Ein festes Notar-Gehalt gibt es streng genommen nicht. Bestellte Notarinnen und Notare sind Freiberufler und leben von gesetzlich festgelegten Gebühren statt von einem Monatslohn. Karriereportale wie talentrocket und jurinsight schätzen das durchschnittliche Brutto-Jahreseinkommen auf rund 500.000 Euro. Diese Zahl streut aber enorm: je nach Bundesland, Notariatsform und Größe des Notariats reicht sie vom deutlich niedrigeren Einkommen auf dem Land bis über eine Million Euro in den Ballungszentren. Ein amtliches Einkommensregister für Notare existiert nicht.
Wer den Weg ins Notariat plant, sollte diese Zahlen einordnen können, statt sie nur zu glauben. Hier erfährst du, was Notarinnen und Notare wirklich verdienen, wie das Gebührenmodell nach dem GNotKG funktioniert und warum ein Notarassessor zunächst nur so viel wie ein Richter bekommt.
Auf einen Blick:
- Notare beziehen kein festes Gehalt; ihr Einkommen stammt als Freiberufler aus GNotKG-Gebühren. Für etablierte hauptberufliche Notare nennen Schätzungen rund 500.000 Euro brutto im Jahr, ohne amtliche Statistik.
- Nur Notarassessoren im Anwärterdienst bekommen ein festes Gehalt: R-1-Besoldung wie ein Richter auf Probe, ungefähr 4.850 bis 5.340 Euro brutto im Monat.
- Das Einkommen hängt stark vom Bundesland und der Notariatsform ab; hauptberufliche Notare verdienen im Mittel mehr als Anwaltsnotare.
- Der Weg dorthin verlangt zwei Prädikatsexamen und dauert oft zehn bis zwölf Jahre.
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Notar Gehalt: Was verdient ein Notar wirklich?
Ein hauptberuflicher Notar erzielt nach Schätzungen von Karriereportalen im Schnitt rund 500.000 Euro Jahresüberschuss vor Steuern. Diese Zahl ist ein grober Durchschnitt ohne amtliche Grundlage und schwankt stark. Weil Notare in der Regel selbstständig auf eigene Rechnung arbeiten, ist ihr Einkommen kein festes Gehalt. Es entspricht dem, was nach Abzug der Kosten des Notariats von den eingenommenen Gebühren übrig bleibt. Mit zunehmender Erfahrung und einem eingespielten Notariat steigt der Überschuss meist an.
Die oft genannten 500.000 Euro stammen aus Branchenquellen wie talentrocket und jurinsight, nicht von der Bundesnotarkammer, die keine Einkommensstatistik veröffentlicht. Andere Erhebungen liegen deutlich darunter: Die Gehaltsplattform gehalt.de nennt für Notarinnen und Notare einen Median von rund 11.600 Euro brutto im Monat, also etwa 140.000 Euro im Jahr. Der Unterschied erklärt sich durch die Methode. Solche Gehaltsumfragen erfassen häufig angestellte oder junge Juristen im Notariat, während die 500.000-Euro-Zahl den Überschuss etablierter, eigener Notariate meint. Die Wahrheit liegt für die meisten irgendwo dazwischen und hängt vor allem am Standort.
Wie hoch ist das Netto-Gehalt als Notar?
Vom Bruttoeinkommen bleibt netto deutlich weniger übrig. jurinsight schätzt bei einem Durchschnittseinkommen von 500.000 Euro rund 250.000 Euro netto pro Jahr. Das ist eine grobe Rechnung: Als Freiberufler trägt ein Notar seine Einkommensteuer, die private Kranken- und Altersvorsorge sowie die Kosten für Personal, Räume und Versicherungen selbst. Ein angestellter Jurist mit vergleichbarem Brutto hätte am Ende weniger, weil viele dieser Posten beim Notar erst das Nettoeinkommen mindern und nicht schon vorher abgezogen wurden.

Warum das Notar-Gehalt gesetzlich geregelt ist: die Notargebühren nach dem GNotKG
Notare dürfen ihre Preise nicht selbst festlegen. Was eine Beurkundung oder Beglaubigung kostet, steht bundeseinheitlich im Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG). Das GNotKG ist damit die bundesweit geltende Gebührenordnung des Notariats. Ein Notar in Flensburg verlangt für denselben Vorgang exakt dasselbe wie eine Notarin in München, einen Preiswettbewerb gibt es nicht. Die Bundesnotarordnung verpflichtet den Notar in § 17 BNotO sogar, die gesetzlichen Gebühren zu erheben; Rabatte sind unzulässig.
Die Höhe der Gebühr bemisst sich am Geschäftswert, also am wirtschaftlichen Wert des Rechtsgeschäfts. Der Zeitaufwand spielt dabei keine Rolle. Ein teures Rechtsgeschäft bringt eine höhere Gebühr als ein günstiges, auch wenn die Arbeit ähnlich ist. Zum 1. Juni 2025 hat das Kostenrechtsänderungsgesetz 2025 die Gebühren nach dem GNotKG um rund sechs Prozent angehoben, die erste Anpassung seit Jahren. Für die Notarinnen und Notare bedeutet das unmittelbar höhere Einnahmen bei gleicher Tätigkeit.
Wie sich die Notargebühren in der Praxis auf das Einkommen auswirken
Das Einkommen eines Notars hängt direkt an Zahl und Wert der beurkundeten Geschäfte. Beim Wohnungskauf zum Beispiel bemisst sich die Notargebühr am Kaufpreis: Für eine Eigentumswohnung von 400.000 Euro fallen für die Beurkundung des Kaufvertrags rund 1.870 Euro Gebühr an, die der Mandant trägt. Ein teureres Objekt löst automatisch höhere Gebühren aus als ein günstiges. Wer viele werthaltige Kaufverträge, Gesellschaftsgründungen im Gesellschaftsrecht oder Grundschuldbestellungen beurkundet, verdient entsprechend mehr; das Einkommen kann daher von Jahr zu Jahr schwanken.
Deshalb schlägt der Immobilienmarkt direkt auf die Notareinkommen durch. In Boomphasen mit vielen teuren Transaktionen steigen die Einnahmen, in einer Flaute sinken sie. Ein Notariat in einer wachsenden Großstadt mit hohen Immobilienpreisen bringt strukturell mehr ein als eines in einer strukturschwachen Region mit wenigen und günstigeren Geschäften.

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Nur-Notariat oder Anwaltsnotariat: was Anwaltsnotare zusätzlich verdienen
§ 3 der Bundesnotarordnung kennt zwei Notariatsformen, und sie unterscheiden sich auch beim Einkommen. Im hauptberuflichen Notariat, dem Nur-Notariat, ist das Notaramt der einzige Beruf. Im Anwaltsnotariat übt ein Rechtsanwalt das Notaramt neben seiner Kanzlei aus. Nach den Schätzungen von talentrocket erzielen hauptberufliche Notare im Schnitt etwa 530.000 Euro Überschuss, Anwaltsnotare rund 400.000 Euro aus dem notariellen Teil.
Der Unterschied hat einen einfachen Grund. Der hauptberufliche Notar bündelt sein gesamtes Einkommen auf die Beurkundung, während beim Anwaltsnotar der notarielle Umsatzanteil je nach Region klein sein kann. Dafür hat der Anwaltsnotar mit seiner Anwaltstätigkeit ein zweites Standbein, dessen Verdienst hier gar nicht mitgezählt ist. Ein spezialisierter Anwaltsnotar in einer wirtschaftsstarken Stadt kann in Summe sehr gut verdienen, auch wenn sein reiner Notariatsanteil unter dem eines Nur-Notars liegt.
| Merkmal | Nur-Notariat | Anwaltsnotariat |
|---|---|---|
| Ausübung | nur Notaramt, hauptberuflich | Anwalt und Notar zugleich |
| Zugang | dreijähriger Anwärterdienst | notarielle Fachprüfung |
| Länder (Beispiele) | Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland, Hamburg, Ostdeutschland | Berlin, Bremen, Niedersachsen, Hessen, Westfalen, Schleswig-Holstein |
| Einkommen (Schätzung, Ø) | rund 530.000 € Überschuss | rund 400.000 € aus dem Notariat |
Was eine Notarin und ein Notar hauptberuflich im Notariat je nach Bundesland verdienen
Das Bundesland entscheidet doppelt mit: über die Notariatsform und über das Preisniveau der Region. Zum 1. Januar 2026 zählte die Bundesnotarkammer 6.205 Notarinnen und Notare, davon 1.706 hauptberuflich und 4.499 im Anwaltsnotariat. In Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, dem Rheinland und den ostdeutschen Ländern gilt das Nur-Notariat, in Berlin, Bremen, Niedersachsen, Hessen, Westfalen und Schleswig-Holstein das Anwaltsnotariat.
Für das Einkommen zählt neben der Form vor allem der Standort. Wo Immobilien teuer sind und viel gebaut und gehandelt wird, fallen mehr und wertvollere Beurkundungen an. Ein hauptberufliches Notariat in München oder Hamburg erwirtschaftet im Schnitt spürbar mehr als eines in einer dünn besiedelten Region, in der die Fallzahlen niedriger und die Geschäftswerte kleiner sind. Die oft zitierten Spitzeneinkommen von über einer Million Euro im Jahr sind Ausreißer aus den teuersten Lagen, nicht der Normalfall.
Vom Referendariat zum Notarassessor: die Bezüge vor der eigenen Bestellung
Anders als der bestellte Notar bekommt der Nachwuchs im Nur-Notariat ein festes Gehalt. Nach dem zweiten Staatsexamen und dem Referendariat führt der Weg über einen mindestens dreijährigen Anwärterdienst als Notarassessor (§ 7 BNotO). In dieser Zeit steht der Notarassessor in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis; dieser Anwärterdienst ist der eigentliche Vorbereitungsdienst auf das Amt. Wie bei Freiberuflern später auch, zählt schon hier die Nähe zur täglichen notariellen Praxis.
Notarassessorinnen und Notarassessoren erhalten Bezüge nach der Besoldungsgruppe R 1, also wie eine Richterin oder ein Richter auf Probe. Je nach Bundesland liegt das Einstiegsgehalt derzeit ungefähr zwischen 4.850 und 5.340 Euro brutto im Monat; die Höhe ist also von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Stellen für den Anwärterdienst schreibt die Landesjustizverwaltung nach Bedarf aus. Getragen werden die Bezüge je nach Land von der Staatskasse oder von berufsständischen Kassen, in Bayern und der Pfalz etwa von der Notarkasse. Wie sich die R-Besoldung mit den Jahren entwickelt, zeigt der Beitrag zum Richter-Gehalt; das reguläre Referendariat-Gehalt davor fällt spürbar niedriger aus.
Notar, Anwalt oder Richter: Wer verdient in Jura am meisten?
Unter den klassischen juristischen Berufen steht der etablierte hauptberufliche Notar beim Einkommen an der Spitze, deutlich vor Richtern und den meisten Anwälten. Der Preis dafür ist ein langer Weg mit Spitzenexamen und die Bindung an einen festen Amtssitz. Ein Vergleich der Richtwerte ordnet das ein.
| Beruf | Einkommen (Richtwert) | Grundlage |
|---|---|---|
| Notar (hauptberuflich, etabliert) | ~500.000 € Überschuss/Jahr (Schätzung) | GNotKG-Gebühren |
| Großkanzlei-Anwalt (Einstieg) | 100.000–180.000 €/Jahr | Verhandlung |
| Angestellter Anwalt (Ø) | ~82.000 € brutto/Jahr | BRAK-STAR |
| Richter / Staatsanwalt (R1-Einstieg) | ~58.000–66.000 €/Jahr | R-Besoldung |
Die Zahlen sind nicht direkt vergleichbar: Der Notar-Wert ist ein Überschuss vor Steuern, aus dem noch alle privaten Absicherungen bezahlt werden, das Richtergehalt dagegen ein sicheres Beamteneinkommen mit Pension. Wer sich für die Bandbreite interessiert, findet Details beim Staatsanwalt-Gehalt, beim Anwalt-Gehalt und für die Spitzenverdienste in der Großkanzlei. Sicher ist das hohe Notareinkommen ohnehin erst am Ende eines Auswahlprozesses, den nur wenige durchlaufen.
Notarberuf kompakt: Aufgaben und Weg zur Bestellung
Ein Notar ist unabhängiger Träger eines öffentlichen Amtes (§ 1 BNotO) und Teil der vorsorgenden Rechtspflege. Er beurkundet Rechtsgeschäfte, kümmert sich um die Beglaubigung einer Unterschrift und berät die Beteiligten unparteiisch, vom Kaufvertrag über die GmbH-Gründung bis zu Testament und Vorsorgevollmachten. Bei vielen wichtigen Rechtsgeschäften greifen strenge Formvorschriften, die notarielle Beurkundung ist dann zwingend vorgeschrieben. Wer solche Verträge sicher gestalten und beurkunden will, braucht das volle juristische Handwerk. Wie viele Notarstellen es gibt, steuert der Staat nach Bedarf (§ 4 BNotO), was den Beruf knapp und begehrt macht.
Der Weg dorthin ist lang: das Studium der Rechtswissenschaften mit erster Prüfung, das Referendariat, das zweite Staatsexamen, dann je nach Land der Anwärterdienst oder das Bestehen der notariellen Fachprüfung, schließlich die Bestellung. Vom Studienbeginn bis zum eigenen Amt vergehen realistisch zehn bis zwölf Jahre, und ohne zwei Prädikatsexamina geht kaum etwas. Wie genau die beiden Wege ins Amt ablaufen, welche Noten die Länder verlangen und wie das Auswahlverfahren funktioniert, erklärt der ausführliche Beitrag dazu, wie man Notar wird.
Tipp
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Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.
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