Vier Wochen vor den Klausuren merken viele Examenskandidaten, dass sie den Stoff kennen, aber nicht abrufen können. Die Examensvorbereitung in Jura dauert an den meisten Universitäten rund ein Jahr, deckt Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht parallel ab und entscheidet sich weniger am Wissen als an der Methode: wer früh Klausuren schreibt, wiederholt und den Prüfungsstoff eingrenzt, kommt durch. Rechtlich ist der Rahmen in § 5 DRiG und den Ausbildungs- und Prüfungsordnungen der Länder festgelegt.
Die bundesweite Bestehensquote im staatlichen Teil der Ersten Juristischen Prüfung lag zuletzt bei 72,6 Prozent (Ausbildungsstatistik des Bundesamts für Justiz, Berichtsjahr 2024). Gut ein Viertel besteht also nicht. Woran diese Kandidatinnen und Kandidaten scheitern, ist selten fehlendes Wissen.
Auf einen Blick:
- Dauer: 69 Prozent der Universitäten legen ihren Examenskurs auf genau ein Jahr aus, gut ein Viertel auf neuneinhalb bis elfeinhalb Monate.
- Lernaufwand: die Hälfte der befragten Jurastudierenden kommt auf 30 Wochenstunden und mehr, gut ein Fünftel auf über 40.
- Repetitorium: der Anteil derer, die mit einem kommerziellen Rep arbeiten, ist zwischen 2016 und 2022 von 74 auf 60 Prozent gefallen.
- Klausuren: universitäre Klausurenkurse bieten je nach Fakultät 22 Klausuren pro Semester bis rund 40 pro Jahr, jeweils unter Examensbedingungen geschrieben.
- Gewichtung: auf die Klausuren entfallen je nach Bundesland zwischen 60 und 75 Prozent, der Rest auf die mündliche Prüfung und, wo es ihn gibt, den Vortrag.
Tipp
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Was gehört zur Examensvorbereitung im Jurastudium?
Die Examensvorbereitung ist die letzte Phase des Jurastudiums vor der ersten juristischen Prüfung. Sie besteht aus drei Teilen, die parallel laufen: der Wiederholung des Pflichtstoffs in den drei Rechtsgebieten, dem regelmäßigen Schreiben von Übungsklausuren und der Vertiefung der Bereiche, die in den letzten Jahren tatsächlich geprüft wurden. Nur zu wiederholen und nie zu schreiben rächt sich in der ersten Klausur.
Was zum Prüfungsstoff gehört, steht nicht im Ermessen des Lernenden. Die Länder legen den Pflichtfachstoff in ihren Ausbildungs- und Prüfungsordnungen fest, etwa in § 11 JAG Nordrhein-Westfalen oder § 18 JAPO Bayern. Beide Kataloge nennen dieselben Grundzüge: Bürgerliches Recht mit Handels-, Gesellschafts- und Arbeitsrecht, Strafrecht, Öffentliches Recht mit Europarecht und die zugehörigen Prozessrechte. Randgebiete sind dort ausdrücklich ausgenommen oder auf Grundzüge beschränkt, und genau diese Einschränkungen sind beim Eingrenzen des Examensstoffs bares Geld wert. Prüfe für jedes Rechtsgebiet einzeln, welche examensrelevante Tiefe deine Prüfungsordnung wirklich verlangt.
Basics der Examensvorbereitung: was Jurastudierende wirklich benötigen
Die Grundausstattung ist kleiner, als der Buchmarkt suggeriert: ein Satz Skripten oder Karteikarten für die Wiederholung, ein Klausurenkurs, aktuelle Gesetzestexte und ein System, das dich zwingt, das Gelernte abzurufen statt es nur zu lesen. Alles andere ist Vertiefung und kommt später.
Was viele Studierende unterschätzen: Der Examensstoff ist nicht das Problem, die Stoffmenge im täglichen Umgang damit ist es. Drei Rechtsgebiete parallel zu halten heißt, jedes Gebiet regelmäßig anzufassen, statt es blockweise abzuarbeiten und dann vier Monate liegen zu lassen.
Wie ein Jurist denkt: Systematik statt Auswendiglernen
Ein Jurist löst Fälle über Aufbauschemata und den Gesetzestext, nicht aus dem Gedächtnis. Deshalb lohnt sich jede Stunde, die du in das Verständnis der Systematik steckst, mehr als das Auswendiglernen einzelner Streitstände. Aufbauschemata, Definitionen und die Streitstände an den bekannten Bruchstellen sind das, was du im Kopf brauchst; vieles andere lässt sich in der Klausur aus dem Gesetz erschließen. Auch Profis schauen nach Jahren noch ins Gesetz.
Das gilt in gleichem Maße für alle drei Rechtsgebiete: Wer im Privatrecht die Anspruchsgrundlagen sauber durchprüft, im Strafrecht den Deliktsaufbau beherrscht und im Öffentlichen Recht die Zulässigkeitsstationen kennt, kommt auch mit einem unbekannten Problem weiter.
Wie lange dauert die Vorbereitung auf das erste juristische Staatsexamen?
Die typische Examensvorbereitung dauert rund ein Jahr. Eine Bestandsaufnahme aller deutschen Examensvorbereitungsprogramme aus dem Jahr 2024 zeigt, dass 29 von 42 Präsenzuniversitäten ihren Hauptkurs auf zwölf Monate auslegen, also 69 Prozent; elf weitere liegen zwischen neuneinhalb und elfeinhalb Monaten, zwei fallen mit acht beziehungsweise achtzehn Monaten aus dem Rahmen. Eine gesetzliche Vorgabe für die Dauer gibt es nicht, wohl aber Fristen für den Freiversuch.
Wer den Freiversuch nutzen will, muss die Prüfung spätestens im Prüfungstermin am Ende des achten Fachsemesters erstmals ablegen, so § 22 JAPrO Baden-Württemberg und § 37 JAPO Bayern. Rechnet man den zwölfmonatigen Hauptkurs von diesem Termin zurück, liegt der Beginn der Examensvorbereitung beim sechsten oder siebten Semester. Eine Notenverbesserung ist in beiden Ländern nur nach bestandenem Erstversuch möglich und nur einmal (§ 23 JAPrO Baden-Württemberg, § 15 JAPO Bayern). Die Details unterscheiden sich, der Mechanismus ist überall derselbe: Freischuss und Verbesserungsversuch belohnen, wer früh antritt.
Wie viele Stunden pro Woche lernen Examenskandidaten?
Belastbare Zahlen gibt es nur für die Woche, nicht für den Tag. In einer Umfrage unter 767 Jurastudierenden aus dem Herbst 2025 gaben rund 50 Prozent an, mindestens 30 Stunden pro Woche zu lernen, 16,4 Prozent kamen auf 40 bis 50 Stunden, 5,6 Prozent auf mehr als 50. Die Stichprobe war nicht repräsentativ, die Größenordnung deckt sich aber mit dem, was Klausurenkurse und Uni-Programme voraussetzen.

Wichtiger als die Gesamtzahl ist die Verteilung. Sechs Tage die Woche mit klarem Feierabend schlagen sieben Tage mit schlechtem Gewissen. Die Lernzeit, die du dir bewusst frei nimmst, ist Teil des Plans, nicht sein Gegenteil.
Warum die Examensvorbereitung in Jura so herausfordernd ist
Das Staatsexamen als psychische und fachliche Belastungsprobe
Das erste juristische Staatsexamen ist für viele Studierende der anspruchsvollste Abschnitt im gesamten Jurastudium. Du hast jahrelang auf diesen Moment hingearbeitet und sollst plötzlich das gesamte materielle Recht nicht nur auswendig können, sondern auch anwenden, analysieren und klausurfähig abrufen. Kein Wunder, dass viele in der Examensphase unter enormem Druck stehen.
Wie groß dieser Druck ist, hat eine Untersuchung mit standardisierten klinischen Fragebögen gemessen: Bei rund 40 Prozent der Examenskandidaten liegen die Prüfungsangst-Werte im klinisch auffälligen Bereich. Eine Befragung der Bundesfachschaft Jura kam auf einen ähnlichen Befund für das subjektive Empfinden, dort gaben fast 70 Prozent an, sich vor Prüfungen schlecht oder sehr schlecht zu fühlen. Beide Zahlen messen Unterschiedliches, beide zeigen dasselbe: Die Belastung ist kein Einzelfall und keine Charakterschwäche.
Typische Fehler in der Vorbereitung
Neben der Stofffülle unterschätzen viele die Bedeutung eines strukturierten Plans. Es wird zu spät mit der Wiederholung begonnen, zu viel passiv gelesen, statt aktiv mit Fällen zu arbeiten. Oft fehlt ein System, das auf Verstehen, Wiederholen und Testen setzt. Auch psychische Faktoren wie Selbstzweifel, Überforderung oder Prokrastination werden häufig ignoriert.
Dabei ist es absolut möglich, strukturiert, fokussiert und mit klarem Kopf durch die Examensphase zu kommen, wenn du weißt, worauf es ankommt. Genau deshalb bekommst du in diesem Artikel zehn praktische Tipps, die dich nicht nur besser, sondern auch entspannter durchs Examen bringen.
Tipp
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Die zehn Tipps zuerst im Überblick, danach jeder einzeln mit Begründung:
| Nr. | Tipp | Kern |
|---|---|---|
| 1 | Lernplan rückwärts rechnen | Vom Prüfungstermin zurückplanen und Puffer für Ausfälle einbauen |
| 2 | Wochenziele statt Tagesziele | Ein verlorener Tag wirft dann nicht die ganze Woche um |
| 3 | Auswendiggelerntes begrenzen | Definitionen, Schemata und Streitstände; vieles andere steht im Gesetz |
| 4 | Aktiv wiederholen | Abfragen schlägt Lesen, am besten täglich in kurzen Einheiten |
| 5 | Multiple-Choice-Fälle trainieren | Viele Konstellationen in kurzer Zeit, jede Lösung mit Erläuterung |
| 6 | Falllösungen ausformulieren | Gliederung, Gutachtenstil und Schwerpunktsetzung üben |
| 7 | Psyche einplanen | Feste Routinen und Beratungsangebote früh nutzen, nicht erst im Tief |
| 8 | Pausen ernst nehmen | Gelerntes verfestigt sich im Schlaf und in ruhigen Wachphasen |
| 9 | Unterstützung kombinieren | Uni-Rep, Klausurenkurs, Lernplattform und Lerngruppe ergänzen sich |
| 10 | Strategie anpassen | Ein Rückschlag ist eine Kurskorrektur, kein Scheitern |
Tipp 1–3: Struktur ist alles: Lernplan, Zeitmanagement und Priorisierung
Einen realistischen Lernplan erstellen
Ohne Lernplan in die Examensvorbereitung zu starten, ist wie ohne Karte in die Wüste zu gehen. Ein guter Plan berücksichtigt die Stofffülle, Wiederholungsphasen und Pausen. Umgesetzt wird er über eine feste Lernroutine, die aus dem Plan verlässliche tägliche Gewohnheiten macht. Plane rückwärts vom Examenstermin und baue Puffer für Krankheit, Motivationstiefs oder private Termine ein. Wichtig: Kein Tag sollte überfrachtet sein, lieber konstant und machbar als unrealistisch und frustrierend.
Wie die Erstellung eines Lernplans Schritt für Schritt funktioniert, welche Phasen er braucht und woran die meisten Pläne scheitern, steht ausführlich im Beitrag dazu, wie du einen Jura-Lernplan erstellst. Für die Examensphase gilt zusätzlich: zwei bis vier Wochen Puffer vor dem ersten Klausurtermin einplanen und die letzte Phase nicht mit neuem Stoff füllen.
Wochenziele statt Tagesdruck
Ein häufiger Fehler: zu kleinteilig planen. Wer jeden Tag exakt vorgibt, was er schaffen muss, gerät schnell unter Druck, wenn mal etwas dazwischenkommt. Besser: Wochenziele setzen. Damit kannst du freier auf Tagesform, Spontantermine oder Motivation reagieren, ohne gleich hinter dem Plan herzulaufen. Wie du deine Lernzeit im Jurastudium einteilst, ohne dich zu verzetteln, zeigt der Beitrag zum Zeitmanagement.
Fokus auf das, was du wirklich auswendig wissen musst
Viele versuchen, ganze Fälle oder Kommentare auswendig zu lernen, ein enormer Aufwand mit geringem Nutzen. Wichtiger ist es, Definitionen, Schemata und Meinungsstreitigkeiten zu beherrschen. Wo die Grenze zwischen Pflichtstoff und Überblickswissen verläuft, klärt der Beitrag dazu, wie du die Stoffmenge im Examen beherrschbar machst. Diese Inhalte bilden die Grundlage jeder Klausur.
Schemata und Definitionen sind dabei der Kern, der wirklich ins Langzeitgedächtnis muss. Alles, was sich in der Klausur aus dem Gesetz erschließen lässt, gehört nicht auf die Karteikarte. Diese Trennung spart über ein Jahr gerechnet mehrere Wochen Lernzeit.
Tipp
Statt eigene Karteikarten zu schreiben, kannst du auf jurahilfe.de auf vorgefertigte Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem zugreifen, die dir genau die Definitionen und Schemata vorlegen, die du gerade nicht sicher kannst.
Skripte, Lehrbuch und Gesetzestexte: was du fürs Jurastudium brauchst
Für die Examensvorbereitung brauchst du im Kern drei Sorten Material: Skripte zum Wiederholen, ein Lehrbuch zum Verstehen und Gesetzestexte für den täglichen Umgang mit der Norm. Karteikarten und ein Fallbuch kommen dazu, sobald du vom Lesen ins Abrufen wechselst. Alle fünf zu kaufen und dann nur in eines hineinzuschauen, kostet Geld und bringt nichts. Wie viel du davon parallel offen halten kannst, hängt am Zeitbudget. Ob du Vollzeit studierend ins Examen gehst oder nebenher arbeitest, verschiebt die Prüfungsvorbereitung spürbar.
| Material | Wofür | Wann |
|---|---|---|
| Skript | Stoff komprimiert wiederholen, Aufbauschemata | gesamte Examensvorbereitung |
| Lehrbuch | ein Problem von Grund auf verstehen | gezielt bei Lücken |
| Karteikarten | Definitionen und Schemata aktiv abrufen | täglich, in kurzen Einheiten |
| Fallbuch | Falllösung und Klausurtaktik trainieren | parallel zum Klausurenkurs |
| Gesetzestext | Norm suchen, Systematik erschließen | immer, auch beim Lernen |
Alpmann Schmidt, Hemmer und die anderen Skripten-Reihen
Die bekannten Skripten-Reihen wie Alpmann Schmidt und Hemmer decken den Pflichtstoff in der Breite ab und sind auf Examensniveau geschrieben. Was genau dazugehört, unterscheidet sich allerdings von Bundesland zu Bundesland; eine Reihe trifft deinen Landeskatalog also nie automatisch punktgenau. Der Nachteil: Sie sind vorgefertigt, also nicht auf deine Lücken zugeschnitten, und in Papierform nicht verlinkt. Mit Alpmann Schmidt arbeitest du deshalb besser gezielt an den Abschnitten, die in der letzten Klausur gefehlt haben, statt das Skript wie ein Buch zu lesen.
Wann sich ein Lehrbuch neben dem Skript lohnt
Ein Lehrbuch lohnt sich, wenn du ein Problem nicht verstanden hast, nicht wenn du es wiederholen willst. Der Unterschied klingt klein, entscheidet aber über den Zeitaufwand: Das Skript ist auf Wiedererkennen optimiert, das Lehrbuch auf Verstehen. Für den Examensstoff in der Fläche ist das Skript effizienter, für die zwei oder drei Themen, bei denen es bei dir wirklich hakt, ist das Lehrbuch die bessere Investition.
Gesetzestexte fürs Jurastudium: Schönfelder, Sartorius, Habersack
Ein verbreiteter Irrtum zuerst: Schönfelder und Habersack sind nicht zwei Sammlungen, sondern eine. Die rote Loseblattsammlung „Deutsche Gesetze“ aus dem Verlag C. H. Beck heißt seit der 185. Ergänzungslieferung im Oktober 2021 Habersack; der Verlag hat sich vom Namensgeber Heinrich Schönfelder wegen dessen NS-Vergangenheit gelöst. Inhalt und Aufbau blieben gleich: Verfassungsrecht, Bürgerliches Recht, Handels-, Gesellschafts- und Arbeitsrecht, Straf- und Strafverfahrensrecht sowie Gerichtsverfassungs- und Zivilverfahrensrecht. Dazu kommen ein Ergänzungsband mit weiteren Gesetzen und, für das Öffentliche Recht, der Sartorius mit dem einschlägigen Bundesrecht. Welche Sammlung in der Prüfung zugelassen ist, regelt das jeweilige Prüfungsamt; arbeite von Anfang an mit genau dem Exemplar, das du auch in der Klausur haben wirst. Ab wann sich ein Habersack für dich lohnt, zeigt ein eigener Artikel.
Praktischer Hinweis zum täglichen Umgang: Schlag die Norm auf, über die du gerade liest, statt sie nur im Skript zu sehen. Paragraphen, die du im Buch körperlich gesucht hast, findest du in der Klausur schneller.
Tipp 4–6: Aktiv statt passiv: Wiederholen, testen, anwenden
Wiederholen mit Karteikarten und interaktiven Tools
Wer nur liest, vergisst. Wer abfragt, behält. Aktives Wiederholen ist laut Lernpsychologie einer der wichtigsten Faktoren für nachhaltiges Lernen. Statt stundenlang Skripte zu lesen, solltest du gezielt Fragen beantworten, Definitionen abrufen und Meinungsstreitigkeiten wiederholen, am besten in digitalen Karteikarten-Systemen, die dich gezielt mit deinen Schwächen konfrontieren.
Die Wiederholung ist dabei der eigentliche Lernvorgang, kein Anhängsel. Das Gehirn verankert Wissen beim Abrufen, nicht beim Aufnehmen. Deshalb ist eine halbe Stunde Karteikarten am Morgen mehr wert als zwei Stunden Skript am Abend.
Multiple-Choice-Fälle trainieren
Statt einzelne Gutachten stundenlang auszuformulieren, kannst du auch mit Multiple-Choice-Fällen trainieren. Diese Methode ist besonders zeiteffizient und deckt viele Konstellationen in kurzer Zeit ab. Wichtig ist dabei, dass die Aufgaben nicht nur richtig und falsch prüfen, sondern dir auch ausführliche Erläuterungen mitgeben. Genau so funktioniert das Falltraining auf jurahilfe.de: kurze Fälle, klare Antworten, direkte Rückverlinkung zu den relevanten Inhalten.
Falllösungen üben und strukturieren
Auch wenn du mit Multiple-Choice-Aufgaben lernst: Die schriftliche Fallbearbeitung bleibt Kern der Klausur. Übe daher regelmäßig Gliederung, Gutachtenstil und Schwerpunktsetzung. Eine gute Übersicht zu Überschriften und Gliederung in juristischen Arbeiten findest du im Blog. Ebenso wichtig: stilistische Sicherheit. Lies dazu unseren Beitrag über die besten Formulierungen im Gutachtenstil.
Tipp
Auf jurahilfe.de testest du dein Wissen mit Multiple-Choice-Aufgaben am kleinen Sachverhalt. Die falschen Antwortoptionen bilden typische Denkfehler ab, die in Klausuren wirklich passieren, und jede Lösung ist ausführlich erläutert.
Klausurenkurs: warum die Klausur das Herzstück der Vorbereitung ist
Der Klausurenkurs ist der Teil der Examensvorbereitung, der die Prüfungssituation wirklich abbildet. 70,64 Prozent der Absolventen haben ihn regelmäßig besucht, mehr als jede andere Vorbereitungsform; nachzulesen bei dem, was Absolventen rückblickend raten. Fünf Stunden, unbekannter Sachverhalt, nur Gesetzestext. Ohne regelmäßige Übung fällt die erste Klausur unter Examensbedingungen auf den Prüfungstag. Das ist der teuerste Zeitpunkt dafür.
Wie ein Examensklausurenkurs an der Uni abläuft
Die universitären Klausurenkurse laufen ganzjährig und im Zyklus. An der Universität Gießen werden rund 40 fünfstündige Klausuren pro Jahr angeboten, meist samstags, dazu zweimal jährlich ein Probeexamen mit sechs Klausuren in etwa zehn Tagen. Ein Probeexamen ist zugleich der ehrlichste Test, ob du wirklich examensreif bist. Die Ruhr-Universität Bochum kommt auf rund 22 Klausuren pro Semester, verteilt auf die drei Rechtsgebiete. An der LMU München gibt es wöchentlich eine Klausur plus eine rotierende Klausurwerkstatt.
Diese Kurse gehören zum regulären Studienangebot der jeweiligen Fakultät, und sie sind der Grund, warum sich ein kommerzielles Angebot für den Klausurteil selten lohnt. Ebenso wichtig wie das Schreiben ist die Besprechung: Eine Klausur, die du schreibst und nicht nachbesprichst, ist eine halbe Klausur.
Juristisch schreiben unter Zeitdruck
Klausur- und Zeitmanagement sind eigene Fähigkeiten, unabhängig vom Stoff. Ein bewährter Kniff aus der Praxis: Schreib deine Übungsklausuren in viereinhalb statt fünf Stunden. Am Prüfungstag hast du dann eine halbe Stunde Reserve, und das nimmt spürbar Druck aus der Situation.
Der zweite Hebel ist die Schwerpunktsetzung. Gleichmäßig verteilte Zeit kostet Punkte an Stellen, an denen nichts zu holen ist. Wie du typische Fehler in der Klausur vermeidest, zeigt der Beitrag dazu, wie du Jura-Klausuren mit System bestehst.
Welcher Lerntyp bist du und was das für deinen Lernplan heißt
Die Frage nach dem Lerntyp wird oft überhöht, hat aber einen praktischen Kern: Manche Menschen behalten Stoff besser, wenn sie ihn aufschreiben, andere, wenn sie ihn erklären, wieder andere, wenn sie ihn am Fall anwenden. Welcher Weg für dich funktioniert, zeigen zwei Wochen ehrliches Ausprobieren, kein Test.
Die Konsequenz für die Planung ist konkret. Wer beim Erklären lernt, braucht eine Lerngruppe. Wer beim Schreiben lernt, braucht mehr Klausuren und weniger Skript. Und wer visuell arbeitet, kommt mit Aufbauschemata und Übersichten weiter als mit Fließtext. Letztlich ist das auch eine individuelle Angelegenheit, für die es kein allgemeingültiges Richtig gibt.
Lerngruppe: wann sie hilft und wann sie bremst
Eine Lerngruppe funktioniert, wenn alle vorbereitet kommen und es einen festen Gegenstand gibt, etwa die Besprechung einer geschriebenen Klausur. Sie bremst, wenn sie zum Austausch über den Prüfungsstoff im Allgemeinen wird. Frag dich ehrlich: Ist es für dich wirklich von Vorteil, mit anderen stundenlang Fälle durchzusprechen, oder kannst du in derselben Zeit besser deine Karteikarten lernen und Fälle selbst lösen?
Alpmann Schmidt oder eigene Karteikarten: was zu welchem Lerntyp passt
Vorgefertigte Skripten und Karteikarten sparen enorm Zeit, treffen aber nicht deine persönlichen Lücken. Selbstgeschriebene Karten treffen genau, kosten aber ein Vielfaches an Zeit. Der Kompromiss, der sich in der Praxis bewährt: fertiges Material als Grundlage, eigene Karten nur für die zwei bis drei Themen, bei denen du wiederholt scheiterst.
Tipp 7–8: Mentale Stärke und Pausenmanagement
Psyche stärken in der Examensphase
Die Vorbereitung auf das erste juristische Staatsexamen ist nicht nur eine intellektuelle, sondern auch eine emotionale Ausnahmesituation. Neben dem enormen Lernstoff belastet viele Studierende vor allem der psychische Druck. Häufig treten Symptome wie Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme oder depressive Verstimmungen auf, insbesondere in der heißen Phase kurz vor den Klausuren.
Deshalb ist mentale Selbstfürsorge kein Luxus, sondern essenzieller Bestandteil der Examensvorbereitung. Wissenschaftlich untersucht ist die Wirksamkeit achtsamkeitsbasierter Techniken: In der Studie von Zeidan und Kollegen aus dem Jahr 2010 verbesserten vier Sitzungen zu je 20 Minuten Arbeitsgedächtnis und Exekutivfunktionen und senkten Angstwerte; Tang und Kollegen zeigten 2007 nach fünf Tagen zu je 20 Minuten bessere Aufmerksamkeitsleistung und niedrigere Cortisolwerte. Beide Befunde beruhen auf strukturierten Kurzprogrammen, nicht auf ein paar Minuten nebenbei. Auch Bewegung wirkt regulierend auf das Nervensystem. Wie du dir feste Lernroutinen und mehr Selbstdisziplin aufbaust, zeigt der Beitrag zu Selbstdisziplin im Jurastudium.
Hilfreich sind auch folgende Ansätze:
- Führen eines Lerntagebuchs, um Gedanken zu sortieren
- Journaling bei Prüfungsangst, etwa schriftlich durchspielen: Was ist im schlimmsten Fall? Was ist realistisch?
- Gespräche mit Kommilitoninnen und Kommilitonen, Mentorinnen und Mentoren oder psychologischen Anlaufstellen
- Bewusstes Erleben von positiven Momenten im Alltag
Die psychosozialen Beratungsstellen der Studierendenwerke sind kostenlos und vertraulich, und sie behandeln Prüfungsangst ausdrücklich mit. Du solltest solche Angebote nicht erst in Anspruch nehmen, wenn es gar nicht mehr geht. Welche psychologischen Techniken gegen Prüfungsangst im Jurastudium wirken, steht in einem eigenen Beitrag.
Regeneration ernst nehmen: Pausen und Freizeit einbauen
Unser Gehirn lernt nicht linear. Dass die Konzentration nach 60 bis 90 Minuten nachlässt, ist eine verbreitete Faustregel; sie geht auf Kleitmans Beschreibung eines Grundrhythmus im Schlaf zurück und wurde für den Wachzustand nie sauber belegt. In der Vigilanzforschung fällt die Leistung bei monotonen Aufgaben oft schon nach 15 bis 30 Minuten ab, individuell sehr unterschiedlich. Praktisch heißt das: Arbeite in Blöcken und beobachte deine eigene Kurve, statt einer Zahl zu vertrauen. Die Pomodoro-Technik mit 25 Minuten Arbeit und 5 Minuten Pause ist ein brauchbarer Startpunkt, nach vier Zyklen folgt eine längere Pause von 15 bis 30 Minuten.
Gut belegt ist dagegen die Gedächtniskonsolidierung: Gelerntes wird vor allem im Schlaf und in ruhigen Wachphasen ins Langzeitgedächtnis übertragen. Wer keine Pausen macht, sabotiert also seinen Lernerfolg. Gut untersucht sind aktive Pausen: Spazierengehen, Stretching, frische Luft oder ein kurzes Powernap.
Freizeit bedeutet dabei nicht nur Pause vom Lernen, sondern auch eine emotionale Gegenwelt zur Examensrealität. Ob Musik, Kochen, Sport oder kreative Projekte, alles, was dir Freude macht, darf und soll Teil deiner Lernwoche sein. Wer regelmäßig auftankt, kann besser fokussieren und bleibt motivierter. Ein freier Abend wird dir mehr guttun als die dritte Wiederholung desselben Skripts.
Warum die Examensvorbereitung ein Marathon ist und kein Sprint
Über ein Jahr Vorbereitung lässt sich nicht mit der Intensität eines Klausurenmonats durchhalten. Ein Examenskandidat, der das erste Staatsexamen wie einen Marathonlauf plant, kommt weiter als einer, der jede Woche sprintet. Am Limit im dritten Monat heißt leer im achten. Die Frage, ob du genug gelernt hast, wird dich ohnehin bis zum Schluss begleiten; sie ist ein schlechter Ratgeber für das Tempo. Plane deine psychische Gesundheit genauso sorgfältig wie deinen Lernplan. Sie ist die Basis dafür, dass du im entscheidenden Moment auch abrufen kannst, was du weißt.
Repetitorium oder Uni-Rep? Was ein Repetitor leistet und was nicht
Ein Repetitor strukturiert den Stoff, gibt Tempo vor und nimmt dir die Entscheidung ab, was wann drankommt. Was er nicht leisten kann: für dich abrufen. Wer im Repetitorium sitzt und mitschreibt, hat noch nichts gelernt; gelernt wird zwischen den Terminen.
Wie viele Jurastudierende noch ein kommerzielles Rep buchen
Der Anteil ist deutlich gefallen. Die Bestandsaufnahme von 2024 wertet dafür vier gleich erhobene Absolventenbefragungen mit je rund 1.400 bis 1.600 Teilnehmenden aus: 2016 gaben 74 Prozent an, ein kommerzielles Repetitorium genutzt zu haben, 2018 waren es 72, 2020 rund 69 und 2022 nur noch 60 Prozent. Der Grund liegt im Ausbau der universitären Examensvorbereitungsprogramme; Klausurenkurse gibt es inzwischen an allen 43 untersuchten Universitäten, einen Hauptkurs an fast allen. Ein kommerzieller Jahreskurs kostet je nach Anbieter und Ort deutlich über 1.000 Euro, bei einzelnen Anbietern über 2.000; das Uni-Rep gehört zum Studienangebot der Fakultät.

Ob sich das kommerzielle Repetitorium trotzdem lohnt, hängt weniger vom Geld ab als von dir: Wer ohne äußere Struktur nicht ins Arbeiten kommt, bekommt sie dort. Wer diszipliniert allein arbeitet, kauft sie doppelt. Entscheiden musst du das früh, denn die Kurse des Repetitoriums starten in festen Zyklen. Eine Gegenüberstellung mit Preisen steht im Beitrag zu Kosten, Erfahrungen und Alternativen beim Jura-Repetitorium; ob das Uni-Rep allein reicht, klärt der Beitrag dazu, ob das Uni-Rep in der Examensvorbereitung ausreicht. Und dass es auch ganz ohne geht, zeigt der Erfahrungsbericht zur Examensvorbereitung ohne Rep. Ob ein Online-Angebot den Präsenzkurs ersetzen kann, wägt der Vergleich Jura online lernen oder Präsenzkurs ab.
Sprint zum Examen: was von Crashkursen zu halten ist
Crashkurse und Intensivwochen verkaufen den Sprint auf den letzten Metern. Für die Wiederholung kurz vor der Prüfung können sie funktionieren, als Ersatz für die Vorbereitung nicht. Vier Wochen reichen nicht, um den Prüfungsstoff zum ersten Mal zu sehen und ihn dann abzurufen, egal wie gut der Kurs ist. Als Vertiefung am Ende einer soliden Vorbereitung sind sie dagegen sinnvoll eingesetztes Geld.
Tipp 9–10: Unterstützung nutzen und flexibel bleiben
Helfer bei der Examensvorbereitung: Lernplattformen und Repetitorien
Du musst das Examen nicht allein stemmen. Viele Studierende profitieren davon, verschiedene Lernformen zu kombinieren. Repetitorien, egal ob online oder in Präsenz, können Struktur geben, Stoff systematisch aufbereiten und komplexe Inhalte verständlich machen. Besonders hilfreich ist, wenn du zusätzlich ein System hast, das dir das selbstständige Lernen erleichtert.
Neben klassischen Repetitorien gibt es digitale Lernplattformen, die Inhalte effizient und interaktiv aufbereiten. Wichtig ist dabei: Sie sollten fachlich geprüft und auf dein Niveau abgestimmt sein, dir helfen, Zusammenhänge zu erkennen, und dich beim aktiven Wiederholen unterstützen. Einen Überblick über die Anbieter gibt der Vergleich der besten Jura-Online-Repetitorien.
Als Ergänzung dazu setzen viele Studierende auch KI-Chatbots ein, etwa um Definitionen verständlicher erklärt zu bekommen oder Gliederungen zu entwerfen. Das funktioniert für den Überblick, ist aber mit Vorsicht zu genießen: Sprachmodelle erfinden Normen und Aktenzeichen, und im Gutachtenstil ersetzen sie das eigene Denken nicht. Welche ChatGPT-Alternative fürs Jurastudium sich eignet und wo die Grenzen liegen, zeigt der Überblick.
Anpassung der Strategie bei Durchhängern oder Rückschlägen
Es ist völlig normal, dass nicht alles nach Plan läuft. Der Lernfortschritt stagniert, die Motivation bricht ein oder es gibt persönliche Herausforderungen. Wer die Examensvorbereitung mit einem Kind stemmt, plant ohnehin anders: Wie ein Lernplan mit 15 bis 25 Wochenstunden aussieht, zeigt der Artikel zum Jurastudium mit Kind. In solchen Phasen hilft es, nicht zu streng mit sich selbst zu sein, sondern flexibel zu bleiben.
Manchmal braucht es eine neue Lernumgebung, andere Lernzeiten oder das Anpassen des Plans. Vielleicht hilft es dir, einzelne Tage völlig frei zu nehmen, einen Themenblock zu überspringen oder deine Methoden zu wechseln. Lernpsychologisch ist es klüger, punktuell anzupassen, als starr an einem Plan festzuhalten, der nicht mehr funktioniert.
Viele erfolgreiche Examenskandidaten berichten, dass sie Rückschläge nicht als Scheitern betrachtet haben, sondern als notwendige Kurskorrekturen. Verlass dich nicht auf eine einzige Methode, sondern kombiniere verschiedene Lernformen und bleib anpassungsfähig. Wer früh genug merkt, was nicht funktioniert, kann gezielt gegensteuern.
Lerngruppe und Austausch mit anderen Examenskandidaten
Ergänzend lohnt sich der Austausch mit Mitstudierenden, ob in Lerngruppen, über Online-Foren oder gemeinsame Fallbesprechungen. Oft reichen schon ein paar regelmäßige Kontakte, um Fragen zu klären, Motivation zu teilen oder sich gegenseitig beim Dranbleiben zu helfen. Der Blick auf andere hilft übrigens auch gegen die Verzerrung, alle anderen seien weiter: In der Examensphase halten sich die wenigsten an ihren Plan.
Tipp
Der Wechsel zwischen Verstehen, Wiederholen und Testen kostet sonst jedes Mal einen Werkzeugwechsel. Auf jurahilfe.de sind Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben zu einem durchgehenden Lernpfad verbunden, mit Abschlusstest und Note am Ende jedes Pfads.
Die mündliche Prüfung: Ablauf, Gewichtung und Vorbereitung
Die mündliche Prüfung folgt auf die Klausuren, meist mit drei bis fünf Monaten Abstand. Wie stark sie zählt, regelt jedes Bundesland selbst, und die Spanne ist erheblich: In Bayern und Baden-Württemberg gehen die Klausuren mit 70 Prozent und die mündliche Prüfung mit 30 Prozent ein, in Nordrhein-Westfalen mit 60 zu 30 zu 10, wobei die letzten zehn Prozent auf den Vortrag entfallen. Hamburg gewichtet 75 zu 25, Thüringen 65 zu 35, Sachsen-Anhalt 60 zu 40. Was diese Gewichtung für die Examensvorbereitung an der Uni Halle bedeutet, steht im Ortsführer zum Studienort. Berlin und Brandenburg spalten den mündlichen Teil auf: 24 Prozent Prüfungsgespräch, 13 Prozent Aktenvortrag. Einen Aktenvortrag gibt es nicht überall.

Alle sechzehn Länder im Überblick, jeweils bezogen auf die staatliche Pflichtfachprüfung. Die Schwerpunktbereichsprüfung der Universität kommt für die Gesamtnote der Ersten Juristischen Prüfung noch dazu.
| Bundesland | Klausuren | Mündlich | Vortrag |
|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 70 % | 30 % | – |
| Bayern | 70 % | 30 % | – |
| Berlin | 63 % | 24 % | 13 % |
| Brandenburg | 63 % | 24 % | 13 % |
| Bremen | rund 67 % | rund 33 % | – |
| Hamburg | 75 % | 25 % | enthalten |
| Hessen | rund 67 % | rund 33 % | – |
| Mecklenburg-Vorpommern | rund 67 % | rund 33 % | – |
| Niedersachsen | 64 % | 36 % | – |
| Nordrhein-Westfalen | 60 % | 30 % | 10 % |
| Rheinland-Pfalz | rund 67 % | rund 33 % | – |
| Saarland | 70,6 % | 29,4 % | – |
| Sachsen | rund 67 % | rund 33 % | – |
| Sachsen-Anhalt | 60 % | 40 % | – |
| Schleswig-Holstein | rund 67 % | rund 33 % | – |
| Thüringen | 65 % | 35 % | – |
Für die Vorbereitung heißt das zweierlei. Erstens lohnt der Blick in die eigene Prüfungsordnung, weil sich daraus ergibt, wie viel in der mündlichen Prüfung noch zu holen ist. Zweitens ist der Abstand zu den Klausuren kein Leerlauf: Er ist die Zeit, in der aus einem knapp bestandenen Ergebnis noch ein gutes werden kann.
Juristisch argumentieren im Prüfungsgespräch
Das Prüfungsgespräch prüft anderes als die Klausur. Gefragt ist nicht die vollständige Subsumtion, sondern das laute Denken: eine Norm finden, ein Problem benennen, eine vertretbare Lösung begründen. Schweigen aus Unsicherheit verschenkt Punkte, die eine sauber begründete Meinung gebracht hätte.
Üben lässt sich das nur im Gespräch. Lerngruppen, die sich gegenseitig abfragen, und die Prüfungssimulationen der Fakultäten sind dafür die realistischste Vorbereitung. Den Stoff dafür liefern die Prüfungsprotokolle deiner Prüfer, denn dort stehen die Fälle, die wirklich gelaufen sind.
Jurist werden: was nach dem ersten Examen kommt
Die Juristenausbildung in Deutschland hat zwei Stufen, und mit der ersten Prüfung ist die erste geschafft. Beide Examensprüfungen zusammen bilden die Ausbildung in der Rechtswissenschaft ab. Es folgt das Referendariat und danach die zweite Staatsprüfung, erst dann ist man Volljurist. Wie stark die Note des ersten Examens für den weiteren Weg wiegt und was ein Prädikatsexamen praktisch bedeutet, steht in einem eigenen Beitrag; wer beide Prüfungen mit Prädikat abschließt, hat ein Doppelprädikat. Und falls es nicht klappt: durchgefallen ist nicht das Ende, die Durchfallquote im Staatsexamen zeigt, wie viele es betrifft.
Jura Examensvorbereitung: Tipps für ein erfolgreiches Examen
Ein erfolgreiches Examen entsteht nicht aus mehr Stunden, sondern aus einer anderen Verteilung derselben Stunden: mehr Klausuren, mehr Wiederholung, weniger Erstlektüre. Der Prüfungsstoff ist von großer Bedeutung, aber er ist begrenzt und in den Prüfungsordnungen nachlesbar. Was nicht begrenzt ist, ist die Zahl der Möglichkeiten, ihn falsch anzugehen.
Es kursieren viele Tipps zum Jura-Examen, und nicht alle sind hilfreiche Tipps. Brauchbar ist, was sich an deinem Examensergebnis messen lässt: geschriebene Examensklausuren, wiederholte Definitionen, verstandene Systematik. Die Vorbereitung auf das Examen ist am Ende Klausur- und Wiederholungsarbeit, alles andere ist Beiwerk.
Am wichtigsten sind drei Dinge. Schreib früher Klausuren, als dir lieb ist. Wiederhole aktiv statt zu lesen. Und plane Pausen so ernsthaft wie Lerneinheiten. Wenn du dabei ein System suchst, das Verstehen, Wiederholen und Testen zusammenhält, kannst du auf jurahilfe.de mit dem kompletten BGB AT dauerhaft kostenlos anfangen und dir ansehen, ob dir diese Art zu lernen liegt.
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Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.
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