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Jura privat studieren: Lohnt sich die Law School wirklich?

Kleine Gruppe Studierender im holzvertäfelten Seminarraum im Gespräch mit einem Dozenten

70.000 Euro. So viel kostet das Jurastudium an der Bucerius Law School in Hamburg, bezahlt wird davon aber erst nach dem Berufseinstieg. Jura privat studieren geht in Deutschland an genau drei Hochschulen, die zum Staatsexamen führen: Bucerius Law School, EBS Law School und BSP Business & Law School. Die Erste Juristische Prüfung nimmt dort dasselbe staatliche Justizprüfungsamt ab wie an jeder staatlichen Universität, geregelt in § 5 DRiG.

Für dein Geld bekommst du kleine Jahrgänge, ein integriertes Repetitorium und ein Auswahlverfahren statt NC. Das Examen selbst bleibt dasselbe. Für die meisten rechnet sich das nicht. Für eine kleine Gruppe mit klarem Kanzleiziel schon, und zwar über den Zeitgewinn, nicht über die Note.

Auf einen Blick:

  • Drei Adressen: Bucerius Law School (Hamburg), EBS Law School (Oestrich-Winkel), BSP Business & Law School (Berlin, Hamburg, ab Oktober 2026 auch München). Alle anderen privaten Hochschulen bieten nur LL.B. oder LL.M., kein Staatsexamen.
  • Kosten: 70.000 Euro (Bucerius), 64.780 Euro (EBS), rechnerisch rund 50.400 Euro (BSP). An der staatlichen Uni zahlst du für dasselbe Examen 100 bis 450 Euro Semesterbeitrag.
  • Kein NC: Zugang läuft über mehrstufige Auswahlverfahren mit Test, Aufsatz und Interview. Eine 3,0 im Abi ist damit kein Ausschlusskriterium.
  • Prädikatsquoten mit Vorsicht lesen: Bucerius nennt rund 80 Prozent Prädikat, bundesweit waren es 2024 laut Bundesamt für Justiz 36,7 Prozent. Ein Teil des Vorsprungs ist Vorauswahl, ein Teil hausgemachte Notengebung.
  • Finanzierung: Umgekehrter Generationenvertrag, Stipendien, BAföG (bis 992 Euro monatlich) und Studienkredit. Gezahlt wird oft erst ab 35.000 Euro Jahresbrutto.

Tipp

Ob staatlich oder privat, gelernt wird am Ende derselbe Stoff. Auf jurahilfe.de findest du dafür interaktive Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, die vom ersten Semester bis zum Examen aufeinander aufbauen. Den kompletten BGB AT kannst du dauerhaft kostenlos lernen.

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Vergleichskarten: Bucerius Law School 70.000 Euro, EBS Law School 64.780 Euro, BSP Business und Law School rund 50.400 Euro bis zum Staatsexamen
Abb. 1: Die drei privaten Hochschulen mit Staatsexamen im Vergleich.

Wo kann man Jura studieren, wenn es privat sein soll?

Privat Jura studieren mit Ziel Staatsexamen ist in Deutschland an drei Hochschulen möglich. Alles andere, was unter „Jura an privater Hochschule" beworben wird, ist ein Bachelor- oder Masterstudiengang im Wirtschaftsrecht und führt nicht zum Volljuristen. Diese Unterscheidung ist die wichtigste des ganzen Themas. Private Hochschulen bieten in Deutschland viele wirtschaftsrechtliche Programme an, aber nur drei davon führen in die staatliche Prüfung.

Die drei privaten Hochschulen mit Staatsexamen

Den Anfang machte im Jahr 2000 die Bucerius Law School in Hamburg. Sie war die erste private Hochschule für Rechtswissenschaft in Deutschland. Trägerin ist die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Sie hat Promotions- und Habilitationsrecht, vergibt rund 100 Studienplätze pro Jahrgang und arbeitet im Trimester- statt im Semesterrhythmus. Der Studiengang Rechtswissenschaft ist dort ein grundständiges Studium der Rechtswissenschaften mit eigener Forschung, keine Aufbauvariante.

Am Campus Rheingau in Oestrich-Winkel sitzt die EBS Law School, ein Teil der EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Bis Anfang 2025 lehrte sie in Wiesbaden, dort hat die Universität weiterhin ihren Sitz. Sie ist die betriebswirtschaftlich geprägte Variante: Law and Business gehört dort zum Pflichtprogramm. Am jüngsten ist die BSP Business & Law School Berlin: Sie hat ihre juristische Fakultät zum Wintersemester 2021 gestartet. Seit dem Wintersemester 2025 lässt sich Rechtswissenschaft auch am Hamburger Campus studieren, das Examen wird dort weiterhin in Berlin nach Berliner Landesrecht abgelegt. Zum Wintersemester 2026/27 kommt München dazu: Ab Oktober 2026 nimmt die BSP dort den Studienbetrieb auf, von Beginn an mit dem Studiengang Rechtswissenschaft.

Staatsexamen, Referendariat, Volljurist: der Weg bleibt gleich

Die Juristenausbildung in Deutschland ist bundesrechtlich vorstrukturiert. Diese Ausbildung unterscheidet sich an einer privaten Hochschule in keinem einzigen formalen Schritt. Du legst die Erste Juristische Prüfung ab, gehst ins zweijährige Rechtsreferendariat, schreibst das Zweite Staatsexamen und bist dann Volljuristin oder Volljurist mit Befähigung zum Richteramt. Juristinnen und Juristen aus privaten Fakultäten sind formal von allen anderen nicht zu unterscheiden. Kein Justizprüfungsamt, kein Personaler und keine Kanzlei behandelt einen privaten Abschluss anders, weil es formal gar keinen privaten Abschluss gibt.

Genau das übersehen viele Interessierte. Die private Hochschule verkauft dir nicht das Examen, sondern die Vorbereitung darauf. Was du kaufst, ist Betreuung, Struktur und Tempo.

Warum die Erste Juristische Prüfung überall dieselbe ist

Die Erste Juristische Prüfung hat zwei Teile. Erstens die staatliche Pflichtfachprüfung, zweitens die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung. In den meisten Ländern macht die Pflichtfachprüfung 70 Prozent der Gesamtnote aus. Gestellt und korrigiert wird sie vom Justizprüfungsamt, für die Bucerius Law School also vom Prüfungsamt beim Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg. Die restlichen 30 Prozent kommen aus dem Schwerpunktbereich, den die Hochschule selbst prüft. Auch die Grundlagen des Rechts, also Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie oder Rechtssoziologie, sind nach § 5a DRiG überall Pflichtstoff.

Merk dir diese Aufteilung. Sie erklärt, warum die beworbenen Prädikatsquoten privater Law Schools nicht ohne Weiteres mit der Bundesstatistik vergleichbar sind. Dazu unten mehr. An der Bucerius besteht die Schwerpunktbereichsprüfung im elften Trimester aus einer wissenschaftlichen Arbeit (40 Prozent), einer Aufsichtsarbeit (40 Prozent) und einer mündlichen Prüfung (20 Prozent). Die staatliche Pflichtfachprüfung umfasst sechs fünfstündige Klausuren innerhalb von zwei Wochen: drei im Zivilrecht, zwei im Öffentlichen Recht, eine im Strafrecht.

Tipp

Weil der Weg zum Volljuristen überall derselbe ist, zählt vor allem, wie gut du den Stoff im Kopf hast. Das mehrstufige Lernsystem auf jurahilfe.de führt dich vom Skript über Karteikarten bis zum Abschlusstest.

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Welche Studiengänge die privaten Law Schools in Rechtswissenschaft anbieten

Alle drei Hochschulen koppeln das Examensstudium der Rechtswissenschaft an einen Bachelor of Laws. Du sammelst also unterwegs einen akademischen Grad ein, den staatliche Fakultäten in dieser Form meist nicht vergeben. Das ist ein echter Unterschied, vor allem als Absicherung.

Bucerius Law School Hamburg

Das Studium läuft über 12,5 Trimester, umgerechnet rund vier Jahre und damit deutlich unter der üblichen Regelstudienzeit im Jurastudium. Unterwegs gibt es den Bachelor of Laws, das Auslandstrimester ist Pflicht, dazu kommt verpflichtender Fremdsprachenunterricht, etwa in Legal English, und ein breites Netz an Partneruniversitäten. Examensvorbereitung steckt im Curriculum. Ein externes Repetitorium ist nicht vorgesehen.

EBS Law School in Oestrich-Winkel

Die EBS Universität führt in acht Semestern zur Ersten Juristischen Prüfung, die im Freiversuch nach dem achten Semester abgelegt wird. Gelehrt wird in fünfwöchigen Blöcken, Challenge Based Learning genannt. Das fünfte Semester ist Pflicht-Auslandssemester. Dazu kommen drei juristische Pflichtpraktika über insgesamt drei Monate, alle in der vorlesungsfreien Zeit. Der LL.B. fällt nach sieben bis acht Semestern an. Wirtschaftsrecht wiegt hier schwerer als an den beiden anderen Hochschulen.

Zwei Dinge stehen nicht in der Preisliste. Erstens: Eine Leserin hat uns nach der ersten Fassung dieses Artikels geschrieben, dass für die Anmeldung der Bachelorarbeit noch einmal rund 650 Euro fällig werden. Die EBS veröffentlicht die Gebührenordnung des Jura-Studiengangs nicht, wir konnten die Zahl also nicht gegenprüfen. Frag im Auswahlgespräch gezielt nach Prüfungs- und Anmeldegebühren, sie tauchen in keiner Werbebroschüre auf.

Zweitens der betriebswirtschaftliche Teil. Wer an der EBS Jura studiert, sammelt unterwegs Leistungen, die auf einen Master in Business der EBS Business School angerechnet werden können. Abschließen lässt sich der nach dem Examen oder berufsbegleitend, dann fällt erneut eine Anmeldegebühr für die Masterarbeit an. Dieselbe Leserin nennt für den Restbetrag rund 10.000 Euro. Belegt ist die Zahl nicht: Das öffentlich ausgeschriebene Programm „Master in Business for Legal Professionals" kostet 23.980 Euro, der reduzierte Satz für eigene Jura-Absolventen steht nirgends. Rechne also mit einem vierstelligen bis niedrig fünfstelligen Aufschlag und lass ihn dir schriftlich geben.

BSP Business und Law School in Berlin, Hamburg und München

Neun Semester Regelstudienzeit hat die BSP als Law School in Berlin: Bachelor of Laws nach dem sechsten, Erstes Staatsexamen nach dem neunten Semester. In Hamburg gibt es den Studiengang seit dem Wintersemester 2025, in München ab Oktober 2026. Das Repetitorium ist fest integriert, Schwerpunkte liegen in Legal Operations, Dispute Resolution und E-Health. Der Studiengang ist vom Wissenschaftsrat konzeptakkreditiert, die Fakultät ist Mitglied im Deutschen Juristen-Fakultätentag. Diese Akkreditierung sagt etwas über Struktur und Ressourcen, nichts über Examensquoten.

Wirtschaftsrecht und Rechtswissenschaften als Bachelor of Laws oder Master

Deutlich mehr private Hochschulen in Deutschland bieten Rechtswissenschaften ohne Staatsexamen an, meist als LL.B. Wirtschaftsrecht. Preislich reicht das von 11.489 Euro im Fernstudium bei DIPLOMA bis 41.400 Euro an der SRH University Heidelberg. Die IU liegt bei rund 15.063 Euro, die Hochschule Fresenius bei 31.295 Euro. Ein LL.M. kostet zwischen 6.048 und 25.000 Euro.

So verteilen sich die Gesamtkosten für den Bachelor of Laws im Wirtschaftsrecht:

HochschuleLL.B. Wirtschaftsrecht
DIPLOMA, Fernstudium11.489 Euro
Euro-FH Hamburg13.392 Euro
IU Internationale Hochschule15.063 Euro
FOM Hochschule15.830 Euro
Rheinische Hochschule Köln19.764 Euro
Private Hochschule Göttingen28.250 Euro
Hochschule Fresenius31.295 Euro
SRH University Heidelberg41.400 Euro

Diese Studiengänge sind keine Abkürzung zum Volljuristen, sondern ein eigener Berufsweg in Unternehmen, Verbänden und Compliance-Abteilungen. Was der Abschluss wirklich taugt, haben wir im Detail für das Wirtschaftsrecht-Studium und speziell für Jura an der IU aufgeschrieben.

Tipp

Der Pflichtfachstoff ist an jeder Fakultät identisch, egal wie das Curriculum heißt. Mit den Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem auf jurahilfe.de holst du dir genau diesen Stoff so oft zurück, bis er im Examen abrufbar ist.

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Was kostet ein Jurastudium an einer privaten Hochschule?

Ein privates Jurastudium bis zum Ersten Staatsexamen kostet zwischen rund 50.000 und 70.000 Euro reine Studiengebühren. Die Bucerius Law School verlangt 5.600 Euro pro Trimester über 12,5 Trimester, das sind exakt 70.000 Euro. Die EBS Universität berechnet 7.850 Euro pro Semester über acht Semester plus 1.980 Euro Einschreibegebühr, zusammen 64.780 Euro.

Die Studiengebühren der drei Law Schools im Vergleich

Die BSP rechnet monatlich statt semesterweise: 1.050 Euro für die Semester eins bis acht, das neunte Examenssemester ist gebührenfrei. Bei sechs Monaten pro Semester ergibt das rechnerisch rund 50.400 Euro, dazu 60 Euro Bewerbungs- und 100 Euro Einschreibegebühr. Eine Gesamtsumme nennt die Hochschule selbst nicht, die Zahl ist also gerechnet, nicht zitiert.

Die BSP ist damit die günstigste der drei, die Bucerius die teuerste. Rund 20.000 Euro Abstand. Das ist ungefähr ein Kleinwagen.

Balkendiagramm: Studiengebühren im Jurastudium von 8.500 Euro an der staatlichen Uni bis 70.000 Euro an der Bucerius Law School
Abb. 2: Studiengebühren bis zur Ersten Juristischen Prüfung, staatlich gegen privat.

Die Gesamtkosten des Jurastudiums samt Lebenshaltung

Studiengebühren sind nur die eine Hälfte der Rechnung. Rechne bei vier Jahren Vollzeitstudium mit 800 bis 1.100 Euro monatlich für Miete, Essen, Krankenversicherung, Semesterticket und Lernmittel. In Hamburg, München und Berlin eher am oberen Ende. Über 48 Monate sind das 38.400 bis 52.800 Euro zusätzlich.

Ein privates Jurastudium liegt damit realistisch bei rund 89.000 bis 123.000 Euro Gesamtbelastung. Der Umgekehrte Generationenvertrag der Bucerius kann diesen Betrag über einen Lebenshaltungszuschuss abfedern, verschiebt die Last aber nur in die Zukunft.

Was dasselbe Studium an einer staatlichen Uni kostet

An einer staatlichen Universität zahlst du für die identische Erste Juristische Prüfung 100 bis 450 Euro Semesterbeitrag, meist inklusive Semesterticket. Über zehn Semester sind das rund 1.000 bis 4.500 Euro. Rechnet man das übliche kommerzielle Repetitorium mit 200 bis 350 Euro monatlich über zwölf Monate dazu, landest du bei 3.400 bis 8.700 Euro. Die volle Aufstellung steht in unserem Artikel zu den Kosten eines Jurastudiums.

Bei den reinen Gebühren liegt die Differenz damit zwischen rund 42.000 und 67.000 Euro. Rechnet man Lebenshaltung und kürzere Studienzeit mit, verschiebt sich das Bild:

PostenPrivatStaatlich
Gebühren50.400 bis 70.000 Euro1.000 bis 4.500 Euro Semesterbeiträge
Repetitoriumim Preis enthalten2.400 bis 4.200 Euro
Lebenshaltung38.400 bis 52.800 Euro (4 Jahre)48.000 bis 66.000 Euro (5 Jahre)
Summe88.800 bis 122.800 Euro51.400 bis 74.700 Euro

Vergleicht man das günstige Szenario mit dem günstigen und das teure mit dem teuren, bleiben rund 37.000 bis 48.000 Euro Unterschied. Das ist die Zahl, gegen die jeder behauptete Vorteil gerechnet werden muss.

Tipp

Was du an der privaten Hochschule vor allem mitbezahlst, ist Erklärung. Dafür gibt es auf jurahilfe.de ausführliche Langtexte, die den Stoff von Grund auf und mit lebensnahen Beispielen erklären, ohne Juristensprache.

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Wie du das Studium an einer privaten Law School finanzierst

Aus dem Ersparten zahlt das kaum jemand. Alle drei Hochschulen haben eigene Modelle. Am bekanntesten und für Studierende am entlastendsten ist das der Bucerius.

Umgekehrter Generationenvertrag: heute studieren, später zahlen

Beim Umgekehrten Generationenvertrag zahlst du während des Studiums nichts und trittst dafür einen Anteil deines späteren Einkommens ab. Gezahlt wird erst ab einem Bruttojahreseinkommen von 35.000 Euro, dann 9 Prozent des monatlichen Bruttoeinkommens bei Vollfinanzierung. Sie endet, sobald eine von drei Bedingungen erfüllt ist: zehn Jahre gezahlt, zwanzig Jahre seit dem Abschluss vergangen, oder die doppelte ursprüngliche Studiengebühr zuzüglich Inflationsausgleich erreicht.

Diese Deckelung ist der Kern des Modells. Wer wenig verdient, zahlt wenig. Wer viel verdient, zahlt maximal 140.000 Euro plus Inflationsausgleich statt 70.000. Teilfinanzierungen über 25, 50 oder 75 Prozent sind möglich, dann sinkt der Prozentsatz entsprechend. Übrigens: Die Hochschule zahlt auf Antrag zusätzlich einen Lebenshaltungszuschuss von 200, 400 oder 600 Euro monatlich, der die Rückzahlungssumme entsprechend erhöht.

Ablaufdiagramm zum Umgekehrten Generationenvertrag: Rückzahlung erst ab 35.000 Euro Bruttojahreseinkommen mit 9 Prozent vom Monatsbrutto
Abb. 3: So läuft die Rückzahlung beim Umgekehrten Generationenvertrag.

Stipendium, BAföG und Studienkredit

Ein Stipendium ist hier realistischer als viele denken. Der Grund ist die kleine Bewerberzahl. Eigene Stipendien vergibt die Bucerius selbst. Dazu kommen die klassischen Begabtenförderungswerke; welche Programme es für Jurastudierende gibt und wann sie sich bewerben lassen, steht in der Übersicht zum Jura Stipendium. BAföG gibt es an staatlich anerkannten privaten Hochschulen nach § 2 BAföG dem Grunde nach genauso wie an staatlichen Universitäten. Der Höchstsatz liegt bei 992 Euro monatlich inklusive Wohnzuschlag.

Der KfW-Studienkredit deckt 100 bis 650 Euro monatlich ab und lässt sich mit allem anderen kombinieren. Wer nebenher arbeiten will, sollte den Zeitplan nachrechnen. Bei 12,5 Trimestern in vier Jahren bleibt weniger Luft als im staatlichen Studium. Unser Artikel zum Nebenjob im Jurastudium geht auf die Stundenrechnung ein.

Studiengebühren von der Steuer absetzen

Hier steckt ein Unterschied. Er wird leicht fünfstellig. Ist das Jurastudium deine Erstausbildung, sind die Studiengebühren nur Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG, begrenzt auf 6.000 Euro pro Kalenderjahr und ohne Verlustvortrag. Ohne eigenes Einkommen im Studium verpufft dieser Abzug fast vollständig.

Hast du dagegen vorher eine Berufsausbildung abgeschlossen oder studierst im Zweitstudium, sind dieselben Gebühren Werbungskosten nach § 9 Abs. 6 EStG: der Höhe nach unbegrenzt und über § 10d EStG als Verlustvortrag in die ersten Berufsjahre mitnehmbar. Bei 70.000 Euro Gebühren kann das im ersten Berufsjahr eine Steuerrückzahlung im deutlich fünfstelligen Bereich bedeuten. Das lohnt ein Gespräch mit einem Steuerberater, bevor du dich einschreibst, nicht danach.

FallAbzugGrenze
ErststudiumSonderausgaben, § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG6.000 Euro pro Jahr, kein Verlustvortrag
Zweitstudium oder Studium nach abgeschlossener BerufsausbildungWerbungskosten, § 9 Abs. 6 EStGunbegrenzt, Verlustvortrag nach § 10d EStG

Tipp

Steuerrecht taucht in vielen Schwerpunktbereichen auf und wird im Grundstudium selten sauber gelernt. Auf jurahilfe.de kannst du dir dasselbe Thema als kompaktes oder als ausführliches Skript holen, kompakt zum Wiederholen, ausführlich zum ersten Durchdringen.

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Vorteile: Was private Law Schools besser machen

Zwei Stärken sind real, liegen aber woanders als in der Werbung. Sie liegen in der Organisation des Studiums, nicht in der Qualität der Rechtswissenschaft.

Kleine Jahrgänge, eigene Fakultät, enge Betreuung

Rund 100 Studierende pro Jahrgang. An einer großen staatlichen Fakultät sind es 300 bis 800 Erstsemester. Das verändert den Alltag messbar. Arbeitsgemeinschaften in kleinen Gruppen. Professorinnen und Professoren, die deinen Namen kennen. Klausurbesprechungen, in denen du wirklich zu Wort kommst. Wer im Hörsaal mit 500 Leuten untergeht, findet hier tatsächlich etwas anderes.

Dazu kommt Infrastruktur, die man erst schätzt, wenn sie fehlt: eigene Bibliothek mit langen Öffnungszeiten, feste Arbeitsplätze, funktionierende Verwaltung. Eine Rückmeldung, die drei Wochen dauert, kennen Studierende privater Hochschulen nicht.

Der straffe Ablauf des Jurastudiums und das integrierte Repetitorium

Vier Jahre statt 10,4 Semester. So lange dauerte das durchschnittliche Jurastudium bis zur Ersten Prüfung, gemessen 2024 vom Bundesamt für Justiz. Gut ein Jahr Vorsprung also, und das ist der ökonomisch stärkste Vorteil. Wer früher ins Referendariat geht, verdient früher. Der Termin des Ersten Staatsexamens verschiebt sich also um rund ein Jahr nach vorn. Bei einem Einstiegsgehalt in der Großkanzlei kann das mehr wert sein als die gesamten Studiengebühren.

Das integrierte Repetitorium ersetzt das kommerzielle Rep und ist im Preis enthalten. Ob das für dich besser funktioniert als Selbststudium, ist Typfrage. Der Vorteil des integrierten Repetitoriums gegenüber staatlichen Unis ist die Verzahnung: Vorlesung, Arbeitsgemeinschaft und Examensvorbereitung sind aufeinander abgestimmt statt drei getrennte Systeme.

Auslandssemester, integrierter Bachelor und Karrierechancen

Das Pflicht-Auslandssemester ist an allen drei Hochschulen fest eingeplant, das Auslandsstudium verlängert die Studienzeit also nicht. Frag im Auswahlgespräch nach Moot Courts, nach Coaching und nach Praktikumsvermittlung; an den Antworten erkennst du, wie belastbar die Praxisversprechen sind. Der Bachelor of Laws unterwegs ist eine echte Absicherung: Wer im Examen scheitert oder aussteigt, hat einen verwertbaren Abschluss und nicht nur Scheine.

Die Karrierechancen sind gut, aber nicht wegen des Hochschulnamens. Sie sind gut, weil Kanzleien früh auf den Campus kommen und Praktika vermittelt werden. Das Netzwerk der Absolventinnen und Absolventen wird aktiv gepflegt. Ob die Lehre exzellent ist, lässt sich von außen nicht messen. Ein Hochschulranking hilft dabei kaum weiter: Das CHE-Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung bewertet Betreuung und Ausstattung, nicht die Examensnote. Auf dem juristischen Arbeitsmarkt zählt am Ende genau diese Note; wie viel sie wert ist, zeigt unser Überblick zum Prädikatsexamen in Jura.

Tipp

Enge Betreuung lässt sich teilweise ersetzen. Auf jurahilfe.de holst du dir Definitionen, Streitstände und Begleitwissen per Klick direkt im Text, statt in mehreren Büchern zu blättern.

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Nachteile: Was gegen ein privates Jurastudium spricht

Die Einwände sind gewichtiger als der Preis. Wer 70.000 Euro ausgibt, sollte wissen, welche Versprechen sich bei genauem Hinsehen relativieren.

Warum die Prädikatsquote weniger aussagt, als sie verspricht

Rund 80 Prozent Prädikatsexamen, Durchschnitt über 10 Punkte, bundesweit etwa 33 Prozent. So wirbt die Bucerius Law School. Amtlich sind für 2024 andere Werte: 36,7 Prozent aller Jurastudierenden erreichten in der Ersten Juristischen Prüfung vollbefriedigend oder besser. Der Vergleich ist also nicht falsch aufgesetzt, aber drei Dinge fehlen darin.

Erstens die Bezugsgröße. In der Gesamtnote der Ersten Prüfung stecken zu 30 Prozent die Schwerpunktbereichsprüfung. Die stellt und bewertet die Hochschule selbst. Betrachtet man allein den staatlichen Teil, sinkt die bundesweite Prädikatsquote auf rund 19,6 Prozent, weil im Schwerpunkt praktisch überall milder bewertet wird. Eine Hochschule, die ihre eigene Prädikatsquote bewirbt, vergibt knapp ein Drittel dieser Note selbst.

Zweitens die Vorauswahl. Wer ein zweistufiges Verfahren mit Argumentationsaufsatz, Analysetest und Interview besteht, gehört im Schnitt zu den leistungsfähigeren Bewerbern. Ein Teil des Notenvorsprungs ist deshalb Selektionseffekt, kein Lehreffekt. Wie viel davon Lehre und wie viel Auswahl ist, lässt sich von außen nicht trennen, und die Hochschulen veröffentlichen dazu nichts.

Drittens die Vergleichsgruppe. In den 36,7 Prozent stecken alle Fakultäten, auch die mit sehr heterogenen Jahrgängen. Ein Vergleich mit den notenstärksten staatlichen Fakultäten, 2024 lag Niedersachsen bei 44,8 Prozent, fällt spürbar anders aus. Zur staatlichen Durchfallquote im Jura-Examen und ihren Länderunterschieden haben wir die Zahlen zusammengetragen.

Vier Zahlen, vier Bezugsgrößen, und nur zwei davon sind direkt vergleichbar:

BezugsgrößePrädikat
Bucerius Law School, Angabe der Hochschulerund 80 Prozent
Beste staatliche Fakultäten, Niedersachsen44,8 Prozent
Erste Juristische Prüfung bundesweit, Pflichtfach plus Schwerpunkt36,7 Prozent
Nur staatlicher Pflichtfachteil, bundesweitrund 19,6 Prozent

Die amtlichen Werte stammen aus der Ausbildungsstatistik des Bundesamts für Justiz für das Prüfungsjahr 2024.

Wie sich das Studium von der staatlichen Uni unterscheidet

Der straffe Ablauf hat eine Kehrseite. Sie heißt Freiheit. Wer Wahlveranstaltungen quer durch die Fakultät belegen, ein Semester schieben, in Ruhe promovieren oder sich politisch engagieren will, findet an einer großen staatlichen Universität mehr Raum. Studienleistungen innerhalb des Grundstudiums sind an den privaten Hochschulen durchgetaktet, nicht frei wählbar, und das Angebot einer großen rechtswissenschaftlichen Fakultät ist ohnehin breiter.

Kritiker wie der Jura-Coach Sebastian Riemer werfen den Law Schools Verschulung vor. Das eigenständige Erarbeiten von Stoff werde durch enge Betreuung eher gebremst als gefördert. Genau diese Fähigkeit fragt das Examen ab. Wenig elegant finde ich, dass die Hochschulen dieser Kritik nur mit Quoten begegnen, nicht mit didaktischen Argumenten. Ganz von der Hand zu weisen ist sie nicht.

Schmaleres Netzwerk, kleinere Uni, regionale Bindung

Rund 100 Absolventinnen und Absolventen pro Jahrgang bedeuten ein enges, aber kleines Netzwerk. Eine große rechtswissenschaftliche Fakultät wie in Köln oder München entlässt jedes Jahr ein Vielfaches. Diese Leute sitzen später in jedem Landgericht und in jeder Behörde. In der Justiz, im höheren Verwaltungsdienst und in der Wissenschaft ist der Bucerius-Effekt deutlich schwächer als in der Großkanzlei.

Dazu kommt die Standortbindung. Du studierst dort, wo die Hochschule ist, ein Wechsel innerhalb des Systems existiert nicht. Und das finanzielle Risiko trägst du auch dann, wenn du merkst, dass Jura nicht passt. Wer sich unsicher ist, sollte diese Frage vor der Bewerbung klären, nicht im dritten Trimester.

Tipp

Selbstständiges Arbeiten am Fall trainierst du unabhängig von der Hochschule. Die Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de setzen dich vor hunderte kleine Sachverhalte, deren falsche Antwortoptionen typische Denkfehler abbilden.

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Das Umfeld: Wer neben dir im Hörsaal sitzt

Über diesen Punkt schreibt keine der drei Hochschulen etwas, und in Erfahrungsberichten steht er trotzdem ganz oben. Wer 65.000 Euro Gebühren aufruft, bekommt eine Studierendenschaft, die 65.000 Euro aufbringen kann. Das prägt den Alltag stärker, als der Blick auf Curriculum und Betreuungsschlüssel vermuten lässt. Wer die Entscheidung nur an Kosten und Examensquoten festmacht, übersieht die Hälfte.

Proportionsleiste: Von rund 110.000 Euro Gesamtkosten eines privaten Jurastudiums entfallen 64.780 Euro auf Studiengebühren und 45.600 Euro auf Lebenshaltung, die kein Stipendium erlässt
Abb. 4: Ein Stipendium erlässt die Gebühren, nicht die Lebenshaltung.

Selbstzahler, Stipendiaten und der Abstand dazwischen

An der Bucerius zahlt über den Umgekehrten Generationenvertrag während des Studiums niemand. An der EBS und der BSP gibt es dieses Modell nicht. Dort ist der Normalfall die Familie, die überweist, oder ein Studienkredit. Wie hoch der Anteil der Geförderten wirklich ist, veröffentlicht keine der drei Hochschulen; belastbare Stipendienquoten existieren schlicht nicht.

Eine Zahl gibt es. Die Bucerius nennt selbst rund 15 Prozent Studierende aus nichtakademischen Haushalten. Über alle juristischen Fakultäten hinweg sind es rund 41 Prozent Erstakademiker. Der Unterschied ist deutlich, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass er an der EBS oder der BSP kleiner ausfällt.

Dazu kommt eine Lücke, die in keiner Broschüre steht: Ein Gebührenerlass erlässt Gebühren, keine Miete. Die 38.400 bis 52.800 Euro Lebenshaltung über vier Jahre bleiben auch mit Vollstipendium bestehen. Nur die Bucerius zahlt auf Antrag 200, 400 oder 600 Euro monatlich dazu, und die erhöhen die spätere Rückzahlung. Eine Leserin beschreibt uns die Folge im Alltag: eigenes Auto, ordentliche Wohnung, insgesamt teures Auftreten seien am Campus der Normalfall, und wer mit Stipendium und Schulden danebensitze, könne da nicht mithalten. Wir können das nicht nachprüfen, plausibel ist es angesichts der Zahlen allemal.

Bei der EBS kommt die Lage dazu. Der Campus Rheingau liegt keine 400 Meter vom Bahnhof Hattenheim, per Bahn ist er also erreichbar. Die Rheingau-Gemeinden drumherum sind es weniger, und in Studierendenbewertungen taucht das Auto regelmäßig als praktische Notwendigkeit auf. Rechne es durch, bevor du unterschreibst. Ein Kleinwagen samt Versicherung und Sprit kostet über vier Jahre schnell einen fünfstelligen Betrag, den keine Kostenaufstellung der Hochschule enthält.

Warum Nebenjob und private Law School schlecht zusammenpassen

An der staatlichen Universität ist der Nebenjob das übliche Gegenmittel gegen knappe Kasse. Hier fällt er weitgehend aus. Alle drei Hochschulen sind Vollzeitstudium mit Präsenz, das Tempo ist höher und der Stundenplan enger als an einer großen Fakultät. Die Allgemeinen Bestimmungen der EBS sehen ausdrücklich vor, dass eine Mindestanwesenheit zur Voraussetzung für die Prüfungszulassung gemacht werden kann. Wer zwölf Stunden die Woche kellnert, kollidiert damit schneller, als ihm lieb ist.

Ob darüber hinaus eine Erwerbstätigkeit vertraglich untersagt ist, konnten wir nicht klären. Eine Leserin berichtet uns das für die EBS, die Studienverträge sind nicht öffentlich einsehbar, und wir haben keinen Beleg dafür gefunden. Lass dir den Vertrag vor der Zusage schicken und lies die Klausel zur Nebentätigkeit. Das ist der Punkt, an dem eine an sich tragfähige Finanzierung kippen kann.

Tipp

Wer ohnehin jeden Euro dreht, sollte beim Lernmaterial nicht anfangen zu sparen. Auf jurahilfe.de lernst du den kompletten BGB AT dauerhaft kostenlos, mit Skript, Karteikarten, Multiple-Choice-Aufgaben und Falltraining, ohne Zeitlimit und ohne Zahlungsdaten.

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Drei Fragen, die du vor der Bewerbung klären solltest

Erstens: Wer zahlt die Lebenshaltung, und zwar Monat für Monat über vier Jahre? Wer die Gebühren über Stipendium oder Generationenvertrag löst und die Lebenshaltung offen lässt, hat das Problem nur verschoben. Zweitens: Was steht im Studienvertrag zu Nebentätigkeit, Anwesenheit und zu Gebühren, die erst später anfallen? Drittens, speziell bei der EBS: Wie kommst du im Alltag von deiner Wohnung zum Campus und wieder zurück?

Wer diese Rechnung vor der Bewerbung aufmacht und trotzdem zusagt, weiß, worauf er sich einlässt. Das ist mehr, als die meisten Bewerberinnen und Bewerber von sich sagen können.

Zulassung: Wie Studierende an eine private Law School kommen

Einen Numerus Clausus gibt es hier nicht. Zugelassen wird über eigene, mehrstufige Auswahlverfahren. Die Abiturnote ist dort ein Kriterium unter mehreren. Für Bewerber mit 2,5 bis 3,0 ist das die eigentliche Chance des privaten Wegs.

Auswahltest und Auswahlgespräch statt NC

Die Bucerius lädt zu zwei Tagen nach Hamburg. Nach den veröffentlichten Aufgabenformaten umfasst der schriftliche Tag einen Argumentationsaufsatz, eine Stilanalyse, eine Fall- und Rechtsanalyse, eine Berufsplanungsaufgabe und einen Test von ITB Consulting, der logisches Denken und Textverständnis prüft. Juristische Vorkenntnisse braucht dafür niemand. Geprüft wird, ob du logisch denkst und genau liest. Am mündlichen Tag folgen ein strukturiertes Interview, ein Kurzvortrag zu einem selbstgewählten Thema und eine Gruppenarbeit.

EBS und BSP arbeiten ähnlich, mit Wissenstest, Persönlichkeitsverfahren und Interview. Auch dort zählt die Motivation mehr als der Notenschnitt. Wie der staatliche Zugang dagegen funktioniert, steht in unserem Überblick zum NC im Jurastudium.

Was die Fakultät im Auswahlverfahren wirklich sucht

Nach den veröffentlichten Aufgabenformaten geht es um drei Dinge: sauberes Argumentieren unter Zeitdruck, Textverständnis und eine belastbare Vorstellung davon, warum du Juristin oder Jurist werden willst. Die Berufsplanungsaufgabe ist kein Formalismus. Wer dort „weil ich gerne diskutiere" schreibt, fällt auf.

Ein Rat aus der Beobachtung vieler Bewerbungsverfahren: Übe den Aufsatz mit einer echten Uhr. Am Inhalt scheitern die wenigsten. Sie stecken nach 40 Minuten noch in der Einleitung. Und schlag vorher einmal § 5 DRiG auf, damit du im Interview weißt, worüber du redest.

Wechsel von der staatlichen Uni an eine Law School

Ein Quereinstieg ist möglich, aber unattraktiv. Weil das Curriculum durchgetaktet ist und die Trimester der Bucerius nicht auf Semester passen, werden Studienleistungen nur begrenzt angerechnet. Faktisch beginnst du neu. Oder du verlierst mindestens ein Jahr. Wer nach dem zweiten Semester wechselt, zahlt die vollen Gebühren für ein Studium, das er schon zur Hälfte angefangen hatte.

Sinnvoll ist der Wechsel nur ganz früh. Oder gar nicht. Wer bereits im Hauptstudium steckt, fährt mit der staatlichen Fakultät und einem guten Lernsystem besser.

Hinweis

Wenn du ohnehin an der staatlichen Fakultät bleibst, ist die entscheidende Frage, wie du dir Struktur selbst baust. Genau dafür gibt es auf jurahilfe.de Lernpfade vom Skript über Karteikarten bis zu Multiple-Choice-Aufgaben, die den Stoff eines Rechtsgebiets in machbare Einheiten schneiden.

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Jura privat studieren: lohnt sich das juristisch und finanziell?

Juristisch bringt das private Studium keinen Vorteil, den es nicht auch anders gäbe: dieselbe Prüfung, dasselbe Referendariat, dieselbe Befähigung zum Richteramt. Finanziell rechnet es sich für eine klar umgrenzte Gruppe, für alle anderen nicht. Meine Einschätzung nach den Zahlen: Es lohnt sich, wenn du Großkanzlei anstrebst, den Zeitgewinn wirklich realisierst und den Umgekehrten Generationenvertrag nutzt.

Wann sich 70.000 Euro rechnen: Karrierechancen und Gehalt

Die Rechnung geht über die Zeit, nicht über die Note. Vier Jahre statt 10,4 Semester heißt gut ein Jahr früher im Beruf. Bei einem Einstiegsgehalt, wie es die Großkanzleien in Deutschland zahlen, ist das ein sechsstelliger Betrag zusätzliches Lebenseinkommen. Dagegen stehen Gebühren, die über den Umgekehrten Generationenvertrag einkommensabhängig und gedeckelt zurückfließen.

Unter dieser Bedingung geht die Rechnung auf. Sie geht nicht auf, wenn du in die Justiz, in den höheren Verwaltungsdienst, in einen Verband oder in eine kleine Kanzlei willst. Dort hängt die Besoldung nicht am Studienort. Der Zeitvorteil bleibt dann der einzige Gewinn.

Wann die staatliche Uni die bessere Wahl ist

Für die meisten Studierenden ist die staatliche Universität die vernünftigere Wahl. An Standorten wie Osnabrück kommt dazu, dass die Zulassung faktisch offen ist und das Examinatorium nichts kostet. Das gilt besonders, wenn du ortsgebunden bist, ein zweites Fach oder eine Promotion mitdenkst oder das Examen ohne Zeitdruck angehen willst. Auch der Freischuss funktioniert an beiden Hochschultypen gleich.

Auch der finanzielle Puffer zählt mit. Wer 50.000 Euro Rückzahlungsverpflichtung im Rücken hat, entscheidet nach dem Examen anders über eine unbezahlte Referendarstation im Ausland oder eine Promotion. Diese Freiheit ist schwer zu beziffern und wird bei der Entscheidung meist unterschätzt.

Entscheidungsbaum private Law School oder staatliche Uni: Staatsexamen, vier Jahre Vollzeit und Großkanzlei als drei Weichen
Abb. 5: Drei Weichen, an denen die Entscheidung hängt.

Wirtschaftsrecht, Fernstudium und berufsbegleitend als Alternativen

Berufsbegleitend zum Staatsexamen geht an keiner der drei privaten Hochschulen, alle drei sind Vollzeitstudium mit Präsenzpflicht. Wer nebenher arbeiten muss, hat genau zwei Wege. Erstens die FernUni Hagen, die als einzige Hochschule in Deutschland ein Examensstudium der Rechtswissenschaft im Fernstudium anbietet. Zweitens ein LL.B. Wirtschaftsrecht an einer privaten Fernhochschule, dann aber ohne Staatsexamen. Kosten und Grenzen des Hagener Modells stehen in unserem Artikel zum Jura-Fernstudium.

Das Fazit ist unspektakulär. Die private Law School kauft dir Zeit und Betreuung, kein besseres Examen. Für eine kleine Gruppe mit klarem Kanzleiziel ist sie ein gutes Geschäft. Für alle, die glauben, sich damit ein Prädikat zu kaufen, ein teures Missverständnis. Der Stoff bleibt derselbe. Ob du ihn verstanden hast, entscheidet sich in der Klausur, nicht im Studienvertrag. Wer daran arbeiten will, findet auf jurahilfe.de Multiple-Choice-Aufgaben, die typische Denkfehler am Sachverhalt sichtbar machen.

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Häufig gestellte Fragen

Frieder Hammer

Über den Autor

Frieder Hammer

Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de

Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)

Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.

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