Rund 1.300 Jurastudierende teilen sich in Trier 19 Professuren. Das ist ein Betreuungsverhältnis, von dem man in Köln oder München nur träumt.
Ob sich das Jurastudium an der Uni Trier lohnt, hängt vor allem davon ab, was du suchst. Du kommst ohne NC hinein, kannst im Sommer- wie im Wintersemester anfangen und nimmst nebenbei einen Bachelor of Laws mit. Dafür ist Trier klein, liegt weit im Westen und bietet weniger Großstadtleben als jede andere Fakultät ihrer Größenordnung.
Jura in Trier hat ein klares Profil: internationale Rechtsstudien und Fremdsprachenausbildung. Sprachen und Auslandsrecht müssen dich also interessieren. Sonst verschenkst du hier einen guten Teil des Angebots.
Auf einen Blick:
- Zulassung: zulassungsfrei, kein NC, Einschreibung zum Winter- und zum Sommersemester.
- Studium: Staatsexamen mit integriertem Bachelor of Laws, acht Schwerpunktbereiche, Fremdsprachenausbildung in mehreren Rechtsordnungen.
- Examensvorbereitung: Unirep über das Zentrum für die juristische Examensvorbereitung, dazu Klausurenkurs, Probeexamen und Klausurenklinik.
- Ergebnisse: Im Prüfungstermin Herbst 2025 bestanden am Standort Trier 70,0 Prozent der Kandidaten die staatliche Pflichtfachprüfung.
- Leben: rund 114.000 Einwohner, Mosel, Römerbauten, Luxemburg 15 Kilometer entfernt, Mieten deutlich unter dem Niveau der Großstädte.
Tipp
Egal an welcher Uni du sitzt, der Pflichtstoff ist derselbe. Auf jurahilfe.de findest du interaktive Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, die vom ersten Semester bis zum Examen aufeinander aufbauen. Den kompletten BGB AT kannst du dauerhaft kostenlos lernen.
Jura an der Uni Trier: Was den Fachbereich V ausmacht
Die Rechtswissenschaft ist in Trier der Fachbereich V. Er sitzt auf dem Campus I in Tarforst, gut 150 Meter über der Innenstadt. Mit rund 1.300 Studierenden ist er eine der kleineren juristischen Fakultäten Deutschlands. Klein heißt hier trotzdem breit aufgestellt. Neben dem Staatsexamen gibt es zwei Bachelor-Studiengänge und acht Schwerpunktbereiche. Dazu eine Fremdsprachenausbildung, die kaum eine andere Uni in dieser Breite anbietet.
Die Fakultät für Rechtswissenschaft in Zahlen
Der Fachbereich Rechtswissenschaft der Universität Trier beschäftigt 19 hauptamtliche Professorinnen und Professoren, dazu elf Honorarprofessuren. Auf dem Papier klingt das nach wenig. Praktisch bedeutet es, dass du in Arbeitsgemeinschaften und Sprechstunden tatsächlich vorkommst und nicht als Matrikelnummer in einem 800er-Hörsaal sitzt.
Die Professuren verteilen sich auf die drei klassischen Säulen: zehn im Zivilrecht, drei im Strafrecht, sechs im Öffentlichen Recht, dazu kommen zwei derzeit vertretene Lehrstühle. Weitere Lehraufträge übernehmen Richterinnen und Anwälte aus der Region. Bei den Honorarprofessuren lehren Praktiker mit Gewicht, darunter ein Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof, ein Vorsitzender Richter am Bundesarbeitsgericht und ein früherer Präsident des Bundeskriminalamts.

Ruf und Geschichte: von 1473 bis heute
Trier hat die ältere Geschichte, aber die jüngere Fakultät. Die alte Universität wurde 1473 gegründet und 1798 unter französischer Besatzung geschlossen. Erst 1970 kam die Neugründung, zunächst als Doppeluniversität mit Kaiserslautern. Der juristische Lehrbetrieb startete am 22. November 1975, zu einer Zeit, als Rheinland-Pfalz noch mit der einstufigen Juristenausbildung experimentierte.
Vier Gründungsprofessoren prägten die Anfangsjahre: Walter Lindacher und Horst Ehmann im Zivilrecht, Volker Krey im Strafrecht, Peter Krause im Öffentlichen Recht. Seit 1989 führt der Fachbereich wieder das überarbeitete Siegel der alten Trierer Juristenfakultät mit dem heiligen Ivo, dem Schutzpatron der Juristen. Das ist mehr Symbolik als Kontinuität. Die inhaltliche Linie kommt aus den Instituten: Arbeitsrecht seit 1982, Umwelt- und Technikrecht seit 1989 (heute Institut für Recht und Digitalisierung), Europäisches Verfassungsrecht seit 1994.
Im Ruf ist Trier keine der lauten Adressen. Prestige-Rankings führen eher nach München, Heidelberg oder Münster. Trier punktet leiser: über die Betreuung, über die internationale Ausrichtung und über eine zentrale Campus-Bibliothek mit kurzen Wegen.

Bekannte Professorinnen und Professoren
Im Öffentlichen Recht lehrt Antje von Ungern-Sternberg. Ihr Lehrstuhl für deutsches und ausländisches öffentliches Recht, Staatskirchenrecht und Völkerrecht befasst sich stark mit Digitalisierung und Grundrechten. Im Arbeitsrecht steht Daniel Ulber, dessen Professur für Europäisches Arbeitsrecht und Bürgerliches Recht regelmäßig in der arbeitsrechtlichen Debatte auftaucht.
Thomas Rüfner verbindet Römisches Recht mit deutschem und internationalem Zivilverfahrensrecht, Diederich Eckardt deckt Zivilprozess- und Insolvenzrecht ab und leitet die Repetenten-AG für Wiederholer. Lea Katharina Kumkar leitet das Zentrum für die juristische Examensvorbereitung und forscht zu Rechtsfragen der Digitalisierung. Im Strafrecht lehren Mohamad El-Ghazi, Scarlett Jansen und Carina Dorneck, drei vergleichsweise junge Professuren mit Schwerpunkten im Wirtschafts- und Medizinstrafrecht.
NC und Bewerbung an der Uni Trier
Die kürzeste Antwort zuerst: Es gibt keinen. Rechtswissenschaft ist in Trier zulassungsfrei, du brauchst also keinen bestimmten Abiturschnitt, keine Wartesemester und kein Auswahlgespräch. Hochschulreife und fristgerechte Einschreibung genügen. Dann hast du den Platz.
Wie hoch ist der NC für Jura in Trier?
Zulassungsfrei bedeutet: Der Studiengang steht nicht auf der Liste der zulassungsbeschränkten Fächer, es wird also gar kein Numerus clausus gebildet. Anders als an den meisten großen Fakultäten entscheidet über deinen Platz nicht die Note, sondern nur die Frist. Wie sich das im bundesweiten Vergleich einordnet und welche Unis welchen Schnitt verlangen, steht im Überblick zum Jura-NC an deutschen Universitäten.
Ein Wort zur Einordnung: Zulassungsfrei heißt nicht anspruchslos. Die Prüfungen sind dieselben wie überall, und die Auslese verschiebt sich vom Zulassungsverfahren in die Zwischenprüfung. Wer mit einem schwachen Abitur startet, hat in Trier eine Chance, die ihm anderswo verwehrt bleibt, und muss sie im Grundstudium einlösen.
So läuft die Bewerbung ab
Die Bewerbung läuft komplett über das Uni-eigene Portal PORTA. Hochschulstart brauchst du nicht, weil dort nur zulassungsbeschränkte Studiengänge koordiniert werden. Du registrierst dich, wählst Rechtswissenschaft, lädst deine Unterlagen als PDF hoch und schließt den Antrag online ab. Nichts geht per Post, außer das Studierendensekretariat fordert dich ausdrücklich dazu auf.
Die Bearbeitung dauert etwa drei Wochen. Einschreiben kannst du dich frühestens ab dem 15. Juli für das Wintersemester und ab dem 15. Januar für das Sommersemester; die Unterlagen gehen entsprechend frühestens Ende Juli beziehungsweise Ende Januar raus. Das Bewerbungsfenster für zulassungsfreie Studiengänge schließt Mitte September für das Wintersemester und Mitte März für das Sommersemester. Für Bewerber von außerhalb der EU endet es deutlich früher, meist Ende Mai. Prüfe die genauen Termine vor jeder Bewerbung auf der Seite der Universität, sie verschieben sich um einzelne Tage.
Übrigens: Der Weg ins Jurastudium steht auch ohne klassisches Abitur offen, über eine berufliche Qualifikation oder eine Zugangsprüfung. Die Voraussetzungen dafür regeln die Länder unterschiedlich, ein Überblick steht im Artikel zum Jurastudium ohne Abitur und mit Fachabitur.
Studienbeginn: Wintersemester oder Sommersemester
Das ist der Punkt, an dem Trier sich von den meisten Fakultäten unterscheidet. Du kannst das Studium zum Winter- und zum Sommersemester aufnehmen. An vielen Unis ist der Start nur im Oktober möglich, wer im Frühjahr entschlossen ist, verliert dort ein halbes Jahr.
Der Sommerstart hat einen Haken, den niemand gern ausspricht: Die Anfängervorlesungen laufen in einem Zyklus, der auf den Winterstart zugeschnitten ist. Als Sommeranfänger hörst du die Grundlagenveranstaltungen teilweise in anderer Reihenfolge und musst deinen Stundenplan bewusster bauen. Frag im Zweifel früh in der Studienberatung des Fachbereichs nach, welche Vorlesung in welchem Semester sinnvoll ist.
| Punkt | Regelung in Trier |
|---|---|
| Zulassung | zulassungsfrei, kein NC, keine Wartesemester |
| Bewerbungsweg | Portal PORTA der Universität, nicht über hochschulstart |
| Studienbeginn | Wintersemester und Sommersemester |
| Bearbeitungsdauer | rund drei Wochen |
| Abschluss | Erste juristische Prüfung, dazu Bachelor of Laws |
Der Studiengang Rechtswissenschaft an der Universität Trier
Das Studium der Rechtswissenschaft folgt in Trier dem bundesweiten Rahmen aus § 5a DRiG: Pflichtfächer aus Bürgerlichem Recht, Strafrecht, Öffentlichem Recht und Verfahrensrecht, dazu ein selbst gewählter Schwerpunktbereich und die praktischen Studienzeiten. Wie das Studium insgesamt aufgebaut ist, vom ersten Semester bis zum Examen, steht im Überblick zum Aufbau des Jurastudiums. Hier geht es um die Trierer Besonderheiten.

Grundstudium und Zwischenprüfung
Die Zwischenprüfung ist in Trier studienbegleitend. Du sammelst sie über die Grundvorlesungen ein, von Zivilrecht I bis Öffentliches Recht I. Einen geschlossenen Prüfungsblock gibt es nicht. Jede Klausur und jede Hausarbeit dieser Phase zählt.
Das hat zwei Seiten. Angenehm ist, dass sich das Risiko verteilt und du früh Rückmeldung bekommst. Unangenehm ist die Wiederholungsgrenze: Viermal durchgefallen in derselben Leistung heißt raus, und zwar bundesweit für das Fach. Auch Profis schauen nach Jahren noch ins Gesetz, aber die Zwischenprüfung verzeiht Nachlässigkeit im ersten Jahr nicht.
Hauptstudium und große Scheine
Im Hauptstudium folgen die Übungen für Fortgeschrittene, im Studentenjargon die großen Scheine. Drei davon brauchst du, je einen in Zivilrecht, Strafrecht und Öffentlichem Recht, und sie sind Zulassungsvoraussetzung für die staatliche Pflichtfachprüfung. Jede Übung besteht aus Klausuren und einer Hausarbeit.
Parallel dazu läuft die Fremdsprachenausbildung. Trier nennt sie fachspezifische Fremdsprachenausbildung, kurz FFA, und lehrt dort ausländische Rechtsordnungen in der jeweiligen Sprache, unterrichtet von Juristen aus verschiedenen Ländern. Das ist mehr als ein Sprachkurs: Du liest englisches Vertragsrecht auf Englisch, französisches Zivilrecht auf Französisch. Deutschlandweit gibt es das in dieser Breite an wenigen Fakultäten.

Erste juristische Prüfung
Am Ende steht die Erste juristische Prüfung, und die zerfällt in zwei Teile. Den größeren Teil trägt die staatliche Pflichtfachprüfung, abgenommen vom Landesprüfungsamt für Juristen in Mainz. In Rheinland-Pfalz schreibst du dafür sechs Aufsichtsarbeiten und legst danach eine mündliche Prüfung ab. Den kleineren Teil steuert die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung bei.
Die mündliche Prüfung wird gern unterschätzt. Sie kostet dann Punkte, die im Schriftlichen mühsam erarbeitet wurden. Was dich dort erwartet und wie du dich vorbereitest, steht im Artikel zur mündlichen Prüfung im Jurastaatsexamen. Nach bestandener Prüfung darfst du dich Referendar jur. nennen und auf Antrag zusätzlich den Grad Diplomjurist führen.
Bachelor of Laws und International Legal Studies
Trier hat den Bachelor in den Staatsexamensweg eingebaut. Parallel zum Staatsexamensstudium schreibst du dich in den Bachelor of Laws (LL.B.) Rechtswissenschaft ein. Er entsteht aus denselben Leistungen. Zusätzliche Prüfungen oder ein weiteres Studienjahr kostet er nicht. Wichtig: Ohne diese zweite Einschreibung gibt es den Abschluss nicht, sie passiert nicht automatisch. Der Nutzen ist handfest. Wer das Examen nicht besteht oder abbricht, hat trotzdem einen anerkannten akademischen Abschluss. Absolventinnen und Absolventen führen ihn ohnehin mit. Was der LL.B. beruflich wert ist, ordnet der Artikel zum Bachelor of Laws ein.
Daneben gibt es den eigenständigen Bachelor International Legal Studies. Er kombiniert deutsches Recht mit internationalen Profilen, verlangt einen Sprachtest für die gewählten Profile und schließt ein Auslandssemester ein. Für alle, die ohnehin ins Ausland wollen, ist das der zweite Grund für Trier.
Tipp
Die Zwischenprüfung entscheidet früher über den Studienerfolg, als den meisten lieb ist. Mit den Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem von jurahilfe.de fragst du den Stoff der Grundvorlesungen aktiv ab, statt ihn nur noch einmal zu lesen. Wissenslücken fallen so vor der Klausur auf und nicht in ihr.
Schwerpunktbereiche: Diese acht Wahlmöglichkeiten hast du
Den Schwerpunktbereich stellst du dir selbst zusammen. Er bringt 30 Prozent der Gesamtnote der Ersten juristischen Prüfung, die übrigen 70 Prozent trägt die staatliche Pflichtfachprüfung. In Trier werden acht Schwerpunkte angeboten, und die Auswahl spiegelt die Institute des Fachbereichs.
Von Umwelt und Infrastruktur bis Steuerrecht
| Schwerpunktbereich | Wofür er steht |
|---|---|
| Grundlagen der europäischen Rechtsentwicklung | Römisches Recht, Rechtsgeschichte, historische, methodische und philosophische Grundlagen der Rechtswissenschaft |
| Unternehmensrecht | Handels- und Wirtschaftsrecht, Gesellschafts- und Insolvenzrecht |
| Arbeits- und Sozialrecht | Individual- und Kollektivarbeitsrecht, Sozialrecht, europäische Bezüge |
| Internationales und Wirtschafts-Strafrecht | Wirtschaftsstrafrecht, europäisches und internationales Strafrecht |
| Umwelt und Infrastruktur | Umweltrecht, Planungs- und Technikrecht, Infrastrukturvorhaben |
| Europäisches und internationales Recht | Europarecht, Völkerrecht, internationales Privatrecht |
| Deutsches und Internationales Steuerrecht | Ertrag- und Unternehmenssteuerrecht, internationale Bezüge |
| Recht der Informationsgesellschaft und des Geistigen Eigentums | Urheber-, Marken- und Datenrecht, Digitalisierung |
Zwei Beobachtungen zur Auswahl. Erstens korrelieren die Schwerpunkte eng mit den vorhandenen Lehrstühlen, was gut ist: Du wirst von Leuten geprüft, die im Thema forschen. Zweitens sind die international ausgerichteten Schwerpunkte in Trier stärker besetzt als anderswo, insbesondere im Europa- und Völkerrecht, was zur Fremdsprachenausbildung passt. Steuerrecht und IT-Recht sind hier ernstzunehmend besetzt.
So läuft die Schwerpunktprüfung ab
Die Schwerpunktbereichsprüfung ist eine reine Universitätsprüfung. Sie setzt sich aus studienbegleitenden Leistungen und einer abschließenden Prüfung zusammen; die genaue Zusammensetzung regelt die Prüfungsordnung des Fachbereichs und ändert sich gelegentlich. Für die Zulassung musst du die Zwischenprüfung bestanden und die im Schwerpunkt vorgesehenen Veranstaltungen belegt haben.
Ein praktischer Hinweis, den viele zu spät bekommen: Die bestandene Schwerpunktprüfung ist in Rheinland-Pfalz keine Voraussetzung dafür, dich zur staatlichen Pflichtfachprüfung anzumelden. Du kannst den Schwerpunkt also vor oder nach dem Examen ablegen. Die meisten ziehen ihn vor, weil die Note dann feststeht und der Kopf im Examen frei ist.
Examensvorbereitung an der Universität Trier
Hier liegt der Punkt, an dem sich Fakultäten wirklich unterscheiden. Die Pflichtfächer sind überall gleich, die Betreuung auf dem Weg ins Examen nicht. Trier bündelt sie im Zentrum für die juristische Examensvorbereitung, kurz ZfjE, und das Angebot ist für Studierende der Uni kostenlos.
Das ZfjE: Unirep, Klausuren und Probeexamen
Das ZfjE gliedert sein Programm in drei Bereiche. Unter Organisation laufen Examensberatung, ein Mentoring-Programm und ein Examens-FAQ, also alles, was die Planung betrifft. Unter Wissen steht das Unirep, das die Professorinnen und Professoren des Fachbereichs selbst halten und das den kompletten Pflichtstoff durchgeht. Dazu kommt die Repetenten-AG von Professor Eckardt, ein eigenes Angebot für alle, die nach einem Fehlversuch in die Wiederholungsprüfung gehen.

Der dritte Bereich heißt Training. Ihn wirst du am häufigsten brauchen: Examensklausurenkurs, Probeexamen unter echten Bedingungen, mündliche Prüfungssimulationen, dazu Tandemklausuren, Klausurenklinik und Blitzklausuren. Das interessanteste Format ist die Klausurenklinik. Dort wird der Weg zur Lösung besprochen, Schritt für Schritt.
Ich empfehle, spätestens ein Jahr vor dem Termin mit dem Klausurenschreiben anzufangen, auch wenn der Stoff noch Lücken hat. Warte nicht, bis du dich sicher fühlst. Sonst schreibst du deine erste Examensklausur im Examen. Wie sich ein realistischer Plan über die letzten Monate legen lässt, steht im Masterplan für das erste Staatsexamen.

Freischuss in Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz kennt den Freiversuch. Wer die schriftlichen Prüfungsleistungen nach ununterbrochenem Studium spätestens zum Ende der Vorlesungszeit des achten Studienhalbjahres erbringt, dem gilt eine erfolglose Prüfung als nicht unternommen. Geregelt ist das in § 5 Abs. 5 des rheinland-pfälzischen Juristenausbildungsgesetzes. Bestimmte Zeiten zählen nicht mit, etwa Krankheit oder Elternzeit, zusammen bis zu vier Semester; die Pandemie-Semester von Sommer 2020 bis Winter 2021/22 bleiben ebenfalls unberücksichtigt.
Der zweite Hebel ist die Notenverbesserung. Wer die Prüfung beim ersten Versuch in Rheinland-Pfalz bestanden hat, darf sie einmal zur Verbesserung wiederholen, und zwar spätestens innerhalb eines Jahres nach dem ersten Bestehen (§ 5 Abs. 6 JAG). Die Anmeldung dafür läuft über das Landesprüfungsamt und ist fristgebunden. Wie die Länder das im Einzelnen regeln, zeigt der Vergleich zum Freischuss in allen 16 Bundesländern. Ob sich der zweite Anlauf rechnet, klärt der Artikel zum Verbesserungsversuch im Examen.
Ergebnisse im Staatsexamen
Das Landesprüfungsamt für Juristen in Mainz veröffentlicht die Ergebnisse nach Standorten getrennt, und das macht Trier vergleichbar. Im Prüfungstermin Herbst 2025 traten am Standort Trier 60 Kandidatinnen und Kandidaten an, 70,0 Prozent bestanden. Im Frühjahrstermin 2026 waren es 109 Teilnehmer mit einer Bestehensquote von 69,7 Prozent.
Landesweit lagen die Werte bei 74,4 Prozent (Herbst 2025) und 69,9 Prozent (Frühjahr 2026). Trier liegt damit im Frühjahr praktisch auf dem Landeswert und im Herbst gut vier Punkte darunter. Bei 60 Prüflingen entspricht das einer Handvoll Personen. Die Zahl schwankt also stark. Aus einem einzelnen Termin auf die Qualität einer Fakultät zu schließen, wäre Überinterpretation.

Interessanter ist die Notenverteilung des Landes. Im Herbst 2025 erreichten 19,2 Prozent der Kandidaten ein Prädikat, also vollbefriedigend oder besser, im Frühjahr 2026 nur 12,7 Prozent. Ein „sehr gut“ gab es in beiden Terminen kein einziges Mal. Was ein Prädikatsexamen wert ist und ab wann es zählt, steht im Artikel zum Prädikatsexamen. Die bundesweiten Quoten findest du in der Statistik zur Durchfallquote im Staatsexamen.
Tipp
Im Examen zählt, was du unter Zeitdruck abrufen kannst. Die Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de trainieren den Abruf an kleinen Sachverhalten, mit ausführlicher Erläuterung zu jeder Antwortoption. Die falschen Optionen bilden dabei typische Denkfehler ab, die in Klausuren wirklich passieren.
Jura studieren und leben in Trier
Trier ist die älteste Stadt Deutschlands und mit rund 114.000 Einwohnern überschaubar geblieben. Beides prägt das Studium mehr, als man vorher glaubt.
Was macht Trier lebenswert?
Die Römer haben hier gebaut, und zwar so solide, dass es noch steht. Porta Nigra, Kaiserthermen, Amphitheater, Konstantinbasilika und der Dom gehören zum UNESCO-Welterbe, du läufst auf dem Weg zur Bibliothek an zweitausend Jahre alten Mauern vorbei. Dazu kommt Karl Marx, der in der Brückenstraße geboren wurde; sein Geburtshaus ist heute Museum.
Die Stadt liegt an der Mosel, umgeben von Weinbergen, und die Grenze zu Luxemburg ist 15 Kilometer entfernt. Frankreich und Belgien sind ähnlich nah. Das merkt man auf dem Campus: Der Anteil internationaler Studierender ist hoch, und viele Kommilitonen pendeln oder arbeiten über die Grenze.

Die Kehrseite gehört dazu. Trier hat neben dem Theater mehrere Museen, darunter das Rheinische Landesmuseum und das Stadtmuseum Simeonstift. Eine Szene wie Köln oder Berlin gibt es hier aber nicht. In den Semesterferien wird es spürbar leer. Für Großstadtmenschen ist das nichts. Ruhe zum Arbeiten findest du dafür sofort.
Wohnen und Kosten für Studierende
Wohnen ist in Trier günstiger als in fast jeder anderen Unistadt vergleichbarer Qualität, aber nicht billig. Ein WG-Zimmer kostet je nach Größe und Lage grob zwischen 250 und 400 Euro warm, im Wohnheim liegt der Preis am unteren Ende dieser Spanne. Das Studierendenwerk betreibt fünf Wohnanlagen mit insgesamt 1.095 Plätzen, unter anderem in Tarforst direkt am Campus und auf dem Petrisberg. Ohne Wohnheimplatz wirst du am ehesten in Trier-Süd und auf dem Petrisberg fündig. Freie Zimmer finden sich dort das ganze Jahr über.
Der Semesterbeitrag liegt bei knapp 400 Euro und fällt bei der Rückmeldung etwas niedriger aus als bei der Ersteinschreibung. Den größten Posten trägt das Deutschlandsemesterticket, mit dem du bundesweit den Nahverkehr nutzt, dazu kommt der Beitrag zum Studierendenwerk. Die Stadtbusse in Trier sind damit ohnehin frei. Die genaue Höhe ändert sich mit jedem Semester, den aktuellen Betrag nennt das Studierendensekretariat.
| Posten | Größenordnung im Monat |
|---|---|
| WG-Zimmer | 250 bis 400 Euro warm |
| Wohnheimplatz | meist günstiger, 1.095 Plätze in fünf Anlagen |
| Semesterbeitrag | knapp 400 Euro, Rückmeldung etwas günstiger |
| Nahverkehr | im Semesterbeitrag enthalten, bundesweit |
Was ein Jurastudium insgesamt kostet, von Kommentaren über Repetitorium bis zu den Prüfungsgebühren, rechnet der Artikel zu den Kosten des Jurastudiums durch. Für den ersten Anlauf in der staatlichen Pflichtfachprüfung fällt in Rheinland-Pfalz keine Prüfungsgebühr an. Wer zur Notenverbesserung wiederholt, zahlt 400 Euro, sofern die verbesserte Prüfung nicht unter den Freiversuch fiel.
Feiern und Freizeit
Das Ausgehleben spielt sich fast vollständig in der Altstadt ab, konzentriert um Stockplatz, Viehmarkt und Pferdemarkt. Am Stockplatz liegen das Ziegels, das Plan K mit Biergarten und die New Mintons, am Pferdemarkt das Chrome und das Zapotex. Geclubbt wird im Club11 gegenüber der Porta Nigra, im club toni am Dom, im Forum am Rathaus oder im Mergener Hof. Direkt an der Uni steht das Studihaus, die Fachschaftsparty findet dort statt und nicht in der Stadt.
Kulturell trägt die TuFa, eine ehemalige Tuchfabrik, das Programm mit Konzerten und Kleinkunst. Über das Jahr verteilt kommen das Altstadtfest, das Moselfest in Zurlauben, mehrere Weinfeste in den Vororten und der Weihnachtsmarkt auf dem Hauptmarkt dazu. Im Sommer paddeln Studierende auf Mosel und Saar, im Herbst zieht die Weinlese durch die Hänge rund um die Stadt.

Das Hochschulsportprogramm ist normal ausgestattet, Rad- und Wanderwege liegen direkt vor der Tür. Die Weinberge sind der schnellste Weg aus dem Kopf.
Erfahrungen der Studierenden
Auf StudyCheck kommt der Studiengang Rechtswissenschaft in Trier auf 3,7 von 5 Sternen bei 94 Bewertungen, 97 Prozent der Bewertenden empfehlen ihn weiter. Am besten schneiden die Studieninhalte ab (4,3), gefolgt von den Dozierenden (4,0). Schwächer bewertet werden die Digitalisierung (3,1) und die Ausstattung (3,3), konkret die uneinheitliche Bereitstellung von Materialien und ein überschaubares Online-Angebot.
Das Muster passt zur Größe der Fakultät: gute Lehre und erreichbare Professuren, dafür weniger Komfort in der Infrastruktur. Ob Jura für dich das richtige Fach ist, klärt der Artikel Wie schwer ist das Jurastudium wirklich ehrlicher, als es jede Uni-Broschüre tut.
Für wen ist die Uni Trier die richtige Wahl?
Kurz gesagt: für alle, die ohne NC-Druck starten wollen, Wert auf Betreuung legen und mit einer kleinen Stadt zurechtkommen. Für Großstadt, Anonymität und ein riesiges Wahlangebot bist du woanders besser aufgehoben.
Stärken und Schwächen im Überblick
| Stärken | Schwächen |
|---|---|
| Kein NC, Start im Winter- und Sommersemester | Kleine Stadt, wenig Szene, leere Semesterferien |
| Betreuungsverhältnis von rund 1.300 Studierenden auf 19 Professuren | Digitalisierung und Ausstattung nur mittelmäßig bewertet |
| Integrierter Bachelor of Laws als Sicherheitsnetz | Kein Prestige-Ruf wie München, Heidelberg oder Münster |
| Fremdsprachenausbildung und internationale Profile | Randlage im Westen, weite Wege in den Rest Deutschlands |
| Kostenloses Unirep mit Klausurenkurs und Probeexamen | Sommerstart erfordert eigene Stundenplanung |
Die Universität Trier im Vergleich mit Mainz
Rheinland-Pfalz hat zwei juristische Fakultäten, und Mainz ist die deutlich größere. Im Frühjahrstermin 2026 traten dort 246 Kandidaten zur staatlichen Pflichtfachprüfung an, in Trier 109. Die Bestehensquoten lagen mit 69,9 Prozent (Mainz) und 69,7 Prozent (Trier) praktisch gleichauf, im Herbsttermin 2025 lag Mainz mit 76,1 gegen 70,0 Prozent vorn.
Der Unterschied liegt weniger in den Zahlen als im Zuschnitt. Mainz ist größer, näher an Frankfurt und damit an den Großkanzleien, und bietet mehr Auswahl in den Wahlveranstaltungen. Trier ist kleiner, internationaler ausgerichtet und persönlicher. Wer beide Optionen abwägt, findet die Details im Artikel zu Jura an der Uni Mainz. Und wer den bundesweiten Blick will, bevor er sich festlegt: Der Überblick Wo kann man Jura studieren stellt alle Standorte mit ihren Besonderheiten nebeneinander.
Meine Einschätzung nach den Zahlen: Trier ist eine gute Wahl für alle, die ihr Studium selbst organisieren und die kurzen Wege nutzen. Das Angebot ist da, es kommt nur nicht von allein auf dich zu. Wer die Fremdsprachenausbildung mitnimmt und das Unirep tatsächlich besucht, holt aus dieser Fakultät mehr heraus als aus mancher großen Adresse. Den Pflichtstoff, der überall derselbe ist, kannst du dabei mit dem mehrstufigen Lernsystem auf jurahilfe.de begleiten, vom Verstehen über das Wiederholen bis zum Test am Fall.
Weiterlesen
- Jura erstes Semester: Was Erstsemester wirklich erwartet: Der Guide für die ersten Wochen, egal an welcher Fakultät du anfängst.
- Jura Studium Dauer: Regelstudienzeit und wie lange es wirklich dauert: Was die Regelstudienzeit sagt und wie lange Jurastudierende tatsächlich brauchen.
- Jura Notenskala: Noten und Punkte im Jurastudium erklärt: Warum neun Punkte im Examen etwas anderes bedeuten als eine Zwei in der Schule.
- Jura Stipendium: Welche Stipendien für Jurastudierende: Förderprogramme, die auch ohne Bestnoten erreichbar sind.
Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.
- Zivilrecht
- Strafrecht
- Öffentliches Recht
- Jurastudium
- Examensvorbereitung
- juristische Didaktik



