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Duales Studium Bachelor of Laws: Jura in Verwaltung & Bundeswehr

Junge Frau am Schreibtisch in einer Verwaltung, im Hintergrund bunte Aktenordner

Geld ab dem ersten Tag, ein fester Job in Aussicht und trotzdem ein juristischer Abschluss: Das duale Studium zum Bachelor of Laws klingt wie die Abkürzung ins Jura-Berufsleben. Es ist aber etwas anderes, als Rechtswissenschaften an der Universität zu studieren. In den allermeisten Fällen führt es in den öffentlichen Dienst, zur Stadtverwaltung, zur Bundeswehr, zur Rentenversicherung oder zum Zoll. Anwältin oder Richter wirst du damit nicht. Hier erfährst du, wie das duale LL.B.-Studium abläuft, wer es anbietet, was du verdienst und für wen es sich lohnt.

Auf einen Blick

  • Duales Studium Bachelor of Laws heißt: Theorie an der Hochschule plus bezahlte Praxisphasen in einer Behörde oder Firma, meist 3 Jahre, 180 ECTS.
  • Der häufigste Weg geht in den gehobenen Verwaltungsdienst, also in die Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt.
  • Du wirst ab dem ersten Tag vergütet, im öffentlichen Dienst je nach Bundesland rund 1.500 bis 1.850 Euro brutto (Anwärterbezüge).
  • Beworben wird sich 12 bis 18 Monate vorher bei der Behörde, nicht bei der Hochschule.
  • Volljurist wirst du nicht. Anwalt, Richter und Notar bleiben dem Staatsexamen vorbehalten.
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Duales Studium Bachelor of Laws: Was ist das?

Ein duales Studium zum Bachelor of Laws verbindet ein Hochschulstudium mit festen, bezahlten Praxisphasen bei einem Arbeitgeber. Du wechselst zwischen Theorieblöcken an der Hochschule und Praxisabschnitten in der Behörde oder im Unternehmen. Am Ende steht der akademische Grad LL.B., im öffentlichen Dienst zusätzlich die Laufbahnbefähigung. Mit dem klassischen Jurastudium auf Staatsexamen hat dieser Studiengang nichts zu tun.

Duales Jura-Studium statt Staatsexamen: der Unterschied

Das klassische Jurastudium läuft an einer Universität, endet mit der Ersten Juristischen Prüfung und führt über das Referendariat zum Volljuristen. Das duale LL.B.-Studium ist ein eigener, berufsqualifizierender Bachelor mit klarem Praxisbezug und einem konkreten Arbeitgeber im Rücken. Wenn du wissen willst, was der LL.B. allgemein wert ist und wie er sich zum Staatsexamen verhält, lies den Überblick zum Bachelor of Laws (LL.B.). Wie das klassische Jurastudium abläuft, steht im verlinkten Überblick.

Praxisintegriert, ausbildungsintegriert, berufsbegleitend: die Studienformen

Es gibt drei Spielarten. Am häufigsten ist das praxisintegrierende Modell: Studium plus Praxisphasen, ohne zweite Ausbildung. Beim ausbildungsintegrierenden Modell kommt eine anerkannte Ausbildung dazu, das ist im LL.B.-Bereich selten. Berufsbegleitend studieren Berufstätige neben dem Job, oft in Teilzeit. Im öffentlichen Dienst ist fast immer das praxisintegrierende Modell gemeint.

Dauer, ECTS und Abschluss: LL.B. plus Laufbahnbefähigung

Das duale LL.B.-Studium dauert in der Regel drei Jahre und umfasst 180 ECTS-Punkte, einzelne Studiengänge weichen ab (die Bundeswehr etwa kommt auf 186, manche Hochschulen auf 210). Im öffentlichen Dienst bekommst du mit dem Abschluss zwei Dinge auf einmal: den Bachelor of Laws und die Laufbahnbefähigung für den gehobenen Dienst. Während des Studiums stehst du meist im Beamtenverhältnis auf Widerruf. Den Abschluss bildet eine Bachelorarbeit.

Der häufigste Weg: Bachelor of Laws im öffentlichen Dienst

Die große Mehrheit der dualen LL.B.-Studiengänge bildet für den öffentlichen Dienst aus, genauer für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst. Das Top-Suchergebnis zum Thema ist nicht zufällig eine Behördenseite. Wer „duales Studium Jura" sucht, landet fast immer bei der Verwaltung.

Gehobener Verwaltungsdienst: was dich erwartet

Der gehobene Dienst heißt seit der Föderalismusreform in vielen Ländern Laufbahngruppe 2, erstes Einstiegsamt. Gemeint ist dieselbe Sache: Sachbearbeitung mit Entscheidungsspielraum für Bürgerinnen und Bürger. Die Einsatzbereiche reichen von Bauanträgen über Sozialleistungen und das Ordnungsamt bis zu Personal und Organisation oder dem Finanzwesen. Im Berufsalltag sorgst du mal am Schreibtisch, mal im Außendienst für Sicherheit und Ordnung, der Einstieg erfolgt in der Besoldungsgruppe A9, der Aufstieg ist bis A13 möglich.

Verwaltung, Bundeswehr, Rentenversicherung und Zoll: Anbieter und Behörden

Ausgebildet wird an Hochschulen für den öffentlichen Dienst. Die größte ist die Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen (HSPV NRW) mit den Studiengängen Kommunaler und Staatlicher Verwaltungsdienst. Die Hochschule des Bundes in Brühl bildet unter anderem für die Rentenversicherung und den Zoll aus. Die Bundeswehr bietet ein duales Studium „Rechtswissenschaft für die öffentliche Verwaltung" an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg, mit dem LL.B. nach drei Jahren. Dazu kommen Landeshochschulen wie die HSF Meißen oder die Hochschule in Ludwigsburg für die Steuerverwaltung sowie viele Kommunen und Bezirksregierungen, die als Einstellungsbehörden eigene Stellenangebote ausschreiben.

💡 Tipp: Verwaltungsrecht, BGB und Staatsrecht hängen im Studium eng zusammen, und genau diese Verbindungen gehen beim isolierten Lernen verloren. Auf jurahilfe.de ist jeder Rechtsbegriff verlinkt: Ein Klick, und du liest Definition und Kontext sofort nach. Das fördert das Systemverständnis, das du in den Klausuren der Theorieblöcke brauchst.

Bachelor of Laws oder Bachelor of Arts? Die Abschlussbezeichnung

Nicht jede Verwaltungshochschule vergibt einen LL.B. Manche schließen denselben Verwaltungsstudiengang mit einem Bachelor of Arts (B.A.) ab, etwa in Rheinland-Pfalz oder Hessen, andere mit dem LL.B. Inhaltlich und beim Berufseinstieg in die Verwaltung macht das kaum einen Unterschied. Achte also weniger auf das Kürzel und mehr auf Träger, Laufbahn und Einsatzbereich.

Bachelor of Laws dual in der Wirtschaft

Den dualen LL.B. gibt es auch außerhalb des öffentlichen Dienstes, vor allem als Wirtschaftsrecht. Hier ist der Praxispartner ein Unternehmen statt einer Behörde, und das Profil ist wirtschaftsnäher.

Duales Wirtschaftsrecht-Studium und seine Praxispartner

Beim dualen Wirtschaftsrecht arbeitest du in der Rechts-, Personal- oder Steuerabteilung eines Unternehmens, in einer Steuerkanzlei, bei einer Bank oder Versicherung und studierst parallel. Angeboten wird das von einigen Fachhochschulen und privaten Hochschulen, etwa der FH Aachen oder der SRH Heidelberg. Welche Rechtsgebiete dich besonders reizen, kannst du vorab im Beitrag welcher Jura-Bereich zu dir passt sortieren.

Öffentlicher Dienst oder Wirtschaft: was zu dir passt

Die Faustregel ist einfach. Willst du Sicherheit, Verbeamtung und eine planbare Laufbahn, ist der öffentliche Dienst dein Weg. Reizt dich Wirtschaft, willst du flexibler bleiben und höhere Gehaltssprünge möglich machen, passt das duale Wirtschaftsrecht besser. Beide enden mit demselben Abschluss, führen aber in verschiedene Welten.

Dualer Bachelor of Laws: öffentlicher Dienst und Wirtschaft im Vergleich

Abb. 1: Der duale Bachelor of Laws führt entweder in den öffentlichen Dienst oder in die Wirtschaft. Beide enden mit dem LL.B.

Gehalt: Was verdient man im dualen Bachelor-of-Laws-Studium?

Anders als im normalen Studium verdienst du im dualen Studium von Anfang an. Im öffentlichen Dienst sind das die Anwärterbezüge, in der Wirtschaft eine Ausbildungsvergütung. Schon im ersten Ausbildungsjahr fließt also Geld. Beim Bund liegt der Anwärtergrundbetrag im gehobenen Dienst 2026 bei rund 1.847 Euro brutto im Monat.

Anwärterbezüge im öffentlichen Dienst nach Bundesland

Wie viel genau aufs Konto kommt, hängt vom Dienstherrn ab. Ein Überblick über die monatlichen Anwärtergrundbeträge im gehobenen Dienst (Stand 2026):

DienstherrAnwärterbezüge gehobener Dienst (mtl. brutto)
Bundrund 1.847 Euro
Sachsenrund 1.644 Euro
Bayernrund 1.624 Euro
Nordrhein-Westfalenrund 1.616 Euro
Baden-Württembergrund 1.609 Euro
Hessenrund 1.504 Euro
Privatwirtschaft (Wirtschaftsrecht dual)meist 500 bis 1.350 Euro

Im Beamtenverhältnis auf Widerruf zahlst du keine Renten- und Arbeitslosenversicherung, dafür einen kleinen Eigenanteil zur privaten Krankenversicherung. Studiengebühren fallen im öffentlichen Dienst nicht an.

Vergütung in der Wirtschaft und Einstiegsgehalt nach dem Abschluss

In der Wirtschaft liegt die Vergütung je nach Unternehmen meist zwischen 500 und 1.350 Euro im Monat, oft übernimmt der Praxispartner zusätzlich die Studiengebühren. Nach dem Abschluss steigt das Gehalt deutlich: Im öffentlichen Dienst beginnt der gehobene Dienst in A9 mit rund 3.300 Euro brutto, mit Erfahrung und Beförderung sind bis A13 mehrere tausend Euro mehr drin.

💡 Tipp: In den Theorieblöcken stehen Verwaltungsrecht, BGB und Staatsrecht auf dem Plan. Die Kompakttexte und Karteikarten von jurahilfe.de bündeln genau diesen Pflichtstoff, verlinkt und auf das Prüfungsrelevante reduziert. So lernst du auch zwischen zwei Praxisabschnitten etwas, das hängen bleibt.

Voraussetzungen, Bewerbung und Ablauf

Der wichtigste Unterschied zum normalen Studium: Du bewirbst dich nicht an der Hochschule, sondern direkt beim Arbeitgeber. Und zwar früh.

In fünf Schritten ins duale Bachelor-of-Laws-Studium

Abb. 2: In fünf Schritten ins duale Bachelor-of-Laws-Studium, von der Bewerbung bis zum gehobenen Dienst.

Voraussetzungen: Abitur, Fachhochschulreife und ohne Abitur

In der Regel brauchst du das Abitur oder die Fachhochschulreife. Für die Verbeamtung kommen die beamtenrechtlichen Voraussetzungen dazu, vor allem die deutsche oder eine andere EU-Staatsangehörigkeit. Auch ohne Abitur ist der Einstieg in einigen Ländern möglich, etwa mit abgeschlossener Berufsausbildung und mehreren Jahren Berufserfahrung. Wenn du gerade erst ins Studium startest, hilft dir der Guide für das erste Semester beim Einstieg.

Bewerbung: wann, wo und das Auswahlverfahren

Die Bewerbung läuft 12 bis 18 Monate vor dem Studienstart, du bewirbst dich direkt auf die Stellenangebote der Einstellungsbehörde, also bei der Stadt, dem Kreis, der Bezirksregierung oder der Bundesbehörde. Das Auswahlverfahren besteht meist aus einem schriftlichen Einstellungstest (Logik, Deutsch, Mathe, Allgemeinwissen) und einem Gespräch oder Assessment-Center. Einen klassischen Numerus clausus gibt es nicht, die Behörde wählt aus, die Abiturnote spielt dabei aber eine Rolle.

Ablauf und Studieninhalte im Blocksystem

Theorie- und Praxisabschnitte wechseln sich in Blöcken ab, du lernst in einem festen Kursverband, klassische Semesterferien gibt es nicht. Inhaltlich gliedert sich das Studium in Module aus Verwaltungsrecht, Verfassungs- und Europarecht, Kommunalrecht, BGB, Sozialrecht und Ordnungsrecht, dazu Verwaltungsbetriebswirtschaft, Finanzmanagement, Personalmanagement und Sozialwissenschaften. In den Praxisphasen begleitet dich eine Ausbilderin oder ein Ausbilder, oft kommt eine Projektarbeit dazu, und die Theorieblöcke enden mit verschiedenen Prüfungsformen. Flexibler, aber ohne festen Arbeitgeber, geht es im Fernstudium. Eine Übersicht der Studienorte fürs klassische Jura findest du im Beitrag, wo man Jura am besten studiert.

💡 Tipp: Die Theorieblöcke enden mit Klausuren, und da zählt die saubere Anwendung am Fall. Mit den Multiple-Choice-Aufgaben von jurahilfe.de testest du dein Verständnis an kleinen Sachverhalten, liest zu jeder Lösung eine ausführliche Erläuterung und erkennst die Signalwörter, auf die es ankommt.

Was kann man mit dem dualen Bachelor of Laws machen?

Mit dem dualen LL.B. steigst du direkt in die Sachbearbeitung des gehobenen Dienstes ein oder in eine wirtschaftsnahe Rechtsfunktion. Was du nicht wirst, ist genauso wichtig zu wissen.

Berufsbild gehobener Dienst und Aufstieg

Im öffentlichen Dienst startest du als Inspektorin oder Inspektor, etwa als Regierungs- oder Kreisinspektor. Du bearbeitest eigenständig Vorgänge in Bereichen wie Soziales, Bauen, Ordnung, Personalwesen oder Finanzen. Mit Erfahrung und passender Qualifizierung übernimmst du Sachgebiets- oder Fachdienstleitungen, der Aufstieg bis A13 ist die Regelperspektive.

Was der LL.B. nicht ermöglicht: kein Volljurist (§ 5 DRiG)

Der duale LL.B. macht dich nicht zur Volljuristin. Die Befähigung zum Richteramt setzt nach § 5 DRiG ein Universitätsstudium mit der Ersten Prüfung und das Referendariat mit der zweiten Staatsprüfung voraus. Anwalt, Richter, Staatsanwalt und Notar bleiben damit verschlossen. Wer diesen Weg doch will, muss umsatteln und das anspruchsvolle Staatsexamen auf sich nehmen. Als Späteinstieg geht das, ist aber aufwändig, mehr dazu im Beitrag zum Jura als Zweitstudium.

Rechtspfleger und Polizei: die benachbarten Wege

Zwei Wege werden oft mit dem dualen LL.B. verwechselt. Der Diplom-Rechtspfleger ist ebenfalls gehobener Dienst, aber in der Justiz, nicht in der Verwaltung, und arbeitet bei seinen Aufgaben sachlich unabhängig. Das Studium für den Polizeivollzugsdienst führt zum Polizeikommissar und enthält Einsatztraining und Sport, die im Verwaltungsstudium fehlen. An der HSPV NRW liegen beide Fachbereiche unter einem Dach, es sind aber eigene Ausbildungen mit eigenem Abschluss.

Lohnt sich das duale Bachelor-of-Laws-Studium?

Für den richtigen Typ ist es eines der attraktivsten Modelle überhaupt. Für andere ist es eine zu frühe Festlegung. Es hängt davon ab, was du vom Berufsleben erwartest.

Vorteile und Nachteile auf einen Blick

Die Vorteile: Geld ab dem ersten Tag, keine Studiengebühren, sehr gute Übernahmechancen, Verbeamtung und ein krisensicherer Job. Die Nachteile: hohe Doppelbelastung aus Arbeit und Studium, Ortsbindung an die Behörde, eine frühe Festlegung auf die Verwaltung und kein Volljuristen-Status. Wer im Recht ganz nach oben will, stößt an eine strukturelle Decke.

Für wen sich der duale LL.B. eignet, für wen nicht

Geeignet ist der duale LL.B., wenn du praxisnah lernst, früh eigenes Geld verdienen willst und dich in der öffentlichen Verwaltung oder einem Unternehmen siehst. Eher nicht geeignet ist er, wenn du Anwältin, Richter oder Staatsanwältin werden willst oder dir die Berufsrichtung noch komplett offenhalten möchtest. Dann ist das klassische Jurastudium der bessere Start.

💡 Tipp: Verstehen, wiederholen, testen, in dieser Reihenfolge bleibt Jura hängen. Genau diesen Pfad bildet das mehrstufige Lernsystem von jurahilfe.de ab: erst Kompakttexte, dann Karteikarten, dann Multiple-Choice-Aufgaben am Fall, alles miteinander verlinkt. Praktisch für die Lernphasen zwischen den Praxisblöcken.

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Häufig gestellte Fragen

Frieder Hammer

Über den Autor

Frieder Hammer

Repetitor und Gründer von Jurahilfe.de

Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)

Volljurist, Autor, Unternehmer und aktiver junger Familienvater mit vielseitigen Interessen und seit 2017 als Repetitor im Bereich der Individualnachhilfe tätig.

  • Examensvorbereitung
  • Zivilrecht
  • Strafrecht
  • Öffentliches Recht
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