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18 Punkte Jura: Ron Straßburg & die Bestnote im Staatsexamen

Jurastudentin sitzt am Schreibtisch und hält überrascht und freudig eine korrigierte Klausur mit einer roten 18 am Rand

Unter 16.512 Examensklausuren, die 2022 in Nordrhein-Westfalen korrigiert wurden, stand genau einmal eine 18.

Ja, 18 Punkte in Jura gibt es. Die Höchstpunktzahl der Notenskala gehört nach § 1 JurPrNotSkV zur Stufe „sehr gut“ und steht für eine „besonders hervorragende Leistung“. Im Staatsexamen ist sie so selten, dass Einzelfälle es in die Presse schaffen. Zuletzt war das Ron Straßburg aus Potsdam.

Für dich taugt die 18 als Maßstab. Sie zeigt, wie Korrektoren die Skala tatsächlich nutzen. Das hilft dir, deine eigenen Noten richtig einzuordnen.

Auf einen Blick:

  • Die 18 ist die Obergrenze der Einzelnote „sehr gut“ (16 bis 18 Punkte). In der Gesamtnote beginnt „sehr gut“ schon bei 14,00 Punkten.
  • Im Bereich „sehr gut“ lagen in NRW 2022 nur 48 Examensklausuren: 36-mal 16, 11-mal 17, einmal 18 Punkte.
  • Ron Straßburg bekam vom Erstkorrektor 18 Punkte, der Zweitkorrektor gab 15, am Ende standen 17.
  • Dieselbe Klausur kann je nach Korrektor bis zu zehn Punkte auseinanderliegen.
  • Für deine Planung zählt die 9: Ab 9,00 beginnt in der Gesamtnote das Prädikat.

Gab es jemals 18 Punkte in Jura?

Ja, aber extrem selten. Eine Auswertung aller NRW-Examensklausuren des Jahres 2022 zählt unter 16.512 Klausuren genau eine Arbeit mit 18 Punkten. Das sind rechnerisch 0,006 Prozent. Dazu kommen Einzelfälle, die über Medienberichte bekannt wurden. Der bekannteste ist Ron Straßburg, der im ersten Examen gleich zweimal die 18 zu sehen bekam.

Die eine 18 unter 16.512 Examensklausuren in NRW

Die Zahl stammt von den Professoren Jörn Griebel und Roland Schimmel. Sie haben sämtliche Klausurnoten der staatlichen Pflichtfachprüfung in Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2022 ausgewertet: 2.752 Prüflinge, neun Termine mit je sechs Klausuren. Legal Tribune Online hat die Ergebnisse veröffentlicht. Die Spitze der Verteilung sieht so aus:

PunkteKlausurenAnteil
1810,006 %
17110,07 %
16360,22 %
16 bis 18 zusammen480,29 %

Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller Klausuren lag bei 5,69 Punkten, also im mittleren „ausreichend“. Am häufigsten vergaben die Korrektoren die 2. Und 31,77 Prozent aller Arbeiten blieben unter 4 Punkten. Wie sich diese Zahlen auf das Bestehen des ganzen Examens auswirken, zeigt der Beitrag zur Durchfallquote im Staatsexamen.

Auch über die ganze Prüfung gerechnet blieb der Spitzenbereich schmal. Der beste Klausurschnitt eines Prüflings lag bei 13,83 Punkten. Nur 110 der 2.752 Kandidatinnen und Kandidaten, also 3,9 Prozent, kamen überhaupt auf einen zweistelligen Schnitt.

Zahlenstrahl von 0 bis 18 Punkten: häufigste Note 2 Punkte, Durchschnitt aller Klausuren 5,69 Punkte, bester Klausurschnitt eines Prüflings 13,83 Punkte, 18 Punkte nur einmal unter 16.512 Examensklausuren
Abb. 1: Wo die 18 auf der Skala liegt, gemessen an den NRW-Examensklausuren von 2022 (Auswertung Griebel und Schimmel).

Ron Straßburg: 18 Punkte vom Erstkorrektor im Jura Staatsexamen

Ron Straßburg hat an der Universität Potsdam studiert und war ein Jahr lang Landesvorsitzender der Jusos in Brandenburg. Über seine staatliche Pflichtfachprüfung berichtete Legal Tribune Online im März 2026. In einer Zivilrechtsklausur mit sachenrechtlichem Schwerpunkt gab ihm der Erstkorrektor 18 Punkte. Im Votum sprach er von einer „herausragenden und beeindruckenden Leistung“. Zunächst dachte er an einen Irrtum. Seine erste Reaktion beschrieb er gegenüber LTO mit einer Frage: „Ist hier ein Schreibfehler unterlaufen?“

Es war keiner. Nachdem der Zweitkorrektor die Arbeit gelesen hatte, sah er sie allerdings bei 15 Punkten. Aus seiner Sicht war ein Prüfungspunkt zu kurz geraten. Am Ende wurde die Klausur mit 17 Punkten bewertet. Eine glatte 18 bekam Straßburg trotzdem: für seinen Aktenvortrag im Strafrecht in der mündlichen Prüfung.

Ein Jurastudent sitzt in einem Bibliotheks-Lesesaal und schaut überrascht auf ein Blatt Papier, das er in beiden Händen hält
Abb. 2: Erst prüfen, dann freuen: die Reaktion auf eine unerwartet hohe Punktzahl.

Seine Gesamtnote in der Pflichtfachprüfung lag bei 14,45 Punkten, mit dem Schwerpunktbereich bei 14,01 Punkten. Mit beiden Werten liegt er nach der Notenverordnung bei „sehr gut“. Wie das Jurastudium an seiner Fakultät aufgebaut ist, zeigt der Ortsführer zur Uni Potsdam.

Was 18 Punkte in Jura bedeuten

18 Punkte sind die höchste Punktzahl der juristischen Notenskala. Nach § 1 JurPrNotSkV umfasst die Note „sehr gut“ 16 bis 18 Punkte und beschreibt eine „besonders hervorragende Leistung“. Die Skala gilt für die erste und zweite juristische Prüfung. Auch Fakultäten nutzen sie für Klausuren und Hausarbeiten im Jura Studium, etwa die Universität Passau in § 18 ihrer Studien- und Prüfungsordnung.

Alle sieben Notenstufen mit ihren Punktebereichen findest du im Überblick zur Jura Notenskala. Für die 18 kommt es auf zwei Ebenen an, die leicht durcheinandergeraten: die Note für eine einzelne Leistung und die Gesamtnote.

18 Punkte als Einzelnote: eine besonders hervorragende Leistung

Jede Klausur, jeder Aktenvortrag und jedes Prüfungsgespräch bekommt eine ganze Punktzahl von 0 bis 18. So beschreibt die Verordnung die oberste Stufe:

§ 1 JurPrNotSkV (Notenstufen und Punktzahlen)

„sehr gut = eine besonders hervorragende Leistung = 16 bis 18 Punkte“

Was eine 18 von einer 16 unterscheidet, sagt die Verordnung nicht. Diese Abstufung innerhalb der Stufe liegt beim Korrektor. Übrigens ist schon die nächsttiefere Stufe streng formuliert: „gut“ verlangt eine Leistung, die „erheblich über den durchschnittlichen Anforderungen“ liegt. Eine 13 ist also bereits eine sehr starke Klausur.

Warum eine Gesamtnote von 18,00 Punkten praktisch unmöglich ist

Nach § 2 JurPrNotSkV wird die Gesamtnote aus den Einzelleistungen errechnet, auf zwei Dezimalstellen und ohne Auf- oder Abrundung. „Sehr gut“ beginnt dort schon bei 14,00. Die Rechnung dahinter ist einfach. Eine Gesamtnote von 18,00 setzt voraus, dass jede einzelne Leistung mit 18 Punkten bewertet wurde. Das gilt für jede Klausur und für jeden Teil der mündlichen Prüfung. Schon eine 17 an irgendeiner Stelle drückt den Schnitt unter 18,00.

Zwei segmentierte Balken auf gleicher 0-bis-18-Achse: bei der Einzelnote beginnt „sehr gut“ ab 16 Punkten, bei der Gesamtnote schon ab 14,00 Punkten
Abb. 3: Einzelnote nach § 1 JurPrNotSkV und Gesamtnote nach § 2 JurPrNotSkV: „sehr gut“ beginnt bei 16 beziehungsweise bei 14,00 Punkten.
Ebene„sehr gut“Grundlage
Einzelnote16 bis 18 Punkte§ 1 JurPrNotSkV
Gesamtnote14,00 bis 18,00 Punkte§ 2 JurPrNotSkV

Wie weit die 18,00 von der Wirklichkeit entfernt ist, zeigen die Zahlen oben. Der beste Klausurschnitt in NRW 2022 lag bei 13,83 Punkten. Ron Straßburg kam mit 14,45 Punkten in die Stufe „sehr gut“, trotz zweier 18er in einzelnen Prüfungsteilen.

Wie selten sind 18 Punkte im Staatsexamen?

Sehr selten, und zwar schon auf der Ebene der Gesamtnote. Laut Bundesamt für Justiz erreichten 2024 bundesweit 0,5 Prozent der erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten der ersten Prüfung ein „sehr gut“. In der zweiten Staatsprüfung waren es 0,04 Prozent. Eine einzelne 18 ist noch deutlich seltener als diese Gesamtnote ab 14,00.

Sehr gut in Zahlen: erstes und zweites Examen

In absoluten Zahlen wird das greifbar. Die Statistik der Examensnoten des Bundesamts für Justiz weist für 2024 in der ersten Prüfung 9.255 bestandene Prüfungen aus. 0,5 Prozent davon sind rechnerisch rund 46 Personen mit „sehr gut“, verteilt auf ganz Deutschland. In der zweiten Staatsprüfung bestanden 8.084 Referendarinnen und Referendare, 0,04 Prozent davon ergeben rechnerisch etwa drei.

Das Prädikat ab „vollbefriedigend“ ist dagegen kein Ausnahmeereignis: 36,7 Prozent im ersten und 21,7 Prozent im zweiten Examen. Warum diese Grenze für Justiz und Kanzleien so viel zählt, erklärt der Artikel zum Prädikatsexamen in Jura.

Was die Noten der Juristen für dein Jurastudium heißen

Was heißt das jetzt für dich? Die Zahlen verschieben den Maßstab. Ron Straßburg hat den Druck gegenüber der Zeitung vorwärts so beschrieben: „Bis dahin bekommen sie von allen Seiten eingetrichtert, dass von diesen zwei Wochen Staatsexamen ihre ganze berufliche Zukunft abhängt.“ Während der Vorbereitung entsteht so leicht das Gefühl, jede einzelne Note müsse perfekt sein. Der Durchschnitt aller Examensklausuren liegt bei 5,69 Punkten, die häufigste Note ist die 2. Eine 7 in einer Examensklausur ist also kein Scheitern. Sie ist „befriedigend“, also nach der Verordnung eine Leistung, die „in jeder Hinsicht durchschnittlichen Anforderungen“ entspricht.

Eine Studentin lernt abends allein am Schreibtisch, umgeben von aufgeschlagenen Büchern, mit einer warmen Schreibtischlampe und einem Bücherregal im Hintergrund
Abb. 4: Abends am Schreibtisch: Der Druck der Examensvorbereitung entsteht auch aus dem Gewicht jeder einzelnen Note.

Selbst ein Prädikat ab 9,00 verträgt einzelne Klausuren mit 6 oder 7 Punkten, solange andere darüber liegen. Hilfreicher als der Blick auf die 18 ist deshalb die Frage, welche Fehler dich von 7 auf 10 Punkte bringen. Einen konkreten Plan dafür findest du im Beitrag Jura Klausur Note verbessern.

Warum Korrektoren fast nie 18 Punkte vergeben

Drei Mechanismen drücken die Spitze. Im Examen bewerten zwei Prüfer jede Klausur, und eine Ausreißernote nach oben muss den zweiten Blick überstehen. Dieselbe Arbeit wird je nach Korrektor sehr unterschiedlich benotet. Und die Stufe „sehr gut“ beschreibt eine Leistung, die unter Zeitdruck kaum ohne Schwachstelle gelingt.

Zwei Korrektoren, eine Note: der Weg von 18 zu 17 Punkten

Im Staatsexamen liest jede Klausur ein Erstkorrektor und ein Zweitkorrektor. Weichen ihre Bewertungen voneinander ab, bestimmt das jeweilige Landesrecht, wie die Note zustande kommt. Der Fall Straßburg zeigt den Effekt: Der Erstkorrektor gab 18 Punkte, der Zweitkorrektor 15, festgesetzt wurden 17.

Ablaufgrafik: Erstkorrektor gibt 18 Punkte, Zweitkorrektor 15 Punkte, festgesetzte Note der Zivilrechtsklausur von Ron Straßburg sind 17 Punkte
Abb. 5: Aus 18 und 15 Punkten wurde eine 17: die Zivilrechtsklausur von Ron Straßburg.

Für eine 18 müssen also zwei Prüfer unabhängig voneinander zum Ergebnis kommen, dass an der Arbeit nichts zu verbessern ist. Schon ein Einwand kann die Note senken. Beim Zweitkorrektor war es in Straßburgs Klausur ein Prüfungspunkt, der ihm zu kurz ausgefallen war.

Korrektorenstreuung: dieselbe Klausur, zehn Punkte Unterschied

Wie weit Bewertungen auseinandergehen können, hat Hufeld an der LMU München untersucht (ZDRW 1/2024), und zwar an einer Verwaltungsrechtsklausur aus dem dritten Semester. 23 Korrektoren bewerteten dieselben 15 Klausuren, insgesamt 230 Korrekturen. Im Schnitt lagen zwischen der niedrigsten und der höchsten Note für dieselbe Arbeit 6,47 Punkte. Im Extremfall reichte die Spanne von 4 bis 14 Punkten. Nur 42 Prozent der Bewertungen landeten in derselben Notenstufe, wie Jurios zusammenfasst.

Spannweiten-Balken von 4 bis 14 Punkten für dieselbe Klausur, dazu 6,47 Punkte durchschnittliche Spanne, 42 Prozent der Bewertungen in derselben Notenstufe, 23 Korrektoren bei 15 Klausuren und 230 Korrekturen
Abb. 6: Dieselbe Klausur, Noten von 4 bis 14 Punkten: Korrekturstreuung nach Hufeld (ZDRW 1/2024).

Untersucht wurde also eine Klausur aus dem Studium, keine Examensklausur. Sie zeigt aber, wie unterschiedlich die Maßstäbe sind, auf die auch eine außergewöhnliche Arbeit trifft. Was Korrektoren beim Lesen konkret gewichten, beschreibt der Beitrag zur Jura Klausur Bewertung.

Bewertungsspielraum: was Gerichte an der Note prüfen

Rechtlich haben Prüfer bei der Punktevergabe einen Bewertungsspielraum. Das Bundesverfassungsgericht hat ihn 1991 für prüfungsspezifische Wertungen anerkannt und zugleich begrenzt (BVerfG, Beschluss vom 17.04.1991, 1 BvR 419/81). Fachliche Fragen unterliegen der gerichtlichen Kontrolle. Aus Art. 12 Abs. 1 GG folgt nach dem dritten Leitsatz ein allgemeiner Bewertungsgrundsatz,

„daß eine vertretbare und mit gewichtigen Argumenten folgerichtig begründete Lösung nicht als falsch bewertet werden darf.“ (BVerfGE 84, 34)

Ob eine richtige Lösung 16 oder 18 Punkte verdient, ist dagegen eine prüfungsspezifische Wertung. Kein Gericht setzt dir eine 18 fest. Außerdem hat das Bundesverwaltungsgericht für berufsbezogene Prüfungen verlangt, dass Prüfer ihre Bewertung schriftlich begründen, in einem Fall zur Wirtschaftsprüferprüfung (BVerwG, Urteil vom 09.12.1992, 6 C 3.92). Und im juristischen Staatsexamen hast du einen Anspruch darauf, dass die Prüfer ihre Bewertung auf deine Einwände hin überdenken (BVerwG, Urteil vom 24.02.1993, 6 C 35.92). Wie du das im Studium nutzt, erklärt der Beitrag zur Remonstration in Jura.

18 Punkte bekommt nur Chuck Norris: ein Mythos im Jurastudium

Unter Jurastudierenden kursiert ein Spruch, den die Zeitung vorwärts im Artikel über Straßburg zitiert: „18 Punkte kriegt niemand, 17 Punkte nur Gott und 16 der Klausurersteller.“ Eine ältere Variante reserviert die Höchstnoten für Chuck Norris, ein Studi-Blog verbreitete sie 2017 als Ersti-Weisheit.

Wörtlich genommen würde der Spruch bedeuten, dass es keine 18 gibt. Dass Korrektoren die Höchstnote nie vergeben, widerlegen die NRW-Zahlen. Als Beschreibung der Praxis liegt er aber nah dran. Ich finde ihn trotzdem wenig hilfreich: Er macht aus einer Frage der Korrekturpraxis eine Frage der Begabung, und das entmutigt gerade am Anfang der juristischen Ausbildung.

Was eine 18-Punkte-Klausur im Jurastudium ausmacht

Eine 18-Punkte-Klausur löst die gestellte Aufgabe vollständig und geht darüber hinaus. Der Erstkorrektor schrieb über Straßburgs Arbeit, der Kandidat habe „eine zweite Klausur gleich mitgelöst“. Voraussetzung dafür bleibt ein korrekter Gutachtenstil vom Obersatz bis zur Subsumtion, denn ohne ihn erkennt der Korrektor die Tiefe gar nicht.

Was Ron Straßburg im Jura Staatsexamen anders gemacht hat

Straßburg ist in der Klausur bewusst von der Rechtsprechung abgewichen und der Mindermeinung gefolgt. So konnte er weitere Folgeprobleme entwickeln und lösen. Nach eigener Aussage hatte er trotzdem alles abgedeckt, was die Lösungsskizze vorsah. Das ist der Unterschied zu einer riskanten Abweichung: Die Mindermeinung kam oben drauf, nicht statt der erwarteten Prüfung.

Nachahmen solltest du das nur mit Vorsicht. Eine gut begründete Mindermeinung darf zwar nicht als falsch gewertet werden. Weicht man mit ihr einem Problem aus, fehlen am Ende die Punkte für dieses Problem. Für die Examensvorbereitung nennt Straßburg gegenüber LTO drei Tipps. Finde deinen eigenen Weg. Arbeite viel mit Fällen. Und such dir eine Lerngruppe, in der ihr euch gegenseitig motiviert.

Eine Lerngruppe von drei Jurastudierenden sitzt an einem Bibliothekstisch, einer erklärt am aufgeschlagenen Gesetzbuch, die anderen beiden hören zu
Abb. 7: In der Lerngruppe lassen sich Fälle und Streitstände gemeinsam durchspielen.

Dein Weg zu guten Noten: realistische Ziele ab 9 Punkten

Für die Gesamtnote liegt die entscheidende Schwelle bei 9,00 Punkten. Ab dort gilt „vollbefriedigend“, das Prädikatsexamen. Diese Marke erreicht im ersten Examen gut ein Drittel der erfolgreichen Prüflinge, sie ist also planbar.

Meine Empfehlung: Richte die eigene Vorbereitung an Einzelnoten zwischen 9 und 12 Punkten aus. Solche Noten sind für das Prädikat genug. Sie entstehen aus vollständiger Fallbearbeitung und klaren Schwerpunkten. Wenn dann einmal eine 14 oder 16 dabei ist, umso besser.

18 Punkte auf TikTok: Warum die Bestnote zum Meme wurde

Wie groß die Faszination ist, merken wir bei Jurahilfe.de an unseren eigenen Zahlen. Unser TikTok-Video „18 Punkte im Jurastudium“ vom Juli 2024 zeigt nur einen Bewertungsbogen mit dem Satz „Sehr gut (18 Punkte)“. Das Video ging viral: Es wurde über 580.000-mal aufgerufen, bekam über 45.000 Likes und mehr als 300 Kommentare. Kein anderes Video auf unserem Kanal kommt in die Nähe. Auch auf Instagram zeigt Google zur Suche nach 18 Punkten in Jura Beiträge an.

Warum funktioniert das? Die Antwort liegt in der Lücke zwischen Skala und Wirklichkeit. In der Schule war die Bestnote erreichbar, im Jurastudium wirkt sie wie ein Gerücht. Das Video spielt mit dieser Erfahrung, und die vielen Kommentare zeigen, wie sehr das Thema Studierende beschäftigt.

Fazit zu 18 Punkten in Jura

18 Punkte sind möglich und dokumentiert. Im NRW-Examen 2022 gab es sie genau einmal, bei Ron Straßburg im Aktenvortrag und beim Erstkorrektor seiner Zivilrechtsklausur. Dass sie so selten sind, liegt an der Korrekturpraxis mit zwei Prüfern und an großen Unterschieden zwischen Korrektoren. Dazu kommt eine Notenstufe, die fast keine Schwachstelle duldet. Für deine eigene Planung ist die 9 die wichtigere Marke, denn ab 9,00 beginnt das Prädikat. Sie erreichst du mit klarer Methode und viel Übung am Fall, zum Beispiel mit dem Falltraining und den Karteikarten auf jurahilfe.de.

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Häufig gestellte Fragen

Frieder Hammer

Über den Autor

Frieder Hammer

Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de

Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)

Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.

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