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Jura Studium 2026: Dauer, Inhalt, Ablauf & Berufe im Jurastudium - Rechtswissenschaften studieren in Deutschland

Jurastudent sitzt mit aufgeschlagenem Gesetzbuch und Textmarker auf den Stufen eines Universitätsgebäudes

Neun Semester sieht das Gesetz vor. Im Prüfungsjahrgang 2024 brauchten Jurastudierende im Schnitt 10,4.

Das Jurastudium ist das staatlich geregelte Studium der Rechtswissenschaft und endet mit der ersten juristischen Prüfung, dem ersten Staatsexamen. § 5a Abs. 1 DRiG setzt die Studienzeit auf viereinhalb Jahre an, also neun Semester. Danach folgen der zweijährige juristische Vorbereitungsdienst und die zweite juristische Staatsprüfung. Erst dann bist du Volljuristin oder Volljurist und kommst an die klassischen juristischen Berufe heran.

Wer diesen Weg früh kennt, plant Praktika, Schwerpunkt und Freiversuch anders. Darum geht es hier.

Auf einen Blick:

  • Dauer: neun Semester Regelstudienzeit, real 10,4 Semester bis zur ersten Prüfung, dazu 24 Monate Referendariat.
  • Zulassung: Abitur, an vielen Fakultäten mit Auswahlgrenze, an einigen ohne. Ein bundesweites zentrales Vergabeverfahren wie in Medizin gibt es für Jura nicht.
  • Inhalt: Zivilrecht, Strafrecht und öffentliches Recht, dazu Methodik, die Grundlagen des Rechts und ein selbst gewählter Schwerpunktbereich.
  • Prüfung: die staatliche Pflichtfachprüfung zählt 70 Prozent der Examensnote, die universitäre Schwerpunktbereichsprüfung 30 Prozent.
  • Danach: von den rund 424.000 Erwerbstätigen mit rechtswissenschaftlichem Abschluss arbeiten 32 Prozent in Anwaltschaft und Notariat, 29 Prozent im öffentlichen Dienst, 38 Prozent in der freien Wirtschaft.

Tipp

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Zeitstrahl: vom ersten Semester über die Zwischenprüfung und das erste Examen nach 10,4 Semestern bis zum zweiten Staatsexamen nach 24 Monaten Referendariat
Abb. 1: Der Weg zum Volljuristen, mit den Etappen an ihrer echten zeitlichen Position.

Was ist das Jurastudium? Studium der Rechtswissenschaft und dein Abschluss

Die Juristenausbildung in Deutschland ist zweistufig: erst das Jura-Studium mit der ersten juristischen Prüfung, dann der Vorbereitungsdienst mit der zweiten. Das Jurastudium selbst ist ein grundständiges Studium an einer juristischen Fakultät. Am Ende steht eine staatliche Prüfung, keine Bachelor- oder Masterurkunde. Die erste juristische Prüfung besteht aus der staatlichen Pflichtfachprüfung und der universitären Schwerpunktbereichsprüfung. Wer danach den Vorbereitungsdienst absolviert und die zweite juristische Staatsprüfung besteht, hat die Befähigung zum Richteramt nach § 5 Abs. 1 DRiG.

Was du lernst: auslegen, prüfen, argumentieren

Rechtswissenschaft zu studieren heißt, sich mit den Grundlagen, Prinzipien und Strukturen des geltenden Rechts auseinanderzusetzen. Du lernst, Gesetzestexte systematisch auszulegen, juristische Probleme zu analysieren und Lösungen nach dem Gutachtenstil zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um das Auswendiglernen von Paragrafen, sondern vor allem um logisches Denken, Sprachgenauigkeit und systematisches Arbeiten.

Der Fokus liegt zunächst auf dem deutschen Recht, insbesondere dem Zivilrecht, Strafrecht und Öffentlichen Recht. Im weiteren Verlauf spezialisierst du dich im sogenannten Schwerpunktbereich. Ziel ist am Ende das erste juristische Staatsexamen, das dich (mit Referendariat und zweitem Examen) zur Volljuristin bzw. zum Volljuristen qualifiziert.

Das Handwerkszeug dahinter ist schnell benannt und langsam gelernt: die Anspruchsprüfung im Privatrecht, der Deliktsaufbau im Strafrecht, die Zulässigkeits- und Begründetheitsprüfung im öffentlichen Recht. Alles läuft über dieselbe Denkbewegung. Juristisch denken heißt: Du nimmst eine Norm, zerlegst sie in ihre Merkmale und prüfst am Sachverhalt, ob jedes davon erfüllt ist. Wie das sprachlich aussieht, zeigt der Beitrag Der Gutachtenstil: Vom Obersatz zur Subsumtion.

Übrigens: Latein brauchst du dafür nicht. Rechtsbegriffe, die lateinisch klingen, etwa culpa in contrahendo oder condictio indebiti, lernst du unterwegs, so wie jedes andere Fachvokabular auch.

Staatsexamen, Bachelor of Laws oder Fernstudium: welche Studiengänge es gibt

In Deutschland ist das klassische Jurastudium staatlich geregelt. Du strebst in der Regel das erste Staatsexamen an, ein Abschluss, der durch Prüfungsämter der Bundesländer abgenommen wird. Es gibt daneben auch rechtswissenschaftliche Bachelor-Studiengänge (LL.B.), die aber nicht zur Anwaltszulassung führen und eher wirtschafts- oder verwaltungsnah angelegt sind. Wer noch zwischen den Fächern schwankt, findet den Vergleich von Jura und BWL in einem eigenen Artikel.

Ein echtes Fernstudium mit Staatsexamen ist nur über die FernUniversität Hagen möglich, der einzige Anbieter, der diesen Weg in Deutschland erlaubt. Alternativen wie dual organisierte Studiengänge zum Bachelor of Laws oder Online-LL.B.-Programme qualifizieren dich ebenfalls nicht für die klassischen juristischen Berufe wie Richter:in oder Staatsanwält:in. Welche Wege es gibt, Jura neben dem Beruf zu studieren, zeigt der Beitrag Jura berufsbegleitend studieren.

Wenn du dir noch unsicher bist, wo du studieren willst, hilft dir dieser Beitrag weiter: Wo kann man Jura studieren? Die besten Universitäten für dein Jurastudium.

Der Bachelor of Laws ist ein eigener Studiengang mit eigener Logik, keine abgespeckte Variante des Staatsexamens. Er dauert sechs bis sieben Semester, ist modular aufgebaut und führt in Richtung Wirtschaftsrecht, Verwaltung oder Compliance. Darauf kann ein Master of Laws (LL.M.) folgen. Bachelor und Master zusammen ersetzen das Staatsexamen aber nicht.

Eine Sonderrolle spielen die privaten Hochschulen. An der Bucerius Law School in Hamburg etwa ist das Jurastudium in Trimestern organisiert und kostet Studiengebühren, führt aber ebenfalls zur ersten juristischen Prüfung. Wer sich für ein Jurastudium in Hamburg interessiert, hat dort also zwei sehr unterschiedliche Wege zur Wahl.

Die folgende Tabelle stellt die Studiengänge gegenüber, mit denen man in Deutschland Recht studieren kann.

WegAbschlussDauerAnwaltszulassung
Staatsexamen (Präsenz)Erste juristische Prüfung9 Semester Regelstudienzeitja, nach Referendariat und zweitem Examen
Staatsexamen (FernUni Hagen)Erste juristische Prüfung, dazu LL.B.länger, meist neben dem Berufja, nach Referendariat und zweitem Examen
Bachelor of LawsLL.B.6 bis 7 Semesternein
Duales StudiumLL.B. oder Diplom3 bis 4 Jahre mit Praxisphasennein
Master of LawsLL.M.2 bis 4 Semesternein, Aufbaustudium
Spaltenvergleich: Staatsexamen mit neun Semestern Regelstudienzeit und Anwaltszulassung gegen Bachelor of Laws mit sechs bis sieben Semestern ohne Zulassung
Abb. 2: Staatsexamen und Bachelor of Laws führen in unterschiedliche Berufsfelder.

Tipp

Egal welchen Studiengang du wählst, der materielle Stoff überschneidet sich stark. Auf jurahilfe.de kannst du dasselbe Thema als kompaktes oder als ausführliches Skript lesen, kompakt zum schnellen Wiederholen, ausführlich, wenn du es von Grund auf verstehen willst.

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Für wen Jura studieren passt

Ein Jurastudium passt zu dir, wenn du:

  • gerne liest und dich auch durch komplexe Texte arbeiten kannst,
  • logisch denkst und strukturiert argumentierst,
  • ein gutes Sprachgefühl besitzt,
  • selbstständig und diszipliniert lernen kannst,
  • auch unter Druck Leistung bringst (z. B. in der Examensvorbereitung).

Viele studieren Jura wegen der Berufsaussichten, viele wegen des Fachs selbst. Rechtswissenschaft ist kein Schnellstudium, Ausdauer und ein langer Atem sind gefragt. Wie gut diese Anforderungen zu dir passen, kannst du vorab abgleichen: Passt Jura zu mir? Eignungstest mit echter Fallaufgabe. Gleichzeitig bietet Jura großartige Perspektiven und ein spannendes intellektuelles Training.

Viele denken: Vorbereitung auf das Jurastudium? Wozu? Die Wahrheit ist: Wer schon vor dem ersten Semester erste juristische Denkstrukturen versteht, kommt leichter rein und bleibt motivierter, wenn es in Woche 1 direkt mit BGB AT, Grundrechten oder Strafrecht losgeht. Was in den ersten Wochen auf dich zukommt, steht im Guide fürs erste Semester.

Tipp

Für Studieninteressierte ist der kostenlose Einstieg der ehrlichste Test. Auf jurahilfe.de kannst du den kompletten BGB AT dauerhaft kostenlos lernen, mit Skript, Karteikarten und Falltraining. Wenn dir das Spaß macht, passt Jura wahrscheinlich.

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Wie lange dauert ein Jurastudium? Regelstudienzeit und Semester

Die Regelstudienzeit beträgt neun Semester. Real dauert das Studium bis zur ersten Prüfung im Bundesdurchschnitt 10,4 Semester, und danach kommen 24 Monate Vorbereitungsdienst dazu. Vom ersten Semester bis zum Volljuristen sind es also realistisch sieben bis acht Jahre.

Neun Semester im Gesetz, mehr in der Praxis

Viele denken: „Jura dauert ewig.“ Aber wie lange dauert ein Jurastudium wirklich, und warum?

§ 5a Abs. 1 DRiG formuliert es nüchtern: „Die Studienzeit beträgt viereinhalb Jahre.“ Das sind neun Semester, nicht zehn. Bis zur Novelle von 2019 stand dort sogar nur von vier Jahren; die Zehn-Semester-Angabe, die in vielen Ratgebern kursiert, hat im Deutschen Richtergesetz nie gestanden. Die meisten brauchen ohnehin länger.

Die tatsächliche Dauer liegt darüber. Im Prüfungsjahrgang 2024 lag die durchschnittliche Studiendauer bis zur ersten Prüfung bei 10,4 Fachsemestern. Die Spanne zwischen den Ländern ist groß, von rund 7,9 Semestern in Nordrhein-Westfalen bis 14,8 im Saarland. Wie ein einzelner Standort dort aufgebaut ist, zeigt das Porträt zur Uni Münster. Das liegt auch daran, dass die Länder Freiversuch und Prüfungsanmeldung unterschiedlich handhaben.

Warum? Vor allem die Vorbereitung auf das erste juristische Staatsexamen nimmt viel Zeit in Anspruch. Viele Studierende hängen ein bis zwei Semester extra dran, um sich mit Repetitorium oder intensiver Eigenvorbereitung optimal vorzubereiten.

Wie viele Semester das Jurastudium im Schnitt wirklich dauert, aufgeschlüsselt nach Bundesländern und mit dem Weg bis zum Volljuristen, rechnet der Detailartikel Jura: Wie viele Semester dauert das Studium? vor.

Grundstudium, Hauptstudium und Examensvorbereitung

Das Studium der Rechtswissenschaften ist grob in drei Phasen unterteilt:

  • Grundstudium (1. bis 3. Semester): Einführung in BGB AT, Strafrecht AT, Staatsorganisationsrecht und juristische Methodik.
  • Hauptstudium (4. bis 7. Semester): Vertiefung in Zivilrecht, Strafrecht, Öffentliches Recht. Ergänzt durch Übungen, Seminare und Arbeitsgemeinschaften.
  • Examensvorbereitung (ab dem 8. Semester): Intensives Wiederholen, Repetitorium, Fallbearbeitung, Klausurtraining. Parallel dazu: Schwerpunktbereichsstudium, das 30 Prozent der Examensnote ausmacht.

Zusätzlich müssen viele Studierende Pflichtpraktika absolvieren, etwa in Kanzleien, Gerichten oder der Verwaltung.

Der Studienverlauf ist damit anders getaktet als in modularisierten Studiengängen. Es gibt keine Bachelorarbeit, die den Abschluss vorwegnimmt. Der gesamte Stoff von neun Semestern steht am Ende in einer einzigen Prüfungsphase auf dem Plan. Die folgende Tabelle zeigt die Etappen bis zur vollen Qualifikation.

EtappeDauerAbschluss
Grundstudium1. bis 3. SemesterZwischenprüfung
Hauptstudium4. bis 7. SemesterÜbungsscheine, Seminar
Schwerpunktbereichmeist ab 5. oder 6. SemesterSchwerpunktbereichsprüfung (30 Prozent)
Examensvorbereitungab 8. Semesterstaatliche Pflichtfachprüfung (70 Prozent)
Vorbereitungsdienst24 Monatezweite juristische Staatsprüfung

Zwischenprüfung, Freischuss und Verbesserungsversuch

Drei Begriffe entscheiden über deinen Zeitplan, und keiner davon steht im Vorlesungsverzeichnis. Die Zwischenprüfung sichert das Grundstudium ab, der Freiversuch macht das erste Examen risikoärmer, und der Verbesserungsversuch gibt dir eine zweite Chance auf eine bessere Note.

Die Zwischenprüfung ist landes- und fakultätsrechtlich geregelt. In der Regel sammelst du bis zum Ende des vierten Semesters Klausuren aus den drei Rechtsgebieten. Wer sie endgültig nicht besteht, verliert den Prüfungsanspruch für Jura an allen deutschen Hochschulen. Wer sie besteht, kann sie an jede Fakultät mitnehmen, was den Uni-Wechsel im Jurastudium direkt nach der Zwischenprüfung zum günstigsten Zeitpunkt macht. Das ist der härteste Filter im ganzen Studium, und er trifft früher, als die meisten erwarten.

Der Freiversuch steht in § 5d Abs. 5 DRiG: Wer sich rechtzeitig zur Pflichtfachprüfung meldet und nicht besteht, gilt als nicht angetreten. Die genaue Frist regeln die Länder. In Nordrhein-Westfalen etwa musst du dich bis zum Abschluss des achten Fachsemesters melden (§ 25 JAG NRW). Ob ein Urlaubssemester dabei mitzählt, entscheidet dort das Justizprüfungsamt eigenständig. Zeiten für Auslandsstudium, Krankheit oder Gremienarbeit werden meist nicht mitgezählt.

Wer im Freiversuch besteht, darf die Prüfung nach dem Recht der meisten Länder einmal zur Notenverbesserung wiederholen; § 5d Abs. 5 S. 4 DRiG öffnet dafür den Weg. Das ist der Verbesserungsversuch, und das bessere Ergebnis zählt. Der Reiz ist offensichtlich: Bei einem Punkt Unterschied entscheidet sich, ob eine Bewerbung als Prädikatsexamen durchgeht. Mehr dazu steht im Artikel Freischuss, Abschichten und Freiversuch im ersten Staatsexamen.

Ein Auslandssemester kostet dich dabei in der Regel keinen Freiversuch, weil die Länder solche Zeiten auf Antrag herausrechnen. Wie das praktisch läuft, steht im Beitrag Jura im Ausland: Erasmus, Freiversuch und Karriere.

Tipp

Für die Zwischenprüfung zählt weniger Lesezeit als sicheres Abrufen. Mit den Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem auf jurahilfe.de prüfst du nach jedem Kapitel, was wirklich hängen geblieben ist, statt es zu vermuten.

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Bis zur Volljuristin: Vorbereitungsdienst und zweites Staatsexamen

Mit dem ersten Examen bist du noch kein Volljurist. Erst nach dem zweijährigen juristischen Vorbereitungsdienst (Referendariat) und dem Zweiten Staatsexamen bist du formal qualifiziert für Berufe wie Richter:in, Anwalt:in oder Staatsanwält:in.

Das Referendariat gliedert sich in mehrere Stationen: Zivilgericht, Staatsanwaltschaft, Verwaltungsbehörde, Anwaltskanzlei, und endet mit einer zweiten großen Examensprüfung.

Der Vorbereitungsdienst ist bezahlt und dauert 24 Monate. In dieser Zeit stehst du in einem öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis, das Studium liegt hinter dir. Wie die Stationen im Detail ablaufen, welche Wahlstation sich lohnt und was du verdienst, steht im Beitrag Referendariat Jura: Wie läuft das Rechtsreferendariat ab?.

Wenn du tiefer einsteigen willst, wie du dein Studium strategisch durchziehst, schau in unseren Jura Examen Masterplan.

Welche Voraussetzung und welches Abitur brauchen Studierende fürs Jurastudium?

Formal brauchst du die allgemeine Hochschulreife und, an vielen Fakultäten, eine ausreichende Abiturnote. Eine Aufnahmeprüfung gibt es an staatlichen Universitäten nicht. Im Studium selbst kommen dann zwei Nachweise dazu, die viele übersehen: eine praktische Studienzeit und ein Fremdsprachennachweis nach § 5a Abs. 2 und 3 DRiG.

Wer Jura studieren möchte, braucht nicht nur Interesse am Recht, sondern muss auch gewisse formale und persönliche Voraussetzungen mitbringen.

Zulassung und Abiturnote: was die juristische Fakultät verlangt

An vielen Universitäten ist das Jurastudium zulassungsbeschränkt, es gilt also ein Numerus Clausus (NC). Die Abinote entscheidet dann, ob du einen Platz bekommst. Der NC schwankt je nach Uni und Jahrgang stark: Während du in beliebten Städten (z. B. Köln, München, Berlin) oft einen Schnitt zwischen 1,5 und 2,0 brauchst, reicht an anderen Standorten auch eine 3,0 oder ein Losverfahren. Wie sich das an einer einzelnen Fakultät konkret auswirkt, zeigt unser Porträt zur Universität Tübingen, die zuletzt einen moderaten NC zwischen 2,3 und 2,5 hatte.

Eine Voraussetzung fehlt jedenfalls: Anders als in Medizin gibt es für Jura kein bundesweites zentrales Vergabeverfahren. Jede juristische Fakultät vergibt ihre Plätze selbst, und der veröffentlichte Wert beschreibt das vergangene Verfahren: Er nennt die Abiturnote der zuletzt zugelassenen Bewerberin. Er sagt also, wie voll es zuletzt war, keine Hürde für dein Bewerbungsjahr.

Wichtig: Es gibt auch Universitäten ganz ohne NC, zum Beispiel Greifswald, Trier oder Regensburg. Auch an der Universität Leipzig erhielten im letzten Auswahlverfahren alle Bewerbungen einen Studienplatz. Wer also örtlich flexibel ist, hat sehr gute Chancen, unabhängig vom Abi-Schnitt Jura zu studieren.

Jura studieren ohne gute Noten im Abitur

Auch ohne Traum-Abischnitt musst du deinen Jura-Traum nicht begraben. Wo ein NC gilt, laufen zwei Wege nebeneinander. Ein kleinerer Teil der Plätze geht über die Abiturbestenquote, der größere über das Auswahlverfahren der Hochschulen, in dem neben der Abiturnote auch Einzelfachnoten, eine Berufsausbildung, ein Auswahlgespräch oder ein Motivationsschreiben zählen können. In Nordrhein-Westfalen liegt die Bestenquote bei örtlich zulassungsbeschränkten Fächern bei 20 Prozent, das Auswahlverfahren der Hochschulen bei 80 Prozent.

Außerdem kannst du dich an mehreren Universitäten parallel bewerben oder es im Folgejahr noch einmal probieren. Und der Blick über die Landesgrenze lohnt: An zulassungsfreien Fakultäten entscheidet die Abiturnote gar nicht.

Das Wichtigste ist: Lass dich von Zahlen nicht einschüchtern. Viele hervorragende Jurist:innen hatten kein Einser-Abitur, aber dafür Ausdauer, Disziplin und Leidenschaft fürs Fach. Gute Noten im Abitur sagen wenig darüber, wer eine Klausur im Gutachtenstil sauber aufbaut.

Rechtswissenschaften studieren ohne Abitur

Tatsächlich kannst du in Deutschland auch ohne Abitur Jura studieren, unter bestimmten Voraussetzungen. Je nach Bundesland und Hochschule gelten unterschiedliche Regelungen:

  • mit Meistertitel oder gleichwertiger Aufstiegsfortbildung (z. B. Fachwirt)
  • mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Berufserfahrung im passenden Bereich
  • ggf. nach einer bestandenen Eignungsprüfung oder einem Probestudium

Besonders für berufserfahrene Quereinsteiger:innen kann das Jurastudium ein spannender Neustart sein, allerdings solltest du die Anforderungen genau prüfen. Wer schon einen Hochschulabschluss hat, findet die Bewerbungswege im Detail im Beitrag Jura als Zweitstudium.

Latinum, Fremdsprachennachweis und Praktikum

Das Latinum ist an keiner deutschen Fakultät Zulassungsvoraussetzung für Jura. Diese Regel hält sich seit Jahrzehnten und stimmt nicht. Zwei wichtige Voraussetzungen stehen dagegen im Deutschen Richtergesetz, und beide betreffen erst das Studium selbst.

Praktische Studienzeit: Nach § 5a Abs. 3 DRiG musst du praktische Studienzeiten von insgesamt mindestens drei Monaten außerhalb der Vorlesungszeit ableisten. Wie sie aufgeteilt werden, regeln die Länder; üblich sind zwei bis drei Stationen von je vier bis sechs Wochen bei Gericht, in der Verwaltung und in einer Kanzlei. Ein Praktikum ist damit Prüfungsvoraussetzung, kein Karriere-Extra.

Fremdsprachennachweis: § 5a Abs. 2 DRiG verlangt den erfolgreichen Besuch einer fremdsprachigen rechtswissenschaftlichen Veranstaltung oder eines rechtswissenschaftlich ausgerichteten Sprachkurses; die Länder regeln die Einzelheiten und lassen teils weitere Nachweisformen zu. In der Praxis läuft das meist über die englische Sprache, etwa einen Kurs zu Legal English oder zum Common Law. Ein Auslandssemester deckt den Nachweis in der Regel mit ab.

Latein bleibt trotzdem nützlich, aber nur als Verständnishilfe. Wer weiß, dass „lex specialis“ das speziellere Gesetz meint, muss die Vokabel nicht auswendig lernen.

Tipp

Die Grundlagen des Rechts, die in den ersten Semestern gelehrt werden, lassen sich gut vorziehen. Auf jurahilfe.de findest du interaktive Skripten mit Verlinkungen zu Definitionen und Streitständen, sodass du den Zusammenhang siehst, statt Einzelwissen zu sammeln.

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Was lernt man im Jurastudium? Juristisch denken, Inhalt und Studienverlauf an der Hochschule

Der Inhalt des Studiums verteilt sich auf drei Pflichtfachsäulen, dazu kommen Methodenlehre, Grundlagenfächer und ein Schwerpunktbereich. Geprüft wird die Fähigkeit, eine unbekannte Fallgeschichte juristisch sauber am Gesetz zu lösen. Reines Auswendiglernen trägt dabei nicht weit.

Das Jurastudium vermittelt dir das Handwerkszeug, um Gesetze zu verstehen, auszulegen und anzuwenden, auf komplexe Lebenssachverhalte, in Klausuren und später im Beruf.

Zivilrecht, Strafrecht und öffentliches Recht

Von Anfang an wirst du mit den drei großen Rechtsgebieten vertraut gemacht:

  • Zivilrecht: Alles rund um Verträge, Schuldverhältnisse, Sachenrecht, Familienrecht und mehr.
  • Strafrecht: Vom Diebstahl über Körperverletzung bis zur Tötung, und natürlich der Aufbau eines Strafurteils.
  • Öffentliches Recht: Grundrechte, Staatsorganisationsrecht, Verwaltungsrecht, und wie Bürger und Staat rechtlich zueinander stehen.

Alle drei Bereiche durchziehst du mehrfach im Studium, zunächst mit Grundlagen, dann mit systematischer Vertiefung.

Das Zivilrecht ist der umfangreichste Block und zugleich der Einstieg. Es gehört zum Privatrecht und regelt das Verhältnis gleichgeordneter Personen zueinander. Im öffentlichen Recht geht es dagegen um das Über- und Unterordnungsverhältnis zwischen Staat und Bürger. Hat man diesen Unterschied einmal verinnerlicht, ordnet man neue Normen fast automatisch richtig ein. Strafrecht und öffentliches Recht kommen im Umfang zusammen ungefähr auf das Gewicht des Zivilrechts.

Dazu treten die Grundlagenfächer: Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie und Methodenlehre. Sie wirken im ersten Semester wie Beiwerk und tauchen im Examen als Zusatzfrage in der mündlichen Prüfung wieder auf. Auch die Rechtsprechung der obersten Gerichte gehört ab dem Hauptstudium zum Pflichtstoff, weil viele Klausurprobleme direkt aus BGH- und BVerfG-Entscheidungen stammen.

Tipp

Wer die drei Rechtsgebiete nebeneinander aufbaut statt nacheinander, sieht die Parallelen schneller. Auf jurahilfe.de liegen Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht in einem verlinkten System, sodass du von einer Definition direkt zum passenden Schema springst.

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Prüfungsformen an der Hochschule und staatliche Pflichtfachprüfung

Das Studium ist nicht in Modulen organisiert wie viele andere Studiengänge. Stattdessen durchläufst du:

  • Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften (AGs),
  • Klausuren und Hausarbeiten als Leistungsnachweise,
  • Seminare für wissenschaftliches Arbeiten,
  • und am Ende: die große staatliche Pflichtfachprüfung mit meist sechs Klausuren und einer mündlichen Prüfung.

Hinzu kommen mehrere Pflichtpraktika, meist in Gericht, Verwaltung und Anwaltskanzlei.

Ein strukturierter Zeitplan und effektives Lernen sind entscheidend, denn der Stoff ist enorm.

Die Zahl der Examensklausuren ist Landesrecht und liegt in den meisten Ländern bei sechs; im Prüfungsbezirk Berlin und Brandenburg sind es sieben. Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel fünf Stunden je Klausur, geschrieben wird an aufeinanderfolgenden Tagen. Die mündliche Prüfung folgt Monate später und deckt alle drei Rechtsgebiete ab. Die staatliche Pflichtfachprüfung nimmt das Landesjustizprüfungsamt ab, anders als die Klausuren im Semester. Deine Professorin korrigiert sie nicht, und sie kennt die Aufgaben auch nicht vorher.

Wie du dir dafür einen realistischen Zeitplan baust, zeigt der Beitrag Jura-Lernplan erstellen: Schritt für Schritt zum Ziel.

Schwerpunktbereich und Examensnote

Ab dem 5. oder 6. Semester wählst du deinen Schwerpunktbereich, etwa Internationales Recht, Medienrecht oder Umweltrecht. Hier belegst du vertiefende Seminare, schreibst deine Abschlussarbeit und legst eine eigene Prüfung ab. Das Ergebnis zählt 30 Prozent zur Gesamtnote des Examens.

Diese Gewichtung steht in § 5d Abs. 2 S. 4 DRiG: Die staatliche Pflichtfachprüfung geht mit 70 vom Hundert in die Gesamtnote ein, die Schwerpunktbereichsprüfung mit 30 vom Hundert. Die Schwerpunktprüfung ist universitär, wird also von deiner Fakultät abgenommen, und die Notenschnitte fallen dort erfahrungsgemäß milder aus als im staatlichen Teil. Verlassen sollte man sich darauf nicht: Ein sehr gutes Schwerpunktergebnis rettet eine schwache Pflichtfachprüfung rechnerisch nur begrenzt.

Parallel beginnt oft schon die Vorbereitung aufs Erste Staatsexamen, viele besuchen ein Repetitorium oder nutzen Online-Angebote wie Jurahilfe.de. Was ein kommerzielles Repetitorium kostet und welche Alternativen es gibt, rechnet der Beitrag zu Repetitorium, Erfahrungen und Alternativen vor.

Tipp

Wissen im Examen abrufbar zu haben ist etwas anderes, als es einmal verstanden zu haben. Die Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de testen genau das am kleinen Sachverhalt, mit ausführlicher Erläuterung zu jeder Antwortoption.

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Wie schwer ist das Jurastudium wirklich? Durchfallquote und gute Noten

Schwer ist Jura vor allem wegen der Stoffmenge und der Prüfungsform: Alles wird am Ende in einer einzigen Prüfungsphase abgefragt, und zwar am unbekannten Fall. Im Prüfungsjahr 2024 lag die bundesweite Bestehensquote im staatlichen Prüfungsteil bei 72,6 Prozent. Ein Prädikat erreichte gut ein Drittel der Erfolgreichen.

Kurz gesagt: Ja, es ist anspruchsvoll, aber es ist machbar.

Was das Jurastudium so anspruchsvoll macht, ist vor allem die Menge an Lernstoff, die du nicht nur auswendig lernen, sondern verstehen und anwenden musst. Das erste Staatsexamen umfasst meist sechs Klausuren und eine mündliche Prüfung, mit hoher Durchfallquote und großem psychischen Druck.

Aber: Mit dem richtigen Lernsystem ist auch Jura zu bewältigen. Viele scheitern nicht an der Intelligenz, sondern an fehlender Struktur und schlechter Vorbereitung.

Juristisch zu argumentieren ist eine Fertigkeit, keine Begabung, und Fertigkeiten wachsen mit Wiederholung. Ich empfehle deshalb, früh zu akzeptieren, dass man den Stoff mehrfach durchläuft. Niemand versteht das Bereicherungsrecht beim ersten Lesen. Auch Profis schauen nach Jahren noch ins Gesetz.

Prädikatsexamen und Bestehensquoten in Zahlen

Die amtliche Statistik des Bundesamts für Justiz macht die Lage konkreter als jedes Bauchgefühl. Im Prüfungsjahr 2024 bestanden 9.255 Studierende die Erste Juristische Prüfung. Die Bestehensquote im staatlichen Prüfungsteil lag bei 72,6 Prozent, gut ein Viertel fiel also durch. Ein Prädikat, also mindestens „vollbefriedigend“ mit 9 Punkten, erreichten 36,7 Prozent der Erfolgreichen, die Note „sehr gut“ 0,5 Prozent. Zwischen den Ländern klafft eine Lücke: von 44,8 Prozent Prädikatsexamina in Niedersachsen bis 21,4 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.

Kennzahlen zur Ersten Juristischen Prüfung: 9.255 Bestandene, 72,6 Prozent Bestehensquote, 36,7 Prozent Prädikat, 0,5 Prozent sehr gut
Abb. 3: Die Erste Juristische Prüfung im Prüfungsjahr 2024 in vier Zahlen.

Diese Zahlen erklären, warum in Jura schon 9 Punkte als gutes Ergebnis gelten, während dieselbe Zahl in anderen Fächern nach Mittelmaß klingt. Die Notenskala reicht von 0 bis 18 Punkten, aber die oberen Ränge werden praktisch nicht vergeben. Die Entwicklung über die Jahre und die Zahlen zum zweiten Examen stehen im Beitrag Jura Durchfallquote: Statistik zum 1. und 2. Staatsexamen.

Der finanzielle Rahmen im Überblick

An einer staatlichen Universität zahlst du fürs Jurastudium keine Studiengebühren, nur einen Semesterbeitrag von rund 100 bis 450 Euro. Teuer wird der Weg zum Examen durch die Lebenshaltung und, falls du eines nimmst, das kommerzielle Repetitorium. Über die gesamte Studienzeit summieren sich die Kosten nach gängigen Schätzungen auf 45.000 bis 70.000 Euro, fast alles davon Miete, Essen und Versicherung.

Wie sich der Betrag im Einzelnen zusammensetzt und wo du sparen kannst, rechnet der Ratgeber dazu, was ein Jurastudium wirklich kostet, Posten für Posten vor.

Tipp

Der größte vermeidbare Posten ist das Repetitorium. Auf jurahilfe.de bekommst du Skripten, Karteikarten und Falltraining in einem Lernpfad, zu einem Bruchteil davon, und den BGB AT dauerhaft kostenlos.

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Welche Berufe und welche Karriere dir das Jurastudium als Jurist öffnet

Mit dem zweiten Staatsexamen stehen dir die klassischen juristischen Berufe offen: Rechtsanwalt, Richteramt, Staatsanwaltschaft und Notariat. Der größere Teil der Absolventen landet aber woanders: in Unternehmen, Verbänden und Behörden. Von den rund 424.000 Erwerbstätigen mit rechtswissenschaftlichem Abschluss entfallen 32 Prozent auf Anwaltschaft und Notariat, 29 Prozent auf den öffentlichen Dienst und 38 Prozent auf die freie Wirtschaft. Die aktuellen Zahlen und die Frage, wo Juristen wirklich gesucht werden, stehen im Artikel zu den Berufsaussichten in Jura.

Proportionsleiste: 32 Prozent der Juristinnen und Juristen arbeiten in Anwaltschaft und Notariat, 29 Prozent im öffentlichen Dienst, 38 Prozent in der freien Wirtschaft
Abb. 4: Die drei großen Arbeitsfelder nach dem Jurastudium im Verhältnis.

Rechtsanwalt, Richteramt, Staatsanwalt und Notar

Diese vier Wege setzen die volle Ausbildung voraus, also erstes Examen, Referendariat und den Abschluss der zweiten juristischen Staatsprüfung. Die Rechtsanwaltschaft ist der größte Block: Zum Stichtag 1. Januar 2026 waren in Deutschland 167.547 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte zugelassen, bei insgesamt 173.504 Mitgliedern der Rechtsanwaltskammern.

Richterin oder Staatsanwalt wird man über eine Bewerbung beim Justizministerium des Landes, und dort entscheidet die Examensnote härter als in jedem anderen juristischen Bereich. Üblich sind zwei Prädikatsexamen, in vielen Ländern mit deutlichem Abstand nach oben. Für das Notariat gelten je nach Bundesland zwei verschiedene Systeme, das Anwaltsnotariat und das hauptberufliche Notariat mit vorgeschaltetem Anwärterdienst.

BerufZugangWas zählt
RechtsanwältinZulassung durch die RechtsanwaltskammerFachrichtung und Praxis, Note je nach Kanzleityp
RichteramtBewerbung beim Land, ProbezeitExamensnoten, meist zwei Prädikate
StaatsanwaltschaftBewerbung beim LandExamensnoten, ähnlich wie Richteramt
NotariatBestellung durch die LandesjustizverwaltungNote und, je nach Land, Anwärterdienst

Wie die Bewerbung im Einzelnen abläuft und welche Noten die Länder tatsächlich verlangen, steht im Beitrag Wie wird man Anwalt, Richter und Staatsanwalt?. Für das Notariat gibt es einen eigenen Wegweiser: Wie wird man Notar?

Mit dem zweiten Staatsexamen stehen dir viele Wege offen:

  • Verwaltung und Politik: Ministerien, Behörden, Kommunalverwaltung, EU-Institutionen
  • Wirtschaft: Unternehmensjurist:in, Compliance, Vertragsrecht, Steuerberatung
  • Legal Tech und Start-ups: Recht und Digitalisierung, KI-Anwendungen im Recht, Online-Beratung
  • Quereinstiege: Journalismus, Wissenschaft, Bildung, Politik, Beratung

Der öffentliche Dienst nimmt knapp ein Drittel aller Juristinnen und Juristen auf, von der Kommune bis zum Bundesministerium. In der freien Wirtschaft sitzen Juristen in Rechtsabteilungen, im Personalwesen, im Einkauf und in der Regulierung. Für viele dieser Stellen reicht auch ein Abschluss unterhalb des zweiten Examens, etwa ein LL.B. in Wirtschaftsrecht oder ein Master of Laws.

Legal Tech ist ein Arbeitsfeld, kein eigener Beruf. Es verbindet juristisches Verständnis mit Prozess- und Technikwissen. Die bekannteste Rolle darin ist der Legal Engineer, mit Gehältern zwischen 35.600 und 81.300 Euro im Jahr. Was dort tatsächlich gemacht wird und welche Einstiege es schon im Studium gibt, beschreibt der Beitrag Legal Tech für Jurastudenten. Einen Überblick über alle Berufsbilder gibt der Artikel Juristische Berufe: die besten Jobs mit Jurastudium.

Was Juristinnen und Juristen verdienen

Die meisten Jura-Absolvent:innen finden problemlos eine Anstellung, auch ohne Prädikat. Aber je besser dein Examen, desto größer die Auswahl und desto höher das Einstiegsgehalt als Anwältin oder Anwalt.

Die Spanne ist größer als in fast jedem anderen Fach. Zwischen einer kleinen Kanzlei auf dem Land und einer internationalen Großkanzlei liegt beim Einstiegsgehalt oft der Faktor drei. Dazwischen liegen die spezialisierten Boutique-Kanzleien, deren Spitzenhäuser auf Großkanzlei-Niveau zahlen. Im öffentlichen Dienst ist die Bezahlung dagegen transparent geregelt, Richterinnen und Staatsanwälte werden nach der Besoldungsordnung R vergütet. Das macht die Entscheidung planbarer, aber nach oben enger.

Tipp

Weil die Examensnote so viel entscheidet, lohnt sich früh ein System statt später ein Sprint. Der Lernpfad auf jurahilfe.de führt dich vom Skript über die Karteikarten bis zum Abschlusstest mit Note, den du durch Wiederholen verbessern kannst.

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Lohnt sich ein Jurastudium? Rechtswissenschaften studieren in Deutschland

Für die meisten ja, wenn man die Länge einkalkuliert. Das Jurastudium ist teuer an Lebenszeit und hart in der Prüfungsphase, führt aber in einen Arbeitsmarkt, in dem Absolventen selten lange suchen. Der Abschluss ist außerdem breit einsetzbar: Auch wer nie in einer Kanzlei arbeitet, kann mit juristischer Ausbildung in Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft oder Politik einsteigen.

Ehrlich bleiben muss man bei zwei Punkten. Erstens entscheidet die Examensnote über einen Teil der Wege stärker, als es in anderen Fächern üblich ist, und diese Note fällt am Ende einer sehr langen Strecke. Zweitens gibt es keine Zwischenstation mit eigenem Marktwert: Wer nach acht Semestern abbricht, hat formal keinen Abschluss in der Hand, anders als beim Bachelor in anderen Fächern. Wer das Risiko streuen will, kann den Bachelor of Laws parallel oder die Promotion später einplanen, oder gleich einen Studiengang wählen, der beides verbindet.

Im Jurastudium arbeitest du fünf Jahre lang auf eine einzige Prüfung hin. Das gelingt planbarer mit einem System als mit gutem Willen. Wenn du Informationen zum Studium sammelst und dabei gleich anfangen willst, kannst du auf jurahilfe.de den kompletten BGB AT dauerhaft kostenlos durcharbeiten, vom Skript über die Karteikarten bis zum Falltraining.

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Häufig gestellte Fragen

Frieder Hammer

Über den Autor

Frieder Hammer

Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de

Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)

Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.

  • Zivilrecht
  • Strafrecht
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