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Uni-Rep: Reicht das Universitätsrepetitorium fürs Examen?

Hände halten eine korrigierte handschriftliche Klausur mit roten Randbemerkungen über einem Schreibtisch mit aufgeschlagenem Gesetzbuch

Sechs von zehn Jurastudierenden zahlen für ein kommerzielles Repetitorium. 2016 waren es noch drei von vier. Das Uni-Rep reicht für die staatliche Pflichtfachprüfung nach § 5 DRiG inhaltlich aus, wenn du eines mitbringst: einen eigenen Plan für die Zeit zwischen den Terminen.

Möglich macht das der Ausbau an den Fakultäten. Alle 43 Universitäten mit Staatsexamensstudiengang bieten inzwischen einen eigenen Examensklausurenkurs an, 42 von ihnen dazu einen vollständigen Hauptkurs, und zwar über den Semesterbeitrag abgedeckt. Genau daran scheitern trotzdem viele: Der Kurs liefert Stoff und Klausuren, aber niemand kontrolliert, ob du das Gehörte drei Wochen später noch kannst.

Auf einen Blick:

  • Alle 43 Fakultäten bieten einen Klausurenkurs, 42 davon auch einen Hauptkurs. Der Umfang liegt meist bei drei Plenumsveranstaltungen pro Woche.
  • Nur 13 Universitäten (30,23 %) geben ausformulierte Musterlösungen zu ihren Klausuren aus. Das ist die größte Lücke.
  • 78,57 % der Kurse laufen ausschließlich in Präsenz. Bei Krankheit oder Nebenjob ist die Einheit ersatzlos weg.
  • Ein kommerzielles Rep kostet rund 120 bis 250 Euro im Monat, der Gesamtkurs liegt je nach Anbieter bei etwa 1.800 bis 2.800 Euro.
  • Vier konkrete Lücken lassen sich mit eigenem Material schließen, ohne dass du dafür ein zweites Rep buchst.

Tipp

Wenn du parallel zum Uni-Rep den Stoff selbst wiederholen willst, findest du auf jurahilfe.de interaktive Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, die aufeinander aufbauen. Der komplette BGB AT ist dauerhaft kostenlos, ohne Zeitlimit.

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Balkendiagramm: Anteil der Jura-Absolventen mit kommerziellem Repetitorium sinkt von 74,3 auf 60,0 Prozent
Abb. 1: Der Anteil mit kommerziellem Rep ist in sechs Jahren um gut vierzehn Prozentpunkte gefallen.

Was ist das Uni-Rep und wie läuft es ab?

Das Uni-Rep, auch Unirep oder Universitätsrepetitorium genannt, ist das Examensvorbereitungsprogramm deiner eigenen Fakultät. Es wiederholt den Pflichtfachstoff in etwa zwei bis drei Semestern, wird von Professorinnen, Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern gehalten und kostet nichts. Anders als ein kommerzielles Repetitorium ist es Teil des regulären Lehrangebots.

Manche Fakultäten geben ihrem Programm einen eigenen Namen: unirep-online in Münster, Rep im Quadrat in Mannheim, HeidelPräp in Heidelberg. Andere führen es schlicht als Examinatorium, etwa Augsburg, Tübingen und Bayreuth. Die Uni Halle nennt ihres Universitätsrepetitorium und fährt es ganzjährig, kostenlos und mit wöchentlichem Klausurenkurs. In Regensburg heißt das Programm REX und kombiniert Vertiefungsvorlesungen mit einem ganzjährigen Klausurenkurs und einem Probeexamen über sechs Tage. Dahinter steckt jeweils dieselbe Grundidee.

Aufbau: Hauptkurs, Klausurenkurs und Prüfungssimulation

Ein Uni-Rep besteht aus drei Bausteinen. Der Hauptkurs geht den examensrelevanten Stoff der drei Rechtsgebiete durch, meist im Vorlesungsformat mit eingebauten Fällen. Der Klausurenkurs stellt wöchentlich eine Examensklausur zur Verfügung, die du schreibst und korrigiert zurückbekommst. Er ist zugleich die Vorbereitungsform, die die meisten Absolventen im Rückblick nennen, häufiger als das kommerzielle Rep. Die Prüfungssimulation ahmt die mündliche Prüfung nach, teils als Probeexamen über mehrere Tage. Solche Prüfungssimulationen werden an den meisten Fakultäten mindestens einmal pro Durchgang angeboten.

Die Bestandsaufnahme von Czerny, Steffahn und Schindler hat 2024 alle 43 Universitäten mit Staatsexamensstudiengang untersucht, drei private Hochschulen eingeschlossen. Ergebnis: Einen Klausurenkurs bieten alle 43, einen Hauptkurs 42 (die FernUniversität Hagen fällt aus dem Format heraus). Das ist der Baustein, an dem sich die Qualität eines Programms am ehesten entscheidet, denn Klausuren schreiben lernt man nur durch Klausuren schreiben.

Wie viel dein Programm im Einzelnen anbietet, steht auf den Seiten deiner Fakultät. Ein Blick lohnt sich vor der Anmeldung, weil sich gerade beim Klausurenkurs und bei der mündlichen Prüfung viel unterscheidet. Weitere Bausteine wie Crashkurse oder Kolloquien werden nur an einem Teil der Universitäten angeboten.

Wie viele Veranstaltungen pro Woche im Unirep stattfinden

Die meisten Uni-Reps bieten drei bis sieben Plenumsveranstaltungen pro Woche an. Die häufigste Variante sind drei: 25 der 42 Fakultäten mit Hauptkurs (59,52 %) fahren dieses Modell. Es lässt die drei Rechtsgebiete parallel laufen, ohne die Woche zu füllen.

Das ist weniger, als viele erwarten. Drei Termine plus eine Klausur ergeben zwölf bis fünfzehn gebundene Stunden. Die restliche Zeit gehört dir. Darin liegt die eigentliche Nachricht dieses Modells. Das Uni-Rep strukturiert deine Woche. Füllen musst du sie selbst.

Diese Stunden sind Arbeitszeit, nur unbeaufsichtigte. Wer sie als Freizeit verbucht, unterschätzt die Stoffmenge im Jurastudium deutlich. Wie sich diese Dauerbelastung auf die mentale Gesundheit im Jurastudium auswirkt, zeigt der Überblick dazu.

Anmeldung, Kosten und wer am Universitätsrepetitorium teilnehmen darf

Teilnehmen darf in der Regel jede und jeder Studierende der eigenen Fakultät. Meist genügt das bestandene Grundstudium. Kosten fallen keine an. Das Angebot ist über den Semesterbeitrag abgedeckt. Einzelne Bausteine, vor allem der Klausurenkurs und das Probeexamen, verlangen eine Anmeldung zu festen Fristen.

Genau hier verlieren viele den Anschluss: Die Anmeldefrist für den Klausurenkurs liegt oft ein Semester vor Kursbeginn. Schlag früh im Vorlesungsverzeichnis deiner Fakultät nach, nicht erst, wenn du mit dem Lernen anfängst.

Der Kostenpunkt ist der stärkste Unterschied zum kommerziellen Anbieter. Ein Rep schlägt mit rund 120 bis 250 Euro im Monat zu Buche und ist damit der größte beeinflussbare Posten in den Kosten eines Jurastudiums.

Vorteile und Nachteile des Universitätsrepetitoriums

Das Uni-Rep ist gut genug, um damit zu bestehen. An vielen Fakultäten reicht es auch für ein Prädikat. Seine Schwächen liegen fast nie bei den Dozierenden. Sie liegen bei der Ausstattung.

Die Vorteile: kostenlos, examensnah und an deiner Fakultät

Der offensichtliche Vorteil ist das Geld. Über die gesamte Vorbereitung sparst du gegenüber einem kommerziellen Anbieter rund 1.800 bis 2.800 Euro, je nach Kurs und Anbieter. Dazu kommt die Nähe: Die Dozierenden kennen die Prüfungspraxis des eigenen Bundeslandes, oft sitzen sie selbst in Prüfungskommissionen. Diese Verbindung in die universitären Strukturen kann dir ein privater Anbieter nicht bieten.

Der Prüfungsstoff ist außerdem kein Geheimwissen privater Anbieter. Was im Examen abgefragt wird, ergibt sich aus den Pflichtfachkatalogen der Länder, und die Fakultäten arbeiten mit denselben Quellen wie hemmer oder Alpmann Schmidt.

Ein dritter Punkt wird selten genannt: Du bleibst in deiner Lerngruppe. Im Uni-Rep sitzen dieselben Studierenden wie im Grundstudium. Das erleichtert Lerngruppen und den Tausch von Korrekturen erheblich. Die Möglichkeit, eine korrigierte Klausur direkt nach der Rückgabe mit jemandem durchzusprechen, hat kein Online-Kurs.

Die Nachteile: Präsenzpflicht, dünne Unterlagen, schwankende Qualität

78,57 Prozent der Hauptkurse laufen ausschließlich in Präsenz, nur neun der 42 Fakultäten mit Hauptkurs (21,43 %) bieten hybride Formate an. Verpasst du eine Einheit wegen Krankheit, Nebenjob oder Kinderbetreuung, ist sie weg. Ein kommerzieller Online-Kurs hätte die Aufzeichnung.

Die kursbegleitenden Unterlagen machen die nächsten Probleme. Viele Programme geben Vortragsfolien aus, aber keine ausformulierten Skripte, an denen du den Stoff selbstständig nacharbeiten könntest. Die Untersuchung nennt das ausdrücklich als Schwäche.

Und die Qualität schwankt zwischen den Fakultäten extrem. Eine bundesweite Abstimmung über Mindeststandards gibt es nicht. Das Autorenteam der Studie fordert im Fazit ausdrücklich eine stärkere Vernetzung der Universitäten.

Dazu kommt ein Sichtbarkeitsproblem. Die kommerziellen Anbieter werben aggressiv, die Fakultäten beschreiben ihr Angebot nüchtern auf einer Unterseite. Die meisten Studierenden kennen ihr eigenes Uni-Rep deshalb nur vage, obwohl sie dafür schon bezahlt haben.

Wie gut die Uni-Reps wirklich sind: die Studienlage

Die belastbarste Datenquelle ist die Bestandsaufnahme von Czerny, Steffahn und Schindler (Rechtsempirie 2024). Die Autoren haben einen Katalog von rund 50 Fragen an alle 43 Fakultäten gelegt, die Webauftritte ausgewertet und zwischen September 2023 und März 2024 Telefoninterviews mit den Organisatoren geführt.

Der wichtigste Einzelbefund für dich: Nur 13 Universitäten (30,23 %) stellen ausformulierte Musterlösungen zu ihren Klausuren bereit. An den übrigen bekommst du eine Note, eine Randkorrektur und vielleicht eine Lösungsskizze, aber keinen Text, an dem du siehst, wie eine Elf-Punkte-Klausur tatsächlich formuliert ist.

Parallel dazu die Nachfrageseite: Der Anteil der Absolventinnen und Absolventen mit kommerziellem Repetitorium ist von 74,27 % (Zweite Absolventenbefragung des Bundesverbands rechtswissenschaftlicher Fachschaften 2016, n = 1390) auf 60,0 % (Fünfte Absolvent:innenbefragung 2022, n = 1384) gefallen. Das ist ein Rückgang um gut vierzehn Prozentpunkte in sechs Jahren.

Kennzahlen: 43 Fakultäten mit Klausurenkurs, nur 13 mit ausformulierter Musterlösung, 78,6 Prozent der Uni-Reps nur in Präsenz
Abb. 2: Die vier zentralen Werte der Bestandsaufnahme aller 43 Fakultäten.

Die Verbreitung der einzelnen Bausteine über alle 43 Fakultäten im Überblick:

BausteinVerbreitung
Klausurenkurs43 von 43 Fakultäten
Hauptkurs42 von 43
Ausformulierte Musterlösung13 von 43 (30,23 %)
Nur Präsenz78,57 % der Hauptkurse
Hybrides Format9 von 42 (21,43 %)
Drei Termine pro Woche25 von 42 (59,52 %)

Was die Studie nicht liefert, ist ein Notenvergleich. Es gibt keine belastbare Zahl dazu, ob Uni-Rep-Teilnehmer besser oder schlechter abschneiden als Rep-Kunden. Eine solche Zahl stammt also nicht aus dieser Untersuchung. Bei einer Durchfallquote im ersten Staatsexamen von 27,4 Prozent im Jahrgang 2024 wäre so ein Vergleich interessant, er existiert aber schlicht nicht.

Tipp

Wo dein Uni-Rep keine ausformulierte Lösung liefert, hilft aktives Abfragen mehr als Nachlesen. Die Karteikarten im Wiederholungssystem auf jurahilfe.de greifen genau die Definitionen und Streitstände ab, die in der Korrektur gefehlt haben.

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Uni-Rep oder kommerzielles Repetitorium: deine Entscheidung

Ob das Uni-Rep den Stoff schafft, ist selten die Frage. Das tut es. Die Frage ist, ob du die Betreuungslücke selbst schließt. Bei einem kommerziellen Rep kaufst du im Wesentlichen Verbindlichkeit.

Was die kommerziellen Repetitorien anders machen

Kommerzielle Repetitorien wie hemmer, Alpmann Schmidt oder Jura Intensiv liefern drei Dinge, die Uni-Reps oft fehlen: ein durchgeschriebenes Skript zu jeder Einheit, einen Klausurenkurs mit ausformulierter Musterlösung und ein Online-Angebot mit Aufzeichnungen. Außerdem ist der Lernplan vorgegeben, du musst ihn nicht bauen.

Der inhaltliche Unterschied ist dagegen kleiner, als das Marketing nahelegt. Beide arbeiten mit denselben Pflichtfachkatalogen, derselben Rechtsprechung und häufig mit Dozierenden, die auf beiden Seiten unterrichten. Wer die Kosten und Erfahrungen zu den einzelnen Repetitorien vergleicht, findet den Unterschied eher im Service als im Stoff.

Die beiden Wege im direkten Vergleich:

KriteriumUni-RepKommerzielles Rep
Kostenkeine1.800 bis 2.800 €
Hauptkurs42 von 43 Unisja
Klausurenkursalle 43 Unisja
Musterlösung13 von 43 Unisin der Regel
Online oder hybrid9 von 42 Unismeist ja
Skript zur Einheitoft nur Foliendurchgeschrieben
Lernplanselbst bauenvorgegeben

Was der Wechsel zu den kommerziellen Repetitorien kostet

Ein Präsenzkurs liegt bei rund 120 bis 250 Euro pro Monat, meist als Ratenzahlung auf einen Gesamtkurs. Alpmann Schmidt ruft für den Examenskurs etwa 2.090 Euro auf, verteilt auf elf Raten; hemmer und Jura Intensiv bewegen sich in einer ähnlichen Spanne von rund 1.800 bis 2.800 Euro. Klausurenkurs-Zuschläge, Anfahrt und Lernmaterialien kommen obendrauf, Online-Kurse liegen teilweise darunter.

Für viele ist das der Betrag, an dem der Nebenjob in der heißen Phase hängt. Geld gegen Lernzeit, eine echte Abwägung. Ich empfehle, sie bewusst zu treffen und nicht aus Gewohnheit, weil die halbe Kohorte einen Vertrag unterschreibt.

Welches Repetitorium passt zu deinem Lerntyp?

Zwei Fragen entscheiden. Erstens: Hast du bisher ohne äußeren Anstoß regelmäßig Klausuren geschrieben? Zweitens: Findest du selbst heraus, welche Themen du noch nicht kannst? Zweimal Ja heißt: kein kommerzielles Rep nötig. Bei einem Zögern solltest du entweder zahlen oder dir ein Ersatzsystem bauen. Mit Intelligenz hat das nichts zu tun. Es geht um Lernmethode und die eigene Situation.

Für Selbstorganisierte ist das Uni-Rep die bessere Wahl. Es liefert Struktur und lässt die Zeit frei. Brauchst du Verbindlichkeit von außen, ist ein kommerzieller Kurs sein Geld wert. Und für die große Gruppe dazwischen ist die Kombination aus Uni-Rep und eigenem Wiederholungssystem der günstigste Weg zu demselben Ergebnis.

Wenn du den Weg ohne kommerziellen Anbieter gehst, lohnt der ausführliche Beitrag Examen ohne Repetitorium: Er baut die komplette Vorbereitung von der Stoffplanung bis zur Selbstkontrolle auf.

Entscheidungsbaum: Wer ohne Anstoß Klausuren schreibt und eigene Lücken erkennt, kommt mit dem Uni-Rep aus und spart 1.800 bis 2.800 Euro
Abb. 3: Zwei Fragen entscheiden darüber, ob sich ein kommerzielles Rep für dich rechnet.

Ist beides gleichzeitig sinnvoll?

Selten. Parallel besucht, hörst du denselben Stoff zweimal. Die Zeit fehlt dir dann beim Wiederholen. Zwei Hauptkurse nebeneinander sind fast immer eine Fehlallokation. Außerdem kollidieren die Termine regelmäßig, und du sitzt am Ende eher im Kurs, als dass du wiederholst.

Sinnvoll ist dagegen die Teilkombination, und die ist an den meisten Standorten problemlos möglich: Uni-Rep als Hauptkurs, dazu der Klausurenkurs eines kommerziellen Anbieters, wenn dein Uni-Klausurenkurs keine Musterlösungen ausgibt. Das kostet einen Bruchteil des Vollkurses und schließt genau die Lücke, die die Untersuchung als größte identifiziert.

Die vier Lücken des Uni-Reps und wie du sie schließt

Vier Dinge fehlen im Uni-Rep systematisch. Keines davon macht den Kurs schlecht, aber jedes kostet Punkte, wenn du es nicht selbst auffängst.

Gegenüberstellung: vier Lücken des Uni-Reps von der Wiederholung bis zur Musterlösung und die passenden Gegenmittel
Abb. 4: Jede der vier Lücken lässt sich einzeln schließen, ohne ein zweites Repetitorium.

Was zwischen den Einheiten mit dem Stoff passiert

Nach der Einheit zum Bereicherungsrecht kannst du Bereicherungsrecht. Vier Wochen später, wenn das Verwaltungsrecht dran ist, ist ein guter Teil davon weg. Das Uni-Rep hat keinen eingebauten Wiederholungsmechanismus, es läuft linear durch den Stoff und kommt nicht zurück.

Das ist die teuerste der vier Lücken, weil sie unsichtbar ist. Du merkst sie erst in der Klausur oder sogar erst im Examen. Wer sie schließen will, braucht ein System, das ihm sagt, wann er was wiederholt, statt sich auf das eigene Gefühl zu verlassen. Ein gutes System nimmt dir diese Entscheidung ab. Die Methode dazu heißt Spaced Repetition mit Active Recall und ist die am besten belegte Lerntechnik überhaupt.

Tipp

Für die Wiederholung zwischen den Einheiten übernimmt das Wiederholungssystem auf jurahilfe.de die Terminplanung: Es legt dir jede Karte genau dann wieder vor, wenn du sie zu vergessen beginnst, und zwar über alle drei Rechtsgebiete hinweg.

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Fälle selbst lösen statt Fälle hören

Im Hauptkurs werden Fälle besprochen. Zuhören und Mitschreiben ist aber noch kein Falltraining. Ein Fall, den jemand vorne auflöst, trainiert Wiedererkennen. Ein Fall auf leerem Blatt trainiert Können. Das ist ein großer Unterschied.

Der Klausurenkurs deckt das teilweise ab, aber eine Klausur pro Woche sind über die Vorbereitungszeit vielleicht sechzig Klausuren. Für die Routine im Gutachtenstil und im Erkennen von Signalwörtern braucht es mehr Wiederholungen an kleinen Sachverhalten, nicht weniger große.

Kleine Fälle mit sofortiger Auflösung füllen genau diese Lücke. Sie kosten fünf Minuten statt fünf Stunden und lassen sich schnell zwischen zwei Uni-Rep-Terminen einschieben.

Tipp

Die Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de sind kleine Sachverhalte mit ausführlicher Erläuterung; die falschen Optionen bilden Denkfehler ab, die in Klausuren wirklich passieren. Gut für die Minuten zwischen zwei Veranstaltungen.

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Ohne Musterlösung bleiben deine Noten im Dunkeln

An knapp 70 Prozent der Fakultäten bekommst du deine Klausur mit Randbemerkungen und einer Note zurück, aber ohne ausformulierten Lösungstext. Du weißt dann, dass etwas fehlte, aber nicht, wie der fehlende Absatz aussehen würde.

Das lässt sich auffangen. Besorg dir zu jeder Klausur eine ausformulierte Lösung aus einer anderen Quelle. Fallbücher taugen dafür, ebenso die Lösungsskizzen der Saarheimer oder Hauptstadtfälle. Oder du tauschst in der Lerngruppe mit jemandem, der besser abgeschnitten hat. Eine Übersicht kostenloser Fallsammlungen steht im Beitrag zu den kostenlosen Jura-Lernangeboten.

Wenn dich die Note beschäftigt: In der staatlichen Pflichtfachprüfung des Jahrgangs 2024 erreichten 19,57 Prozent ein Prädikat ab neun Punkten, also knapp ein Fünftel. Die Korrekturqualität deines Klausurenkurses hat darauf spürbaren Einfluss.

Online lernen, wenn der Kurs nur in Präsenz läuft

Fällt eine Einheit für dich aus, gibt es an fast vier von fünf Fakultäten keinen Ersatz. Es gibt keine Aufzeichnung, keine Nachhol-Session, oft nicht einmal Folien mit ausformuliertem Text.

Dagegen hilft nur eine eigene Textquelle, an der du dieselbe Einheit nachlesen kannst: ein Skript, ein Lehrbuchkapitel oder eine Online-Lernplattform mit demselben Thema. Wichtig ist, dass sie denselben Zuschnitt hat wie dein Kurs, sonst suchst du länger, als du liest.

Der Nebeneffekt ist größer als der Anlass. Wer eine verlässliche Textquelle hat, ist auch im Semester unabhängig vom Termin und kann in Randzeiten lernen, in denen kein Kurs stattfindet.

Uni-Rep und Jurahilfe kombinieren: deine persönliche Lernplanung

Das Uni-Rep bietet dir drei Termine pro Woche und eine Klausur. Alles andere planst du selbst. Ein einfacher Wochenrhythmus reicht dafür aus, und er kostet weniger Zeit, als die meisten befürchten.

Wochenrhythmus: Unirep-Einheit, Wiederholung, Klausuren

Der Rhythmus hat vier feste Punkte. Am Tag der Einheit liest du eine Stunde nach, solange der Stoff frisch ist. Am Folgetag rufst du ihn ab, ohne nachzuschlagen. Danach kommt er in die verteilte Wiederholung. Einmal pro Woche schreibst du eine Klausur unter echten Bedingungen.

Das sind neben den zwölf bis fünfzehn gebundenen Stunden noch einmal grob fünfzehn eigene. Entscheidend ist dabei die Verteilung. Zwei Stunden an fünf Tagen wirken deutlich besser als zehn Stunden am Sonntag.

Für die Jahresplanung drumherum, also welches Rechtsgebiet wann drankommt und wie viel Puffer du brauchst, hilft der Beitrag zum Jura-Lernplan erstellen. Er liefert das Gerüst, in das sich die Uni-Rep-Termine eintragen lassen.

Wochenraster: Uni-Rep-Einheit am Montag, Nacharbeit, Abfrage und Wiederholung bis zur Klausur am Freitag
Abb. 5: Ein Wochenrhythmus, der die freie Zeit zwischen den Terminen strukturiert.

Karteikarten als Anschluss an jedes Thema der Einheit

Nach der Einheit zum EBV hilft dir keine weitere Erklärung. Was jetzt zählt, ist Abfrage. Das ist der natürliche Anschluss an eine Vorlesungseinheit. Karteikarten machen aus passivem Wiedererkennen aktives Erinnern. Und sie zeigen sofort, welche Definition du nur ungefähr kannst.

Wichtig ist der Zuschnitt. Eine Karte pro Definition, pro Streitstand, pro Prüfungsschritt. Nicht eine pro Vorlesungsstunde. Eigene Karten kosten Zeit, fertige sparen sie. Bei fertigen musst du dafür prüfen, ob sie fachlich stimmen. Ungeprüftes studentisches Material ist in der Examensvorbereitung ein echtes Risiko. Einen falsch gelernten Streitstand wirst du nur schwer wieder los.

Tipp

Auf jurahilfe.de hängen Skript, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben am selben Lernpfad. Du liest ein Thema, rufst es direkt danach ab und testest es am Fall, ohne dir das Material selbst zusammenzustellen.

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Wann zusätzlicher Einzelunterricht sinnvoll ist

Einzelunterricht lohnt punktuell, als Dauerlösung wird er teuer. Zwei Fälle sind typisch. Ein Rechtsgebiet bleibt trotz mehrfacher Wiederholung dunkel. Oder deine Klausuren scheitern am Aufbau, obwohl das Wissen da ist. Beides lässt sich in wenigen individuellen Sitzungen klären, während ein ganzer Kurs dafür überdimensioniert wäre.

Der zweite klassische Anlass ist die mündliche Prüfung. Sie lässt sich schlecht allein üben, weil sie vom Gegenüber lebt. Wie sie abläuft und worauf es ankommt, steht im Beitrag zur mündlichen Prüfung im Examen; ob sich ein Prüfungstraining für dich rechnet, klärt die Übersicht zur Jura-Nachhilfe mit Preisen und Prüfsteinen.

Fazit: Für wen das Uni-Rep in der Examensvorbereitung reicht

In der Examensvorbereitung reicht das Uni-Rep für alle, die selbstständig wiederholen und regelmäßig Klausuren schreiben. Es liefert den Stoff vollständig und kostet nichts. Mit dem Klausurenkurs hat es den wichtigsten Baustein an Bord. Offen bleibt die Kontrolle darüber, ob du den Stoff Wochen später noch abrufen kannst.

Fehlt dir diese Kontrolle, bist du mit einem kommerziellen Rep besser bedient. Das ehrlich einzuschätzen ist keine Schwäche. Stellst du sie selbst her, sparst du 1.800 bis 2.800 Euro und lernst in derselben Qualität. Der Erfolg im Examen hängt an der Zahl der ausgewerteten Klausuren, nicht am Preis des Kurses. Wer jetzt vor der Entscheidung steht, sollte deshalb zuerst den Klausurenkurs seiner Fakultät ansehen und erst danach über einen Vertrag nachdenken. Die vier Lücken sind bekannt und einzeln schließbar, die teuerste davon mit einem Wiederholungssystem, das dir die Termine abnimmt, etwa den Karteikarten mit Wiederholungssystem auf jurahilfe.de.

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Häufig gestellte Fragen

Frieder Hammer

Über den Autor

Frieder Hammer

Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de

Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)

Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.

  • Zivilrecht
  • Strafrecht
  • Öffentliches Recht
  • Jurastudium
  • Examensvorbereitung
  • juristische Didaktik
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