Jura berufsbegleitend? Teilzeit Jurastudium nebenberuflich mit Erfolg
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Kurze Antwort vorweg: Das klassische Jurastudium auf Staatsexamen ist als Vollzeit-Präsenzstudium gebaut, ganz nebenbei läuft es nicht. Berufsbegleitend geht es trotzdem, auf zwei Wegen. Entweder als formales Teilzeitstudium an wenigen Unis und im Fernstudium an der FernUni Hagen, dann dauert es rund doppelt so lange. Oder über einen rechtswissenschaftlichen Bachelor (LL.B.), den du im Abend- oder Fernstudium neben dem Job machst, der dir aber kein Staatsexamen und keine Anwaltszulassung bringt. Welcher Weg zu dir passt, hängt an einer einzigen Frage: Willst du Volljurist:in werden, oder willst du juristisches Wissen für deinen Beruf? Die Rechtsgrundlage für das Studium steht in § 5a DRiG.
Auf einen Blick
- Staatsexamen berufsbegleitend gibt es nur als formales Teilzeitstudium (Hamburg, Saarland u. a.) und als Fernstudium an der FernUni Hagen. Die Studienzeit verdoppelt sich grob.
- Ein echtes Abendstudium Jura mit Staatsexamen, wie bei BWL oder Wirtschaftsrecht, existiert nicht.
- Ohne Staatsexamen ist der berufsbegleitende LL.B. (oft Wirtschaftsrecht) der planbare Weg: 7 bis 9 Semester, rund 10.000 bis 15.000 Euro, aber keine Zulassung als Anwalt, Richter oder Staatsanwalt.
- Teilzeitstatus an Präsenz-Unis musst du beantragen und begründen, etwa mit mindestens 15 Stunden Erwerbsarbeit pro Woche.
- Die Examensvorbereitung bleibt der harte Kern: Sie ist faktisch eine Vollzeit-Phase, egal welchen Weg du wählst.
Tipp: Wer Jura neben Job oder Familie stemmt, braucht Stoff, der sich in kurze Einheiten zerlegen lässt. Genau dafür ist das Lernsystem von jurahilfe.de gebaut: kompakte, verlinkte Texte, Karteikarten zum Wiederholen und Multiple-Choice-Aufgaben zum Testen, aufeinander aufbauend und für kurze Lernfenster gemacht.
Was bedeutet „Jura berufsbegleitend studieren"?
„Berufsbegleitend" ist ein Sammelbegriff, hinter dem sich sehr verschiedene Studienformen verstecken. Bevor du dich auf einen Weg festlegst, solltest du die Begriffe sauber trennen. Denn ob du am Ende ein Staatsexamen oder einen Bachelor in der Hand hältst, entscheidet über deinen ganzen Berufsweg.
Teilzeitstudium, Abendstudium, Fernstudium, dual im Überblick
Vier Modelle werden ständig durcheinandergeworfen. Ein Teilzeitstudium ist ein normales Präsenzstudium, bei dem du pro Semester weniger Leistungspunkte belegst und dafür länger studierst. Ein Abendstudium legt die Lehrveranstaltungen in den Abend, damit Berufstätige tagsüber arbeiten können. Ein Fernstudium läuft ortsunabhängig über Studienbriefe und Online-Material, mit nur wenigen Präsenzterminen. Ein duales Studium verbindet Hochschule und Ausbildungsbetrieb im Wechsel.
Für Jura ist das wichtig, weil nicht jedes Modell für jeden Abschluss existiert. Den klassischen Bachelor of Laws im Wirtschaftsrecht gibt es als Abend- und Fernstudium an Dutzenden Hochschulen. Das Staatsexamen dagegen bekommst du berufsbegleitend nur in zwei Spielarten: als formales Teilzeitstudium an einer Präsenz-Uni oder als Fernstudium an der FernUni Hagen. Ein klassisches Abendstudium mit Staatsexamens-Ziel sucht man vergeblich.
Berufsbegleitend, nebenberuflich, in Teilzeit: was die Begriffe meinen
Diese drei Wörter benutzt fast jeder synonym, gemeint ist aber nicht dasselbe. Nebenberuflich heißt: Du arbeitest in Vollzeit und studierst obendrauf. Berufsbegleitend ist etwas weicher und meint jedes Studium, das sich mit einer Erwerbstätigkeit vereinbaren lässt, oft mit reduzierter Stundenzahl im Job. In Teilzeit studieren ist der formale Status an der Hochschule, den du beantragst und der deine Studienzeit streckt.
Der Unterschied ist nicht akademisch. Wer 40 Stunden arbeitet und Jura „nebenher" plant, unterschätzt fast immer den Aufwand. Wer dagegen den Job auf 20 Stunden reduziert und offiziell in Teilzeit studiert, hat eine realistische Chance. Ehrlich gesagt: Vollzeitjob plus Jura auf Staatsexamen ist über Jahre kaum durchzuhalten.
Staatsexamen oder LL.B.: zwei sehr verschiedene Ziele
Hier liegt die wichtigste Weiche des ganzen Themas. Das erste Staatsexamen, genauer die erste juristische Prüfung, ist der Pflichtweg zu den klassischen juristischen Berufen. Nur wer es besteht und danach das Referendariat samt zweitem Staatsexamen absolviert, wird Volljurist:in und darf als Anwalt, Richterin, Staatsanwalt oder Notarin arbeiten. Der Bachelor of Laws ist ein eigenständiger Hochschulabschluss, meist mit wirtschaftsrechtlichem Schwerpunkt. Er qualifiziert für juristisch geprägte Tätigkeiten in Unternehmen, führt aber nicht zur Anwaltszulassung.
Merke dir diese Trennung gut, der Rest des Artikels hängt daran. Willst du Jurist:in im klassischen Sinn werden, brauchst du das Staatsexamen, und dann sind deine berufsbegleitenden Optionen schmal. Reicht dir juristisches Fachwissen als Zusatzqualifikation, ist der LL.B. der bequemere und planbarere Weg. Wie genau Jura als ganzes Studium aufgebaut ist, erklärt unser Überblick zu Dauer, Inhalten und Voraussetzungen im Jurastudium.
Geht das klassische Jurastudium berufsbegleitend?
Ja, aber mit Einschränkungen und nicht so, wie viele es sich vorstellen. Das Staatsexamen-Studium ist inhaltlich und zeitlich als Vollzeitprojekt angelegt. Berufsbegleitend wird es nur dann, wenn du entweder den Status Teilzeit nutzt oder ins Fernstudium ausweichst, und in beiden Fällen ziehst du die Studiendauer deutlich in die Länge.

Abb. 1: Was beim Jurastudium berufsbegleitend funktioniert und was nicht.
Studieninhalte: Warum das Staatsexamen ein Präsenzstudium und Vollzeitstudium ist
Das Jurastudium auf Staatsexamen umfasst die drei großen Rechtsgebiete Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht, dazu Methodenlehre, Schwerpunktbereich und mehrere Pflichtpraktika. Die Regelstudienzeit liegt bei zehn Semestern, real brauchen viele elf oder mehr. Der Stoff ist enorm, und er baut aufeinander auf.
An den Präsenz-Unis ist das Studium auf tägliche Anwesenheit ausgelegt: Vorlesungen, Arbeitsgemeinschaften, Klausuren und Hausarbeiten verteilen sich über die ganze Woche, meist tagsüber. Es gibt keine eigene berufsbegleitende Studienstruktur mit Abendkursen, wie du sie aus dem Wirtschaftsrecht kennst. Wer neben dem Studium arbeitet, schiebt die Erwerbsarbeit in die Randzeiten, nicht umgekehrt. Welche Fakultät dabei welche Schwerpunkte und Betreuung bietet, zeigt unser Überblick über die besten Jura-Universitäten.
Die Examensvorbereitung als Vollzeit-Phase
Der härteste Teil kommt am Ende. Die Examensvorbereitung dauert je nach Lerntyp zwölf bis achtzehn Monate und ist faktisch ein Vollzeitjob. Viele Examenskandidaten lernen sechs bis acht Stunden täglich, besuchen einen Klausurenkurs und schreiben über Monate Probeklausuren. Diese Phase lässt sich kaum mit einem fordernden Beruf verbinden.
Das ist der ehrliche Knackpunkt jedes berufsbegleitenden Staatsexamens. Den Stoff über Jahre nebenher aufzubauen ist machbar, wenn du die Zeit streckst. Aber die heiße Examensphase verlangt fast immer eine Vollzeit-Konzentration, oft mit unbezahltem Urlaub oder reduziertem Job. Wie du diese Phase planst, ohne dich zu verheizen, zeigt der Jura Examen Masterplan.
Tipp: Gerade neben dem Beruf zählt jede Lernstunde doppelt. Mit den Multiple-Choice-Aufgaben von jurahilfe.de testest du dein Wissen an kleinen Fällen und erkennst sofort, wo Lücken sind, statt blind weiterzulesen.
Abendstudium Jura auf Staatsexamen: gibt es das?
Nein, ein klassisches Abendstudium mit Staatsexamens-Abschluss existiert in Deutschland nicht. Keine Universität bietet die erste juristische Prüfung als reines Abendprogramm an. Wer „Jura im Abendstudium" sucht, landet fast immer bei wirtschaftsrechtlichen Bachelorstudiengängen, die zwar abends oder online laufen, aber eben kein Staatsexamen vergeben.
Was es stattdessen gibt, sind zwei berufsbegleitende Pfade zum echten Staatsexamen. Erstens der Teilzeitstatus an einzelnen Präsenz-Unis. Zweitens das Fernstudium der Rechtswissenschaft an der FernUni Hagen, der einzigen Hochschule, an der du die erste juristische Prüfung ortsunabhängig ablegen kannst. Beide schauen wir uns gleich genauer an.
Welche Wege zum Studium der Rechtswissenschaften neben dem Beruf gibt es wirklich?
Es gibt mehr Möglichkeiten, als die meisten denken, sie führen nur zu unterschiedlichen Abschlüssen. Vier Wege sind realistisch: das Fernstudium an der FernUni Hagen, der berufsbegleitende LL.B. an Fernhochschulen, das Teilzeitstudium an einer Präsenz-Uni und das normale Vollzeitstudium mit Nebenjob. Welcher zu dir passt, hängt am Ziel und an deinem Zeitbudget.
| Weg | Abschluss | Dauer (berufsbegleitend) | Kosten (grob) | Anwaltszulassung? |
|---|---|---|---|---|
| Teilzeitstudium an Präsenz-Uni (z. B. Hamburg, Saarland) | Erstes Staatsexamen | ca. 8 bis 10 Jahre plus Referendariat | Semesterbeitrag | Ja, über Examen und Referendariat |
| Fernstudium FernUni Hagen (Erste Juristische Prüfung) | Erstes Staatsexamen | 60 bis 90 Monate plus Referendariat | rund 4.000 Euro | Ja, über Examen und Referendariat |
| LL.B. Wirtschaftsrecht (Fern- oder Abendstudium) | Bachelor of Laws | 7 bis 9 Semester | 10.000 bis 15.000 Euro | Nein |
| Vollzeitstudium plus Werkstudenten- oder Teilzeitjob | Erstes Staatsexamen | ca. 5 bis 6 Jahre plus Referendariat | Semesterbeitrag | Ja, über Examen und Referendariat |
Abb. 2: Die vier realistischen Wege zum Jurastudium neben dem Beruf im Vergleich.
Jura und berufliche Perspektiven: Wirtschaftsrecht, Bachelor of Laws, Master und erste juristische Prüfung
Die FernUni Hagen ist der Sonderfall, weil sie beide Welten anbietet. Du kannst dort den Bachelor of Laws (LL.B.) studieren, eine Kombination aus Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaft, in 36 bis 72 Monaten, in Vollzeit oder berufsbegleitend. Und du kannst dort als einzige Hochschule Deutschlands die Rechtswissenschaft mit dem Ziel erste juristische Prüfung im Fernstudium belegen, ebenfalls berufsbegleitend möglich. Die Regelstudienzeit dafür beträgt zehn Semester, real dauert das Fernstudium 60 bis 90 Monate, die Studiengebühren liegen modulabhängig bei insgesamt rund 4.000 Euro.
Daneben gibt es den berufsbegleitenden LL.B. im Wirtschaftsrecht an vielen privaten Fernhochschulen, etwa WINGS der Hochschule Wismar, der Euro-FH, der DIPLOMA Hochschule, der FOM oder im Verbundstudium der FH Südwestfalen. Diese Programme dauern meist sieben bis neun Semester und kosten zwischen 10.000 und 15.000 Euro, bei WINGS etwa ab 179 Euro im Monat. Sie vermitteln Jura plus Wirtschaft und qualifizieren für juristische Aufgaben in Unternehmen. An den LL.B. lässt sich später ein Master (LL.M.) anschließen. Was diese Abschlüsse nicht leisten: den Weg zur Anwaltszulassung, dafür bleibt das Staatsexamen Pflicht.
Jurastudium in Teilzeit oder gestreckt
An einigen Präsenz-Unis kannst du das Staatsexamens-Studium offiziell in Teilzeit absolvieren. Die Universität des Saarlandes etwa führt das Studium in vier Jahren Vollzeit oder acht Jahren Teilzeit. Die Universität Hamburg vergibt einen Teilzeitstatus, bei dem jedes Teilzeitsemester nur als halbes Fachsemester zählt, deine Studienzeit also grob verdoppelt. Den Status musst du beantragen und begründen, anerkannt werden zum Beispiel eine Erwerbstätigkeit von mindestens 15 Stunden pro Woche, die Betreuung eigener Kinder oder eine chronische Erkrankung.
Das ist der ehrlichste Präsenzweg neben dem Job. Du studierst denselben Stoff wie alle anderen, nur über die doppelte Zeit verteilt. Der Haken bleibt die Examensphase am Ende, die sich auch im Teilzeitmodell schwer auf Abendstunden verteilen lässt. Wer diesen Weg geht, sollte für die letzten ein bis zwei Jahre eine echte Lernfreistellung einplanen.
Werkstudent, Minijob und Teilzeitarbeit neben dem Vollzeitstudium
Für die meisten ist der realistischste Weg genau andersherum gedacht: nicht Studium neben dem Vollzeitjob, sondern Job neben dem Vollzeitstudium. Du studierst regulär in Vollzeit und arbeitest in einem Werkstudentenjob, Minijob oder in Teilzeit. Als Werkstudent darfst du während der Vorlesungszeit bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten und bleibst sozialversicherungsrechtlich begünstigt.
Dieser Weg finanziert das Studium, ohne es zu sprengen, solange der Job inhaltlich nicht zu fordernd ist und sich flexibel legen lässt. Viele Jurastudierende arbeiten als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl, in einer Kanzlei oder im Rechtsamt. In der Examensphase fahren die meisten den Job dann stark zurück. Wie du Lernen und Arbeit zeitlich unter einen Hut bekommst, zeigt unser Beitrag zum Zeitmanagement im Jurastudium.
Jura nebenberuflich: für wen lohnt sich welcher Weg?
Es gibt nicht den einen richtigen Weg, es gibt nur den richtigen Weg für dein Ziel. Drei typische Ausgangslagen lassen sich klar unterscheiden, und für jede ist eine andere Option die beste.

Abb. 3: Entscheidungsbaum, welcher berufsbegleitende Weg zu deinem Ziel passt.
Wenn du Volljurist:in werden willst
Dann führt kein Weg am Staatsexamen vorbei. Volljurist:in wird nur, wer die erste juristische Prüfung besteht, das Referendariat durchläuft und das zweite Staatsexamen ablegt. Erst danach darfst du als Anwältin, Richter, Staatsanwältin oder Notar arbeiten. Ein LL.B. im Wirtschaftsrecht reicht dafür nicht, auch nicht mit aufgesatteltem Master.
Berufsbegleitend bedeutet das in der Praxis: Teilzeitstudium an einer Präsenz-Uni oder Fernstudium an der FernUni Hagen, kombiniert mit einem reduzierten Job, und am Ende eine echte Vollzeit-Examensphase. Rechne realistisch mit acht bis zehn Jahren oder mehr bis zum ersten Examen, plus rund zwei Jahre Referendariat. Das ist ein langer Atem, aber für angehende Volljuristinnen und Volljuristen alternativlos. Wie hart die Prüfung wirklich ist, zeigen die Zahlen in unserem Artikel zur Durchfallquote im juristischen Staatsexamen.
Wenn du juristisches Wissen als Zweitqualifikation suchst
Willst du kein klassischer Jurist werden, sondern Recht als Werkzeug für deinen Beruf nutzen, ist der berufsbegleitende LL.B. die klügere Wahl. Personalreferentinnen, Compliance-Mitarbeiter, Steuerfachleute, Betriebsräte oder Selbstständige profitieren enorm von fundiertem Wirtschaftsrecht, ohne je vor Gericht auftreten zu müssen. Der Bachelor ist planbar, abendlich oder online studierbar und mit Vollzeitjob vereinbar.
Für viele ist das der ehrlichere Deal: ein anerkannter Hochschulabschluss in überschaubarer Zeit, statt eines acht Jahre langen Staatsexamens-Marathons, dessen Berufsziel du gar nicht anstrebst. Wenn du ohnehin schon einen ersten Abschluss hast, lohnt sich auch ein Blick auf Jura als Zweitstudium, dort vergleichen wir die Wege für Späteinsteiger im Detail.
Quereinstieg und Weiterbildung in der Rechtswissenschaft
Zwischen beiden Polen liegt der Quereinstieg. Manche wollen sich aus einem fachfremden Beruf in Richtung Recht entwickeln, ohne gleich das volle Staatsexamen anzupeilen. Für sie sind LL.B.-Fernstudiengänge, juristische Zertifikatskurse und Weiterbildungsmaster (LL.M.) interessant, die auf einem vorhandenen Studium aufbauen.
Hier lohnt sich ehrliche Selbstprüfung. Ein LL.M. setzt meist ein abgeschlossenes Studium voraus und vertieft ein Teilgebiet, er ersetzt kein grundständiges Jurastudium. Wer wirklich von null in den Anwaltsberuf will, kommt um das Staatsexamen nicht herum. Wer sein Profil schärfen will, findet im berufsbegleitenden LL.B. oder LL.M. den passenden Hebel.
Zeit, Geld und Realität neben dem Job
Bevor du dich für ein Modell entscheidest, lohnt der nüchterne Blick auf Stunden und Euro. Genau hier scheitern die meisten Pläne, nicht am Stoff, sondern an einer Zeitrechnung, die von Anfang an nicht aufgeht.
Wie viel Zeit ein Jurastudium neben dem Beruf frisst
Plane für ein ernsthaftes Jurastudium 30 bis 40 Stunden pro Woche ein, in der Examensphase deutlich mehr. Das gilt für alle Studiengänge mit Staatsexamens-Ziel, ob Präsenz oder Fernstudium. Rechne das gegen deinen Job: Bei 40 Stunden Erwerbsarbeit bleibt schlicht nicht genug übrig, um den Staatsexamens-Stoff sauber aufzubauen.
Realistisch wird es, wenn du den Job auf 20 bis 25 Stunden reduzierst oder ein planbares LL.B.-Fernstudium wählst, das auf 15 bis 20 Lernstunden pro Woche ausgelegt ist. Sei ehrlich zu dir: Lieber zwei Jahre länger und durchgehalten als ein ambitionierter Plan, der nach drei Semestern kippt. Wie du knappe Lernzeit optimal nutzt, zeigt unser Beitrag zum systematischen Jura-Lernen.
Finanzierung: BAföG, Stipendien, Werkstudentenjob, Arbeitgeber
Beim Geld gibt es mehr Spielraum, als viele glauben. Ein Vollzeitstudium mit Nebenjob lässt sich oft mit BAföG kombinieren, sofern du die Altersgrenzen und Bedingungen erfüllst. Reine Teilzeit- oder Fernstudiengänge sind dagegen meist nicht BAföG-fähig, hier springen Bildungskredite, Stipendien oder die eigene Erwerbsarbeit ein.
Der LL.B. im Wirtschaftsrecht kostet je nach Hochschule 10.000 bis 15.000 Euro, das Staatsexamens-Fernstudium an der FernUni Hagen mit rund 4.000 Euro deutlich weniger. Prüfe unbedingt, ob dein Arbeitgeber sich beteiligt: Viele Unternehmen fördern berufsbegleitende Studiengänge mit Geld oder Freistellung, wenn der Abschluss zum Job passt. Diese Kosten sind außerdem oft als Werbungskosten oder Fortbildungskosten steuerlich absetzbar.
Effizient lernen neben Job oder Vollzeitstudium
Wenig Zeit zwingt zu klugem Lernen. Wer nur zwei Stunden am Abend hat, kann sich kein passives Durchlesen dicker Lehrbücher leisten. Du brauchst aktive Methoden: kurze Einheiten, regelmäßige Wiederholung, Lernen am Fall statt reines Auswendiglernen. Genau das unterscheidet erfolgreiche Berufsbegleitende von denen, die nach einem Jahr aufgeben.
Setze auf Spaced Repetition, plane feste Lernfenster und arbeite mit Material, das sich in kleine Häppchen zerlegen lässt. Wie du dein Studium trotz knapper Zeit organisiert durchziehst, beschreibt unser Artikel zur Organisation im Jurastudium.
Tipp: Für kurze Lernfenster sind die Frage-Antwort-Karteikarten von jurahilfe.de ideal: Du rufst Definitionen und Schemata aktiv ab, erkennst Lücken sofort und festigst den Stoff auch in zehn Minuten Pause, ohne ein ganzes Kapitel aufschlagen zu müssen.
Häufige Fehler beim berufsbegleitenden Jurastudium
Zwei Denkfehler tauchen immer wieder auf, und beide kosten Zeit, Geld und Nerven. Wer sie vorher kennt, trifft eine ehrlichere Entscheidung.
Den Staatsexamens-Aufwand unterschätzen
Der häufigste Fehler ist die Annahme, man könne das Staatsexamen „so nebenher" mitnehmen. Das geht nicht auf. Das erste Examen ist eine der härtesten Prüfungen im deutschen Bildungssystem, mit hoher Durchfallquote und einer Vorbereitungsphase, die volle Konzentration verlangt.
Wer mit Vollzeitjob und vagem Lernplan startet, scheitert fast immer in der Examensphase. Plane diese Phase von Anfang an als das ein, was sie ist: ein Vollzeitprojekt für ein bis anderthalb Jahre. Wer das einkalkuliert, etwa über Teilzeit im Job, Erspartes oder unbezahlten Urlaub, hat eine echte Chance. Selbst ohne teures Repetitorium ist das machbar, wie unser Artikel zur Examensvorbereitung ohne Repetitorium zeigt.
LL.B. mit Anwaltszulassung verwechseln
Der zweite teure Irrtum: Viele glauben, ein Bachelor of Laws sei ein vollwertiges Jurastudium. Ist er nicht. Der LL.B. ist ein eigenständiger Abschluss, meist im Wirtschaftsrecht, und führt ausdrücklich nicht zur Anwaltszulassung. Wer nach drei Jahren LL.B. feststellt, dass er eigentlich Anwalt werden wollte, hat den falschen Weg gewählt.
Deshalb steht die Zielfrage am Anfang, nicht am Ende. Kläre ehrlich, ob du Volljurist:in werden willst oder juristisches Fachwissen für deinen Beruf suchst. An dieser einen Entscheidung hängt, welcher der berufsbegleitenden Wege überhaupt der richtige für dich ist.
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- Jura und mentale Gesundheit: Stress, Druck und Burnout bewältigen: Wer neben dem Job studiert, trägt eine doppelte Last, hier Strategien gegen Überlastung und Prüfungsstress.
- Jura Examensvorbereitung: 10 Tipps fürs juristische Examen: Konkrete Tipps für die entscheidende Examensphase, gerade wenn deine Zeit knapp ist.
- Examen verschieben: Wann das Schieben des Staatsexamens klug ist: Wenn die Vorbereitung neben dem Job nicht reicht, ist Schieben manchmal die bessere Entscheidung.
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