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Jura Lernplan erstellen & kostenloser Lernplan - Studium & Examen

Blick von oben auf einen Schreibtisch: eine Hand schreibt einen Wochenplan mit Uhrzeiten, daneben ein aufgeschlagenes Lehrbuch, Karteikarten und Notizen

Die meisten Jura-Lernpläne scheitern nicht am Willen. Sie scheitern daran, dass sie zu ehrgeizig, zu starr und zu unrealistisch gebaut sind. Ein guter Jura-Lernplan ist kein fester Stundenplan, den du einmal aufstellst und stur abarbeitest. Er ist ein flexibles Gerüst, das deinen Stoff in machbare Wochen- und Tagesblöcke zerlegt, feste Wiederholung einbaut und genug Puffer für schlechte Tage lässt. Wer so plant, verliert im Studium und in der Examensvorbereitung seltener den Überblick und lernt spürbar ruhiger.

Auf welche Prinzipien es ankommt und wie du deinen Plan Schritt für Schritt erstellst, zeigt dieser Artikel. Am Ende steht ein Beispiel-Wochenplan, den du an deine Lage anpasst.

Auf einen Blick:

  • Ein Lernplan gibt dir Orientierung und nimmt Entscheidungsdruck. Verständnis ersetzt er nicht.
  • Plane vom Groben ins Feine: erst Monate und Rechtsgebiete, dann Wochen, dann Tage.
  • Wiederholung und Klausuren gehören von Anfang an fest in den Plan, nicht ans Ende.
  • Realistisch schlägt ehrgeizig: feste Pausen, freie Puffer-Tage, ein ehrliches Zeitbudget.
  • Kein fertiger Plan aus dem Netz passt eins zu eins. Du musst ihn auf dich zuschneiden.

Tipp

Ein Lernplan ist nur das Gerüst, den Stoff liefert er nicht. Auf jurahilfe.de lernst du mit interaktiven Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, die aufeinander aufbauen, vom ersten Semester bis zum Examen.

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Warum ein Lernplan im Jurastudium den Unterschied macht

Jura ist ein Stoffmonster. Das Zivilrecht mit Schuldrecht AT und Sachenrecht, das Strafrecht rund um das StGB und das Öffentliche Recht wachsen über Jahre zu einer Menge an, die niemand in einem Rutsch überblickt. Ohne Plan lernen die meisten Studierenden das, was gerade drängt, und verlieren das Große aus den Augen. Gerade bei juristischen Themen, die auf Grundlagen aus früheren Semestern aufbauen, rächt sich das. Ein Lernplan macht die unsichtbare Stoffmasse sichtbar und teilbar.

Der wichtigste Effekt ist gar nicht die Zeitersparnis. Es ist die Entlastung. Wenn morgens feststeht, was heute dran ist, musst du nicht jeden Tag neu entscheiden und mit dem schlechten Gewissen ringen, ob du gerade das Richtige tust.

Was ein guter Lernplan dir abnimmt

Ein Lernplan liefert dir drei Dinge auf einmal: einen Überblick über den gesamten Stoff, eine realistische Zeitschätzung und eine klare Reihenfolge über die einzelnen Rechtsgebiete. Du siehst, wie viel vor dir liegt, wie viel Zeit du pro Thema hast und was zuerst kommt. Das senkt den Stress messbar, weil dein Kopf nicht ständig die offene Gesamtmenge mitschleppt. Der Effekt ist größer, als er klingt.

Dazu kommt ein ehrlicher Nebeneffekt: Ein Plan zwingt dich zur Priorität. Du kannst nicht alles gleich gründlich machen. Also entscheidest du bewusst, welche Themen tragende Säulen sind und welche du nur streifst. Genau diese Priorisierung ist im Jurastudium die halbe Miete. Wer Jura mit System lernen will, braucht dafür zuerst eine Landkarte, und die ist der Lernplan.

Kostenlose Lernpläne aus dem Netz: warum ein kostenloser Lernplan nur der Start ist

Im Netz kursieren unzählige kostenlose Jura-Lernplan-Vorlagen, oft als PDF oder Excel-Tabelle. Sie sind ein guter Startpunkt, aber ein schlechtes Endprodukt. Der Grund ist einfach: Jeder Plan spiegelt die Ausgangslage seines Autors wider, nicht deine. Dein Vorwissen, deine schwachen Rechtsgebiete, deine Nebenjobs und dein Lerntempo sind anders.

Ein fremder Plan, der zwei Klausuren pro Woche vorsieht, bricht dich, wenn du gerade erst mit dem Falltraining anfängst. Ein Plan, der dein starkes Rechtsgebiet breit auswalzt, verschwendet deine Zeit. Nutze Vorlagen also als Ideengeber für die Struktur und schneide den Inhalt auf dich zu, bis du einen individuellen Lernplan hast. So kannst du erfahren, welche Struktur zu dir passt. Welcher Lerntyp du bist und wie du am besten aufnimmst, ist dabei ein eigenes Thema, das du bei der Feinplanung berücksichtigen solltest.

Die Prinzipien eines guten Lernplans für Jura

Bevor es an Wochen und Tage geht, lohnt der Blick auf die Prinzipien. Sie entscheiden, ob dein Plan funktioniert oder nach zwei Wochen in der Schublade landet. Vier Prinzipien sind zentral.

Übersicht der vier Prinzipien eines guten Jura-Lernplans: vom Groben ins Feine, aktiv lernen, Wiederholung einplanen, realistisch bleiben
Abb. 1: Die vier Prinzipien eines guten Jura-Lernplans.

Vom Groben ins Feine: Module, Wochen, Tage

Plane in Ebenen. Zuerst das Grobe: Über welchen Zeitraum lernst du, welche Rechtsgebiete kommen in welchen Monat? Diese oberste Ebene bleibt stabil. Dann die mittlere Ebene, die Woche, mit konkreten Themen. Erst die unterste Ebene, der einzelne Tag, wird kurzfristig gefüllt.

Der Trick liegt im Detaillierungsgrad. Den ganzen Plan bis auf die Stunde durchzuplanen ist vergeudete Mühe, weil die Wirklichkeit ihn nach einer Woche einholt. Bewährt hat sich, nur die nächsten vier bis sechs Wochen im Detail zu befüllen und den Rest grob stehen zu lassen. So bleibt der Plan lebendig und du passt ihn laufend an.

Aktiv lernen statt nur lesen

Der häufigste Planungsfehler im Jurastudium: Der Plan besteht nur aus Lesestoff. Skript lesen, Lehrbuch lesen, Zusammenfassung lesen. Lesen fühlt sich produktiv an, verankert aber wenig. In der Klausur zählt nicht, was du erkennst, sondern was du selbst abrufen und im Gutachtenstil anwenden kannst.

Plane aktives Lernen deshalb als festen Pflichtblock ein, gleichrangig zum Lesen. Dazu gehören Fälle lösen, Definitionen und Schemata aktiv aus dem Kopf abrufen und regelmäßig Klausuren schreiben. Denk beispielsweise einen Fall bis zur fertigen Lösung im Gutachtenstil durch, statt nur die Musterlösung zu lesen. Diese Wirkung ist gut belegt: Wer Inhalte aktiv abruft, behält deutlich mehr als beim reinen Wiederlesen. Wie du dieses aktive Abrufen mit Spaced Repetition und Active Recall systematisch nutzt, ist eine eigene Wissenschaft für sich.

Tipp

Aktives Lernen heißt, am Fall zu denken statt nur zu lesen. Die Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de trainieren an hunderten kleinen Sachverhalten, Signalwörter zu erkennen und wie ein Prüfer zu denken, jeweils mit ausführlicher Erläuterung.

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Wiederholung von Anfang an einplanen

Gelerntes verblasst. Das ist völlig normal: Ohne Wiederholung verlierst du einen erheblichen Teil des Stoffs schon innerhalb weniger Wochen wieder. Ein Plan, der nur neuen Stoff aufhäuft und nie zurückschaut, baut auf Sand.

Reserviere darum von Beginn an einen festen Anteil deiner Zeit für Wiederholung, grob ein Viertel bis ein Drittel. Am besten arbeitest du mit steigenden Abständen: Was du heute lernst, wiederholst du morgen, dann wöchentlich, dann in einem Monat. Genau dieses Prinzip steckt hinter einem guten Karteikartensystem. Wer den Stoff zusätzlich in eigenen Lernzetteln verdichtet, hat beim Wiederholen weniger Ballast.

Tipp

Wiederholung lässt sich automatisieren. Die Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem auf jurahilfe.de legen dir jede Karte genau dann wieder vor, wenn du sie zu vergessen drohst, statt dass du selbst Intervalle verwaltest.

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Realistisch bleiben: Zeitbudget, Pausen und Puffer

Ein Plan, den kein Mensch durchhalten kann, ist wertlos. Sei ehrlich, wie viel echte Lernzeit du pro Tag wirklich schaffst. Für die meisten liegen zwei bis vier fokussierte Stunden näher an der Wahrheit als acht. Mehr als sechs Stunden echte Lernzeit am Tag halten die wenigsten über Wochen durch.

Plane genügend Zeit für Pausen und mindestens einen freien Tag pro Woche fest ein. Das gehört zur Methode: Erholung macht die nächste Lernsession erst produktiv. Und lass Puffer. Wenn jeder Tag randvoll ist, wirft dich schon ein Arzttermin aus der Bahn. Ein realistischer Plan mit Luft schlägt einen perfekten Plan, den du nach zwei Wochen frustriert wegwirfst.

Deinen eigenen Lernplan erstellen: Schritt für Schritt

Aus den Prinzipien wird jetzt ein konkreter Plan. Die Erstellung deines Lernplans folgt vier Schritten von der leeren Seite zum fertigen, eigenen Lernplan. Nimm dir dafür ein bis zwei Stunden Zeit, das ist gut investiert.

Ablaufgrafik: Jura-Lernplan in vier Schritten erstellen, von Zeitrahmen und Ziel bis zum Verankern von Klausuren und Wiederholung
Abb. 2: In vier Schritten zum eigenen Jura-Lernplan.

Schritt 1: Zeitrahmen und Ziel festlegen

Alles beginnt mit dem Enddatum. Wann ist die Klausur, das Semesterende, der Examenstermin? Sobald du das Enddatum hast, rechnest du von dort rückwärts. Ein Lernplan ohne festen Zielpunkt zerfließt, weil ihm der Anker fehlt.

Leg dann das Ziel fest, und zwar ehrlich. Stell dir dabei die richtigen Fragen: Was ist in der Zeit wirklich machbar? Wenn du dein Examen sicher bestehen möchtest, ist das Ziel nicht das Prädikat um jeden Preis, sondern ein sicheres Bestehen mit Reserve. Im Semester ist es das Verständnis eines Rechtsgebiets, nicht das Auswendiglernen jeder Fußnote. Aus Zielpunkt und Ziel ergibt sich, wie viele Wochen du hast und wie grob oder fein du planen kannst.

Schritt 2: Stoff und Skripte nach Rechtsgebieten gewichten

Jetzt trägst du zusammen, was gelernt werden muss. Geh deine Skripte, Lehrbücher und weiteren Lernunterlagen durch, um alle Themen zu notieren, jedes größere Thema als eigene Notiz in einer Liste. Diese Liste ist oft ernüchternd lang, aber genau das ist der Sinn: Erst was sichtbar ist, lässt sich planen.

Dann gewichtest du. Nicht jedes Rechtsgebiet ist gleich wichtig. Orientiere dich an der Klausurverteilung deines Bundeslands, etwa der in Hessen. In vielen Ländern liegt der Schwerpunkt im Examen klar auf dem Zivilrecht, gefolgt vom Öffentlichen Recht, mit einem kleineren Anteil Strafrecht. Diese Gewichtung überträgst du auf deine Zeit: Das große Rechtsgebiet bekommt die meisten Wochen. Ordentlich aufbereitete Zusammenfassungen helfen dir, den Umfang je Thema realistisch einzuschätzen.

Tipp

Je nach Vorwissen kannst du dasselbe Thema auf jurahilfe.de als kompaktes oder als ausführliches Skript lesen: kompakt zum schnellen Wiederholen, ausführlich, wenn du es von Grund auf verstehen willst.

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Schritt 3: In Wochen- und Tagesblöcke herunterbrechen

Jetzt verteilst du die gewichteten Themen auf die Wochen. Eine Woche ist die ideale Planungseinheit: groß genug für ein Thema, klein genug zum Überblicken. Pro Woche ein bis zwei Schwerpunktthemen, mehr wird unübersichtlich.

Innerhalb der Woche brichst du auf die einzelnen Tage herunter, aber nicht minutengenau. Plane pro Tag lieber mehrere kleine Blöcke als einen langen. Ein guter Tag mischt: neuer Stoff am produktiven Vormittag, Wiederholung und Falltraining am Nachmittag. Bearbeite lieber jeden Tag zwei bis drei verschiedene Themen als eines eine ganze Woche am Stück. Der Wechsel hält den Kopf wach und verzahnt die einzelnen Rechtsgebiete, so wie es die Klausur später auch verlangt. Sobald du ein Thema durchgearbeitet hast, verknüpfst du es mit dem, was du schon kannst.

Schritt 4: Klausuren und Wiederholung fest verankern

Der letzte Schritt entscheidet über Erfolg oder Misserfolg. Trag Klausuren und Wiederholung als feste Termine ein, bevor du den Plan mit neuem Stoff füllst. Was fest im Plan steht, wird geübt. Alles andere ordnet sich unter.

In der Examensvorbereitung gilt eine klare Faustregel: mindestens eine vollständige, wöchentliche Klausur, unter echten Bedingungen und mit Korrektur. Ohne dieses Training bleibt alles Gelernte totes Wissen. Für die Wiederholung reservierst du feste Blöcke, ideal mit digitalen Karteikarten, die dir den Stoff im richtigen Abstand vorlegen. Wie du Definitionen und Schemata dauerhaft im Kopf behältst, ist dabei ein eigener Baustein deines Plans.

Zeitliche Planung im Lernplan Jura: der Wochen- und Tagesrhythmus

Die zeitliche Planung ist der Teil, an dem die meisten Lernpläne kippen. Zu viel gewollt, zu wenig geschafft, Frust. Ein tragfähiger Rhythmus ist realistisch getaktet und lässt Raum zum Atmen.

So sieht dein realistischer Wochenplan aus

Ein guter Wochenplan hat eine wiederkehrende Grundstruktur, in die du die konkreten Themen einsetzt. Feste Ankerpunkte geben Halt, ohne dich einzusperren. Die folgende Beispielwoche zeigt einen ausgewogenen Rhythmus aus neuem Stoff, Wiederholung und Falltraining, mit einem freien Tag als Puffer. Sie ist eine Vorlage zum Anpassen, kein Gesetz.

TagVormittagNachmittag
MontagZivilrecht: neuer StoffFälle lösen und Karteikarten
DienstagZivilrecht: neuer StoffÜbungsklausur schreiben
MittwochÖffentliches Recht: neuer StoffWiederholung der Vorwoche
DonnerstagÖffentliches Recht: neuer StoffFälle lösen und Karteikarten
FreitagStrafrecht: neuer StoffKlausur besprechen, Lücken schließen
SamstagWiederholung der ganzen WochePuffer oder leichte Wiederholung
SonntagfreiErholung und Ausgleich

Dein Tagesrhythmus mit festen Pausen

Innerhalb des Tages arbeitest du am besten in Blöcken statt am Stück. Ein bewährtes Muster sind konzentrierte Einheiten von 45 bis 90 Minuten, gefolgt von einer echten Pause. In der Pause nicht das Handy, sondern kurz raus, Wasser, Bewegung. So bleibt die Konzentration über den Tag stabil.

Leg die anspruchsvollste Aufgabe an den Punkt, an dem du am frischesten bist, für die meisten ist das der Vormittag. Neuer, schwerer Stoff gehört in dein Leistungshoch. Wiederholung und leichtere Aufgaben passen in die Phasen, in denen die Energie sinkt. So nutzen viele Studierende ihre Zeit am effektivsten.

Wie viele Stunden am Tag solltest du lernen?

Weniger, als die meisten denken. Vier bis sechs Stunden konzentriertes Lernen sind ein sinnvoller Richtwert und ein voller Tag, in der heißen Examensphase vielleicht sieben. Wer sich zwölf Stunden vornimmt, sitzt zwar lange am Schreibtisch, lernt aber die zweite Hälfte davon kaum noch etwas. Qualität der Zeit schlägt Quantität deutlich.

Über den Erfolg entscheidet vor allem die Beständigkeit. Die reine Stundenzahl sagt wenig. Fünf fokussierte Stunden an sechs Tagen, Woche für Woche, bringen dich weiter als gelegentliche Zwölf-Stunden-Marathons mit Ausfalltagen danach. Ein Plan, den du dauerhaft durchhältst, ist immer der bessere Plan.

Der richtige Lernplan: vom Studium bis zur Jura Examensvorbereitung

Ein Lernplan sieht im ersten Semester anders aus als drei Monate vor dem Staatsexamen. Die Prinzipien bleiben gleich, der Zuschnitt ändert sich mit der Phase.

Vom ersten Semester bis zur Zwischenprüfung

Am Anfang geht es ums Verstehen, nicht ums Auswendiglernen. Dein Plan im Grundstudium ist eng an die Vorlesungen und die anstehenden Scheine gekoppelt. Plane pro Rechtsgebiet feste Zeit zum Nacharbeiten der Vorlesung ein und beginne früh mit kleinen Fällen, statt nur mitzuschreiben. Für die Zwischenprüfung bündelst du den Grundstudiumsstoff der ersten Semester und übst gezielt die Klausurtypen, die dort abgefragt werden.

Tipp

Den kompletten BGB AT kannst du auf jurahilfe.de dauerhaft kostenlos lernen, mit Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben. Ein guter, günstiger Einstieg, um deinen Lernplan gleich am echten Stoff zu testen.

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Hauptstudium, Schwerpunkt und die mittleren Semester

Im Hauptstudium wird der Stoff dichter und die Fälle anspruchsvoller. Jetzt beginnt die eigentliche Examensvorbereitung im Kopf, auch wenn der Termin noch fern ist. Dein Plan sollte das Grundwissen aus den ersten Semestern regelmäßig auffrischen, damit es bis zum Examen nicht verblasst. Parallel läuft der Schwerpunktbereich, den du zeitlich klar vom Pflichtstoff trennst, sonst frisst er unbemerkt deine ganze Woche. Wenn du im Schwerpunkt glänzen möchtest, gib ihm feste Zeit, aber nicht die des Pflichtstoffs.

Examensvorbereitung fürs erste und zweite Staatsexamen

In der Examensvorbereitung wird der Lernplan zum wichtigsten Werkzeug überhaupt. Hier planst du über viele Monate, je nach Ausgangslage oft rund zwölf, manchmal auch sechs bis achtzehn, meist ergänzt um kürzere Intensivphasen kurz vor den Klausuren. Der Klausurenkurs ist das Rückgrat, alles andere ordnet sich ihm unter. Wie ein solcher Plan im Detail aussieht, zeigt unser Masterplan fürs erste Staatsexamen.

Das zweite Staatsexamen im Referendariat folgt einer eigenen Logik. Statt den materiellen Stoff neu zu lernen, trainierst du vor allem die praktischen Assessorklausuren, etwa die Urteils- und die Anwaltsklausur, dazu den Aktenvortrag in der mündlichen Prüfung. Der Lernplan verschiebt sich vom Wissensaufbau zum Formattraining. In beiden Examensphasen entscheidet über die vielen Monate neben dem Plan auch deine Motivation, die du bewusst mitpflegen musst.

Die Endphase: Puffer vor dem Staatsexamen und Erholung vor der Mündlichen

Zwei Bausteine gehören in jeden Examensplan und fehlen doch oft. Der erste ist ein großzügiger Puffer am Ende. Plane die letzten rund zwei bis drei Monate vor dem schriftlichen Examen bewusst ohne neuen Stoff. Diese Zeit gehört der Wiederholung, den letzten Übungsklausuren und den offenen Lücken. Wer kurz vor dem Termin noch neue Themen anfängt, verankert sie kaum noch und verschenkt die Sicherheit aus der Wiederholung.

Der zweite Baustein liegt nach den Klausuren. Zwischen dem schriftlichen und dem mündlichen Examen liegen je nach Bundesland mehrere Monate, meist drei bis fünf. Nutze den Anfang davon zum Erholen. Gönn dir ein paar Wochen echte Pause, bevor du gezielt für die mündliche Prüfung lernst. Nach Monaten unter Volllast beugt diese Pause einem Einbruch in der mündlichen Phase vor. Danach reicht meist eine überschaubare, konzentrierte Phase, um den Stoff aufzufrischen und den Prüfungsvortrag zu üben.

Den Lernplan anpassen: was tun bei Rückstand?

Kein Lernplan überlebt den ersten Kontakt mit der Realität unverändert. Krankheit, ein zäher Stoff, ein schlechter Tag, und schon hinkst du hinterher. Das ist normal. Entscheidend ist, wie dein Plan mit Rückstand umgeht.

Rückstände von vornherein einplanen

Der beste Umgang mit Rückstand ist, ihn zu erwarten. Baue Pufferzeiten fest ein, etwa einen halben freien Tag pro Woche oder eine komplette Aufholwoche pro Lernblock. Diese Puffer sind kein Luxus, sie sind die Versicherung deines Plans, und du kannst sie doppelt nutzen. Läuft alles glatt, nutzt du die Zeit zur Wiederholung. Hast du dagegen Rückstand, holst du auf, ohne den ganzen Plan umzuwerfen.

Wenn ein Rückstand doch größer wird, kürze lieber am Umfang des neuen Stoffs und halte an der Wiederholung fest. Lieber ein Thema bewusst kompakter lernen als die Festigung opfern, denn ungefestigtes Wissen ist in der Klausur wertlos.

Wenn nichts mehr geht: Lernblockaden und Prüfungsstress

Manchmal ist das Problem kein Zeitproblem. Wenn du vor dem Schreibtisch sitzt und einfach nichts hineingeht, hilft kein strengerer Plan. Eine Lernblockade löst du nicht mit Druck, sondern indem du die Ursache angehst, oft Überforderung, Perfektionismus oder schlicht Erschöpfung. Bau kleinere Einheiten und mehr Erfolgserlebnisse ein.

Auch Prüfungsstress gehört in die Planung. Ein guter Lernplan senkt ihn von selbst, weil er dir Kontrolle gibt. Wenn der Druck trotzdem zu groß wird, ist das kein Versagen, sondern ein Signal, den Plan menschlicher zu takten.

Häufige Fehler beim Lernplan und Tipps und Tricks dagegen

Die meisten Fehler beim Jura-Lernplan wiederholen sich. Wer sie kennt, umgeht sie von Anfang an:

  • Zu ehrgeizig: Zwölf Stunden am Tag, kein freier Tag. Hält niemand durch, führt schnurstracks zum Ausbrennen.
  • Nur Lesestoff: Der Plan besteht aus Skripten, aber ohne Fälle und Klausuren. Aktives Üben fehlt.
  • Keine Wiederholung: Immer nur neuer Stoff, nie zurückschauen. Das Gelernte verblasst schneller, als Neues dazukommt.
  • Zu detailliert geplant: Der ganze Zeitraum minutengenau durchgetaktet. Nach einer Woche stimmt nichts mehr.
  • Kein Puffer: Jeder Tag randvoll. Der erste Rückstand reißt den ganzen Plan ein.
  • Zu spät gestartet: Die nötige Zeit unterschätzt und erst kurz vor der Prüfung ernst gemacht. Klausurentraining und Wiederholung gehören von Anfang an in den Plan.
Vergleich häufiger Fehler beim Jura-Lernplan und der besseren Lösung, etwa vier bis sechs fokussierte Stunden statt zwölf und ein rechtzeitiger Start
Abb. 3: Häufige Fehler beim Lernplan und die bessere Lösung.

Fast alle diese Fehler haben dieselbe Wurzel: einen Plan, der nicht zum eigenen Alltag passt.

Fazit: Der beste Lernplan ist der, den du durchhältst

Ein guter Jura-Lernplan ist kein Kunstwerk aus perfekt gefüllten Tabellenzellen. Er ist ein realistisches, flexibles Gerüst: grob geplant, fein angepasst, mit fester Wiederholung, echtem Falltraining und ehrlichen Puffern. Er nimmt dir Entscheidungen ab und gibt dir Kontrolle zurück. Den Stoff dazu, vom ersten Semester bis zum Examen, findest du gebündelt im interaktiven Lernsystem von jurahilfe.de, das Verstehen, Wiederholen und Testen in einem Lernpfad verbindet.

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Häufig gestellte Fragen

Frieder Hammer

Über den Autor

Frieder Hammer

Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de

Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)

Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.

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