Vier von zehn Kandidatinnen und Kandidaten sind 2024 in Bremen durch die staatliche Pflichtfachprüfung gefallen, bundesweit waren es knapp drei von zehn. Die Bestandenen holten trotzdem fast genauso oft ein Prädikat wie im Rest der Republik. Jura Bremen lohnt sich also für dich, wenn du bisher ohne Numerus Clausus anfangen kannst, einen Bachelor of Laws nebenbei mitnehmen willst und ein kleiner Fachbereich dir mehr bringt als eine Massenfakultät. Seit Oktober 2024 sitzt die Rechtswissenschaft in Bremen in einem umgebauten Bankgebäude direkt neben dem Rathaus, nachdem sie den Campus am Stadtrand verlassen hat. Selbstdisziplin brauchst du hier. Die Betreuung ist gut, das Examen bleibt hart.
Auf einen Blick:
- Zulassung: Der Studiengang ist formal zulassungsbeschränkt, in den letzten Wintersemestern lag der Numerus Clausus aber bei „entfällt“. Alle Bewerbungen kamen durch.
- Besonderheit: Seit dem Wintersemester 2024/25 gibt es den Bachelor of Laws nach acht Semestern, unabhängig vom Bestehen der staatlichen Pflichtfachprüfung.
- Examen 2024: 40,6 Prozent nicht bestanden (bundesweit 27,4), aber 18,8 Prozent Prädikat (bundesweit 19,6).
- Standort: Forum am Domshof mitten in der Innenstadt, Juridicum mit rund 100.000 Bänden im selben Gebäude.
- Kosten: keine Studiengebühren, Semesterbeitrag 443,40 Euro inklusive Deutschlandsemesterticket.
Tipp
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Die Juristische Fakultät in Bremen: Zahlen, Professuren und Forschung
Der Fachbereich 06 Rechtswissenschaft ist einer von zwölf Fachbereichen der Universität Bremen und gemessen an den großen Fakultäten in Köln oder München klein. Die Größe ist sein Argument. Wo in Bayern 400 Erstsemester in einem Hörsaal sitzen, sind es hier rund 250.
Der Fachbereich Rechtswissenschaft in Zahlen
Fünfzehn Professuren stehen im Verzeichnis des Fachbereichs: sieben im Zivilrecht, fünf im öffentlichen Recht, drei im Strafrecht. Eine davon ist derzeit eine Vertretungsprofessur, eine weitere eine Kooperationsprofessur. Dazu kommen zwei Forschungsprofessuren und zehn Honorarprofessuren. Wissenschaftliche Mitarbeitende halten die Arbeitsgemeinschaften und Lehrveranstaltungen. Insgesamt studieren gut 1.200 Menschen Rechtswissenschaft in Bremen. Im ersten Semester waren es zuletzt etwa 250.
Zum Vergleich: An der Universität Bremen sind knapp 18.700 Menschen eingeschrieben. Die Rechtswissenschaft ist also ein überschaubarer Teil davon. Kurze Wege zu den Lehrenden inklusive.
Ruf und Geschichte: das Bremer Modell
Die Universität Bremen wurde 1971 gegründet, mitten in der Bildungsreform. Mit ihr entstand das „Bremer Modell“: Interdisziplinarität, forschendes Lernen in Projekten, Praxisorientierung und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. In den siebziger Jahren galt Bremen deshalb als linke Reformuni, und dieses Etikett hängt dem Fachbereich bis heute nach. „Jura in Bremen schlechter Ruf“ ist eine der häufigsten Suchanfragen zum Standort.
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Im Times Higher Education World University Ranking by Subject 2025 für das Fach Law taucht der Bremer Fachbereich erstmals auf, unter den besten zehn Prozent weltweit. In der Kategorie Forschungsqualität liegt er auf Rang 31 weltweit und damit auf Platz eins unter den zwölf gelisteten deutschen Standorten. Das misst Zitationswirkung, nicht Examenserfolg, und beides gehört auseinandergehalten. Aber die Behauptung, hier werde auf niedrigem Niveau geforscht, ist damit erledigt.
Übrigens: Von 2012 bis 2019 war die Universität Bremen Exzellenzuniversität. Den Titel hat sie danach verloren. Zwei geförderte Exzellenzcluster hat sie weiterhin, gemeinsam mit Oldenburg, und bewirbt sich erneut um den Status. Steht irgendwo, Bremen sei eine Elite-Uni, ist das ein veralteter Stand.

Wer in Bremen lehrt
Im Zivilrecht ist Gralf-Peter Calliess der bekannteste Name, mit den Schwerpunkten internationales und vergleichendes Wirtschaftsrecht sowie Rechtstheorie. Lorenz Kähler verbindet Bürgerliches Recht, Zivilprozessrecht und Rechtsphilosophie. Patrick C. Leyens lehrt Handels- und Gesellschaftsrecht, Frederick Rieländer Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung, Angie Schneider Familienrecht und Gender Studies, Sebastian Kolbe Arbeitsrecht, Christoph Schmid europäisches Wirtschaftsverfassungsrecht.
Im öffentlichen Recht lehren Claudio Franzius (Verwaltungs- und Umweltrecht), Pia Annika Lange (Europa- und Sozialrecht), Lars Viellechner (Verfassungstheorie und transnationales Recht) und Till Markus auf einer Kooperationsprofessur für internationales Umwelt- und Klimarecht. Das Strafrecht tragen Christian Becker, Sönke Florian Gerhold (Medienstrafrecht, Strafvollzug) und Anneke Petzsche (internationales Strafrecht, Wirtschafts- und Umweltstrafrecht).
Auffällig ist die Häufung beim Umwelt- und Klimarecht. Wenn dich dieses Feld interessiert, ist Bremen einer der wenigen Standorte in Deutschland, an dem es nicht Randthema ist.
NC und Bewerbung an der Universität Bremen
Die häufigste Frage zum Standort ist die nach der Abiturnote. Die kurze Antwort: Der Studiengang unterliegt formal einer Zulassungsbeschränkung, praktisch wurde sie zuletzt nicht wirksam. In den Wintersemestern 2023/24, 2024/25 und 2025/26 wies die Universität Bremen für Rechtswissenschaft keinen Numerus-Clausus-Wert aus, alle Bewerbungen wurden zugelassen.
Wie hoch ist der NC für Jura in Bremen?
Formal ist der Studiengang zulassungsbeschränkt, es gibt also eine Kapazitätsgrenze. Ob daraus ein echter Numerus Clausus wird, entscheidet allein die Zahl der Bewerbungen. Blieb sie unter der Kapazität, weist die Zentrale Studienberatung in ihrer NC-Übersicht „entfällt“ aus. So war es in den Wintersemestern 2023/24, 2024/25 und 2025/26, dreimal hintereinander.
Verlass dich trotzdem nicht darauf. Eine Zulassungsbeschränkung, die drei Jahre lang nicht greift, kann im vierten greifen, etwa wenn ein Nachbarstandort seine Kapazität kürzt. Wie die Werte an anderen Fakultäten aussehen und wie das Verfahren rechnet, steht im Überblick zum Numerus Clausus im Jurastudium.
Tipp
Ohne NC anzufangen heißt nicht, dass das Studium leichter wird. Wenn du vor dem ersten Semester schon reinschnuppern willst, kannst du auf jurahilfe.de den kompletten BGB AT dauerhaft kostenlos lernen, mit Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben. Ohne Zeitlimit und ohne Zahlung.
Bewerbung und Einschreibung Schritt für Schritt
Die Bewerbung läuft über das Portal moin.uni-bremen.de. Für Erstsemester geht das Fenster vom 1. Mai bis 15. Juli zum Wintersemester. Kommst du aus einem anderen Studiengang oder von einer anderen Universität, bewirbst du dich als Fortgeschrittener: vom 1. Dezember bis 15. Januar zum Sommersemester, vom 1. Mai bis 15. Juli zum Wintersemester. Die Einschreibung findet danach im September statt.
Ein Punkt, den viele übersehen: Im Studium musst du Englischkenntnisse auf dem Niveau B2 nachweisen. Das geht über einen Sprachkurs am Fremdsprachenzentrum, über eine englischsprachige Hausarbeit oder über ein Auslandssemester. Für den Zugang ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung gelten eigene Regeln, die im Beitrag zu Jura studieren ohne Abitur stehen.
Studienbeginn: nur zum Wintersemester
Erstsemester starten in Bremen ausschließlich im Wintersemester. Einen Sommersemester-Einstieg wie in Tübingen oder Passau gibt es nicht. Endest du im Frühjahr mit der Schule oder beendest den Freiwilligendienst früher, hast du eine Wartezeit vor dir. Für höhere Fachsemester ist der Einstieg zum Sommersemester dagegen möglich.
Zu Beginn des ersten Semesters bietet der Fachbereich eine Orientierungswoche an. Lehrende und Studierende höherer Semester helfen dort beim Stundenplan und führen durch die Gebäude.
Der Studiengang Rechtswissenschaft: Studienverlauf und Prüfungen
Die Regelstudienzeit beträgt nach dem bremischen Juristenausbildungsgesetz zehn Semester, also fünf Jahre einschließlich der Prüfungszeit. Bundesrechtlich verlangt § 5d DRiG, dass der Prüfungsstoff einen Abschluss nach fünf Studienjahren zulässt. Der Aufbau folgt dem üblichen Muster aus Grundstudium, Hauptstudium, Schwerpunkt und Examen; die allgemeine Struktur beschreibt der Beitrag zum Aufbau des Jurastudiums.

Grundstudium und Zwischenprüfung
Gegenstand des Studiums sind in den ersten vier Semestern die Pflichtfächer in ihrer Grundform: Bürgerliches Recht, Strafrecht und öffentliches Recht, dazu Verfahrensrecht und die Grundlagen des Rechts. Die Zwischenprüfung legst du studienbegleitend ab. Eine gesonderte Prüfungsphase am Ende des zweiten Studienjahrs gibt es also nicht. Ihre Inhalte dürfen nach dem bremischen Juristenausbildungsgesetz nicht über den Prüfungsstoff der staatlichen Pflichtfachprüfung hinausgehen.
Begleitet werden die Vorlesungen von Arbeitsgemeinschaften. Daran entzündet sich in den Bewertungen auf StudyCheck die häufigste Kritik. Vorlesung und Arbeitsgemeinschaft seien nicht immer aufeinander abgestimmt, in den AGs komme teilweise neuer Stoff hinzu, obwohl dort der Vorlesungsstoff vertieft werden sollte. Das ist kein Bremer Alleinstellungsmerkmal. Es heißt aber, dass du dir die Verzahnung während des Semesters selbst organisieren musst.
Tipp
Wenn Vorlesung und Arbeitsgemeinschaft auseinanderlaufen, hilft ein Text, der den Stoff in einer Linie erzählt. Auf jurahilfe.de kannst du dasselbe Thema als kompaktes oder als ausführliches Skript lesen: kompakt zum schnellen Wiederholen vor der Klausur, ausführlich, wenn du es zum ersten Mal von Grund auf verstehen willst.
Hauptstudium und die großen Übungen
Ab dem fünften Semester wird der Stoff vertieft. In den großen Übungen schreibst du Klausuren und Hausarbeiten auf Examensniveau, jeweils in Zivilrecht, Strafrecht und öffentlichem Recht. Dazu kommt der Nachweis über eine Lehrveranstaltung mit Schlüsselqualifikationen, etwa Rhetorik, Mediation oder Verhandlungsmanagement. Die Liste dieser Kompetenzen steht in § 5a DRiG und gilt bundesweit.
Seit Oktober 2024 findet all das im Forum am Domshof statt, dem ehemaligen Gebäude der Norddeutschen Landesbank direkt neben dem Rathaus. Rund 18.000 Quadratmeter für etwa 1.500 Studierende und 160 Beschäftigte, mit Hörsälen, Seminarräumen, einem Gerichtslabor und einer eigenen Cafeteria. Seit Januar 2025 liegt auch das Juridicum dort, die juristische Bibliothek der Staats- und Universitätsbibliothek mit rund 100.000 Fachwerken. Die Bibliothek hat werktags von 8 bis 22 Uhr geöffnet, am Wochenende kürzer, und du kommst über sie an juris, Beck-Online, Westlaw und HeinOnline.
Für den Alltag heißt das kurze Wege zwischen Vorlesung, Bibliothek und Mensa, alles im selben Haus. Wer nebenbei jobbt oder ein Praktikum in einer Kanzlei macht, hat die halbe Innenstadt vor der Tür.

Der integrierte Bachelor of Laws
Das ist die eigentliche Bremer Besonderheit. Seit dem Wintersemester 2024/25 gilt der Grundsatz „eine Prüfungsordnung, zwei Abschlüsse“: Wer in Bremen Rechtswissenschaft studiert, kann binnen acht Semestern einen akkreditierten Bachelor of Laws erwerben, völlig unabhängig davon, ob er die staatliche Pflichtfachprüfung besteht. Die Prüfungsordnung dafür stammt vom 25. Oktober 2023.
Was das praktisch bedeutet: Wenn du nach acht Semestern feststellst, dass das Examen nicht dein Weg ist, oder wenn du im Examen scheiterst, stehst du nicht mit leeren Händen da. Du hast einen Hochschulabschluss. Das nimmt aus der Examensvorbereitung einen erheblichen Teil des Drucks, und der Fachbereich sagt das auch offen so. Wer will, kann auch nur einen der beiden Abschlüsse anstreben. Bremen ist damit einer der Standorte, an denen der integrierte Bachelor ohne separate Zusatzleistung im Studienverlauf steckt.
Es gibt zusätzlich einen International Track. Er führt zum „Bachelor of Laws (LL.B.) mit dem Schwerpunkt German and Transnational Law“ und verlangt unter anderem einen Auslandsaufenthalt von insgesamt mindestens einem Monat. Wie ein solcher Abschluss auf dem Arbeitsmarkt wirkt und welche Wege er öffnet, steht im Beitrag zum Bachelor of Laws.
Die Erste juristische Prüfung
Die Erste juristische Prüfung besteht aus der staatlichen Pflichtfachprüfung und der universitären Schwerpunktbereichsprüfung. In die Gesamtnote fließt die staatliche Prüfung mit 70 Prozent ein, die universitäre mit 30 Prozent. Das ist keine Bremer Eigenheit. So steht es in § 5d Abs. 2 DRiG.
Die staatliche Pflichtfachprüfung umfasst in Bremen sechs schriftliche Aufsichtsarbeiten und eine mündliche Prüfung. Drei Klausuren schreibst du im Zivilrecht. Öffentliches Recht und Strafrecht teilen sich die restlichen drei, zwei zu eins. Innerhalb der Note zählen die sechs Aufsichtsarbeiten und die drei Teile der mündlichen Prüfung je ein Neuntel, das Schriftliche macht also zwei Drittel aus. Zur mündlichen Prüfung wird zugelassen, wer im Schnitt mindestens 3,75 Punkte erreicht und in wenigstens drei Arbeiten mindestens 4,0 Punkte. Wie eine solche mündliche Prüfung abläuft und wie du dich darauf vorbereitest, steht im Beitrag zur mündlichen Prüfung im Examen.
Ein Detail, das in Bremen zählt: Nach dem bremischen Juristenausbildungsgesetz werden die Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer des eigenen Fachbereichs an der Bewertung der Aufsichtsarbeiten „angemessen beteiligt“. Deine Klausuren korrigieren also teilweise Menschen, deren Vorlesungen du besucht hast.
Schwerpunktbereiche im Jura Studium in Bremen
Sechs Schwerpunktbereiche stehen zur Wahl. Die Auswahl ist eigenwilliger als an den meisten Fakultäten. Den klassischen Wirtschaftsrechts-Schwerpunkt findest du hier, aber die Alternativen daneben fallen auf.
Die sechs Schwerpunktbereiche im Überblick
| Schwerpunkt | Worum es geht |
|---|---|
| Philosophie, Geschichte, Wirklichkeit | Grundlagen des Rechts: Rechtsphilosophie, Rechtsgeschichte, Rechtssoziologie |
| Klima, Umwelt, Meer | Umwelt- und Klimarecht, Meeresumweltschutz, Recht der erneuerbaren Energien |
| Internationales und Europäisches Wirtschaftsrecht | Handels- und Gesellschaftsrecht mit europäischem und internationalem Bezug |
| Arbeit und soziale Sicherheit | Arbeits- und Sozialrecht, national und supranational |
| Strafrecht und Kriminalpolitik in Europa | Europäisches Strafrecht, Kriminologie, Strafvollzug |
| Transnational Law | Englischsprachig, transnationales Wirtschafts- und Privatrecht |
Der Schwerpunkt „Klima, Umwelt, Meer“ ist der eigentliche Sonderfall. Getragen wird er von den Forschungsstellen für Europäisches Umweltrecht und für Tier- und Tierschutzrecht, mit Till Markus als Kooperationsprofessor für internationales Umwelt- und Klimarecht. Sein Sommerseminar fand zuletzt auf Borkum statt, Thema war die Politikplanung im Klimarecht. Wenn dich Klimaklagen und Meeresumweltschutz interessieren, findest du das in dieser Tiefe an wenigen deutschen Fakultäten.

Welche Kriterien bei der Wahl wirklich zählen und welchen Einfluss der Schwerpunkt auf die Examensnote hat, steht im Beitrag zur Frage, welcher Schwerpunkt der beste ist.
Ablauf der Schwerpunktbereichsprüfung
Die Schwerpunktbereichsprüfung ist die universitäre Hälfte der Ersten juristischen Prüfung und bringt 30 Prozent der Gesamtnote. Sie besteht aus einer Hausarbeit und einer mündlichen Prüfung. Das Schwerpunktstudium selbst umfasst nach dem bremischen Juristenausbildungsgesetz höchstens 14 Lehrveranstaltungsstunden. Schlüsselqualifikationen und Fremdsprachenkompetenz können Teil dieser Lehrveranstaltungen sein.
Eine Neuerung aus der Reform von 2023: Wer den Schwerpunkt gewählt hat, darf ihn nach der staatlichen Pflichtfachprüfung ablegen, nicht mehr zwingend davor. Das verschafft dir mehr Zeit. Du musst dich während der Examensvorbereitung nicht parallel um zwei Prüfungen kümmern.
Tipp
Der Schwerpunkt zählt 30 Prozent, der Pflichtstoff 70. Für die 70 Prozent brauchst du vor allem Wiederholung. Die Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem auf jurahilfe.de fragen genau die Inhalte ab, die du gerade gelesen hast, und zeigen dir Lücken, bevor die Klausur es tut.
Examensvorbereitung an der Universität Bremen
Bremen hat ein eigenes Universitätsrepetitorium, und es ist kostenlos. Ob es allein reicht, ist die Frage, die sich an jedem Standort mit Uni-Rep stellt.

UNIREP: Vorbereitung bei den eigenen Prüferinnen und Prüfern
Das UNIREP läuft ganzjährig, auch in der vorlesungsfreien Zeit, und gewichtet die Fächer nach ihrem Anteil im Examen. Anwesenheitspflicht gibt es keine. Dazu gehört ein Klausurenkurs: wöchentlich eine Examensklausur unter realistischen Bedingungen, mit Korrektur. Dazu ein freiwilliges Probeexamen nach den Regeln der staatlichen Pflichtfachprüfung. Einmal im Jahr kommt eine Simulation der mündlichen Prüfung.
Der Fachbereich wirbt damit, dass die Vorbereitung „direkt bei den Prüferinnen und Prüfern“ stattfindet. Das ist mehr als ein Werbesatz. Die Bremer Hochschullehrer sind an der Bewertung der Examensklausuren beteiligt. Im UNIREP hörst du also Leute, die später mitkorrigieren.
| Merkmal | UNIREP Bremen | Kommerzielles Rep |
|---|---|---|
| Kosten | keine | rund 150 bis 250 Euro monatlich |
| Dozenten | eigene Professoren, teils Prüfer | hauptberufliche Repetitoren |
| Gruppengröße | klein, Fachbereichsgröße | je nach Anbieter unterschiedlich |
| Klausurenkurs | wöchentlich, inklusive | meist separat zu buchen |
| Verbindlichkeit | keine Anwesenheitspflicht | fester Kursplan |
Die Kehrseite der fehlenden Anwesenheitspflicht ist bekannt: Ohne äußere Struktur schiebst du leichter. Ob ein Uni-Rep für die Examensvorbereitung ausreicht, hängt genau daran, und die Abwägung steht im Beitrag Reicht das Uni-Rep fürs Examen?.
Freischuss und Verbesserungsversuch in Bremen
Der Freiversuch funktioniert in Bremen wie in den meisten Ländern. Meldest du dich nach ununterbrochenem Studium spätestens im achten Fachsemester zur schriftlichen Prüfung an, gilt ein Nichtbestehen als nicht unternommen. Bedingung ist, dass du die Klausuren im nächsten dafür vorgesehenen Termin schreibst. Die Regelung steht im bremischen Juristenausbildungsgesetz.
Beim Verbesserungsversuch ist Bremen seit dem 1. April 2023 strenger geworden. Vorher durfte jede und jeder die bestandene Pflichtfachprüfung einmal zur Notenverbesserung wiederholen; ohne Freiversuch kostete das laut der damaligen Justizsenatorin eine Verwaltungsgebühr von 300 Euro. Seit der Novelle darf nur noch wiederholen, wer im Freiversuch bestanden hat. Möglich ist diese Verschärfung, weil § 5d Abs. 5 DRiG die Notenverbesserung ausdrücklich dem Landesrecht überlässt.
Für dich heißt das: Der Freischuss ist in Bremen die Voraussetzung dafür, dass du überhaupt nachbessern darfst. Die Fachschaft hat die Reform seinerzeit scharf kritisiert. Wie die Fristen in den anderen Ländern aussehen, steht im Vergleich zum Freischuss in 16 Bundesländern, die Rechnung dahinter im Beitrag zum Verbesserungsversuch.
Examensergebnisse im Bundesvergleich
Jetzt zu den Zahlen, um die sich die Ruf-Debatte dreht. 2024 traten in Bremen 192 Kandidatinnen und Kandidaten zur staatlichen Pflichtfachprüfung an. 78 von ihnen bestanden nicht, das sind 40,6 Prozent. Bundesweit lag die Quote bei 27,4 Prozent. Bremen liegt also deutlich über dem Schnitt, und das ist der harte Teil der Wahrheit.

| Kennzahl 2024 | Bremen | Bundesweit |
|---|---|---|
| Teilnehmer | 192 | 13.427 |
| Nicht bestanden | 40,6 % | 27,4 % |
| Prädikat (vollbefriedigend und besser) | 18,8 % | 19,6 % |
| Anteil im Freiversuch | 53,7 % | 61,8 % |
| Frauenanteil | 64,6 % | 61,2 % |
Der zweite Teil ist erfreulicher. Die Prädikatsquote lag mit 18,8 Prozent praktisch auf Bundesniveau. Rechnet man sie nicht auf alle Teilnehmenden, sondern nur auf die Bestandenen, kommt Bremen auf rund 32 Prozent gegenüber etwa 27 Prozent bundesweit. Wer in Bremen besteht, steht also nicht schlechter da als anderswo, eher besser.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens schwanken die Bremer Werte stark. Bei 100 bis 200 Kandidaten pro Jahr verschiebt schon ein schwacher Jahrgang die Quote deutlich. Zweitens treten in Bremen weniger Leute im Freiversuch an als im Bund. Freiversuchskandidaten sind im Schnitt besser vorbereitet, und das erklärt einen Teil der Differenz. Was ein Prädikat konkret wert ist, steht im Beitrag zum Prädikatsexamen.
Tipp
Gegen eine Durchfallquote hilft nur eines: früh mit dem Fall arbeiten statt nur zu lesen. Die Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de sind kleine Sachverhalte mit ausführlicher Erläuterung, und die falschen Antwortoptionen bilden genau die Denkfehler ab, die in Klausuren wirklich passieren.
Jura studieren und leben in Bremen
Bremen hat gut 570.000 Einwohner, im Land studieren rund 37.000 Menschen. Das Bundesland Freie Hansestadt Bremen ist mit Bremerhaven zusammen das kleinste der Republik. Die Stadt liegt an der Weser, etwa 60 Kilometer vor der Nordsee.
Was macht Bremen lebenswert?
Der Marktplatz mit Rathaus und Roland gehört zum UNESCO-Welterbe, und beides liegt jetzt vor der Haustür des Fachbereichs. Gleich daneben beginnt die Böttcherstraße mit ihrer Backsteinexpressionismus-Fassade, ein paar Minuten weiter das Schnoorviertel, die älteste erhaltene Häuserzeile der Stadt. Die Schlachte am Weserufer ist im Sommer eine durchgehende Reihe von Biergärten.
Zum Durchatmen gibt es den Bürgerpark direkt hinter dem Hauptbahnhof, mit dem angrenzenden Stadtwald über 200 Hektar, und den Werdersee im Süden, an dem im Sommer halb Bremen liegt. Aufs Land kommst du in einer guten halben Stunde: nach Worpswede, ins Künstlerdorf im Teufelsmoor. Die Nordsee ist ein Tagesausflug.

Wohnen und Kosten
Studiengebühren gibt es in Bremen nicht. Der Semesterbeitrag liegt im Wintersemester 2026/27 bei 443,40 Euro und setzt sich aus 130 Euro für das Studierendenwerk, 21 Euro AStA-Beitrag, 226,80 Euro für das Deutschlandsemesterticket, 2,60 Euro Kultursemesterticket und 63 Euro Verwaltungskostenbeitrag zusammen. Im Sommersemester davor waren es 425,40 Euro; der Anstieg geht auf die Erhöhung des Deutschlandsemestertickets zurück.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Studiengebühren | keine |
| Semesterbeitrag (WS 2026/27) | 443,40 Euro |
| davon Deutschlandsemesterticket | 226,80 Euro |
| WG-Zimmer im Schnitt | rund 485 Euro |
| Wohnheimplatz ab | rund 250 Euro pauschal |
Das Studierendenwerk Bremen betreibt zwölf Wohnanlagen mit gut 2.100 Plätzen, die meisten im Stadtteil Horn nahe dem alten Campus. Seit dem Umzug des Fachbereichs ist das ein Nachteil geworden: Die Wohnheime liegen dort, wo die Jura-Vorlesungen nicht mehr stattfinden. Mit dem Deutschlandsemesterticket ist die Strecke allerdings gedeckt. Womit du insgesamt rechnen musst, rechnet der Beitrag zu den Kosten im Jurastudium durch.
Feiern, Sport und Freizeit
Das studentische Zentrum ist das Ostertorviertel, von allen nur „das Viertel“ genannt. Kneipen, kleine Läden und das Lagerhaus als soziokulturelles Zentrum liegen dort auf wenigen hundert Metern. Das kommunale Kino City 46 sitzt ein paar Minuten weiter in der Innenstadt. Die Bahnhofsvorstadt ist die Discomeile, das Steintor die etwas ruhigere Fortsetzung des Viertels.
Im Herbst übernimmt der Freimarkt die Bürgerweide, eines der ältesten und größten Volksfeste Deutschlands, mit dem dazugehörigen „Ischa Freimaak“ als Ausrede für zwei Wochen Ausnahmezustand. Sportlich hängt in Bremen viel an Werder, aber es gibt auch Bundesliga im Tischtennis, Volleyball und Schach, dazu das Sechstagerennen in der ÖVB-Arena und den Bremen-Marathon.

Fachschaft Jura Bremen und studentische Initiativen
Die Fachschaft Jura Bremen ist ungewöhnlich präsent, sie rankt zu Standortfragen teilweise vor der Universität selbst. Sie unterhält eine Klausuren- und Hausarbeitensammlung, informiert über Repetitorien und hat sich bei der Novelle des Juristenausbildungsgesetzes mit einer eigenen Stellungnahme in die Debatte eingeschaltet.
Daneben gibt es eine ELSA-Gruppe mit Crashkursen und Studienfahrten und den Arbeitskreis kritischer Juristinnen und Juristen, der sich mit der juristischen Ausbildung und ihren gesellschaftlichen Voraussetzungen auseinandersetzt. Seit 2025 schickt der Fachbereich außerdem ein Team zum PAX Moot, einem europäischen Moot Court zum internationalen Privat- und Zivilprozessrecht, und hat es beide Male in die mündliche Phase geschafft.
Für wen passt Jura Bremen, für wen nicht?
Am Ende ist die Standortwahl eine Frage der Passung, nicht des Rankings. Bremen hat ein klares Profil, und das trifft nicht jeden.
Stärken und Schwächen im Überblick
Dafür spricht einiges. Der Einstieg ohne NC, der integrierte Bachelor als Absicherung, ein kleiner Fachbereich mit kurzen Wegen. Dazu ein kostenloses UNIREP mit prüfungsnahen Dozenten und ein moderner Standort mitten in der Stadt. Im Umwelt- und Klimarecht ist das Schwerpunktangebot ungewöhnlich stark. Die Lebenshaltung ist niedriger als in Hamburg oder München.
Dagegen spricht die Durchfallquote, die 2024 deutlich über dem Bundesschnitt lag. Dazu kommt, dass es nur den Wintersemester-Start gibt, dass die Wohnheime seit dem Umzug ungünstig liegen und dass StudyCheck-Bewertungen wiederkehrend die Abstimmung zwischen Vorlesung und Arbeitsgemeinschaft und die digitale Ausstattung kritisieren. Insgesamt kommt der Studiengang dort auf 3,6 von 5 Sternen bei 102 Bewertungen, mit 88 Prozent Weiterempfehlung; am besten schneiden Studieninhalte und Literaturzugang ab, am schwächsten das digitale Studieren.
Ich empfehle Bremen, wenn du eigenständig arbeitest und die Absicherung durch den Bachelor schätzt. Brauchst du feste Strukturen und Druck von außen, um ins Lernen zu kommen, bist du an einer Fakultät mit engmaschigem Pflichtprogramm besser aufgehoben. Ob dich das Fach insgesamt überfordert, ist übrigens eine andere Frage als die nach dem Standort. Sie beantwortet der Beitrag Wie schwer ist das Jurastudium wirklich?.
Die Universität Bremen im Vergleich mit den Fakultäten im Norden
Im norddeutschen Vergleich ist Bremen der kleine, günstige Standort ohne Zulassungshürde. Hamburg ist größer, teurer und stärker vernetzt in die Wirtschaftskanzleien. Kiel ist der andere norddeutsche Standort mit niedriger Zugangshürde und liegt ebenfalls am Wasser. Göttingen hat den traditionsreicheren Namen und eine deutlich größere Fakultät, Hannover punktet mit der Nähe zum niedersächsischen Justizapparat.
Ein Ranking der Fakultäten ist das ausdrücklich nicht. Wer die Standorte systematisch gegeneinander abwägen will, findet die Übersicht im Beitrag Wo kann man Jura studieren?. Für die Bewerbung selbst gilt ohnehin: Bewirb dich an mehreren Standorten, das Verfahren erlaubt es.
Bleibt der Satz, der für jede Fakultät gilt. Die Uni gibt dir Vorlesungen, Übungen und ein Repetitorium; ob du den Stoff am Ende beherrschst, entscheidet sich in deiner eigenen Wiederholung. Wie du die aufbaust, zeigt das mehrstufige Lernsystem auf jurahilfe.de, vom Skript über die Karteikarte bis zum Abschlusstest.
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Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.
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