Strafrecht online: Wo lernst du Jura wirklich effektiv?

Zwölf offene Tabs, zwei Skripte, ein Video, und am Ende weißt du trotzdem nicht, ob der Erlaubnistatbestandsirrtum den Vorsatz oder die Schuld betrifft. So fühlt sich Strafrecht online für viele an. Es funktioniert, wenn du vier Ebenen trennst: freie Lernplattformen wie Jurcoach für Problemfelder und Falltraining, kostenpflichtige Kurse für strukturierte Video-Module, Datenbanken wie beck-online für Kommentar und Rechtsprechung, und ein zusammenhängendes Lernsystem, das Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben miteinander verbindet. Diese vierte Ebene deckt jurahilfe.de ab. Sie fehlt online am häufigsten. Wer alles in einen Topf wirft, liest viel und behält wenig.
In der Klausur zählt nur eines: die Anwendung am Sachverhalt. Beim Diebstahl heißt das: § 242 StGB sitzt erst, wenn du die Wegnahme am Fall durchprüfen kannst.
Auf einen Blick:
- Ein durchgehender Lernpfad statt loser Werkzeuge: auf jurahilfe.de bauen Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben im Strafrecht aufeinander auf, über 230 Wissensseiten sind frei lesbar.
- Kostenlos und juristisch belastbar: Jurcoach vom Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht der Universität Freiburg, mit Problemfeld-Wiki, Falltraining, Multiple-Choice-Tests und Klausurendatenbank.
- Kostenpflichtige Video-Kurse (Lecturio, Jura Online, juracademy) liefern Struktur und Tempo, ersetzen aber kein eigenes Falllösen.
- Kommentar und Rechtsprechung laufen über beck-online oder juris, für Studierende meist über die Campus-Lizenz der Universität und einen Heimzugang.
- Reihenfolge: erst der Aufbau der Straftat, dann die klausurrelevanten Delikte, StPO zuletzt.
- Was online oft fehlt: aktives Abrufen. Ohne Karteikarten und Wiederholung bleibt Gelesenes flüchtig.
Tipp
Wenn du den Stoff lieber an einem Ort aufbauen willst, findest du auf jurahilfe.de interaktive Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben, die aufeinander aufbauen: erst verstehen, dann abrufen, dann am Fall testen.

Strafrecht online lernen: Überblick über die Wege
Das Angebot zum Thema Strafrecht im Netz zerfällt in vier Sorten: universitäre Lernplattformen, kommerzielle Kursanbieter, juristische Datenbanken und Lernsysteme mit Karteikarten. Jede Sorte löst ein anderes Problem. Wer das durchschaut, spart Geld und Zeit.
Was Studierende online wirklich brauchen
Vier Dinge brauchst du online. Einen verlässlichen Text, der den Aufbau erklärt, Fälle mit Lösung, eine Möglichkeit zum Wiederholen, und Zugriff auf Gesetzestext und aktuelle Rechtsprechung. Alles andere ist Komfort. Was strafrechtlich relevant ist, entscheidet die Klausur, nicht der Umfang des Angebots. Der dritte Punkt fehlt am häufigsten. Plattformen erklären hervorragend und lassen dich danach allein.
Der Gesetzestext selbst ist der billigste Teil. Das StGB steht vollständig kostenlos im Web, ebenso die StPO. Schlag kurz § 242 StGB auf, wenn du beim Diebstahl unsicher wirst. Auch Profis lesen die Norm nach Jahren noch mit.
Kostenlos oder kostenpflichtig: die Grundentscheidung
Kostenlose Angebote aus dem Hochschulbereich sind fachlich stark. Didaktisch bleiben sie sparsam. Kommerzielle Kurse sind didaktisch aufwendig und kosten Geld. Die ehrliche Faustregel: solange du im Grundstudium bist, kommst du mit freien Quellen sehr weit. Je näher das Staatsexamen rückt, desto mehr zahlst du für Struktur und Betreuung.
Ich empfehle, mit der Lücke anzufangen. Wer den Deliktsaufbau nicht sicher kann, braucht Wiederholung. Ein Klausurenkurs hilft da nicht. Wer den Aufbau kann und an der Falllösung scheitert, braucht Fälle, kein weiteres Skript.
Abgrenzung: Lernplattform, Repetitorium und Kommentar
Die drei Formate werden gern verwechselt, obwohl sie kaum Überschneidung haben. Eine Lernplattform erklärt und trainiert, ein Repetitorium strukturiert und begleitet, ein Kommentar beantwortet Detailfragen an der Norm. Wer im dritten Semester zum Kommentar greift, um den Vorsatz zu verstehen, verliert einen Abend. Das passiert öfter, als man denkt.
Für die Reihenfolge und den zeitlichen Rahmen lohnt ein Blick auf unsere Lernreihenfolge im Strafrecht von den Prinzipien bis zur StPO. Dieser Artikel bleibt bei der Frage, welches Online-Format welches Problem löst.
| Format | Stärke | Grenze |
|---|---|---|
| Lernplattform (z. B. Jurcoach) | Problemfelder, Falltraining, kostenlos | kein durchgehender Lernpfad |
| Online-Repetitorium | Struktur, Tempo, Video | Kosten, passives Zuschauen |
| Datenbank und Kommentar | Rechtsprechung, Detailtiefe | für Anfänger zu speziell |
| Karteikarten-System | aktives Abrufen, Wiederholung | ersetzt kein Verständnis |
Strafrecht bei Jurahilfe: Wissensseiten und Karteikarten online
Den meisten Online-Angeboten fehlt die Verbindung zwischen Verstehen, Wiederholen und Testen. Genau darauf ist Jurahilfe.de aufgebaut: ein durchgehender Lernpfad statt loser Einzeltools. Für das Strafrecht liegen mehr als 230 frei lesbare Wissensseiten bereit, die dieselbe Systematik nutzen wie die Prüfung im Gutachten.
Was die Strafrecht-Decks abdecken, von AT bis StPO
Die Gliederung folgt dem Klausuraufbau. Der Allgemeine Teil des StGB umfasst den Aufbau der Grunddeliktarten, Kausalität und objektive Zurechnung, Vorsatz und Fahrlässigkeit, Rechtfertigung, Schuld, Irrtümer, Qualifikationen sowie Täterschaft und Teilnahme. Dazu kommen die Nichtvermögensdelikte von den Tötungsdelikten über Körperverletzung bis zu den Urkundendelikten, die Vermögensdelikte um Diebstahl, Betrug, Raub und Erpressung, und das Strafprozessrecht mit Verfahrensgang, Beweisführung und Rechtsbehelfen.
Ein eigener Bereich behandelt das strafrechtliche Allgemeinwissen: Prinzipien wie das Rückwirkungsverbot, die zentralen Definitionen und die Prüfungsreihenfolge im Gutachten. Wer dort anfängt, versteht die Delikte danach schneller. Zur Vertiefung: Rechtswidrigkeit und Schuld im Prüfungszusammenhang.
Skripten kompakt oder ausführlich, dann Karteikarten
Jedes Thema gibt es in zwei Lesarten. Kompakt ist der komprimierte, vernetzte Kerntext mit Schemata, gedacht für den schnellen Überblick vor einer Klausur. Ausführlich erklärt denselben Stoff im Fließtext mit lebensnahen Beispielen, gedacht fürs erste Verstehen. Umschalten kannst du jederzeit. Je nach Vorwissen und verbleibender Zeit.
Danach folgt das aktive Abrufen. Die Karteikarten sind auf den gelesenen Inhalt abgestimmt, laufen im intelligenten Wiederholungssystem und zeigen dir Lücken sofort. Die Multiple-Choice-Aufgaben setzen darauf auf und prüfen die Anwendung an kleinen Sachverhalten, mit ausführlicher Erläuterung statt nur richtig oder falsch. Definitionen und Begleitwissen holst du dir per Klick direkt im Text, statt in mehreren Büchern zu blättern.
Kostenlos testen und im Studium einsetzen
Die Strafrecht-Wissensseiten sind frei zugänglich, du kannst sofort mitlesen. Wenn du das gesamte Lernsystem ohne Zeitlimit ausprobieren willst, ist der Allgemeine Teil des BGB dauerhaft kostenlos: Skripten, Karteikarten, Multiple-Choice-Aufgaben und Falltraining, ohne Zahlung. Das ist ein anderes Rechtsgebiet. Es zeigt aber genau, wie der Lernpfad funktioniert.
Tipp
Steig beim Strafrecht dort ein, wo dein nächster Termin liegt. Auf jurahilfe.de kannst du dasselbe Thema kompakt oder ausführlich lesen und direkt danach mit Karteikarten prüfen, ob es sitzt.
Straftat, Rechtswidrigkeit und Beteiligung: das StGB online im Detail üben
Der Stoff im Strafrecht ist klar strukturiert. Das macht ihn online gut lernbar. Jede Straftat läuft durch dieselben drei Stufen: Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld. Wer diese Reihenfolge sicher beherrscht, kann sich jedes neue Delikt selbst erarbeiten.

Allgemeiner Teil: Rechtswidrigkeit und Schuld online prüfen
Der Allgemeine Teil ist die Investition mit der besten Rendite. Er sagt dir, wie geprüft wird. Und er gilt für jedes Delikt. Im objektiven Tatbestand klärst du Handlung, Erfolg, Kausalität und objektive Zurechnung, subjektiv den Vorsatz. Auf der zweiten Stufe fragst du nach Rechtfertigungsgründen, auf der dritten nach Schuld und Entschuldigungsgründen.
Online kannst du diese Stufen einzeln durcharbeiten, statt sie am Lehrbuch entlang zu lesen. Nützlich ist das allgemeine Prüfungsschema im Strafrecht als Anker, dazu die Übersicht über die Grunddeliktarten. Danach ordnest du Fahrlässigkeit, Unterlassen mit Garantenpflicht und den Versuch samt Rücktritt in dasselbe Raster ein.
Notwehr und Erlaubnistatbestandsirrtum: Problemfeld-Wiki statt Skript
Für Streitstände ist ein Skript das falsche Werkzeug. Es erklärt eine Meinung gut und die Gegenmeinung knapp. Ein Problemfeld-Wiki dreht das um. Es stellt die Ansichten nebeneinander und benennt, was jede für die Klausur bedeutet.
Zwei Beispiele, an denen fast jeder einmal hängt. Bei der Notwehr nach § 32 StGB ist die Frage, wann eine Verteidigung noch geboten ist. Beim Erlaubnistatbestandsirrtum streiten die Theorien darüber, ob der Vorsatz entfällt oder erst die Schuld. Verwandt und ebenso beliebt ist die Putativnotwehr. Solche Konstellationen löst man mehrfach. Einmal lesen genügt nicht.
Täterschaft und Teilnahme: Beteiligung am Fall trainieren
Täterschaft und Teilnahme sind der Bereich, in dem Online-Übung am meisten bringt. Der Grund ist banal. Zurechnung zwischen mehreren Personen versteht man erst am Sachverhalt. Wer nur die Formen der Beteiligung auswendig lernt, scheitert an der ersten Klausur, in der zwei Täter zusammenwirken.
Ein Fall aus der Praxis zeigt, wie weit die Beteiligung reicht. Der BGH hat 2023 entschieden, dass ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr nach § 315b StGB kein eigenhändiges Delikt ist: auch ein Mitfahrer kann Mittäter sein, wenn er das Fahrzeug bereitstellt und das Ziel vorgibt (BGH, Beschluss vom 15.08.2023, 4 StR 227/23). Im entschiedenen Fall fuhr der Bruder des Angeklagten das Opfer an, um es gegen eine Hauswand zu quetschen; der Angeklagte saß hinten im Auto und wurde als Mittäter verurteilt, unter anderem wegen versuchten Totschlags. Totschlag und Mord trennt dabei allein das Vorliegen eines Mordmerkmals. Solche Details entscheiden in der Klausur über Punkte. Ein Grundlagen-Skript liefert sie nicht.
Tipp
Beteiligung, Irrtümer und Konkurrenzen sind Abrufwissen. Mit den Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem siehst du nach wenigen Runden, welche Zurechnungsfrage du wirklich sicher kannst und welche nur vertraut wirkt.
Besonderer Teil und Strafprozessrecht: Diebstahl, Delikte, StPO
Im Besonderen Teil arbeitest du dich durch die klausurrelevanten Delikte. Das ganze StGB brauchst du nicht. Für den Anfang genügt eine überschaubare Gruppe: Diebstahl nach § 242 StGB, Betrug, Körperverletzung samt der Qualifikation nach § 224 StGB, bei der oft streitig ist, ob ein gefährliches Werkzeug eingesetzt wurde, Raub und die Tötungsdelikte. Danach kommen Urkundendelikte und Straßenverkehrsdelikte.
Wenn mehrere Delikte zusammentreffen, brauchst du die Konkurrenzen nach §§ 52, 53 StGB. Welche Konkurrenz vorliegt, entscheidet über die Strafe und steht fast immer am Ende der Klausur. Die StPO kommt zuletzt. Sie ergibt erst Sinn, wenn du das materielle Recht kannst. Online ist sie gut lernbar, weil sie stark strukturiert ist: Verfahrensgang, Beweisverbote, Rechtsbehelfe.
Jurcoach und strafrecht-online.org: kostenlos aus Freiburg
Das stärkste kostenlose Angebot kommt von einer Universität. Hinter strafrecht-online.org steht das Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht der Universität Freiburg. Die Website bündelt Lehrmaterial, Rechtsprechung und ein eigenes System für E-Learning namens Jurcoach. Lesen kannst du ohne Anmeldung, ein Nutzerprofil brauchst du für Mitarbeit, Lesezeichen und die Tandemklausuren.
Problemfeld-Wiki, Falltraining und Multiple-Choice-Tests
Jurcoach besteht aus mehreren Bausteinen, die unterschiedliche Lernphasen abdecken. Das Problemfeld-Wiki sortiert Streitstände nach Normen und stellt die Ansichten gegenüber. Das Falltraining führt schrittweise durch Sachverhalte, statt eine fertige Lösung zu präsentieren. Die Multiple-Choice-Tests prüfen einzelne Bereiche ab, etwa Grundlagen oder Tatbestand.
Dazu kommen eine Klausurendatenbank mit Lösungsskizzen, eine Sammlung höchstrichterlicher Rechtsprechung, Hinweise zum Erstellen eines Lernplans und die Tandemklausuren, bei denen Studierende sich gegenseitig korrigieren. Für einen kostenlosen Zugang zum Thema Strafrecht ist das ungewöhnlich viel. Wer eine saubere Lösungsskizze schreiben will, findet dort Vorbilder.
Video, Podcast und Anki-Karten als Ergänzung
Neben den Textangeboten gibt es Vorlesungsmaterial und Anki-Karten. Video und Podcast sind gute Zweitkanäle. Als Hauptkanal taugen sie schlecht: Man hört zu und hält sich für informiert. Aktives Abrufen sieht anders aus. Wenn du mit Anki arbeiten willst, lohnt ein Blick in unsere Anleitung zum Einrichten von Anki für Jura, inklusive Decks und Add-ons.
Übrigens lohnt auch ein Newsletter oder ein Blick in die Rechtsprechungs-Rubrik der Seite. Dort landen neue Entscheidungen mit Kurzbesprechung, oft Wochen bevor sie in Lehrbüchern auftauchen. Wer über Social Media Jura-Inhalte konsumiert, sollte solche Primärquellen daneben behalten.
Wo die kostenlosen Angebote an ihre Grenzen kommen
Zwei Grenzen sind real. Erstens fehlt ein durchgehender Lernpfad. Du bekommst hervorragende Einzelbausteine und entscheidest die Reihenfolge selbst. Zweitens ist die Abdeckung ungleichmäßig, weil das Material aus Lehrbetrieb und studentischer Mitarbeit wächst. Manche Problemfelder sind tief ausgearbeitet, andere knapp.
Dazu ein struktureller Punkt. Kostenlose Uni-Angebote sind auf ein Rechtsgebiet begrenzt. Für Zivilrecht und Öffentliches Recht brauchst du andere Quellen, mit anderer Logik und anderer Bedienung. Eine Übersicht kostenloser Jura-Angebote hilft, die Lücken zu sehen.

Repetitorium online: Module und Kurse mit Video fürs Staatsexamen
Die Juristenausbildung in Deutschland ist auf Klausuren zugeschnitten, und kommerzielle Anbieter verkaufen genau dafür zwei Dinge: Struktur und Tempo. Ein Online-Repetitorium nimmt dir die Entscheidung ab, was du wann lernst, und liefert den Stoff in Video-Modulen mit festem Umfang. Das ist viel wert, wenn dir Zeitplanung fehlt. Es ist wenig wert, wenn du ohnehin strukturiert arbeitest.
Lecturio, Jura Online und juracademy im Strafrecht
Im Strafrecht sind vor allem drei Anbieter präsent. Lecturio führt getrennte Kurse für Strafrecht AT, Strafrecht BT, Fälle und das erste Staatsexamen, dazu eine Flatrate über alle Rechtsgebiete. Jura Online setzt auf Skripte, Fälle und Karteikarten in einem Paket. juracademy bietet Grund- und Einzelkurse, auch zum Strafprozessrecht. Daneben existieren kurze Crashkurse, etwa zum Allgemeinen Teil.
Die Unterschiede liegen in der Bedienung, kaum im Inhalt. Alle drei decken den Examensstoff ab. Sie unterscheiden sich darin, wie stark sie dich führen, wie lang die Einheiten sind und ob du Übungsmaterial dazubekommst. Ein Anbieter mit 40-minütigen Videos passt schlecht in einen Tag mit zwei Vorlesungen.
Preise, Laufzeiten und Abgrenzung zum Präsenzkurs
Preise und Laufzeiten ändern sich häufig, deshalb eine Warnung statt einer Zahl: Prüfe vor dem Kauf, ob du monatlich oder für die gesamte Examensphase zahlst, und ob der Zugang nach dem Examen endet. Gerade bei Jahrespaketen entscheidet die Laufzeit über den echten Preis. Zur Einordnung hilft unser Überblick zu Kosten, Erfahrungen und Alternativen beim Jura-Repetitorium.
Die Abgrenzung zum Präsenzkurs ist inzwischen weniger dramatisch als früher. Präsenz bringt Verbindlichkeit und Austausch, online bringt Wiederholbarkeit und Zeitsouveränität. Wer beides abwägen will, findet die Argumente in unserem Vergleich Jura online lernen oder Präsenzkurs.
Wann sich ein Kurs im Strafrecht lohnt
Ein Kurs lohnt sich, wenn du ein konkretes Defizit benennen kannst. Beispiele: Der Aufbau des Versuchs sitzt nicht, das Vermögensstrafrecht fehlt komplett, oder du hast in der letzten Klausur eine schwache Note geschrieben und weißt nicht, warum. Dann kauft der Kurs dir eine geordnete Erklärung.
Wenig sinnvoll finde ich den Kauf als Motivationsersatz. Ein bezahltes Abonnement lernt nicht für dich. Videos schauen fühlt sich produktiver an, als es ist. Letztlich ist das auch eine Frage des Lerntyps. Wer gern liest, verbrennt bei Video-Kursen Zeit.
Tipp
Bevor du für ein Repetitorium zahlst, teste den Stoff am Fall. Die Multiple-Choice-Aufgaben mit ausführlicher Erläuterung zeigen dir in einer halben Stunde, wo dein echtes Defizit sitzt, statt es zu vermuten.
Kommentar und Datenbank: Zugriff über beck-online und juris
Ab der ersten Hausarbeit brauchst du mehr als ein Skript. Kommentar, Zeitschriftenaufsatz und Rechtsprechung stehen in den juristischen Datenbanken, allen voran beck-online und juris. Beides ist teuer. Für Studierende ist es trotzdem meist kostenlos, weil die Universität die Lizenz zahlt.
Campus- und Heimzugang für Studierende einrichten
Im Campusnetz funktioniert der Zugriff in der Regel ohne Anmeldung, die IP-Adresse genügt. Von zuhause brauchst du einen gesonderten Heimzugang, den die Fakultäten unterschiedlich organisieren: teils über ein persönliches Konto, teils über VPN oder Shibboleth. Die Bibliotheken der juristischen Fakultäten haben dafür eigene Anleitungen, etwa in Konstanz, Passau, Münster, Hamburg und Bonn.
Erstmal kurz einrichten lohnt sich, bevor die Hausarbeit anfängt. In der Abgabewoche kostet der erste Versuch Stunden. Zur zweiten großen Datenbank haben wir einen eigenen Artikel: juris online über die Uni nutzen. Für die KI-Funktionen in beck-online lohnt der Blick auf Beck-Chat als KI-Assistent. Verlassen solltest du dich darauf nicht: juristische KI-Antworten sind fehleranfällig und ersetzen weder eigenes Verständnis noch den Gutachtenstil.
Aktuelle Rechtsprechung online, Beispiel § 315b StGB
Rechtsprechung findest du kostenlos an mehreren Stellen: beim Bundesgerichtshof selbst, im amtlichen Portal rechtsprechung-im-internet.de, bei dejure.org und in den Rechtsprechungs-Rubriken der Uni-Seiten. Für eine Norm ist die Trefferliste bei dejure der schnellste Weg, etwa die Rechtsprechung zu § 315b StGB.
Ein Beispiel, warum das im Studium zählt: Beim gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr entscheidet die Rechtsprechung, wann der sogenannte verkehrsfeindliche Inneneingriff vorliegt. Verlangt wird, dass das Fahrzeug zweckentfremdet eingesetzt wird, dazu mindestens bedingter Vorsatz bezüglich eines konkreten Schadens. Die konkrete Gefahr setzt einen Beinaheunfall voraus, bei dem der Ausgang nur noch vom Zufall abhängt. Im Straßenverkehr wirkt daneben der Vertrauensgrundsatz, der die Sorgfaltspflichten und damit die Fahrlässigkeitsprüfung begrenzt. Diese Feinheiten stehen so in keinem Grundlagentext.
Diebstahl nach § 242 StGB im Kommentar nachschlagen
Für den Kommentar gilt eine einfache Regel. Er beantwortet Detailfragen und erklärt nichts von vorn. Wer beim Diebstahl wissen will, ob Tanken ohne Bezahlen Wegnahme ist, findet die Antwort in der Kommentierung zu § 242 StGB mit Belegen. Wer den Gewahrsamsbegriff überhaupt erst verstehen will, ist im Kommentar falsch.
Speziell für Hausarbeiten ist der Kommentar unverzichtbar, weil er die Fundstellen liefert, die deine Argumentation belegen. In der Klausur hilft er nicht. Dort hast du nur den Gesetzestext. Praktisch heißt das: Kommentararbeit ist Hausarbeits- und Vertiefungswerkzeug, für Strafverteidiger tägliche Praxis, für die Klausurvorbereitung zweitrangig.
Strafrecht online: Prüfung, Wiederholung und Klausur
Zwischen Wissen und Punkten liegt die Anwendung. Wer alle Delikte kennt und trotzdem schwach abschneidet, scheitert am Aufbau oder am Zeitmanagement. Beides lässt sich online trainieren, allerdings mit anderen Werkzeugen als beim Lernen.
Prüfung im Gutachten: Schema statt Bauchgefühl
Die Prüfung im Gutachten folgt einer festen Reihenfolge. Diese Reihenfolge ist der halbe Punkteschlüssel. Du prüfst je Tatkomplex und je Person, immer vom Tatbestand über die Rechtswidrigkeit zur Schuld. Erst danach kommen Konkurrenzen und Strafzumessung. Das Motiv des Täters interessiert im Tatbestand meist nicht. Relevant wird es bei den Mordmerkmalen und in der Strafzumessung.
Zwei Hilfen sind online frei verfügbar: unsere Prüfungsreihenfolge im Strafrecht und die Formulierungen im Gutachtenstil. Wer im Gutachtenstil unsicher ist, gewinnt dort schneller Punkte als mit dem nächsten Deliktskapitel.
Irrtümer und Konkurrenzen: Wiederholung mit Karteikarten planen
Es gibt Themen, die man versteht und trotzdem regelmäßig vergisst. Irrtümer und Konkurrenzen gehören dazu, ebenso die Abgrenzung zwischen Täterschaft und Teilnahme. Der Grund liegt in der Struktur des Stoffs. Feine Unterschiede verblassen ohne Wiederholung.
Deshalb plane Wiederholung ein, statt sie zu improvisieren. Ein System, das dir Karten im richtigen Abstand vorlegt, erledigt das für dich. Zehn Minuten täglich schlagen drei Stunden am Wochenende. Wer lieber selbst plant, findet Vorlagen in unserem Artikel zum Jura-Lernplan erstellen.
Probeklausuren und Klausurendatenbanken online
Am Ende hilft nur Schreiben. Klausurendatenbanken wie die von strafrecht-online.org liefern Sachverhalte samt Lösungsskizze, viele Fakultäten stellen Altklausuren ins Netz. Nimm eine echte Zeitvorgabe. Schreibe von Hand und korrigiere danach mit der Skizze. Eine Klausur unter Zeitdruck bringt mehr als fünf gelesene Lösungen.
Sinnvoll ist auch der Zwischenschritt. Kleine Fälle statt großer Klausuren. Kurze Sachverhalte trainieren das Erkennen von Signalwörtern. Die Rückmeldung kommt sofort. Diese Übung skaliert online besser als jede andere, weil du sie in Pausen unterbringst. Wer bis zum Examen plant, kann die letzten Wochen so aufbauen, dass jede Woche mindestens eine vollständige Klausur enthält, etwa mit den Multiple-Choice-Aufgaben und dem Falltraining auf jurahilfe.de als täglichem Unterbau.
Weiterlesen
- Vergessenskurve nach Ebbinghaus: Zeigt, in welchen Abständen du wiederholen musst, damit der Strafrechtsstoff nicht wieder verschwindet.
- Kausalität: Äquivalenz- und Adäquanztheorie: Der Einstieg in den objektiven Tatbestand, mit den Formeln, die in jeder Strafrechtsklausur gebraucht werden.
- Subsumtion mit Definition und Beispielen: Wie du vom Sachverhalt zur Norm kommst, ohne im Urteilsstil zu landen.
- Jura-Zusammenfassungen richtig anlegen: Nützlich, wenn du aus vielen Online-Quellen ein eigenes Material bauen willst.
Häufig gestellte Fragen
Über den Autor
Johannes Wainryb
Gründer von Jurahilfe.de
Jurist und Softwareentwickler mit über 10 Jahren Erfahrung
Verantwortet bei Jurahilfe.de Technik und Produkt und verbindet juristisches Verständnis mit Lerndidaktik.
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- Karteikarten & Spaced Repetition
Unter Mitarbeit von Frieder Hammer | Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)


