Zwischen rund 1.384 und 1.783 Euro brutto im Monat: So weit liegen die Bundesländer beim Referendariat Gehalt auseinander. Im Rechtsreferendariat bekommst du keinen Lohn im klassischen Sinn, sondern eine Unterhaltsbeihilfe. Wie hoch sie ausfällt, hängt vor allem davon ab, in welchem Bundesland du deinen juristischen Vorbereitungsdienst ableistest. Für angehende Volljuristinnen und Volljuristen ist das oft der erste feste eigene Verdienst. Über die zwei Jahre summieren sich die Unterschiede auf mehrere Tausend Euro.
Auf einen Blick
- Das Gehalt im Referendariat heißt korrekt Unterhaltsbeihilfe und liegt (Stand Anfang 2025) zwischen rund 1.384 Euro (Bremen) und 1.783 Euro (Thüringen) brutto im Monat.
- Netto bleiben im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis grob 80 Prozent, als Beamter auf Widerruf rund 90 Prozent.
- Rentenversicherungsbeiträge fallen nicht an, dafür Lohnsteuer sowie Kranken-, Pflege- und meist Arbeitslosenversicherung.
- Dazuverdienen ist erlaubt, wird aber ab einer Grenze angerechnet.
- In der Anwalts- und Wahlstation zahlen viele Großkanzleien mehrere Tausend Euro obendrauf.
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Was verdient man im Rechtsreferendariat? Die Unterhaltsbeihilfe im Überblick
Im Rechtsreferendariat erhältst du eine monatliche Unterhaltsbeihilfe, keine Besoldung und kein Gehalt aus einem Arbeitsvertrag. Je nach Bundesland sind das (Stand Anfang 2025) rund 1.384 bis 1.783 Euro brutto im Monat. Rechtsgrundlage ist das jeweilige Landesrecht zum juristischen Vorbereitungsdienst, nicht ein Tarifvertrag.
Warum das Gehalt im Referendariat Unterhaltsbeihilfe heißt
Das Referendariat ist Ausbildung, kein normales Arbeitsverhältnis. Der juristische Vorbereitungsdienst nach § 5b DRiG dauert zwei Jahre und führt dich durch die Pflichtstationen bei Gericht, Staatsanwaltschaft, Verwaltung und Anwaltschaft, bis zur Befähigung zum Richteramt als Volljurist. Weil du dabei lernst und nicht regulär angestellt bist, zahlt dir das Land eine Unterhaltsbeihilfe. Sie sichert deinen Lebensunterhalt während der Ausbildung, daher der Name. Umgangssprachlich sagen trotzdem alle Referendariat Gehalt.
Unterhaltsbeihilfe, Besoldung und Entgelt: die Begriffe für Rechtsreferendare
Drei Begriffe schwirren durcheinander. Wer im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis steht, die Mehrheit der Rechtsreferendare, bekommt eine Unterhaltsbeihilfe. Wer als Beamter auf Widerruf eingestellt wird, bekommt Anwärterbezüge, also eine Form der Besoldung. Entgelt meint dagegen die Bezahlung von Angestellten nach Tarif. Für dein Referendariat Gehalt ist fast immer die Unterhaltsbeihilfe der richtige Begriff. Wichtig: Gemeint ist hier das juristische Referendariat, nicht der Vorbereitungsdienst im Lehramt, wo die Besoldung als Anwärterbezüge nach den Besoldungsgruppen A12 und A13 läuft.
Referendariat Gehalt nach Bundesland im Vergleich
Das Referendariat Gehalt ist Ländersache. Jedes Bundesland legt die Höhe der Unterhaltsbeihilfe selbst fest, deshalb verdienst du in Thüringen spürbar mehr als in Bremen. Die Übersicht zeigt die monatliche Grundbeihilfe brutto (Stand Anfang 2025), also ohne Familien- oder Kinderzuschläge. Mehrere Länder haben ihre Sätze seit Anfang 2025 leicht angehoben, meist um einige Euro bis rund 50 Euro im Monat. Die Tabelle ist deshalb eine Momentaufnahme, den aktuellen Betrag deines Bundeslandes nennt das zuständige Oberlandesgericht.
| Bundesland | Unterhaltsbeihilfe (brutto/Monat) |
|---|---|
| Baden-Württemberg | 1.552,51 € |
| Bayern | 1.602,08 € |
| Berlin | 1.637,52 € |
| Brandenburg | 1.673,26 € |
| Bremen | 1.383,61 € |
| Hamburg | 1.583,07 € |
| Hessen | 1.763,42 € |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1.662,80 € |
| Niedersachsen | 1.531,73 € |
| Nordrhein-Westfalen | 1.475,17 € |
| Rheinland-Pfalz | 1.631,60 € |
| Saarland | 1.431,60 € |
| Sachsen | 1.745,10 € |
| Sachsen-Anhalt | 1.511,75 € |
| Schleswig-Holstein | 1.594,79 € |
| Thüringen | 1.782,92 € |
Wo Rechtsreferendare am meisten und am wenigsten verdienen
Am oberen Ende liegen Thüringen (rund 1.783 Euro), Hessen (rund 1.763 Euro) und Sachsen (rund 1.745 Euro). Am unteren Ende stehen Bremen (rund 1.384 Euro), das Saarland (rund 1.432 Euro) und Nordrhein-Westfalen (rund 1.475 Euro). Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Land liegen fast 400 Euro im Monat, über 24 Monate also rund 9.600 Euro brutto.

Warum sich die Vergütung im Vorbereitungsdienst je Bundesland unterscheidet
Die Länder passen ihre Sätze zu unterschiedlichen Zeitpunkten und in unterschiedlichem Tempo an. Manche koppeln die Unterhaltsbeihilfe an die Beamtenbesoldung, andere an feste Beträge. Deshalb verschieben sich die Ränge über die Jahre. Ein hoher Grundbetrag allein sagt wenig. Erst zusammen mit dem Status, den Zuschlägen und den Nebenverdienst-Regeln ergibt sich, was am Monatsende übrig bleibt.
Referendariat Gehalt netto: was vom Brutto übrig bleibt
Vom Brutto der Unterhaltsbeihilfe bleiben dir netto grob 80 Prozent, wenn du im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis stehst. Bei rund 1.550 Euro brutto sind das etwa 1.200 bis 1.300 Euro netto im Monat. Als Beamter auf Widerruf bleibt mehr, rund 90 Prozent, weil weniger Sozialabgaben abgehen. Der genaue Wert hängt von Lohnsteuerklasse, Krankenversicherung und Zuschlägen ab.
Welche Abzüge anfallen: Steuer, Kranken- und Arbeitslosenversicherung
Vom Referendariat Gehalt gehen Lohnsteuer, gegebenenfalls Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, sowie deine Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ab. Im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis kommt die Arbeitslosenversicherung dazu. Das hat einen Vorteil: Nach dem Referendariat kannst du, einen Antrag vorausgesetzt, Arbeitslosengeld I beziehen, falls der Berufseinstieg sich verzögert. Wegen der niedrigen Lohnsteuer holen sich viele Referendare über die Steuererklärung am Jahresende einen guten Teil zurück.
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Warum keine Rentenversicherung abgezogen wird
Rechtsreferendare zahlen keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die Unterhaltsbeihilfe ist insoweit sozialversicherungsfrei, während Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung bleiben. Deshalb bleibt netto mehr übrig als bei normalen Angestellten mit gleichem Brutto. Die Kehrseite: Für die zwei Jahre entstehen zunächst keine Rentenansprüche. Wer später nicht in den öffentlichen Dienst mit Pension wechselt, kann sich nachversichern lassen und so nachträglich Ansprüche in der gesetzlichen Rentenversicherung erwerben. Auf diese Möglichkeit weisen die Länder gegen Ende des Vorbereitungsdienstes per Merkblatt hin.
Beamtenverhältnis auf Widerruf oder öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis?
Dein Status entscheidet mit über das Netto. Die meisten Bundesländer stellen Rechtsreferendare in ein öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis ein. Einige Länder bieten stattdessen die Verbeamtung im Beamtenverhältnis auf Widerruf an, das netto meist günstiger ausfällt.
In welchen Bundesländern Rechtsreferendare verbeamtet werden
Nach aktuellem Stand ermöglichen Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen die Einstellung als Beamter auf Widerruf, teils wahlweise zum öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis. In den übrigen Ländern ist das öffentlich-rechtliche Ausbildungsverhältnis der Regelfall. Das ändert sich immer wieder, prüf also vor der Bewerbung die aktuelle Regelung deines Wunsch-Bundeslandes beim zuständigen Oberlandesgericht.

Anwärterbezüge, Beihilfe und was der Status fürs Netto bedeutet
Als Beamter auf Widerruf bekommst du Anwärterbezüge, und es gehen keine Beiträge zur Arbeitslosen- und Rentenversicherung ab. Dafür bist du beihilfeberechtigt und ergänzt die Beihilfe meist um eine private Krankenversicherung zum günstigen Anwärtertarif. Netto bleibt dadurch mehr. Ein Nachteil: Ohne Arbeitslosenversicherung besteht nach dem Referendariat kein Anspruch auf Arbeitslosengeld I. Für die meisten Rechtsreferendare im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis stellt sich die Wahl ohnehin nicht, weil ihr Land nur diesen Weg anbietet. Wie sich die Bezahlung bei fertigen Juristen im Staatsdienst fortsetzt, zeigt der Überblick zum Richtergehalt.
Zuschläge zum Referendariat Gehalt: Familienzuschlag und Co.
Zur Grundbeihilfe kommen je nach Bundesland und Lebenssituation Zuschläge. Verheiratete Referendare und Referendare mit Kind erhalten in vielen Ländern einen Familienzuschlag, der das Referendariat Gehalt spürbar erhöht. Ledige ohne Kind bekommen nur den Grundbetrag. Höhe und Voraussetzungen richten sich beim Familienstand oft nach den Regeln der Beamtenbesoldung. Dazu können weitere Zulagen kommen, manche Länder zahlen zusätzlich vermögenswirksame Leistungen oder eine Jahressonderzahlung.
Dazuverdienen im Referendariat: Nebentätigkeit und Anrechnung
Ja, du darfst im Referendariat dazuverdienen, und viele tun es. Wichtig ist die Anrechnungsgrenze: Ab einem bestimmten Nebenverdienst kürzt das Land die Unterhaltsbeihilfe. Außerdem musst du eine Nebentätigkeit vorher anzeigen, meist rund zwei Wochen vor Beginn bei der personalverwaltenden Stelle.
Die Anrechnungsgrenze und ihre Ausnahmen je Bundesland
Die häufigste Regel: Nebeneinkünfte bleiben anrechnungsfrei, solange dein Gesamteinkommen das 1,5-Fache deiner Unterhaltsbeihilfe nicht übersteigt. Darüber wird gekürzt. Es gibt aber deutliche Ausnahmen. Hamburg deckelt den anrechnungsfreien Zuverdienst bei 530 Euro, Berlin, Bayern und Thüringen rechnen strenger und kürzen schon ab dem Grundbetrag. Hessen rechnet die Stations- und Nebenvergütung derzeit gar nicht an. Prüf die genaue Regel deines Landes, bevor du einen gut bezahlten Nebenjob annimmst.
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Vergütung in Anwalts- und Wahlstation
Der größte Zuverdienst wartet in der Anwalts- und Wahlstation. Wer diese Stationen bei einer Großkanzlei absolviert, bekommt oft 1.000 bis 1.500 Euro pro Wochenarbeitstag, also bis zu rund 7.500 Euro im Monat zusätzlich. Ob und wie stark das auf die Unterhaltsbeihilfe angerechnet wird, hängt wieder vom Bundesland ab. Wie es danach im Beruf weitergeht, zeigt der Überblick zum Anwaltsgehalt.
Referendariat Gehalt und die Lücke zwischen Studium und Beruf
Das Referendariat ist die Brücke zwischen erstem Staatsexamen und dem Beruf als Volljurist, und welche juristischen Berufe danach offenstehen, zeigt der Überblick über die juristischen Berufe. Zwei Jahre, in denen du zum ersten Mal eigenes Geld verdienst und zugleich für die zweite juristische Staatsprüfung, das zweite Staatsexamen, lernst. Das materielle Recht aus dem Studium musst du dafür präsent halten, denn im Assessorexamen wird es vorausgesetzt und mit dem Prozessrecht verzahnt. Am Ende des zweiten Staatsexamens steht dabei die mündliche Prüfung mit Aktenvortrag, die noch einmal eigens vorbereitet sein will. Dafür hilft ein System, das den Stoff schnell wieder abrufbar macht. Wie lange der Weg zum Volljuristen insgesamt dauert, rechnet der Artikel zur Studiendauer im Jurastudium vor.
💡 Tipp: Zum Auffrischen im Referendariat kannst du dasselbe Thema auf jurahilfe.de kompakt oder ausführlich lesen, kompakt zum schnellen Wiederholen vor der Station, ausführlich, wenn eine Lücke im materiellen Recht auftaucht.
Weiterlesen
- Wie wird man Notar?: Der Karriereweg nach dem Referendariat, samt Bezügen als Notarassessor.
- Prädikatsexamen Jura: Warum die Examensnote über Großkanzlei und Einstiegsgehalt mitentscheidet.
- Beste Jura App: Womit du im Studium und Referendariat effektiv lernst.
- Jura Karteikarten digital: Materielles Recht fürs zweite Examen aktiv wiederholen.
Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.
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