Von den sieben juristischen Prüfungsorten in Bayern fällt in Würzburg der kleinste Teil durch: 25,48 Prozent Misserfolgsquote gegen 28,07 Prozent im Landesschnitt. Die Zahl steht im Jahresbericht des Bayerischen Landesjustizprüfungsamts für 2025.
Jura in Würzburg lohnt sich, wenn du ohne NC starten willst, eine überschaubare Fakultät mit kostenlosem Uni-Repetitorium suchst und dich vom bayerischen Examen nicht abschrecken lässt. Die Regelstudienzeit beträgt neun Semester, anfangen kannst du im Winter- und im Sommersemester.
Was du dafür in Kauf nimmst: Bei den Spitzennoten liegt die Universität Würzburg mit 44,19 Prozent Prädikatsexamina nur auf dem sechsten von sieben bayerischen Plätzen. Die Fakultät bringt ihre Leute also zuverlässig über die Bestehensgrenze, für ein großes Prädikat musst du trotzdem selbst liefern.
Auf einen Blick:
- Zulassung: zulassungsfrei, kein NC, Einschreibung statt Bewerbung. Studienbeginn im Winter- und im Sommersemester möglich.
- Studium: rund 2.050 Jurastudierende, 20 Lehrstühle plus fünf weitere Professuren, neun Semester Regelstudienzeit, Zwischenprüfung aus vier Klausuren.
- Schwerpunkt: zwölf Schwerpunktbereiche ab dem Sommersemester 2026, von Grundlagen des Rechts bis Französisches Recht.
- Examensvorbereitung: kostenloses Uni-Repetitorium, Examensklausurenkurs jeden Samstag, zweimal jährlich Probeexamen mit sechs Klausuren.
- Kosten: keine Studiengebühren, 182,10 Euro Semesterbeitrag inklusive Semesterticket, WG-Zimmer meist zwischen 400 und 600 Euro.
Tipp
Den Stoff, den du in den Würzburger Grundkursen hörst, findest du auf jurahilfe.de als interaktive Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, die aufeinander aufbauen. Der komplette BGB AT ist dauerhaft kostenlos, ohne Zeitlimit.
Jura in Würzburg studieren: die Juristische Fakultät in Zahlen
Die Juristische Fakultät der Universität Würzburg ist eine mittelgroße Fakultät mit rund 2.050 Jurastudierenden, von denen jedes Jahr etwa 420 neu dazukommen. Sie sitzt in der Alten Universität an der Domerschulstraße, mitten in der Altstadt. Die Universität insgesamt hat über 25.000 Studierende und ist damit die drittgrößte in Bayern.
Das ist eine angenehme Größe. Du sitzt nicht mit 800 Leuten im Hörsaal. Die Fakultät ist trotzdem groß genug für ein volles Schwerpunkt- und Examensprogramm.

Lehrstühle, Studierende und Ausstattung
Sechs Institute bündeln die Lehrstühle: Rechtsgeschichte, Bürgerliches Recht und Zivilprozessrecht, Gesellschafts-, Steuer- und Arbeitsrecht, Internationales Recht, Europarecht und Europäisches Privatrecht, Strafrecht und Kriminologie sowie Staats- und Verwaltungsrecht mit Rechtsphilosophie. Zusammen sind das 20 Lehrstühle, vier Professuren und eine Juniorprofessur.
Für dich heißt das praktisch: kurze Wege. Lehrstühle, Hörsäle, Verwaltung und eine Bibliothek mit rund 341.000 Bänden liegen in einem Gebäude. Der Zugang zu juris und beck-online ist kostenlos. Dazu ist Würzburg Mitglied der Virtuellen Hochschule Bayern, über die Dozenten zusätzliche Übungen und Materialien bereitstellen.
Ruf und Geschichte: Juristenausbildung an der Universität Würzburg seit 1582
Würzburg ist die älteste Universitätsgründung im heutigen Bayern. Papst Bonifaz IX. erteilte dem Würzburger Bischof Johann von Egloffstein 1402 das Gründungsprivileg, damals die vierte Universitätsgründung auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Um 1420 ging diese erste Universität wieder unter.
Bestand hatte erst die Neugründung durch Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn, feierlich eingeweiht am 2. Januar 1582. Seitdem gibt es die Juristische Fakultät durchgehend. Der Name der Julius-Maximilians-Universität Würzburg trägt beide Stifter: Julius Echter und den bayerischen Kurfürsten Maximilian I. Joseph.
Die Fakultät selbst führt 1402 als ihr Gründungsjahr, weil schon bei der ersten Gründung mehrere juristische Lehrstühle eingerichtet wurden. Wer es genau nimmt, zählt seit 1582 durchgehend.

Als Elite-Adresse taucht Würzburg in keinem Ranking auf. Der Ruf ist ein anderer: solide Ausbildungsfakultät mit starken Grundlagenfächern. Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie haben hier mehr Gewicht als an vielen anderen Standorten. Die internationale Ausrichtung über das Europäische Recht zieht sich durch Begleitstudium, Bachelor und Aufbaustudium. Wo Würzburg im bundesweiten Feld steht, ordnet unser Überblick zu den besten Jura-Universitäten in Deutschland ein.
Bekannte Professoren an der Uni Würzburg
Der bekannteste Name ist Eric Hilgendorf. Er hat seit 2001 den Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtstheorie, Informationsrecht und Rechtsinformatik und gründete 2010 die Forschungsstelle RobotRecht. Wer sich für Legal Tech und den Einsatz von KI im Recht interessiert, landet bei der Literatursuche fast zwangsläufig bei ihm.
Stefanie Schmahl lehrt seit dem Wintersemester 2007/08 deutsches und ausländisches öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht. Sie hat einen Artikel-für-Artikel-Kommentar zur UN-Kinderrechtskonvention verfasst und ist seit Oktober 2020 stellvertretendes Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs. Markus Ludwigs führt seit dem Wintersemester 2012/13 den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Europarecht.
Übrigens: Namen allein sagen wenig über die Lehre. Im Grundstudium merkst du vor allem die Konversatorien. Das sind kleine Begleitveranstaltungen zu den Grundkursen, in denen der Vorlesungsstoff am Fall durchgespielt wird. Sie sind freiwillig. Nimm sie trotzdem mit.
NC und Bewerbung: So kommst du an einen Studienplatz in Würzburg
Der Zugang ist der einfachste Teil. Rechtswissenschaft mit dem Abschluss Erste Juristische Prüfung ist an der Universität Würzburg zulassungsfrei. Es gibt weder eine Zulassungsbeschränkung noch eine Eignungsprüfung. Du bewirbst dich nicht, du schreibst dich ein.
Wie hoch ist der NC für Jura in Würzburg?
Es gibt keinen NC. Würzburg vergibt die Jura-Studienplätze nicht nach Abiturnote, sondern nimmt alle auf, die eine Hochschulzugangsberechtigung mitbringen und sich fristgerecht einschreiben. Das galt zuletzt für das Wintersemester 2025/26 und gilt gleichermaßen für das Sommersemester. Eine Auswahlgrenze wird deshalb gar nicht erst veröffentlicht.
Das ist in Bayern kein Einzelfall, aber auch keine Selbstverständlichkeit: An anderen Fakultäten liegen die Grenzen je nach Jahrgang zwischen 1,4 und 3,0. Wie die Werte bundesweit aussehen und warum sie so stark schwanken, steht im Überblick zum Numerus Clausus im Jurastudium.
Ein zulassungsfreies Fach hat eine Kehrseite. Die Grundkurse im ersten Semester sind voll. Der Filter kommt später, in den Abschlussklausuren und in der Zwischenprüfung. Wer sich hier auf die fehlende Eingangshürde verlässt, merkt spätestens nach der ersten Klausur, dass die Auswahl nur verschoben wurde.
Einschreibung statt Bewerbung: der Ablauf
Der Weg läuft über die Online-Einschreibung der Studierendenkanzlei. Du legst ein Bewerberkonto an, lädst Hochschulzugangsberechtigung, Krankenversicherungsnachweis und Personalausweis hoch, überweist den Semesterbeitrag und bekommst danach die Immatrikulationsbescheinigung. Kein hochschulstart, kein Dialogorientiertes Serviceverfahren, keine Wartesemester.
Die Einschreibefristen sind bei zulassungsfreien Fächern länger als bei zulassungsbeschränkten. Die genauen Termine stehen jedes Semester neu auf der Seite „Fristen und Termine“ der Universität, verlass dich nicht auf Erfahrungswerte aus Foren. Ohne klassisches Abitur führt der Weg über den Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte; welche Varianten es dafür gibt, zeigt unser Artikel zum Jurastudium ohne Abitur.
Studienbeginn im Winter- oder Sommersemester
Würzburg lässt beides zu, und das ist mehr wert, als es klingt. Wer im Frühjahr sein Abitur macht oder ein Studium abbricht, verliert kein halbes Jahr. Der Grundkurs-Zuschnitt unterscheidet sich allerdings. Im Sommer beginnst du mit Bürgerliches Recht I, Öffentliches Recht II (Grundrechte) und Strafrecht AT 1, im Winter mit der jeweils anderen Hälfte.
Praktisch heißt das: Der Studienplan existiert in zwei Fassungen, eine für Studienbeginn im Winter- und eine für Studienbeginn im Sommersemester. Schau vor der ersten Woche in die richtige, sonst belegst du Veranstaltungen in der falschen Reihenfolge.
Erstsemester in Würzburg: Ersti-Woche, Fachschaft und Tutoren
Die Fachschaft Jura organisiert zusammen mit der studentischen Vereinigung ELSA die Einführungswoche für Erstsemester samt Begrüßungsfeiern. Dazu kommt das KOMPASS-Mentoring-Programm: Ein Jahr lang steht dir eine Tutorin oder ein Tutor als feste Ansprechperson für alle Fragen rund ums Jurastudium zur Verfügung. Für die Konversatorien beginnt die Anmeldefrist deutlich vor Studienbeginn, für die Vorlesungen des ersten Semesters gibt es dagegen keine Belegpflicht.
Eine Würzburger Besonderheit ist das Projekt „Legal Guidance“: Jurastudierende beraten ihre Kommilitonen kostenlos in Rechtsfragen bis zu einem Streitwert von 750 Euro, betreut von Volljuristen. Das ist Praxiserfahrung ab dem Grundstudium, und für den Lebenslauf taugt es ebenfalls.
Tipp
In den ersten Wochen entscheidet sich, ob du den Stoff mitnimmst oder hinterherläufst. Auf jurahilfe.de kannst du den kompletten BGB AT dauerhaft kostenlos lernen, mit Skripten, Karteikarten und Abschlusstest. Genau der Stoff des ersten Grundkurses, ohne Zeitlimit und ohne Zahlung.
Der Studiengang Rechtswissenschaft in Würzburg: Aufbau und Inhalt
Der Studiengang gliedert sich in drei Phasen: Grundphase im 1. bis 3. Semester, Mittelphase im 4. bis 6. Semester, Wiederholungs- und Vertiefungsphase ab dem 7. Semester. Die Regelstudienzeit beträgt neun Semester, der Abschluss ist die Erste Juristische Prüfung. Auf Antrag gibt es zusätzlich den Titel Diplom-Jurist Univ.
Wie das Jurastudium generell aufgebaut ist und was in welchem Semester dran ist, erklärt unser Überblick zum Aufbau und Ablauf des Jurastudiums. Hier geht es um die Würzburger Ausprägung.

Grundphase: Bürgerliches Recht, Öffentliches Recht und Strafrecht
In den ersten drei Semestern läufst du durch die Grundkurse der drei großen Rechtsgebiete. Bürgerliches Recht I bis IV, Öffentliches Recht I bis III, Strafrecht I bis V. Dazu kommen die Grundlagenfächer, in Würzburg mit spürbarem Gewicht: Deutsche und Europäische Rechts- und Verfassungsgeschichte, Europäische Zivilrechtstradition, Rechtsphilosophie sowie Juristische Methodenlehre und Rechtstheorie.
Die Zulassungsklausuren in den Grundkursen sind die Eintrittskarte zur Zwischenprüfung. Die Zwischenprüfung selbst besteht aus vier zweistündigen Klausuren, die studienbegleitend geschrieben werden: je eine in Bürgerliches Recht, Öffentliches Recht und Strafrecht plus eine in einem Grundlagenfach.
In den Semesterferien nach dem ersten oder zweiten Semester steht die Anfängerhausarbeit an, je eine im Bürgerlichen und im Öffentlichen Recht. Sie ist Zulassungsvoraussetzung für die Übungen für Fortgeschrittene. Wer sie schiebt, schiebt automatisch alles Weitere mit.
Tipp
Grundkurs-Stoff hält sich schlecht im Kopf, wenn du ihn nur liest. Mit den Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem auf jurahilfe.de rufst du Definitionen und Prüfungspunkte aktiv ab, statt sie zu überfliegen. Lücken siehst du sofort, statt erst in der Klausur.
Mittelphase: Übungen für Fortgeschrittene
Ab dem 4. Semester wird der Stoff breiter: Zivilprozessrecht, Grundzüge des Familienrechts und des Erbrechts, Arbeitsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Sicherheits- und Polizeirecht, Baurecht, Kommunalrecht, Verwaltungsprozessrecht, Europarecht, Strafprozessrecht.
Das eigentliche Nadelöhr sind die drei Übungen für Fortgeschrittene in Bürgerlichem Recht, Strafrecht und Öffentlichem Recht. Ihre Scheine sind Zulassungsvoraussetzung für die Erste Juristische Staatsprüfung. Ohne sie kommst du gar nicht erst zur Anmeldung. Die Fakultät bietet zu jeder Übung ein verblocktes Vorbereitungs-Konversatorium an.
Parallel soll das Schwerpunktbereichsstudium beginnen, empfohlen ab dem 4. Semester. Im 6. Semester schreibst du die Studienarbeit im Seminar deines Schwerpunkts.
Erste Juristische Prüfung: Staatsprüfung plus Universitätsprüfung
Die Erste Juristische Prüfung besteht aus zwei Teilen, so schreibt es § 5 DRiG bundesweit vor. Die staatliche Pflichtfachprüfung nimmt das Bayerische Landesjustizprüfungsamt ab, sie zählt 70 Prozent der Gesamtnote. Die Juristische Universitätsprüfung im Schwerpunktbereich macht die Fakultät, sie zählt 30 Prozent.
Der staatliche Teil besteht in Bayern aus sechs Klausuren, die 70 Prozent der Staatsprüfungsnote ausmachen, und einer mündlichen Prüfung mit 30 Prozent. Wie die mündliche Prüfung abläuft und wie du dich darauf vorbereitest, steht im Artikel zur mündlichen Prüfung im Jura-Examen.
Die bayerische Erste Juristische Prüfung gilt bundesweit als die anspruchsvollste. Das liegt am Prüfungsstoff, der umfangreicher ist als in den meisten anderen Ländern, und an der Benotung. Ein Blick auf die Zahlen relativiert das: 2025 sind in Bayern zwar 28,07 Prozent durch die Staatsprüfung gefallen, aber nur 3,7 Prozent endgültig gescheitert.
Besonderheiten: Legal AI und der Umgang mit KI im Jurastudium
Die Fakultät nennt das selbst „das Würzburger Modell“: Von Legal AI über Legal Tech bis zu zusätzlichen Zertifikatsangeboten sollst du den Umgang mit den Werkzeugen schon im Studium lernen. Getragen wird das vom Legal Tech Center der Fakultät, dessen Wurzeln in Eric Hilgendorfs Forschungsstelle RobotRecht liegen.
Der LTO-Uni-Guide berichtet zusätzlich von einer Pflichtvorlesung „Legal AI: Künstliche Intelligenz in der Rechtsfindung“ ab dem Wintersemester 2026/27, ergänzt um „Legal Coding“ und ein KI-Zertifikat, dazu weniger Hausarbeiten und einen ausdrücklich erlaubten, transparenten Einsatz generativer KI. Prüf das vor der Studienwahl im aktuellen Vorlesungsverzeichnis nach, die Fakultätsseite führt bisher nur die Zertifikatsangebote auf.
Ich halte das für den richtigen Weg, mit einer Einschränkung. Sprachmodelle erfinden Fundstellen, verwechseln Streitstände und liefern Subsumtionen, die formal richtig klingen und inhaltlich falsch sind. Wer sie ohne eigenes Verständnis einsetzt, produziert Text, den er nicht prüfen kann. Der Gutachtenstil bleibt Handarbeit, und im Examen sitzt du ohnehin ohne Hilfsmittel da.
Schlüsselqualifikationen und Fachsprachen für Juristen
Die Fakultät bietet ein ungewöhnlich breites Programm an Schlüsselqualifikationen: Rhetorik für Juristen, Gesprächsführung und Argumentation, Verhandlungsmanagement, Streitschlichtung, Mediation, Vernehmungslehre, Vertragsgestaltung.
Das Fachsprachenprogramm ist dreistufig aufgebaut: Sprachkurse, Fachsprachenkurse und Einführungen in ausländisches Recht. Rechtsenglisch, Rechtsfranzösisch, Rechtsspanisch, Rechtsrussisch und Rechtstürkisch stehen zur Wahl, dazu Einführungen in das englische, US-amerikanische, indische, französische, spanische, lateinamerikanische, russische und türkische Recht, jeweils in der Landessprache. Damit erledigst du den fremdsprachigen Nachweis nach § 24 Abs. 2 JAPO nebenbei.
Das zahlt sich vor allem aus, wenn du ins Ausland willst. Was ein Auslandssemester im Jurastudium bringt und wie es sich mit dem Freiversuch verträgt, klärt unser Artikel zum Jura-Auslandssemester.
Schwerpunktbereiche an der Juristischen Fakultät Würzburg
Die Fakultät hat ihr Schwerpunktangebot mit der Studien- und Prüfungsordnung 2026 neu zugeschnitten. Wer sein Schwerpunktstudium zum Sommersemester 2026 oder später aufnimmt, wählt aus zwölf Schwerpunktbereichen. Wer vorher zugelassen wurde, bleibt in seinem alten Bereich, für ihn ändert sich nichts.
Das sind die zwölf Bereiche der Studien- und Prüfungsordnung 2026 samt der Frage, für wen sie sich anbieten:
| Nr. | Schwerpunktbereich | Passt zu |
|---|---|---|
| 1 | Grundlagen des Rechts | Rechtsgeschichte, Römisches Recht, Kirchenrecht, Rechtsphilosophie |
| 2 | Privatrechtsdogmatik und Zivilrechtspflege | Haftungs-, Familien-, Erb- und Insolvenzrecht, Justizberufe |
| 3 | Internationales Privat- und Zivilverfahrensrecht und Rechtsvergleichung | IPR, grenzüberschreitende Verfahren, Rechtsvergleichung |
| 4 | Globales Wirtschaftsrecht und Nachhaltigkeit | Welthandel, Binnenmarkt, Schiedsgerichtsbarkeit, ESG |
| 5 | Arbeitsrecht im Unternehmen | Tarif- und Betriebsverfassungsrecht, Personal, Sozialrecht |
| 6 | Gesellschaftsrecht und Steuerrecht | Kapitalgesellschaften, Umwandlung, Steuerberatung, M&A |
| 7 | Wettbewerb, Regulierung, Digitalisierung | Kartellrecht, Energie- und Telekommunikationsrecht, Plattformen |
| 8 | Geistiges Eigentum und Datenrecht | Marken-, Urheber- und Wettbewerbsrecht, Datenschutz |
| 9 | Europäischer und internationaler Menschenrechtsschutz | Völkerrecht, EMRK, internationale Organisationen |
| 10 | Staat und Verwaltung | Verwaltungslaufbahn, Umwelt- und Wirtschaftsverwaltungsrecht |
| 11 | Kriminalwissenschaften | Wirtschafts-, Medizin- und Computerstrafrecht, Kriminologie |
| 12 | Französisches Recht | Auslandsjahr an der Université Paris 2 Panthéon-Assas |
Zwölf Schwerpunktbereiche ab dem Sommersemester 2026
Die neuen Bereiche sind: Grundlagen des Rechts, Privatrechtsdogmatik und Zivilrechtspflege, Internationales Privat- und Zivilverfahrensrecht und Rechtsvergleichung, Globales Wirtschaftsrecht und Nachhaltigkeit, Arbeitsrecht im Unternehmen, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht, Wettbewerb, Regulierung, Digitalisierung, Geistiges Eigentum und Datenrecht, Europäischer und internationaler Menschenrechtsschutz, Staat und Verwaltung, Kriminalwissenschaften sowie Französisches Recht.
Was sich geändert hat, lohnt einen Blick. Aus dem alten Angebot mit vierzehn Bereichen sind mehrere Wirtschaftsrechts-Zuschnitte zusammengelegt worden: Europäisches und internationales Privat- und Handelsrecht und Schiedsgerichtsbarkeit, Globales und europäisches Recht der Wirtschaft und Innovation sowie Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht sind im neuen Bereich Globales Wirtschaftsrecht und Nachhaltigkeit aufgegangen. Der frühere Bereich Wettbewerb und Regulierung hat die Digitalisierung dazubekommen, und Geistiges Eigentum und Datenrecht ist als eigener Bereich neu. Der Bereich Rechtsvergleichung als solcher ist entfallen, seine Inhalte stecken jetzt im internationalen Privatrechtsbereich.
Der Schwerpunkt Französisches Recht ist die auffälligste Option: Du absolvierst ihn an der Université Paris 2 Panthéon-Assas, mit Prüfungen im französischen Privat- und Öffentlichen Recht und einer französischsprachigen Seminararbeit. Du verbringst dafür zwei Semester in Paris, die auf dein Würzburger Studium angerechnet werden.
Welcher Schwerpunkt zu dir passt und woran du das festmachst, diskutieren wir ausführlich im Artikel zum besten Schwerpunkt im Jurastudium. Kurzfassung für Würzburg: Wähle nach Interesse und nach der Frage, wer das Seminar betreut, nicht nach Notengerüchten.
Begleitstudium Europäisches Recht und Bachelor of Laws
Das Begleitstudium im Europäischen Recht gibt es seit 1998 und ist die bekannteste Würzburger Besonderheit. Du belegst es parallel zum Staatsexamensstudium und bekommst am Ende das Zeugnis über Begleitstudien im Europäischen Recht, das zur Bezeichnung Europajurist (Universität Würzburg) berechtigt.
Der eigentliche Clou steht im Kleingedruckten: Bestehst du das Begleitstudium, verschiebt sich dein Freiversuch nach § 37 JAPO um ein Semester. Du kannst den Freischuss also nach dem neunten statt nach dem achten Semester schreiben. Ein zusätzliches Semester Examensvorbereitung ohne Verlust des Freiversuchs, das bekommst du an keiner anderen bayerischen Fakultät so.
Seit dem Wintersemester 2023/24 gibt es außerdem den Bachelor of Laws im Europäischen Recht, sieben Semester, mit Anrechnung vieler Leistungen aus dem Staatsexamensstudium. Du kannst also mit einem LL.B. in der Tasche ins Examen gehen. Nach einem nicht bestandenen Versuch stehst du damit nicht ohne Abschluss da. Wer noch weiter will: Der Aufbaustudiengang schließt mit dem LL.M.Eur. ab, dazu kommt der englischsprachige LL.M. „Digitalization and Law“ über drei Semester.
Ablauf der Juristischen Universitätsprüfung
Die Universitätsprüfung besteht aus zwei Leistungen: der schriftlichen Studienarbeit im Seminar und der studienabschließenden Klausur. Die Anmeldung zum Schwerpunktbereich läuft online, im Sommersemester typischerweise Anfang Juni. Wichtig für die Planung: Wer im folgenden Wintersemester die Studienarbeit schreiben will, muss spätestens im Semester davor zugelassen sein.
Die studienabschließenden Klausuren werden im Block geschrieben, im Sommersemester 2026 etwa zwischen dem 20. und 31. Juli, aufgeteilt nach Schwerpunktbereichsgruppen. Die Bescheinigung über die bestandene Universitätsprüfung, die du für die Anmeldung zur Staatsprüfung brauchst, ziehst du dir digital über WueStudy.
Die Noten fallen hier deutlich besser aus als im staatlichen Teil. Bayernweit erreichten 2025 in der Universitätsprüfung 90,93 Prozent ein Prädikat und 65,74 Prozent sogar ein großes Prädikat; 23,43 Prozent bekamen ein „gut“, 8,98 Prozent ein „sehr gut“. Verlass dich trotzdem nicht auf diesen Teil: Er zählt nur 30 Prozent, und eine gute Schwerpunktnote rettet keine schwache Staatsprüfung.
Examensvorbereitung an der Uni Würzburg
Die Fakultät fährt ein vollständiges eigenes Examensprogramm: Jahreskurs über alle drei Rechtsgebiete, ganzjähriger Klausurenkurs, zweimal jährlich Probeexamen und Simulationen der mündlichen Prüfung. Das kostet dich nichts. Ob dir das reicht oder ob du zusätzlich ein kommerzielles Repetitorium brauchst, ist die teuerste Einzelentscheidung deines Studiums.
Das Uni-Repetitorium: Examenskurs, Klausurenkurs, Probeexamen
Der Examensklausurenkurs läuft das ganze Jahr, jeden Samstag von 9 bis 14 Uhr im Hörsaal I der Alten Universität, ohne Anmeldung. Jede Klausur wird einzeln korrigiert und anhand einer Lösungsskizze besprochen. Der Examenskurs selbst wiederholt in Vorlesungsform den gesamten Pflichtstoff, ergänzt um Vorbereitungskurse zu einzelnen Bereichen und Kleingruppenbetreuung ab dem 7. Semester.
Zweimal im Jahr gibt es ein Probeexamen: sechs fünfstündige Klausuren innerhalb von eineinhalb Wochen, dazu eine mündliche Prüfung. Das ist die Originalbelastung, absichtlich. Wie du so einen Durchgang auswertest, ohne dich vom Ergebnis umwerfen zu lassen, steht im Artikel zum Probeexamen im Jurastudium.
Nach dem schriftlichen Teil bietet die Fakultät Simulationen der mündlichen Prüfung in Privatrecht, Öffentlichem Recht und Strafrecht an. Für die Nerven gibt es zusätzlich das Seminar „Mentale Examensvorbereitung“. Ob ein Uni-Rep als alleinige Vorbereitung ausreicht, haben wir generell im Artikel Reicht das Universitätsrepetitorium fürs Examen? durchgerechnet.

Tipp
Ein Klausurenkurs zeigt dir Lücken, schließt sie aber nicht. Mit den Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de trainierst du zwischen zwei Samstagsklausuren an kleinen Sachverhalten, wo genau du falsch abbiegst, samt ausführlicher Erläuterung zu jeder Antwortoption.
Freischuss in Bayern und die Würzburger Sonderregel
Der Freiversuch nach § 37 JAPO gilt, wenn du die Erste Juristische Staatsprüfung nach ununterbrochenem Studium spätestens im ersten Termin nach dem Ende des achten Semesters ablegst. Fällst du dabei durch, gilt der Versuch als nicht unternommen, und du behältst Erstversuch plus Wiederholung. Bestehst du, kannst du einmal zur Notenverbesserung antreten, im nächsten oder übernächsten Termin (§ 15 Abs. 1 Satz 2 JAPO).
Die Würzburger Besonderheit: Mit bestandenem Begleitstudium Europäisches Recht verschiebt sich dieser Zeitpunkt um ein Semester nach hinten. Wie der Freiversuch in den einzelnen Ländern geregelt ist und wo er sich sonst noch verschieben lässt, zeigt unser Überblick zu Freischuss und Abschichten in 16 Bundesländern.
Ob sich die Notenverbesserung lohnt, ist eine eigene Rechnung: Zeit, Geld und Nerven gegen eine bessere Note. Die Kriterien dafür stehen im Artikel zum Verbesserungsversuch im Examen.
Ergebnisse im Staatsexamen: Würzburg im bayerischen Vergleich
Hier liegt das stärkste Argument für Würzburg. Im Prüfungsjahr 2025 (Termine 2024/2 und 2025/1) lag die Misserfolgsquote in Würzburg bei 25,48 Prozent und damit unter allen sieben bayerischen Prüfungsorten am niedrigsten; der Landesschnitt betrug 28,07 Prozent.

So verteilen sich Misserfolgs- und Prädikatsquote über die sieben bayerischen Prüfungsorte im Prüfungsjahr 2025:
| Prüfungsort | Misserfolg | Prädikat |
|---|---|---|
| Würzburg | 25,48 % | 44,19 % |
| München | 27,01 % | 49,62 % |
| Erlangen-Nürnberg | 27,33 % | 48,23 % |
| Bayreuth | 28,24 % | 52,29 % |
| Passau | 28,49 % | 44,16 % |
| Regensburg | 30,38 % | 44,30 % |
| Augsburg | 30,73 % | 46,57 % |
| Bayern gesamt | 28,07 % | 47,44 % |
Bei den Prädikatsexamina sieht es anders aus. Mit 44,19 Prozent liegt Würzburg auf dem sechsten Platz, praktisch gleichauf mit Passau (44,16 Prozent) und deutlich hinter Bayreuth (52,29 Prozent). Achtung bei der Lesart: Das Landesjustizprüfungsamt zählt hier „befriedigend“ und besser als Prädikat, das ist die großzügige Definition. Was in der juristischen Praxis als Prädikat gilt und ab wann, klären wir im Artikel zum Prädikatsexamen.
Zusammengefasst heißt das: Beim Bestehen liegt Würzburg vor jeder anderen bayerischen Fakultät, bei den Spitzennoten im hinteren Feld. Wenn dein Ziel Großkanzlei ist, ändert der Studienort daran ohnehin wenig. Einen realistischen Fahrplan bis zum Examen findest du im Masterplan für das erste Staatsexamen.
Noch eine Zahl fürs Erwartungsmanagement: Erstableger, die die Erste Juristische Prüfung in Bayern bestehen, haben im Schnitt 12,13 Semester studiert, der Median liegt bei 12. Zählt man die Wiederholer mit, sind es 12,43 Semester. Die neun Semester Regelstudienzeit beschreiben, was der Studienplan hergibt. Wie lange du wirklich brauchst, entscheidet die Examensvorbereitung.
Leben in Würzburg: Jura studieren zwischen Main und Festung
Würzburg hat rund 133.000 Einwohner und über 25.000 Studierende allein an der Universität. Das Verhältnis merkst du sofort. Die Stadt ist kompakt und fußläufig. Weil sich die Universität über das ganze Stadtgebiet verteilt, gibt es fast überall Cafés und Kneipen. Die Juristische Fakultät liegt mitten in der Innenstadt.
Was macht Würzburg im Alltag von Studierenden aus?
Der Main teilt die Stadt, auf der einen Seite die Altstadt mit Residenz und Dom, auf der anderen der Weinberg mit der Festung Marienberg darüber. Die Würzburger Residenz mit Hofgarten und Residenzplatz ist seit 1981 UNESCO-Welterbe und war die erste Welterbestätte Bayerns.
Praktisch heißt Kompaktheit: kurze Wege. Vom Hauptbahnhof bis zur Alten Universität läufst du gut fünfzehn Minuten. Das Semesterticket gilt im gesamten Verkehrsverbund Mainfranken, dazu in den Landkreisen Kitzingen und Main-Spessart. Wer weiter fahren will, stockt gegen Aufpreis auf ein Deutschland-Ticket auf.
Wer aus einer Großstadt kommt, sollte ehrlich mit sich sein: Würzburg ist keine Metropole. Das Kulturangebot ist für die Größe stark, bleibt aber ein Angebot für eine mittelgroße Stadt. Dafür kennst du nach zwei Semestern halbe Jahrgänge.

Wohnen und Kosten im Jurastudium
Ein WG-Zimmer kostet in Würzburg meist zwischen 400 und 600 Euro, je nach Lage und Ausstattung. Die klassischen Studentenviertel sind Grombühl, Sanderau, Zellerau und Frauenland; günstiger wird es in Grombühl und Versbach. Zwölf Studierendenwohnheime betreibt das Studierendenwerk in der Stadt, die Universität empfiehlt aber ausdrücklich, parallel privat zu suchen und Umlandorte wie Gerbrunn, Veitshöchheim, Zell, Höchberg oder Randersacker mitzudenken.
Ein Würzburger Kuriosum sind die Denklerblocks, ehemalige Arbeiter- und Sozialwohnungen, in denen heute fast nur noch Studierende und junge Familien leben. Wer chronisch knapp ist, kann sich außerdem beim Projekt „Wohnen für Hilfe“ bewerben: kostenlos wohnen bei älteren Menschen oder Familien, im Gegenzug Unterstützung im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung.
Studiengebühren gibt es in Bayern seit dem Wintersemester 2013/14 nicht mehr. Der Semesterbeitrag beträgt ab dem Wintersemester 2026/27 insgesamt 182,10 Euro, davon 110,10 Euro Semesterticket und 72 Euro Studierendenwerksbeitrag. Was ein Jurastudium sonst noch kostet, rechnen wir im Artikel zu den Kosten des Jurastudiums durch. Und falls Geld der Engpass ist: Es gibt mehr Stipendien für Jurastudierende, als die meisten vermuten.
Die fixen Posten für ein Semester in Würzburg im Überblick:
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Studiengebühren | keine |
| Semesterticket | 110,10 Euro pro Semester |
| Studierendenwerksbeitrag | 72,00 Euro pro Semester |
| Semesterbeitrag gesamt | 182,10 Euro pro Semester |
| WG-Zimmer | meist 400 bis 600 Euro im Monat |
Feiern, Wein und Freizeit
Die Würzburger Institution heißt Brückenschoppen. Auf der Alten Mainbrücke gibt es Frankenwein im 0,25-Liter-Schoppenglas. Getrunken wird direkt auf der Brücke, mit Blick auf die Festung Marienberg und die Wallfahrtskirche Käppele. Das Weinfenster der Alten Mainmühle machte daraus 2007 ein festes Ritual. An warmen Abenden stehen dort hunderte Leute, Studierende neben Rentnern neben Straßenmusikern.

Für den Rest des Nachtlebens: Die Sanderstraße ist die Kneipenachse im Studentenviertel, mit der Loma Bar seit 2006 und Kurt & Komisch als studentischen Fixpunkten. Die Posthalle ist die größte Partylocation der Stadt. Das Boot ist ein schwimmender Club in der Äußeren Pleich, bekannt für den „Thirsty Thursday“. Der Zauberberg samt Biergarten liegt am Alten Hafen an der Veitshöchheimer Straße. Auf der Kulturmeile am Alten Hafen läuft im Sommer ohnehin ständig etwas. Für Erstsemester gibt es Shuttlepartys, bei denen ein Bus von Kneipe zu Kneipe fährt.
Über das Jahr verteilt: Kiliani als großes Volksfest, das Africa Festival, das Mozartfest, das Umsonst-und-Draußen-Festival, der Hafensommer mit schwimmender Bühne, das Mittelalterfest auf der Festung, der Kunstmarkt auf der Alten Mainbrücke und die Weinfeste der Winzerdörfer im Umland. Im Winter kommen das Internationale Filmwochenende und das Jazzfest dazu. Sportlich spielen die Würzburg Baskets in der Basketball-Bundesliga.
Erfahrungen von Studierenden
Auf StudyCheck kommt der Studiengang auf 3,9 von 5 Sternen bei 211 Bewertungen aus den letzten drei Jahren, 94 Prozent sprechen eine Weiterempfehlung aus. Das ist ein guter Wert für ein Fach, in dem Frust strukturell dazugehört.
Interessanter als die Gesamtnote sind die Einzelkategorien. Am besten bewertet werden Literaturzugang (4,4) und Studieninhalte (4,3), am schwächsten das digitale Studieren (3,5), gefolgt von Organisation, Ausstattung und Lehrveranstaltungen (je 3,7). Übersetzt: Inhaltlich und bei der Literaturversorgung liefert die Fakultät, bei Aufzeichnungen und Hörsaaltechnik hakt es. Mehrere Bewertungen erwähnen, dass Vorlesungen nicht aufgezeichnet werden, Folien und Übungsaufgaben aber verlässlich online stehen.
Dass das Studium anstrengend ist, schreiben fast alle. Solche Bewertungen liest du an jeder juristischen Fakultät. Wie schwer das Fach wirklich ist, haben wir separat aufgedröselt im Artikel Wie schwer ist das Jurastudium?.
Für wen ist die Uni Würzburg die richtige Wahl?
Würzburg passt gut, wenn du ohne NC anfangen willst, eine mittelgroße Fakultät mit kurzen Wegen suchst und die kostenlose Examensvorbereitung ernsthaft nutzen wirst. Es passt weniger gut, wenn du Großstadtleben brauchst oder deine Standortwahl von der Prädikatsquote abhängig machst.
Stärken und Schwächen im Überblick
Die Stärken zuerst. Zulassungsfrei mit Start im Winter- und im Sommersemester, damit maximal flexibel. Die niedrigste Misserfolgsquote der bayerischen Prüfungsorte. Ein vollständiges, kostenloses Examensprogramm mit Probeexamen und Prüfungssimulationen. Das Begleitstudium Europäisches Recht mit dem verschobenen Freiversuch, dazu LL.B., LL.M.Eur. und ein englischsprachiger LL.M. zur Digitalisierung. Und ein Fachsprachenprogramm, das seinesgleichen sucht.
Die Schwächen: Die Prädikatsquote liegt im hinteren bayerischen Feld. Die Digitalisierung der Lehre bewerten die Studierenden selbst als schwächsten Punkt, Vorlesungsaufzeichnungen sind die Ausnahme. Und das bayerische Examen ist und bleibt der umfangreichste Prüfungsstoff bundesweit, unabhängig davon, wie gut deine Fakultät dich darauf vorbereitet.
Würzburg im Vergleich mit den anderen Fakultäten in Bayern
Bayern hat sieben juristische Prüfungsorte: Augsburg, Bayreuth, Erlangen-Nürnberg, München, Passau, Regensburg und Würzburg. Beim Bestehen führt Würzburg mit 25,48 Prozent Misserfolgsquote, gefolgt von München (27,01) und Erlangen-Nürnberg (27,33). Am anderen Ende stehen Augsburg (30,73) und Regensburg (30,38).
Bei den Prädikatsexamina dreht sich das Bild: Bayreuth führt mit 52,29 Prozent klar, dahinter München (49,62) und Erlangen-Nürnberg (48,23). Würzburg liegt mit 44,19 Prozent knapp vor Passau. Details zu zwei der Alternativen findest du in unseren Ortsführern zu Jura an der LMU München und zur Uni Bayreuth.
Eine Warnung zur Interpretation: Diese Quoten messen auch, wer sich überhaupt anmeldet. Eine Fakultät mit strengem Zwischenprüfungsfilter schickt weniger Wackelkandidaten ins Examen und sieht danach besser aus. Nimm die Zahlen als Anhaltspunkt, nicht als Rangliste der Lehrqualität.
Am Ende entscheidet weniger der Standort als das, was du zwischen dem dritten und dem achten Semester tatsächlich tust. Würzburg gibt dir dafür einen unaufgeregten Rahmen und ein kostenloses Examensprogramm. Den Stoff kannst du parallel mit den aufeinander aufbauenden Lernpfaden auf jurahilfe.de aufarbeiten, vom Verstehen über das Wiederholen bis zum Test am Fall.
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Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.
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