An kaum einer deutschen Uni ist Jura so begehrt und das WG-Zimmer so teuer wie in München. Die Juristische Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) gilt vielen als erste Adresse für ein Jurastudium, und genau deshalb lohnt sich der ehrliche Blick hinter den Ruf.
Kurz gesagt: Für die meisten lohnt sich die LMU. Sie steht im Times-Higher-Education-Ranking 2025 auf Platz 1 der deutschen Jura-Fakultäten, bietet ein kostenloses Examinatorium und liegt in Bayern, das bei den Examensnoten überdurchschnittlich abschneidet. Der Preis dafür heißt München: die teuerste Studentenstadt des Landes.
Ob der NC, das bayerische Prüfungsrecht und die Lebenshaltungskosten für dich aufgehen, hängt von deiner Situation ab. Dieser Ortsführer geht die Punkte durch, die vor der Bewerbung wirklich zählen, und beantwortet die häufigsten Fragen.
Auf einen Blick:
- Zulassung: örtlicher NC bis zum 4. Fachsemester, Studienstart nur zum Wintersemester, Bewerbung über hochschulstart.de.
- Studium: Regelstudienzeit 10 Semester, Erste Juristische Prüfung aus staatlicher Pflichtfachprüfung (70 Prozent) und universitärer Schwerpunktprüfung (30 Prozent).
- Examensvorbereitung: das Münchner Examenstraining der Fakultät ist umfangreich und komplett kostenlos.
- Ergebnisse: in Bayern erreichen rund 20 Prozent ein Prädikat, die Durchfallquote liegt bei etwa 28 Prozent.
- Leben: keine Studiengebühren, aber ein WG-Zimmer kostet im Schnitt rund 800 Euro und damit mehr als in jeder anderen Studentenstadt.
Tipp
Egal, an welcher Uni du landest, das Pensum ist überall dasselbe. Auf jurahilfe.de lernst du den kompletten Examensstoff in einem verzahnten System aus interaktiven Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, vom ersten Semester bis zum Examen.
Jura an der LMU München: das zeichnet die Juristische Fakultät aus
Die LMU ist die älteste Universität Bayerns und eine der forschungsstärksten Hochschulen Europas. Für Jurastudierende zählt vor allem, dass hinter dem Namen eine große, breit aufgestellte Fakultät steht, an der du fast jedes Rechtsgebiet vertiefen kannst.

Die Juristische Fakultät der LMU in Zahlen
Mit rund 5.800 Studierenden der Rechtswissenschaften gehört die juristische Fakultät der LMU zu den größten juristischen Fakultäten Deutschlands. Etwa 34 Lehrstühle und Professuren decken die drei Säulen Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht sowie zahlreiche Spezialgebiete ab. Dazu kommen mehrere Fakultätsbibliotheken mit langen Öffnungszeiten und eine aktive Fachschaft Jura, die Erstsemester durch den Anfang begleitet.
Die schiere Größe hat einen praktischen Vorteil: Du findest zu fast jedem Interesse einen Lehrstuhl, von Rechtsgeschichte über Kriminalwissenschaften bis zum Recht des Geistigen Eigentums. Außerdem finden Studierende zu diesen Feldern eigene Institute, Informationen und Ansprechpartner. Das schlägt sich später in der Wahl des Schwerpunktbereichs nieder.
Ruf, Geschichte und Ranking der Ludwig-Maximilians-Universität
Gegründet wurde die Universität 1472 in Ingolstadt, 1800 zog sie nach Landshut, seit 1826 sitzt sie in München. Sie trägt die Namen ihrer beiden wichtigsten Förderer, Herzog Ludwig IX. und König Ludwig I. Diese lange Tradition ist mehr als Folklore: Die LMU ist seit Jahren als Exzellenzuniversität ausgezeichnet und schneidet in internationalen Rankings regelmäßig als beste deutsche Adresse für Jura ab. Offiziell heißt sie Ludwig-Maximilians-Universität München und war in der Exzellenzstrategie des Bundes mehrfach erfolgreich.
Im Times-Higher-Education-Fächerranking 2025 belegte die LMU im Bereich Jura Platz 1 in Deutschland, vor der Humboldt-Universität Berlin und Heidelberg. Für dich heißt das vor allem eins: Der Abschluss genießt einen exzellenten Ruf, gerade bei Wirtschaftskanzleien im Großraum München. Ein gutes Ranking nimmt dir das Lernen aber nicht ab, die Staatsprüfung ist bayernweit dieselbe.
Auch das Umfeld spielt eine Rolle. München ist einer der wichtigsten Rechtsstandorte Deutschlands: Hier sitzen der Bundesfinanzhof, das Bundespatentgericht und das Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb, dazu die deutschen Büros vieler internationaler Großkanzleien. Für Praktika, Nebenjobs als studentische Hilfskraft und den späteren Berufseinstieg ist das ein handfester Vorteil.

Bekannte Professorinnen und Professoren
An der Fakultät lehren mehrere bundesweit bekannte Rechtswissenschaftler. Helmut Satzger prägt das deutsche, europäische und internationale Strafrecht und ist vielen aus Lehrbüchern vertraut. Mathias Habersack zählt zu den führenden Stimmen im Handels- und Gesellschaftsrecht. Ansgar Ohly ist einer der renommiertesten Köpfe im Recht des Geistigen Eigentums und im Wettbewerbsrecht.
Solche Namen sind kein Selbstzweck. Wer bei einer Kapazität im eigenen Schwerpunkt hört, Seminare besucht oder eine Doktorarbeit anstrebt, profitiert von der Nähe zur aktuellen Forschung. Im Pflichtstoff des Grundstudiums merkst du davon zunächst wenig, im Hauptstudium und in der Wissenschaft dafür umso mehr.
Die Fakultät ist international ausgerichtet. Über das Fachsprachenzentrum kannst du eine fachspezifische Fremdsprachenausbildung absolvieren, dazu kommen zahlreiche Erasmus-Partneruniversitäten und studentische Projekte wie Moot Courts und eine Law Clinic. Solche Angebote sind freiwillig, schärfen aber dein Profil neben dem reinen Pflichtstoff.
NC und Bewerbung an der Uni München
Rechtswissenschaft ist an der LMU örtlich zulassungsbeschränkt. Das schreckt viele ab, doch die Hürde ist niedriger, als der Ruf der Uni vermuten lässt.
Wie hoch ist der NC für Jura an der LMU?
Einen festen NC gibt es nicht. Die Zulassungsgrenze wird jedes Wintersemester neu aus den Bewerberzahlen ermittelt und schwankt spürbar. Der Studiengang ist bis zum vierten Fachsemester zulassungsbeschränkt, in einzelnen Jahren lag die Grenze aber so niedrig, dass praktisch alle Bewerberinnen und Bewerber einen Platz bekamen.
Die Plätze werden über mehrere Quoten vergeben, vor allem nach Abiturnote und nach Wartezeit. Wie der Numerus Clausus im Detail funktioniert und welche Durchschnitte an anderen Fakultäten aufgerufen werden, erklärt unser Überblick zum NC im Jurastudium. Verlass dich bei der Planung nie auf einen einzelnen Vorjahreswert, sondern bewirb dich auch mit einem mittleren Schnitt.
Die wichtigsten Eckdaten zur Bewerbung im Überblick:
| Merkmal | LMU München (Jura) |
|---|---|
| Zulassung | örtlich beschränkt bis 4. Fachsemester |
| Studienstart | nur Wintersemester |
| Bewerbung | über hochschulstart.de (DoSV) |
| Frist | in der Regel 15. Juli |
| Studiengebühren | keine (nur Studierendenwerksbeitrag) |
So läuft die Bewerbung über hochschulstart
Die Bewerbung läuft nicht direkt über die LMU, sondern über das Portal hochschulstart.de im dialogorientierten Serviceverfahren (DoSV). Du legst dort ein Konto an, priorisierst deine Wunschstudiengänge und reichst deine Unterlagen ein. Wer keinen Platz in der ersten Runde bekommt, hat über das Nachrückverfahren oft noch echte Chancen.
Auch ohne klassisches Abitur ist der Weg nicht versperrt. Mit einer beruflichen Qualifikation oder über eine Eignungsprüfung kannst du unter bestimmten Voraussetzungen ebenfalls zugelassen werden, wie unser Ratgeber zu Jura studieren ohne Abitur zeigt.
Studienbeginn: nur zum Wintersemester
Erstsemester nimmt die LMU im Fach Jura nur zum Wintersemester auf. Ein Einstieg zum Sommersemester ist im ersten Fachsemester nicht möglich, wohl aber ein Quereinstieg in ein höheres Fachsemester nach einem Wechsel. Plane deine Bewerbung also auf den Sommer, damit du im Oktober starten kannst.
Tipp
Die ersten Wochen entscheiden über dein Fundament in BGB und Strafrecht. Den kompletten Allgemeinen Teil des BGB lernst du auf jurahilfe.de dauerhaft kostenlos, mit Skript, Karteikarten und Falltraining, ganz ohne Zeitlimit.
Der Studiengang Rechtswissenschaft: Aufbau bis zum Staatsexamen
Der Studiengang führt zur Ersten Juristischen Prüfung, dem ersten der beiden Staatsexamina. Die Regelstudienzeit beträgt zehn Semester, in der Praxis brauchen viele etwas länger. Der bundesweite Aufbau ähnelt sich, die Details regelt in Bayern die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Juristen (JAPO).

Grundstudium und Zwischenprüfung
In den ersten Semestern lernst du im Grundstudium die drei großen Rechtsgebiete von Grund auf: Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht. Parallel legst du die studienbegleitende Zwischenprüfung ab, die du bis etwa zum Ende des vierten Semesters bestanden haben musst. Sie besteht aus Klausuren in den Anfängerübungen und ist die erste echte Hürde des Studiums.
Neben den Vorlesungen besuchst du Arbeitsgemeinschaften in kleinen Gruppen, in denen du das Lösen von Fällen im Gutachtenstil übst. Die ersten großen Hausarbeiten schreibst du in der vorlesungsfreien Zeit. Gerade am Anfang lohnt es sich, die Falltechnik früh sauber zu lernen, weil sie durch das ganze Studium trägt.
Wie sich Grund- und Hauptstudium, Zwischenprüfung und Schwerpunkt zeitlich verzahnen, zeigt unser Überblick zum Aufbau des Jurastudiums im Detail. Wichtig ist vor allem, die Zwischenprüfung nicht zu verschleppen, weil daran der weitere Studienverlauf hängt.
Hauptstudium
Im Hauptstudium vertiefst du die drei Rechtsgebiete und ihre Nebengebiete. Übungen für Fortgeschrittene, Seminare und die ersten Examensklausuren-Formate stehen an. Hier fällt auch die Entscheidung für einen Schwerpunktbereich, der einen eigenen Teil deiner Abschlussnote ausmacht.
Die LMU bietet begleitend eine fachspezifische Fremdsprachenausbildung an, etwa im anglo-amerikanischen Recht. Solche Zusatzqualifikationen kosten Zeit, können aber den Freiversuch verlängern und machen sich im Lebenslauf gut.
Die Erste Juristische Prüfung im Überblick
Die Erste Juristische Prüfung setzt sich aus zwei Teilen zusammen: der staatlichen Pflichtfachprüfung mit 70 Prozent und der universitären Schwerpunktbereichsprüfung mit 30 Prozent. Den staatlichen Teil legst du beim Landesjustizprüfungsamt ab, er entscheidet über den Großteil deiner Note.
Der staatliche Teil besteht in Bayern aus sechs fünfstündigen Klausuren aus Zivilrecht, Strafrecht und Öffentlichem Recht, gefolgt von einer mündlichen Prüfung. Die Prüfungstermine liegen zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst. Nach § 22 JAPO musst du die letzten beiden Semester vor dem Examen an deiner bayerischen Prüfungsuniversität studieren.
In der mündlichen Prüfung wirst du in allen drei Rechtsgebieten geprüft, sie rundet den staatlichen Teil ab. Jeder der beiden Prüfungsteile muss mit mindestens vier Punkten bestanden sein. Wer beide besteht, darf sich Diplom-Juristin oder Diplom-Jurist nennen und ist auf dem Weg ins Referendariat.
Schwerpunktbereiche an der LMU
Der Schwerpunktbereich ist dein juristisches Spezialgebiet und macht 30 Prozent der Examensnote aus. An der LMU ist die Auswahl dank der Größe der Fakultät besonders breit.
Diese Schwerpunkte kannst du wählen
An der Fakultät werden rund zehn Schwerpunktbereiche angeboten, von den klassischen Grundlagenfächern bis zum stark nachgefragten Wirtschafts- und IP-Recht. Welcher Bereich zu dir passt, hängt von deinen Interessen und deinen Berufsplänen ab. Eine ausführliche Entscheidungshilfe bietet unser Artikel dazu, welcher Schwerpunkt sich lohnt.
| Schwerpunkt | Inhaltliche Ausrichtung |
|---|---|
| Rechtsgeschichte / Rechtsphilosophie | Grundlagen, Methodik, neuere Rechtsgeschichte |
| Strafrecht und Strafrechtspflege | Vertieftes Strafrecht, Strafverfahren |
| Kriminalwissenschaften | Kriminologie, Jugendstrafrecht |
| Geistiges Eigentum und Wettbewerb | Urheber-, Marken-, Medien- und Wettbewerbsrecht |
| Unternehmensrecht | Gesellschafts-, Kapitalmarkt-, Insolvenzrecht |
| Arbeits- und Sozialrecht | Individual- und kollektives Arbeitsrecht |
| Steuerrecht | Nationales, internationales und europäisches Steuerrecht |
| Internationales Privatrecht | Europäisches und ausländisches Privat- und Verfahrensrecht |
| Medizinrecht | Arzt-, Haftungs- und Gesundheitsrecht |
Ablauf der Schwerpunktbereichsprüfung
Die Schwerpunktbereichsprüfung ist die Juristische Universitätsprüfung und läuft studienbegleitend im Rahmen des Hauptstudiums. Sie besteht in der Regel aus einer schriftlichen Seminararbeit mit Vortrag und einer Aufsichtsarbeit im jeweiligen Schwerpunkt. Weil dieser Teil die Note deutlich hebt, lohnt es sich, ihn ernst zu nehmen und früh zu planen.
An der LMU sind einige Schwerpunkte stark nachgefragt, etwa das Unternehmensrecht und das Recht des Geistigen Eigentums, das vom Münchner IP-Umfeld profitiert. Andere Bereiche wie die Rechtsgeschichte sind kleiner und persönlicher. Es lohnt sich, vor der Wahl in Vorlesungen der Schwerpunkte hineinzuhören, statt allein nach dem vermeintlich leichtesten Notenschnitt zu gehen.
Examensvorbereitung an der LMU: das Münchner Examenstraining
Für viele ist die Examensvorbereitung der eigentliche Grund, an einer bestimmten Uni zu bleiben. Hier hat die LMU ein starkes Angebot, das den Vergleich mit teuren kommerziellen Repetitorien nicht scheuen muss.
Das Münchner Examenstraining
Das Münchner Examenstraining ist das universitäre Examinatorium der Fakultät und komplett kostenlos. Über rund elf Monate laufen drei Examinatorien im Zivilrecht, im öffentlichen Recht und im Strafrecht, dazu ein umfangreicher Klausurenkurs mit Korrektur, Simulationen der mündlichen Prüfung und ein eigener Kurs für Wiederholer.
Damit deckt die Uni ab, wofür Studierende anderswo mehrere hundert Euro im Monat für ein privates Repetitorium zahlen. Ob du zusätzlich ein kommerzielles Rep brauchst, ist eine Typfrage. Einen strukturierten Fahrplan für die heiße Phase findest du in unserem Masterplan fürs Examen.
In der Praxis kombinieren viele beides: Sie nutzen das kostenlose Uni-Examinatorium als Rückgrat und ergänzen es punktuell durch ein privates Repetitorium oder einzelne Klausurenkurse. Entscheidend ist am Ende weniger der Anbieter als die eigene Disziplin. Ein Repetitorium ersetzt das eigenständige Wiederholen und Klausurenschreiben nicht, es strukturiert es nur.

Tipp
Im Examen zählt, was du sicher abrufen kannst. Mit dem intelligenten Wiederholungssystem und den Karteikarten auf jurahilfe.de hältst du den Stoff über die lange Examensphase präsent, statt ihn kurz vor der Klausur wieder zu vergessen.
Freischuss und Verbesserungsversuch in Bayern
Wer die Erste Juristische Staatsprüfung spätestens im achten Semester ablegt, schreibt sie nach § 37 JAPO als Freiversuch. Fällt der Versuch nicht gut aus, gilt er als nicht unternommen, und du kannst ohne Nachteil erneut antreten. Bestimmte Zeiten, etwa ein Auslandssemester oder Krankheit, werden nicht mitgezählt und verschieben die Frist nach hinten.
Bei der Notenverbesserung hat Bayern eine wichtige Änderung beschlossen. Der Verbesserungsversuch bleibt möglich, ist aber nicht mehr kostenlos: Für die Wiederholung zur Notenverbesserung fällt eine Gebühr an, im ersten Examen 350 Euro. Ob sich das lohnt, hängt von deiner Ausgangsnote ab. Die Abwägung erklären wir im Detail beim Verbesserungsversuch und bei der Frage, wann man das Examen besser schiebt.
Wie gut sind die bayerischen Examensergebnisse?
Bayern gilt als anspruchsvolles, aber gut benotendes Prüfungsland. Im aktuellen Berichtsjahr erreichten rund 20 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten ein Prädikat (vollbefriedigend und besser), während der bundesweite Durchschnitt niedriger liegt.

Die Kehrseite ist eine spürbare Durchfallquote. Rund 28 Prozent bestehen den staatlichen Teil im ersten Anlauf nicht. Endgültig scheitern aber nur wenige, weil viele einen zweiten Versuch nutzen. Was ein Prädikat für deine Karriere bedeutet, ordnet unser Artikel zum Prädikatsexamen ein.
| Kennzahl (Bayern) | Wert |
|---|---|
| Kandidaten mit Ergebnis | rund 2.700 |
| Prädikatsquote (vollbefriedigend und besser) | etwa 20,6 % |
| Nichtbestehensquote | etwa 28 % |
| Endgültig gescheitert | rund 3,7 % |
Jura studieren und leben in München
München ist der Punkt, an dem sich für viele die Entscheidung entscheidet. Die Stadt bietet enorm viel, kostet aber auch mehr als jeder andere Studienort in Deutschland.
Was München als Studienstadt lebenswert macht
München verbindet Großstadt und Natur wie kaum eine andere deutsche Stadt. Vom Marienplatz mit dem Neuen Rathaus über den Viktualienmarkt bis zum Englischen Garten liegt vieles fußläufig oder mit dem Rad beieinander. Die LMU-Gebäude rund um den Geschwister-Scholl-Platz sind mitten in der Stadt, nicht auf einem abgelegenen Campus.
Dazu kommt die Lage: Die Alpen und die oberbayerischen Seen sind in einer knappen Stunde erreichbar. Wer gern draußen ist, findet an der Isar, im Englischen Garten oder am Starnberger See das ganze Jahr über Ausgleich zum Lernen.

Wohnen, Semesterbeitrag und Lebenshaltungskosten
Der große Nachteil ist der Wohnungsmarkt. Ein WG-Zimmer kostet in München im Schnitt rund 800 Euro und damit mehr als in Berlin, Hamburg oder Frankfurt. Studiengebühren gibt es in Bayern nicht, nur einen Studierendenwerksbeitrag von rund 97 Euro pro Semester. Günstiger wohnst du in einem der Wohnheime des Studierendenwerks, allerdings sind die Wartezeiten lang.
Bei den Vierteln gilt: Rund um die Uni in der Maxvorstadt und im angrenzenden Schwabing ist es beliebt, aber teuer. Wer etwas mehr Weg in Kauf nimmt, findet im Umland entlang der S-Bahn-Linien günstigere Zimmer. Viele Studierende finanzieren die hohen Mieten über einen Nebenjob, den es in einer Wirtschaftsmetropole wie München reichlich gibt.
Insgesamt solltest du München als teures Pflaster einplanen und die Kosten realistisch kalkulieren. Was ein Jurastudium über alle Semester wirklich kostet, rechnet unser Ratgeber zu den Kosten des Jurastudiums vor.
| Posten | ca. Betrag |
|---|---|
| WG-Zimmer | rund 800 € / Monat |
| Wohnheimplatz | ab ca. 285 € / Monat |
| Studierendenwerksbeitrag | rund 97 € / Semester |
| Studiengebühren | keine |
Feiern und Freizeit in München
München hat den Ruf des teuren Pflasters, ist aber alles andere als langweilig. Das Ausgehleben spielt sich vor allem im Glockenbach- und im Gärtnerplatzviertel ab, mit dichten Reihen an Bars, Cafés und Clubs. Für elektronische Musik sind Adressen wie das Blitz am Deutschen Museum, die Rote Sonne, das Harry Klein oder das Muffatwerk fester Bestandteil der Szene.
Livemusik und Konzerte gibt es im Backstage und im Feierwerk, größere Partys im Werksviertel-Mitte hinter dem Ostbahnhof. Wenn es wärmer wird, verlagert sich alles nach draußen: an die Isar zum Flaucher, in die großen Biergärten am Chinesischen Turm, im Augustiner-Keller oder im Hirschgarten, einem der größten Biergärten Europas.
Dazu kommen die Feste, für die München bekannt ist. Das Oktoberfest auf der Theresienwiese und das etwas ruhigere Frühlingsfest gehören genauso zum Studienjahr wie das Tollwood-Festival. Und wer surfen lernen will, muss nicht ans Meer: Die Eisbachwelle im Englischen Garten läuft das ganze Jahr.

Erfahrungen: Wie zufrieden sind Jura-Studierende?
Auf dem Bewertungsportal StudyCheck kommt das Jurastudium an der LMU auf rund 3,8 von 5 Sternen, gut neun von zehn Studierenden würden es weiterempfehlen. Gelobt werden die Qualität der Lehre und das große Angebot, kritisiert werden oft überfüllte Veranstaltungen und die hohen Lebenshaltungskosten. Ob Jura generell so schwer ist wie sein Ruf, ordnet unser Artikel Ist Jura schwer? ein.
Das studentische Leben an der Fakultät ist aktiv. Die Fachschaft Jura organisiert Ersti-Einführungen, Partys und eigene Materialien, und in einer so großen Kohorte findest du schnell Lerngruppen. Wer sich früh vernetzt, kommt durch die anonyme Masse der ersten Semester deutlich besser.
Für wen ist die LMU München die richtige Wahl?
Die LMU passt nicht zu jedem Geldbeutel und nicht zu jedem Typ. Ein ehrlicher Abgleich hilft mehr als der bloße Blick auf das Ranking.
Stärken und Schwächen im Überblick
Die Stärken liegen auf der Hand: ein exzellenter Ruf, eine große Fakultät mit breitem Schwerpunktangebot, ein kostenloses und starkes Examinatorium und ein Prüfungsland, das gute Noten vergibt. Wer wirtschafts- oder IP-rechtlich denkt, sitzt in München an einem der wichtigsten Standorte der Republik.
Die Schwächen sind ebenso klar: die hohen Wohnkosten und ein Massenbetrieb, in dem du dich selbst organisieren musst. Wer eine kleine, familiäre Fakultät sucht, ist an einem kleineren Standort oft besser aufgehoben.
Vergleich mit anderen Fakultäten in Bayern
In Bayern konkurriert die LMU vor allem mit Würzburg, Regensburg, Erlangen-Nürnberg, Augsburg, Bayreuth und Passau. Die Staatsprüfung ist an allen bayerischen Fakultäten dieselbe, die Unterschiede liegen im Umfeld, in der Größe und in den Lebenshaltungskosten. Einen bundesweiten Überblick, worauf es bei der Wahl der Uni ankommt, gibt unser Artikel dazu, wo man Jura studieren sollte.
Wenn du zwischen mehreren traditionsreichen Standorten schwankst, lohnt der Blick über die Landesgrenze. Zum Vergleich haben wir eigene Ortsführer zu Jura in Tübingen und zu Jura in Hamburg geschrieben.
Am Ende ist die Wahl der Uni weniger entscheidend als die eigene Arbeitsweise. Die Staatsprüfung schreibst du überall nach demselben Maßstab, und wer seinen Stoff im System lernt und regelmäßig wiederholt, besteht in München so gut wie in jeder anderen Stadt, zum Beispiel mit den aufeinander aufbauenden Skripten, Karteikarten und Falltrainings auf jurahilfe.de.
Weiterlesen
- Jura im ersten Semester: der Ersti-Guide: Wie du deinen Start ins Jurastudium organisierst.
- Die Notenskala im Jurastudium: Warum ein vollbefriedigend im Jura ein Spitzenergebnis ist.
- Wie lange dauert das Jurastudium?: Aufbau, Inhalte und Dauer im großen Überblick.
- Bachelor of Laws (LL.B.): Der juristische Bachelor als Alternative oder Ergänzung zum Staatsexamen.
Häufig gestellte Fragen
Über den Autor
Johannes Wainryb
Gründer von Jurahilfe.de
Jurist und Softwareentwickler mit über 10 Jahren Erfahrung
Verantwortet bei Jurahilfe.de Technik und Produkt und verbindet juristisches Verständnis mit Lerndidaktik.
- Legal Tech
- Digitales Lernen
- Lern-Apps & Tools
- KI im juristischen Lernen
- Karteikarten & Spaced Repetition



