Studiums Tipps

Bucerius Law School Kosten: 70.000 € oder doch 140.000 €?

Zwei Studierende sitzen mit einem Ordner auf den Stufen vor einem Backsteingebäude und sprechen miteinander

5.600 Euro pro Trimester. Vierzehn Mal.

Das Jurastudium an der Bucerius Law School in Hamburg kostet 70.000 Euro. Wer über den Umgekehrten Generationenvertrag finanziert, zahlt während des Studiums keinen einzigen Euro, schuldet der Hochschule danach aber bis zu 140.000 Euro. So hoch ist die vertragliche Obergrenze: das Doppelte der ursprünglichen Studiengebühren.

Welche der beiden Zahlen für dich gilt, hängt allein davon ab, was du nach dem Examen verdienst. Diesen Zusammenhang rechnet dir sonst niemand vor, und er entscheidet, ob sich die teuerste juristische Ausbildung Deutschlands für dich rechnet.

Auf einen Blick:

  • 70.000 Euro über 14 Trimester: 5.600 Euro je Trimester, im Examensvorbereitungsprogramm nur noch 2.800 Euro. Semesterticket und Campus-Infrastruktur sind enthalten.
  • Der Umgekehrte Generationenvertrag kostet im Studium nichts. Danach zahlst du 9 Prozent deines Bruttoeinkommens, aber erst ab 35.000 Euro im Jahr und höchstens zehn Jahre lang.
  • Gedeckelt ist er beim Doppelten der Studiengebühren samt Inflationsausgleich. Ab rund 78.000 Euro Jahresbrutto zahlst du mehr zurück, als das Studium direkt gekostet hätte.
  • Dazu kommen Lebenshaltung in Hamburg (WG-Zimmer rund 650 Euro), Bewerbungsgebühr und Reisekosten fürs Auslandstrimester.
  • Steuerlich bringt dir das Erststudium fast nichts: § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG deckelt bei 6.000 Euro im Jahr, und einen Verlustvortrag gibt es dafür nicht.
  • Die berühmten Examenszahlen der Hochschule sind teils zwanzig Jahre alt.

Tipp

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Was kostet die Bucerius Law School? Alle Zahlen im Überblick

Das Jurastudium an der Bucerius Law School kostet 70.000 Euro. Der Betrag verteilt sich auf 14 Trimester: elf reguläre Trimester zu je 5.600 Euro und drei Trimester Examensvorbereitung zu je 2.800 Euro. Weitere Studiengebühren fallen während des Studiums nicht an, auch nicht im Auslandstrimester.

Zum Vergleich: An staatlichen Hochschulen zahlst du für dasselbe Staatsexamen einen Semesterbeitrag von rund 100 bis 450 Euro. Über das ganze Studium gerechnet sind das rund 1.000 bis 4.000 Euro, also ein Bruchteil. Wie sich das im Detail aufteilt, was schon drin ist und wann welche Rate fällig wird, klären die nächsten drei Abschnitte.

Balkendiagramm: Ein Staatsexamen kostet an der Bucerius Law School 70.000 Euro, an einer staatlichen Universität rund 2.500 Euro
Abb. 1: Studiengebühren für das gesamte Jurastudium im Vergleich.

Studiengebühren pro Trimester und für das gesamte Jurastudium

Die Bucerius Law School rechnet in Trimestern statt in Semestern. Ein Trimester dauert zwölf Wochen, drei davon passen in ein Studienjahr. Vom Arbeitsaufwand entspricht ein Trimester laut Hochschule ungefähr einem Semester an einer staatlichen Universität, was die Rechnung erklärt: Das Studium ist straffer getaktet, nicht kürzer im Stoff.

Der reguläre Studienbeitrag liegt bei 5.600 Euro pro Trimester. Im letzten Studienjahr, dem Examensvorbereitungsprogramm vom 12. bis zum 14. Trimester, sinkt er auf 2.800 Euro. Elf mal 5.600 plus drei mal 2.800 ergibt exakt die 70.000 Euro, mit denen die Hochschule selbst rechnet.

Eine Unschärfe solltest du kennen: Die Hochschule bewirbt das Studium an anderer Stelle als „12 Trimester (4 Jahre)“. Der veröffentlichte Studienverlaufsplan reicht dagegen bis zum 14. Trimester, und die Gebührenseite nennt ausdrücklich 14 Trimester. Für deine Kalkulation ist die Gebührenseite maßgeblich. Mit vier Jahren zu rechnen ist knapp.

So verteilen sich die 70.000 Euro über die Studienzeit:

PhaseTrimesterJe TrimesterSumme
Grund- und Schwerpunktstudium1 bis 115.600 €61.600 €
Examensvorbereitung12 bis 142.800 €8.400 €
Gesamt1470.000 €

Was in den Studienbeiträgen schon enthalten ist

Anders als bei manchen privaten Hochschulen sind die Studiengebühren an der Bucerius kein Grundpreis mit langer Aufpreisliste. Enthalten sind das Semesterticket für den Hamburger Verkehrsverbund und die Nutzung der gesamten Campus-Infrastruktur, also Bibliothek, Lernräume und die Betreuungsangebote.

Enthalten ist außerdem das Examensvorbereitungsprogramm, das an staatlichen Hochschulen viele als kommerzielles Repetitorium dazukaufen. Ein privates Repetitorium kostet je nach Anbieter und Format zwischen rund 150 und 300 Euro im Monat, über zwölf bis achtzehn Monate also grob 2.000 bis 4.000 Euro. Diese Position fällt an der Bucerius weg, und sie gehört fairerweise gegengerechnet.

Für das Auslandstrimester verlangt die Gasthochschule keine eigenen Studiengebühren, weil die Bucerius das über ihre Partnerprogramme abdeckt. Reise, Unterkunft und Lebenshaltung vor Ort zahlst du trotzdem selbst. Dazu gleich mehr.

Wann die Beiträge fällig werden

Die Zahlungstermine liegen fest auf dem 15. Tag nach dem Start des neuen Trimesters: 15. Januar für das Frühjahrstrimester, 15. April für das Sommertrimester, 15. September für das Herbsttrimester. Du zahlst also dreimal im Jahr, nicht monatlich.

Wer das Studium vor dem 14. Trimester beendet, zahlt nur die tatsächlich studierten Trimester. Das ist eine wichtige Absicherung, denn sie begrenzt den Schaden bei einem Abbruch. Nach sechs Trimestern sind rund 33.600 Euro gezahlt, und danach bleibt keine Restforderung.

Tipp

Was auch immer dein Studium kostet, geprüft wird am Ende dein Wissen. Auf jurahilfe.de kannst du nach jedem Kapitel mit Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem prüfen, was wirklich hängen geblieben ist, statt es nur gelesen zu haben.

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Die versteckten Kosten neben den Studiengebühren

Die 70.000 Euro sind die Rechnung der Hochschule, nicht deine Gesamtrechnung. Über vier bis fünf Jahre in Hamburg kommen Miete, Ernährung, Versicherung und ein Auslandstrimester dazu. Realistisch landest du bei 40.000 bis 55.000 Euro zusätzlichen Lebenshaltungskosten, und die fallen anders als die Studiengebühren sofort an, nicht erst nach dem Berufseinstieg.

Was dich Bewerbung und Auswahlverfahren kosten

Bevor du überhaupt zahlst, musst du genommen werden. Die Bucerius Law School wählt ohne Numerus clausus aus, dafür über ein eigenes zweistufiges Auswahlverfahren: einen schriftlichen Teil mit Erörterung, Stilanalyse und Fall- sowie Normenaufgaben, und für die Besten einen mündlichen Tag in Hamburg. Rund 600 Bewerbungen treffen pro Jahr auf 116 Studienplätze.

Alles rund um deine Bewerbung für das Jurastudium regelt die Hochschule über ein eigenes Portal, und während des Bewerbungsverfahrens läuft die Kommunikation ausschließlich darüber. Die Frist endet Mitte Mai, wer sie verpasst, wartet ein volles Jahr.

Dass es keinen NC gibt, heißt nicht, dass es leichter wäre. Es heißt nur, dass die Abiturnote nicht allein entscheidet. Wie der Numerus clausus an staatlichen Jura-Fakultäten funktioniert und warum rund die Hälfte der Fakultäten ohnehin zulassungsfrei ist, steht in einem eigenen Artikel.

Für die Bewerbung fällt eine Gebühr an, die sich bei früher Bewerbung halbiert. Dazu kommt die Anreise zum mündlichen Tag nach Hamburg, gegebenenfalls mit Übernachtung. Der Bucerius Alumni e. V. übernimmt Bewerbungsgebühr und Bewerbungskosten, wenn du sie nicht aufbringen kannst. Diese Unterstützung musst du aktiv beantragen, sie kommt nicht von selbst.

Leben in Hamburg während des Studiums

Hamburg ist eine der teuersten Studienstädte Deutschlands. Ein WG-Zimmer kostete im Sommersemester 2026 im Schnitt 649 Euro, ein halbes Jahr zuvor waren es 619 Euro. Mit Ernährung, Versicherung, Lernmitteln und Freizeit landest du bei 1.000 bis 1.200 Euro im Monat.

BAföG ist an der Bucerius Law School möglich, der Höchstsatz liegt bei 992 Euro monatlich. Er deckt die Lebenshaltung damit knapp, aber nicht komfortabel. Mit BAföG-Bezug stehen außerdem die Chancen auf das hochschuleigene Stipendium gut, dazu unten mehr.

Ein Punkt, den Studierende in Erfahrungsberichten regelmäßig nennen: Für einen Nebenjob bleibt kaum Zeit. Drei Prüfungsphasen pro Jahr und ein dichter Stundenplan lassen wenig Spielraum. Was das für deine Finanzplanung bedeutet und welche Nebenjobs sich neben dem Jurastudium überhaupt lohnen, solltest du vorher durchrechnen, nicht im dritten Trimester.

Das Auslandstrimester und deine Reisekosten

Im siebten Trimester gehen alle Studierenden für ein Trimester an eine Partneruniversität. Das Auslandstrimester ist Pflicht. Studiengebühren zahlst du an der Gasthochschule nicht, Flug, Visum, Unterkunft und Lebenshaltung vor Ort dagegen schon.

Konkrete Beträge nennt die Hochschule dafür nicht, sie verweist nur darauf, dass die Kosten je nach Zielland höher oder niedriger liegen als in Deutschland. Kalkuliere ehrlich: Ein Trimester in Nordamerika oder Asien kostet ein Vielfaches eines Trimesters in Europa, und diese Lücke musst du selbst schließen. Über den Umgekehrten Generationenvertrag kannst du für diesen Zeitraum zusätzlich zwischen 2.000 und 5.000 Euro erhalten, die dann ebenfalls in die spätere Rückzahlung einfließen.

Der Pflichtcharakter ist ein echter Unterschied zum staatlichen Studium, wo ein Auslandssemester in Jura freiwillig ist und den Freiversuch verschieben kann. An der Bucerius ist es eingeplant und verlängert dein Studium nicht.

Tipp

Wer das Auslandstrimester plant, verliert leicht den Anschluss an den deutschen Stoff. Mit den interaktiven Skripten von jurahilfe.de kannst du im Kompakt-Modus in kurzen Einheiten wiederholen, auch von unterwegs und ohne dicke Lehrbücher im Koffer.

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Umgekehrter Generationenvertrag: heute studieren, später zahlen

Der Umgekehrte Generationenvertrag, kurz UGV, ist das eigentliche Herzstück des Bucerius-Modells. Die Bucerius Studierendenfördergesellschaft mbH übernimmt deine Studienbeiträge von 5.600 Euro pro Trimester. Während des Studiums keine Studiengebühren, dafür eine Rückzahlung danach: So lautet der Deal in einem Satz. Erst im Beruf zahlst du zurück, einkommensabhängig, und deine Rückzahlung finanziert die Studienbeiträge künftiger Jahrgänge.

Das Modell verteilt das Ausfallrisiko fairer als jeder Studienkredit. Dahinter steht trotzdem ein Vertrag mit klaren Zahlen. Die solltest du kennen, bevor du unterschreibst.

Wie die Rückzahlung deiner Studiengebühren funktioniert

Bei voller Finanzierung zahlst du 9 Prozent deines monatlichen Bruttoeinkommens zurück. Die Rückzahlung startet erst, wenn du mindestens 35.000 Euro brutto im Jahr verdienst. Verdienst du weniger, setzt sie aus. Promotion, Elternzeit, Auszeit, Krankheit: In all diesen Phasen zahlst du nichts, und das ist der zentrale Unterschied zu einem klassischen Studienkredit mit fester Monatsrate.

Du musst nicht voll finanzieren. Möglich sind auch 25, 50 oder 75 Prozent der Studienbeiträge; der Rückzahlungssatz sinkt dann entsprechend, bei halber Finanzierung also auf 4,5 Prozent. Zusätzlich kannst du dir über den UGV einen Teil deiner Lebenshaltung auszahlen lassen, wahlweise 200, 400 oder 600 Euro im Monat. Jede dieser Zusatzsummen erhöht deinen späteren Rückzahlungssatz um 1,6 bis 4,8 Prozentpunkte.

Ein Detail am Rande, das für Juristen bemerkenswert ist: Die Übersichtstabelle der Hochschule zu diesen Zusatzauszahlungen enthält zwei rechnerisch falsche Zeilen. Zwölf Monate zu 200 Euro sind dort mit 10.800 Euro Gesamtsumme angegeben, tatsächlich sind es 2.400 Euro. Lies solche Tabellen nach, bevor du auf ihrer Grundlage rechnest.

Wann der Vertrag als erfüllt gilt

Deine Zahlungspflicht ist zeitlich und betragsmäßig begrenzt. Der Vertrag gilt als erfüllt, sobald eine von drei Bedingungen eintritt: Du hast über zehn Jahre Rückzahlungen geleistet, oder seit deinem Abschluss sind zwanzig Jahre vergangen, oder du hast das Doppelte der ursprünglichen Studiengebühren inklusive Inflationsausgleich zurückgezahlt.

Die dritte Bedingung ist die entscheidende und die am wenigsten bekannte. Das Doppelte von 70.000 Euro sind 140.000 Euro, und der Inflationsausgleich kommt obendrauf. Für Absolventen einer Spitzenfakultät, die in eine Großkanzlei gehen, liegt diese Grenze in erreichbarer Nähe.

Faktisch greift bei den meisten die Zehn-Jahres-Grenze zuerst. Sie deckelt die Gesamtsumme auf zehn Jahresraten, und genau daraus lässt sich ausrechnen, was dich der UGV am Ende kostet.

Kennzahlen-Kacheln: Der Umgekehrte Generationenvertrag endet nach zehn Jahren Rückzahlung, zwanzig Jahren nach Abschluss oder bei 140.000 Euro
Abb. 2: Drei Bedingungen beenden den Vertrag, es zählt die zuerst erfüllte.

Was dich der UGV bei welchem Gehalt wirklich kostet

Die Rechnung ist einfach: 9 Prozent deines Bruttojahreseinkommens, zehn Jahre lang. Bei 50.000 Euro Jahresbrutto sind das 4.500 Euro im Jahr und 45.000 Euro insgesamt, also deutlich weniger als die 70.000 Euro Studiengebühren. Bei 120.000 Euro sind es 10.800 Euro im Jahr und 108.000 Euro insgesamt, also deutlich mehr.

Diese Tabelle zeigt, was aus den 9 Prozent über zehn Jahre wird:

JahresbruttoRate pro JahrNach 10 JahrenGegenüber 70.000 €
40.000 €3.600 €36.000 €rund die Hälfte
60.000 €5.400 €54.000 €16.000 € weniger
78.000 €7.020 €70.200 €Kipppunkt
100.000 €9.000 €90.000 €20.000 € mehr
140.000 €12.600 €126.000 €56.000 € mehr
Balkendiagramm: Beim Umgekehrten Generationenvertrag übersteigt die Rückzahlung ab rund 78.000 Euro Jahresbrutto die 70.000 Euro Studiengebühren
Abb. 3: Rückzahlung über zehn Jahre, gemessen an den 70.000 Euro Studiengebühren.

Der Kipppunkt liegt bei rund 77.800 Euro Bruttojahreseinkommen. Wer im Schnitt über zehn Jahre mehr verdient, zahlt über den UGV mehr zurück, als das Studium direkt gekostet hätte. Unterhalb dieser Grenze zahlst du weniger. Das ist die Solidaritätslogik des Modells, und sie funktioniert in beide Richtungen.

Für Bucerius-Absolventen entscheidet sich das früh. Einstiegsgehälter in Großkanzleien liegen mit Prädikatsexamen im sechsstelligen Bereich, und genau dorthin geht ein erheblicher Teil des Jahrgangs. Wer diesen Weg einschlägt, sollte den UGV nicht als vergünstigte Studienfinanzierung verstehen, sondern als Beteiligung der Hochschule an seinem Berufserfolg.

Ob das fair ist, muss jeder selbst beantworten. Ich halte das Modell für ehrlicher als einen Studienkredit, weil es das Ausfallrisiko bei der Hochschule lässt und nicht bei dir. Wer sicher weiß, dass er gut verdienen wird, fährt mit einem klassischen Kredit oder mit Direktzahlung günstiger. Nur weiß das mit achtzehn niemand sicher.

Tipp

Ob sich 70.000 Euro rechnen, hängt vor allem an deiner Examensnote. Mit den Multiple-Choice-Aufgaben auf jurahilfe.de trainierst du an hunderten kleinen Sachverhalten genau das, was in der Klausur zählt: Signalwörter erkennen und sauber subsumieren.

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Stipendien der Begabtenförderungswerke und weitere Wege für dein Jurastudium

Die Studiengebühren lassen sich strecken und in Teilen sogar ganz vermeiden. Die Bucerius Law School vergibt eigene Stipendien, dazu kommen das Deutschlandstipendium und die dreizehn Begabtenförderungswerke. Eine Kombination aus beidem drückt die Belastung erheblich.

Der zeitliche Ablauf entscheidet: Die meisten Förderungen bewirbst du separat und teils vor Studienbeginn. Im zweiten Trimester mit der Suche zu beginnen ist zu spät, dann sind die besten Fristen durch.

Das Jura-Stipendium der Bucerius Law School

Das hochschuleigene Jura-Stipendium richtet sich an Studierende mit finanziellem Bedarf. Es zahlt 300 Euro monatlich über die gesamte Studiendauer von 14 Trimestern und kann zusätzlich einen Erlass der Studienbeiträge von 50 oder sogar 100 Prozent umfassen. Damit ist es die stärkste einzelne Fördermöglichkeit im gesamten Feld.

Voraussetzung ist neben der Leistung ein nachgewiesener Bedarf, in der Regel orientiert an der BAföG-Berechtigung. Wer aus einem Nicht-Akademikerhaushalt kommt, sollte sich davon ausdrücklich nicht abschrecken lassen: Genau dafür ist dieses Instrument gedacht.

Deutschlandstipendium und BAföG für Studierende

Das Deutschlandstipendium fördert einkommensunabhängig mit 300 Euro im Monat und ist mit BAföG kombinierbar. Beides zusammen ergibt bis zu 1.292 Euro monatlich, was die Hamburger Lebenshaltung realistisch abdeckt.

Für den Überblick über die gesamte Förderlandschaft im Jurastudium, von Grundstipendien über Fachstipendien bis zu den Fristen, haben wir einen eigenen Ratgeber zu Stipendien für Jurastudierende. Die dort beschriebenen Wege gelten für private Hochschulen genauso.

Bewerbung um ein Stipendium: wie du dich bewirbst

Die dreizehn Begabtenförderungswerke in Deutschland fördern leistungsstarke Studierende ideell und materiell, von der Studienstiftung des deutschen Volkes über die parteinahen Stiftungen bis zu den kirchlichen Werken. Die Bewerbung läuft je nach Werk über Vorschlag, Selbstbewerbung oder Auswahlseminar und dauert regelmäßig mehrere Monate.

Bewirb dich parallel bei mehreren Werken, die Auswahlquoten sind niedrig. Nimm das Motivationsschreiben ernst, es entscheidet häufiger als der Notenschnitt. Prüfe die politische oder konfessionelle Nähe des Werks ehrlich, sie spielt in den Auswahlgesprächen eine Rolle. Und plane mehrere Monate ein, kaum ein Verfahren ist schneller.

Tipp

Auswahlgespräche für Stipendien drehen sich meist um juristische Grundlagen, nicht um Spezialwissen. Auf jurahilfe.de arbeitest du dich in einem durchgehenden Lernpfad vom Verstehen über das Wiederholen bis zum Test am Fall durch ein Thema, statt zwischen losen Werkzeugen zu springen.

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Jura-Stipendium, Studienkredit oder UGV: die Finanzierung im Vergleich

Drei Wege führen durch die 70.000 Euro: direkt zahlen, über den UGV finanzieren oder ein Stipendium einwerben. In der Praxis kombinieren die meisten. Ein Stipendium deckt die Lebenshaltung, der UGV die Studienbeiträge, und der Rest kommt aus der Familie.

Was du dabei nicht tun solltest: die Wege gegeneinander ausspielen, ohne die Laufzeit mitzudenken. Der UGV ist im Studium billig und im Beruf teuer, ein Kredit ist über die gesamte Laufzeit kalkulierbar, ein Stipendium ist geschenkt, aber unsicher. Die Reihenfolge der Bewerbungen entscheidet mehr als die Rechnung.

Wann sich ein Studienkredit gegenüber dem UGV rechnet

Ein klassischer Studienkredit hat eine feste Summe und einen festen Zins. Du weißt am ersten Tag, was du am Ende zahlst. Der UGV weiß das nicht, er hängt an deinem Einkommen. Daraus folgt eine klare Regel: Wer sicher ist, dass er nach dem Examen sehr gut verdienen wird, fährt mit dem Kredit günstiger. Bei allen anderen ist der UGV eine Versicherung gegen den schlechten Fall.

Die Absicherung ist real. Fällst du durchs Examen, wirst du krank oder entscheidest dich für eine schlecht bezahlte, sinnstiftende Tätigkeit, zahlt der UGV-Nutzer nichts, während der Kreditnehmer weiter tilgt. Wie hoch dieses Risiko tatsächlich ist, zeigt die Durchfallquote im juristischen Staatsexamen: Nach der Statistik des Bundesamts für Justiz bestanden 2024 bundesweit 72,6 Prozent den staatlichen Teil der ersten Prüfung. Gut ein Viertel fiel durch.

Es gibt eine Kritik am Modell, die du kennen solltest, weil sie in Referendars-Foren regelmäßig auftaucht: Die einkommensabhängige Rückzahlung könne Absolventen in Richtung Großkanzlei drängen, weil dort das Geld liegt. Empirisch belegt ist das nicht. Der Einwand hat aber eine nachvollziehbare Logik, denn 9 Prozent vom Brutto fühlen sich bei 45.000 Euro Staatsdienst-Gehalt anders an als auf dem Papier.

Unterstützung neben dem Studium und im Auslandstrimester

Neben dem Studium arbeiten ist an der Bucerius kaum möglich, dafür ist der Takt zu dicht. Umso wichtiger sind die Zusatzbausteine: die monatliche UGV-Auszahlung von 200 bis 600 Euro, die Auslandstrimester-Unterstützung von 2.000 bis 5.000 Euro und die Bewerbungsförderung durch den Alumni-Verein.

Diese Bausteine erhältst du nicht automatisch, du beantragst sie. Und jeder von ihnen erhöht die spätere Rückzahlung. Ziehst du alle Optionen, läuft am Ende zusätzlich zu den 70.000 Euro Studiengebühren ein fünfstelliger Lebenshaltungsbetrag über denselben Mechanismus. Rechne das einmal komplett durch, bevor du unterschreibst, nicht Baustein für Baustein.

Tipp

Wenn dir ein Thema beim ersten Lesen zu dicht ist, findest du auf jurahilfe.de dasselbe Thema als ausführlichen Langtext, in normaler Sprache und mit lebensnahen Beispielen statt in Lehrbuchdeutsch.

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Lassen sich die Studiengebühren von der Steuer absetzen?

Kurz: kaum. Wer Jura als Erststudium direkt nach dem Abitur studiert, kann die Studiengebühren nur als Sonderausgaben ansetzen, begrenzt auf 6.000 Euro im Jahr, und selbst dieser Abzug läuft ohne eigene Einkünfte ins Leere. Wer vorher eine Berufsausbildung abgeschlossen hat, steht deutlich besser: Dann sind es Werbungskosten, unbegrenzt der Höhe nach und mit Verlustvortrag.

Bei 70.000 Euro Studiengebühren geht es dabei um mehrere zehntausend Euro. Und es ist der Punkt, an dem die Ratgeberseiten zur Bucerius Law School regelmäßig schweigen.

Entscheidungsbaum: Ohne vorherige Ausbildung greift der Sonderausgabenabzug mit 6.000 Euro Grenze, danach der unbegrenzte Werbungskostenabzug
Abb. 4: Ob Sonderausgaben oder Werbungskosten gelten, entscheidet sich vor dem Studium.

Erststudium: der Sonderausgabenabzug und seine Grenze

Aufwendungen für die erste Berufsausbildung oder ein Erststudium ohne vorherige abgeschlossene Ausbildung sind nach § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG nur als Sonderausgaben abziehbar, höchstens 6.000 Euro pro Kalenderjahr. Der Werbungskostenabzug ist durch § 9 Abs. 6 EStG ausdrücklich gesperrt.

Der Haken liegt in der Systematik: Sonderausgaben mindern nur das Einkommen desselben Jahres. Einen Verlustvortrag gibt es für sie nicht. Studierende ohne nennenswerte Einkünfte haben also kein Einkommen, das sich mindern ließe, und können den Abzug auch nicht in die ersten Berufsjahre mitnehmen. Der Abzug existiert auf dem Papier und verpufft in der Praxis.

Dagegen wurde geklagt, bis nach Karlsruhe. Das Bundesverfassungsgericht hat mit Beschluss vom 19.11.2019 (2 BvL 22/14, verbunden mit 2 BvL 23/14 bis 27/14) entschieden, dass diese Ungleichbehandlung verfassungsgemäß ist und Art. 3 Abs. 1 GG nicht verletzt. Vorgelegt hatte der Bundesfinanzhof, unter anderem mit den Beschlüssen VI R 8/12 und VI R 38/12 vom 17.07.2014. Die Rechtslage ist damit geklärt, und sie ist für Erststudierende ungünstig.

Zweitstudium: Werbungskosten und Verlustvortrag

Wer vor dem Jurastudium eine geordnete Ausbildung abgeschlossen hat, fällt nicht unter die Sperre des § 9 Abs. 6 EStG. Satz 2 der Vorschrift verlangt dafür drei Dinge zugleich: eine Mindestdauer von zwölf Monaten, Vollzeit und eine Abschlussprüfung. Ein halbjähriger Kurs oder eine Teilzeitausbildung genügt also nicht. Für ihn sind Studiengebühren, Fachliteratur, Fahrtkosten und Arbeitsmittel vorweggenommene Werbungskosten, der Höhe nach unbegrenzt.

Weil während des Studiums meist keine Einnahmen gegenüberstehen, entsteht ein Verlust. Dieser Verlust lässt sich nach § 10d EStG zeitlich unbegrenzt vortragen und im ersten Berufsjahr mit dem Gehalt verrechnen. Bei 70.000 Euro Studiengebühren plus Nebenkosten ergibt das eine Steuererstattung, die im Berufseinstieg spürbar ist.

Praktisch heißt das: Reiche für jedes Studienjahr eine Steuererklärung ein und lass den Verlust feststellen, auch wenn du keinen Cent verdienst. Ohne Feststellungsbescheid ist der Vortrag später schwer durchzusetzen. Der Aufwand ist gering, der Effekt vierstellig.

Der offene Punkt beim Umgekehrten Generationenvertrag

Beim UGV verschiebt sich die Frage. Während des Studiums zahlst du nichts. Es entsteht dir also gar kein Aufwand, den du absetzen könntest. Der Sonderausgabenabzug läuft doppelt ins Leere: kein Einkommen und keine Zahlung.

Wie die spätere Rückzahlung steuerlich zu behandeln ist, ist ungeklärt. Es gibt dazu weder höchstrichterliche Rechtsprechung noch ein einschlägiges BMF-Schreiben. Die Auskünfte im Netz widersprechen sich offen: Der Stipendienlotse des Bundesbildungsministeriums behauptet, der zurückgezahlte Betrag lasse sich direkt absetzen, ohne eine Rechtsgrundlage zu nennen. Andere Portale vertreten das Gegenteil, nämlich dass Tilgungsleistungen nie abziehbar sind und allenfalls ein Zins- oder Gebührenanteil zählt.

Ich halte die zweite Position dogmatisch für überzeugender, weil der Abfluss beim Studierenden erst mit der Rückzahlung eintritt und diese wirtschaftlich Tilgung ist. Sicher ist das nicht. Wenn du über den UGV finanzierst und vorher eine Ausbildung abgeschlossen hast, lohnt sich hier eine verbindliche Auskunft beim Finanzamt, bevor zehn Jahre Rückzahlung anlaufen. Das ist steuerliche Information, keine Beratung im Einzelfall.

Private Hochschulen im Vergleich: Bucerius, EBS und BSP in Deutschland

In Deutschland führen genau drei private Hochschulen zum ersten Staatsexamen: die Bucerius Law School in Hamburg, die EBS Law School am Campus Rheingau in Oestrich-Winkel und die BSP Business and Law School in Berlin. Die Bucerius war 2000 die erste private Hochschule dieser Art und ist bis heute die teuerste. Alle anderen privaten Hochschulen bieten nur Bachelor- und Masterstudiengänge im Recht an, kein Staatsexamen.

Der Preisunterschied zwischen den dreien ist kleiner, als viele denken, der Unterschied in Ruf und Netzwerk deutlich größer. Wer die Übersicht über alle drei Häuser samt Auswahlverfahren sucht, findet sie in unserem Ratgeber Jura privat studieren.

EBS Law School und BSP Business and Law School

Die EBS Law School gehört zur EBS Universität für Wirtschaft und Recht und ruft rund 64.780 Euro für das gesamte Studium auf, zusammengesetzt aus einer Einschreibegebühr und einem Semesterbeitrag im hohen vierstelligen Bereich. Die BSP Business and Law School liegt mit rund 1.050 Euro monatlich über acht Semester bei etwa 50.400 Euro, das Examenssemester ist dort gebührenfrei.

Damit ist die Bucerius mit 70.000 Euro die teuerste, aber nicht um Welten. Für die Differenz von rund 20.000 Euro gegenüber der BSP bekommst du an der Bucerius das dichteste Alumni-Netzwerk, die stärkste Forschungsanbindung mit Einrichtungen wie dem Center for International Dispute Resolution und die höchste Sichtbarkeit bei Großkanzleien. Ob dir das 20.000 Euro wert ist, ist eine ehrliche Frage, keine rhetorische.

HochschuleOrtGesamtkostenBesonderheit
Bucerius Law SchoolHamburg70.000 €Umgekehrter Generationenvertrag, Pflicht-Auslandstrimester
EBS Law SchoolOestrich-Winkelrund 64.780 €Anbindung an eine Wirtschaftsuniversität
BSP Business and Law SchoolBerlin, Hamburg, ab WS 2026/27 Münchenrund 50.400 €Examenssemester gebührenfrei, jüngste der drei
Staatliche Hochschulenbundesweitrund 1.000 bis 4.000 €nur Semesterbeitrag, Repetitorium meist extra

Neben dem Staatsexamen bietet die Bucerius außerdem einen englischsprachigen Master of Law and Business an, gemeinsam mit der WHU Otto Beisheim School of Management. Dieses Programm hat eine eigene Gebührenordnung und ist in den 70.000 Euro nicht enthalten. Bei der Suche nach den Bucerius-Kosten landet man gelegentlich versehentlich dort.

Was ein Jurastudium an staatlichen Hochschulen kostet

An staatlichen Hochschulen zahlst du im Erststudium keine Studiengebühren, nur den Semesterbeitrag von rund 100 bis 450 Euro, der das Semesterticket meist enthält. Über neun Semester summiert sich das auf etwa 1.000 bis 4.000 Euro. Ausnahmen gibt es in Baden-Württemberg für Zweitstudium und Nicht-EU-Studierende.

Ehrlich gerechnet gehört auf die staatliche Seite allerdings das kommerzielle Repetitorium, das viele Studenten im Examensjahr buchen, plus Lehrbücher und Fallsammlungen. Wie sich die Gesamtrechnung an staatlichen Hochschulen wirklich zusammensetzt, haben wir in Jura Studium Kosten aufgeschlüsselt. Auch mit diesen Posten bleibt der Abstand aber gewaltig: Es geht um wenige tausend Euro gegen siebzigtausend.

Ein Sonderfall ist Hamburg selbst. Wer eine Law School in Hamburg sucht, kann auch an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg studieren, die in Rankings regelmäßig unter den besten deutschen Jura-Fakultäten auftaucht. Für den Semesterbeitrag statt für 70.000 Euro.

Bachelor of Laws als Sicherheitsnetz an privaten Law Schools

Ein echter struktureller Vorteil der privaten Law Schools ist der integrierte Abschluss. An der Bucerius erhältst du nach dem zehnten Trimester den Bachelor of Laws, bevor die Vorbereitung auf den staatlichen Teil beginnt. Zur ersten juristischen Prüfung meldest du dich danach beim Justizprüfungsamt, wie alle anderen auch. Fällst du durchs Examen, stehst du trotzdem nicht mit leeren Händen da.

Dieses Sicherheitsnetz gibt es inzwischen auch an vielen staatlichen Fakultäten, dort meist als integrierter Bachelor, den du beantragen musst. Der Unterschied liegt im Automatismus: An der Bucerius ist der Bachelor Teil des Studienverlaufs, staatlich ist er ein Antrag, den viele schlicht vergessen.

Tipp

Bevor du dich für eine Hochschule entscheidest, probier das Fach in Ruhe aus: Den kompletten Allgemeinen Teil des BGB lernst du auf jurahilfe.de dauerhaft kostenlos und ohne Zeitlimit, mit Skripten, Karteikarten und Abschlusstest.

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Lohnt sich die Bucerius Law School? Eine ehrliche Rechnung

Die Bucerius Law School lohnt sich, wenn du eine strukturierte, sehr intensive Ausbildung mit engem Netzwerk suchst und der Weg in die Wirtschaftskanzlei dein Ziel ist. Sie lohnt sich nicht, wenn du dieselbe Examensnote auch staatlich erreichen würdest, denn am Ende entscheidet die Note, nicht der Briefkopf der Hochschule.

Wer an der Bucerius Law School studieren will, sollte drei Fragen für sich beantworten: Erreiche ich dieselbe Note auch anderswo? Brauche ich externe Struktur oder gebe ich sie mir selbst? Und will ich wirklich in die Wirtschaftskanzlei? Die Zahlen dahinter stehen in den nächsten Abschnitten.

Was die Zahlen der Hochschule wirklich belegen

Die Bucerius wirbt mit einer Prädikatsquote von rund 80 Prozent gegenüber rund 33 Prozent bundesweit, mit einem Examensschnitt von über 10 Punkten gegenüber rund 7 Punkten und mit einer Abbruchquote von rund 5 Prozent gegenüber 24 Prozent. Diese Zahlen sind undatiert.

Der oft zitierte Schnitt von 11,2 Punkten stammt aus einer Meldung vom 27. September 2005 und beschreibt den allerersten Jahrgang der Hochschule, von dem damals 75 Prozent die erste Staatsprüfung abgelegt hatten. Diese Zahl wird seit zwanzig Jahren weitergereicht, als sei sie aktuell. Hochschulscharfe, unabhängig geprüfte Examenszahlen für die Bucerius gibt es nicht. Weder das Hamburger Justizprüfungsamt noch das Bundesamt für Justiz weisen Ergebnisse nach einzelnen Fakultäten aus. Die einzige belastbare Vergleichsgröße ist der Bundeswert: 2024 bestanden 72,6 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten den staatlichen Teil der ersten Prüfung.

Und selbst wenn die Quote stimmt, belegt sie nicht, was sie zu belegen scheint. Die Bucerius wählt aus rund 600 Bewerbungen 116 Studierende in einem mehrstufigen Auswahlverfahren aus. Eine Gruppe, die vorher auf analytische Fähigkeiten und Sprachkompetenz gefiltert wurde, schreibt bessere Examina, ganz unabhängig von der Lehre. Diesen Selektionseffekt nennen Kritiker regelmäßig, und die Hochschule kann ihn mit ihren Zahlen nicht ausräumen. Was ein Prädikatsexamen ab 9 Punkten praktisch bedeutet und wie selten es tatsächlich ist, steht in einem eigenen Artikel.

Unstrittig gut ist die Betreuung. Im CHE-Hochschulranking 2026 landete die Bucerius erneut in der Spitzengruppe, mit 4,8 von 5 Sternen im Schnitt über dreizehn Kategorien. Das ist eine Befragung von Studierenden, misst also Zufriedenheit, nicht Examenserfolg. Als solche ist sie belastbar.

Wofür du bezahlst, wenn du an der Bucerius Law School studierst

Du bezahlst für Struktur, Tempo und Zugang. Kleingruppen mit höchstens 20 Teilnehmenden statt Hörsaal, Rückmeldung auf Klausuren innerhalb weniger Tage statt nach Monaten, ein integriertes Auslandstrimester, Moot Courts, Law Clinics und ein Alumni-Netzwerk, das im Berufseinstieg messbar hilft. Das Examensvorbereitungsprogramm ersetzt das kommerzielle Repetitorium.

Du bezahlst nicht für einen leichteren Weg. Studierende beschreiben in Erfahrungsberichten regelmäßig drei Prüfungsphasen pro Jahr, sehr hohe Arbeitsbelastung und wenig Raum für Hobbys oder Nebenjob. Bei 51 Bewertungen auf StudyCheck liegt die Bucerius zwar bei 4,6 von 5 Sternen mit 96 Prozent Weiterempfehlung, der wiederkehrende kritische Punkt in denselben Berichten ist aber genau die Belastung. Einer der meistgelesenen Berichte trägt die Überschrift, ob das Geld es wert sei.

Ein weiterer Punkt, den Kritiker anführen: Die enge Betreuung kann zur Gewöhnung werden. Das zweite Staatsexamen und der Berufsalltag verlangen deutlich mehr Selbststeuerung, als ein stark verschultes Studium einübt. Das ist kein Ausschlussgrund, aber ein Preis, den man kennen sollte.

Wann sich der Weg für dich nicht rechnet

Der Weg rechnet sich nicht, wenn du in den Staatsdienst, in eine kleine Kanzlei, in die Verwaltung oder in die Wissenschaft willst. Dort zählt die Examensnote, und der Herkunftsnachweis der Hochschule spielt praktisch keine Rolle. Bei 45.000 bis 60.000 Euro Einstiegsgehalt zahlst du über den UGV zwar weniger als 70.000 Euro zurück, aber du zahlst zehn Jahre lang 9 Prozent deines Bruttos für einen Vorteil, den dein Arbeitgeber nicht honoriert.

Er rechnet sich auch dann nicht, wenn du ohnehin diszipliniert und selbstständig lernst. Der Hauptunterschied der Bucerius ist die externe Struktur. Gibst du sie dir selbst, kaufst du sie unnötig teuer ein. Und er rechnet sich nicht, wenn die Belastung dich absehbar überfordert: Ein Abbruch nach acht Trimestern kostet rund 44.800 Euro und bringt dir den Bachelor of Laws noch nicht.

Bleibt die soziale Frage. Die Hochschule hat mit dem UGV und dem Jura-Stipendium ernsthafte Instrumente gegen finanzielle Selektion gebaut, und das verdient Anerkennung. Wie gut sie wirken, zeigt eine Zahl, die die Bucerius selbst veröffentlicht: Rund 15 Prozent ihrer Studierenden kommen aus nichtakademischen Haushalten. Über alle Jura-Fakultäten hinweg liegt der Anteil der Erstakademikerinnen und Erstakademiker bei rund 41 Prozent.

Das Preisschild wirkt also trotz aller Instrumente. Was es nicht heißt: dass du dich davon abschrecken lassen solltest, wenn du aus einem nichtakademischen Haushalt kommst. Genau für diesen Fall ist das Jura-Stipendium mit vollem Gebührenerlass gebaut, und es wird nachweislich vergeben. Es wird nur nicht angeboten, du musst es beantragen.

Am Ende ist die Rechnung persönlich, nicht allgemein. Was in jedem Fall zählt, ist die Note, und die entsteht am Schreibtisch. Wer den Stoff systematisch aufbaut, statt ihn dreimal zu lesen, kommt weiter, etwa mit dem mehrstufigen Lernsystem auf jurahilfe.de, das Verstehen, Wiederholen und Testen verzahnt.

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Häufig gestellte Fragen

Frieder Hammer

Über den Autor

Frieder Hammer

Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de

Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)

Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.

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