni-Rep und Klausurenkurs liefern den Rahmen, das Wiederholen musst du selbst organisieren. Der Lernpfad aus Skript, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de macht daraus einen festen Ablauf statt einer Sammlung loser Zettel.
Freischuss und Verbesserungsversuch in Berlin
Berlin gewährt den Freiversuch nach § 13 der Berliner Juristenausbildungsordnung (JAO). Wer sich nach dem achten Semester meldet, also innerhalb von vier Jahren nach Aufnahme des Studiums, schreibt das Examen ohne Risiko: Ein Nichtbestehen zählt nicht als Fehlversuch, die reguläre Prüfung und der Wiederholungsversuch bleiben erhalten. Gerechnet wird ab der Ersteinschreibung in Rechtswissenschaft, unabhängig davon, welches Fachsemester die Universität führt.
Bestehst du im Freiversuch, darfst du zur Notenverbesserung erneut antreten. Eine zweite Meldung im Freiversuch ist ausgeschlossen, außer es treten nach der Meldung Gründe wie Krankheit oder Behinderung ein, die § 13 Abs. 2 JAO Berlin ausdrücklich nennt. Die Landesregeln unterscheiden sich erheblich, den Vergleich aller Bundesländer liefert der Artikel zu Freischuss, Freiversuch und Abschichten, die Kostenseite der Notenverbesserung der Artikel zum Verbesserungsversuch.
Ergebnisse im Staatsexamen
Das Bundesamt für Justiz zeichnet ein deutliches Bild. Im Prüfungsjahr 2022 fielen in Berlin 18,08 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten durch die staatliche Pflichtfachprüfung. Nur Thüringen lag mit 17,95 Prozent knapp darunter. Bei den guten Noten stand Berlin mit 28,9 Prozent Prädikat an der Spitze. Bundesweit lag die Durchfallquote 2024 bei 27,4 Prozent und die Prädikatsquote bei 19,57 Prozent von 13.427 Teilnehmenden.
| Land | Durchfall | Prädikat |
|---|---|---|
| Berlin | 18,08 % | 28,90 % |
| Thüringen | 17,95 % | 26,28 % |
| Brandenburg | 41,79 % | 8,71 % |
Die Tabelle zeigt die staatliche Pflichtfachprüfung 2022, den letzten Jahrgang mit veröffentlichter Aufschlüsselung nach Ländern. Dahinter folgten Sachsen-Anhalt mit 26,99 Prozent Prädikat und Hamburg mit 19,79 Prozent Durchfallquote, Bayern kam auf 18,89 Prozent Prädikat. Zwischen Berlin und dem Nachbarland Brandenburg liegen mehr als 23 Prozentpunkte Durchfallquote und mehr als 20 Prozentpunkte Prädikatsquote, bei identischem Pflichtstoff. Wer in Brandenburg schreibt, studiert in aller Regel an der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam.

Ein Wort zur Einordnung. Diese Zahlen sagen nicht, dass Berliner Studierende besser lernen. Sie sagen zuerst etwas über Prüfungskultur und Korrekturpraxis des jeweiligen Prüfungsamts. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind erheblich und seit Jahren stabil, ein Blick auf die bundesweite Durchfallquote im Staatsexamen zeigt die Spannweite. Was ein Prädikat beruflich bedeutet, ordnet der Artikel zum Prädikatsexamen ein. Fürs Examensjahr selbst hilft ein Plan mehr als eine Statistik, dafür gibt es den Masterplan für die erste juristische Prüfung.
Jura studieren und leben in Berlin
In Berlin ist das Studium nicht der Mittelpunkt der Stadt. Das hat zwei Seiten. Du verschwindest in der Menge, findest dafür aber jede Szene, die du suchst.
Was Berlin als Studienort lebenswert macht
Über 200.000 Studierende sind an rund 50 Berliner Hochschulen eingeschrieben. Das Kulturangebot ist entsprechend groß: drei Opernhäuser, die Museumsinsel als UNESCO-Welterbe, dutzende Theater, dazu Berlinale und Karneval der Kulturen. Und für fast alles gibt es eine kostenlose oder sehr günstige Variante.
Für Jurastudierende ist die Nähe zu den Institutionen der eigentliche Gewinn. Bundestag und Bundesrat sitzen hier, dazu die meisten Bundesministerien, rund 160 Botschaften, zahlreiche NGOs und die Berliner Büros der Wirtschaftskanzleien. Eine Vorlesung über Gesetzgebungslehre und eine Bundestagsdebatte trennen zwanzig Minuten U-Bahn.

Wohnen und Kosten
Das ist die Kehrseite. Ein WG-Zimmer kostet in Berlin im Schnitt 650 Euro im Monat. Damit liegt die Stadt gleichauf mit Hamburg auf Platz zwei, hinter München mit 800 Euro. Der bundesweite Durchschnitt beträgt 512 Euro. In gefragten Vierteln wie Kreuzberg, Neukölln oder Friedrichshain sind 700 Euro und mehr üblich, in Randlagen und rund um den Campus Dahlem geht es günstiger.
| Posten | Monat |
|---|---|
| WG-Zimmer (Schnitt) | 650 € |
| Semesterbeitrag (umgelegt) | rund 55 bis 60 € |
| Nahverkehr | im Semesterbeitrag enthalten |
| Lebenshaltung ohne Miete | rund 450 bis 550 € |
Studiengebühren fallen an keiner der beiden Universitäten an. Der Semesterbeitrag liegt bei rund 315 Euro an der HU und rund 360 Euro an der FU, darin enthalten sind die Verwaltungsgebühr, der Beitrag zum Studierendenwerk, die Verfasste Studierendenschaft und das Deutschlandsemesterticket. Das Ticket gilt bundesweit im Nahverkehr, du fährst damit also auch nach Hause. Eine vollständige Rechnung über alle Studienjahre steht im Artikel zu den Kosten eines Jurastudiums.
Starte die Wohnungssuche früh, am besten direkt nach der Zulassung im August. Das Studierendenwerk Berlin betreibt Wohnheime mit deutlich günstigeren Zimmern. Die Wartelisten sind lang. Ein Zwischenmietvertrag für die ersten Monate ist der realistischere Einstieg.
Feiern, Kultur und Freizeit
Das Berliner Nachtleben braucht keine Werbung. Berghain und Panorama Bar in Friedrichshain, Sisyphos in Lichtenberg, Kater Blau an der Spree, die Wilde Renate in Friedrichshain, dazu das RAW-Gelände mit mehreren Clubs auf einem Fleck. Verlassen kannst du dich darauf nicht: Das Watergate in Kreuzberg hat den Betrieb Ende 2024 nach 22 Jahren eingestellt, und es war nicht das einzige Haus.
Wer weniger Techno und mehr Wasser will, hat es in Berlin leicht. Im Sommer trifft sich die halbe Stadt am Schlachtensee, am Wannsee oder im Görlitzer Park. Im Winter geht es ins Tempodrom, in die Komische Oper oder in eine der unzähligen Kneipen. Und mitten in der Stadt liegt das Tempelhofer Feld, ein stillgelegter Flughafen mit rund 355 Hektar Freifläche, den ein Volksentscheid vor Bebauung bewahrt hat.
Sportlich sind Hertha BSC, Union Berlin, Alba Berlin und die Eisbären die großen Namen. Dazu kommt der Hochschulsport beider Universitäten mit einem breiten Kursangebot. Fürs Fachliche gibt es eine aktive Szene: Moot Courts, Law Clinics, die Fachschaftsinitiativen beider Fakultäten und die Berliner ELSA-Gruppen.

Erfahrungen von Studierenden
Auf StudyCheck bewerten Jurastudierende die FU Berlin mit 4,0 von 5 Sternen bei 215 Bewertungen und einer Weiterempfehlungsrate von 94 Prozent. Die HU kommt auf 3,7 von 5 bei 185 Bewertungen und 93 Prozent Weiterempfehlung. Beides sind solide Werte. Die FU liegt leicht vorn.
Die Kritikpunkte ähneln sich: überfüllte Anfängervorlesungen, wenig persönlicher Kontakt zu Lehrstühlen in den ersten Semestern, gelegentlich schleppende Verwaltung. Gelobt werden an der HU regelmäßig die Schwerpunkte und die Auslandsprogramme, an der FU der Campus und das Uni-Repetitorium. Wie realistisch die Vorstellungen vom Fach sind, klärt der Artikel zur Frage, wie schwer das Jurastudium wirklich ist.
Für wen ist Jura in Berlin die richtige Wahl?
Berlin passt zu dir, wenn du Nähe zu Politik und Verwaltung suchst, international studieren willst und mit einer Stadt zurechtkommst, in der das Studium nicht dein ganzes Leben bestimmt. Weniger passt Berlin bei knappem Budget. Und wenn du enge Betreuung brauchst.
Stärken und Schwächen der Berliner Fakultäten
Die Stärken zuerst. Zwei Fakultäten mit eigenem Profil, zwei kostenlose Uni-Repetitorien, Examenszahlen an der Spitze des Ländervergleichs, eine Auslandsvernetzung ohne viele Konkurrenten unter den deutschen Fakultäten und ein Arbeitsmarkt vor der Haustür. Der Freiversuch nach acht Semestern gibt dir einen Versuch mehr.
Die Schwächen sind schnell benannt. Mieten fast auf Münchner Niveau, ohne dass die Nebenjobs entsprechend besser bezahlt wären. Beide Fakultäten sind groß. In den ersten Semestern bist du eine Matrikelnummer. Und die Stadt lenkt ab: Wer Selbstorganisation nicht mitbringt, verliert in Berlin mehr Zeit als in Tübingen oder Bayreuth.
Berlin im Vergleich mit anderen Fakultäten
Wenn dir die Prüfungsstatistik wichtig ist, sind Berlin, Thüringen und Hamburg die naheliegenden Adressen. Suchst du eine kleinere Fakultät mit engerer Betreuung, ist Jura in Tübingen die bessere Wahl. Zieht es dich nach Nordrhein-Westfalen, lohnt der Blick auf die Uni Bonn und auf Köln, für den Süden auf die LMU München, für den hohen Norden auf das zulassungsfreie Jurastudium in Kiel. Eine Gesamtübersicht aller Fakultäten liefert der Vergleich, wo man in Deutschland Jura studieren kann.
Zwischen FU und HU entscheidest du am Ende nach drei Fragen: Willst du im Zentrum oder im Grünen studieren? Interessieren dich eher Grundlagen, Völkerrecht und Rechtsgeschichte oder eher Wirtschafts-, Steuer- und Versicherungsrecht? Und wie viel ist dir der garantierte integrierte Bachelor der FU wert? Alles Übrige, vom Pflichtstoff bis zur Prüfung, ist an beiden Häusern gleich. Wer den Stoff dahinter systematisch aufbauen will, findet auf jurahilfe.de ein aufeinander abgestimmtes Lernsystem aus Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben.
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Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.
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