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Examensvorbereitung Jura: Wie lange brauchst du wirklich?

Draufsicht auf zwei Hände, die einen aufgeschlagenen Wochenplaner zwischen Büchern und einem Notizbuch zurechtlegen

Die häufigste Antwort im Netz lautet zwölf Monate. Die häufigste Realität sieht anders aus: 2024 haben Studierende im Bundesdurchschnitt 10,4 Fachsemester bis zur bestandenen Ersten Juristischen Prüfung gebraucht, bei einer Regelstudienzeit von neun Semestern (Bundesamt für Justiz).

Die Examensvorbereitung in Jura dauert je nach Modell 6 bis 24 Monate, der Normalfall liegt bei 12 bis 18 Monaten. Wie lange du selbst brauchst, hängt an drei Dingen: wie viel Stoff du beim Start schon sicher kannst, wie viele Stunden pro Woche wirklich zum Lernen da sind und ob dich eine Freiversuchsfrist deckelt.

Diese Frage ist keine akademische Spielerei. Ein zu kurzer Plan schickt dich mit Lücken ins Examen. Ein zu langer kostet Tempo, Geld und irgendwann die Motivation.

Auf einen Blick:

  • Standardmodell: 12 Monate Lernphase plus Klausurenkurs, das Format praktisch aller Repetitorien.
  • Sprint: 6 bis 9 Monate, realistisch nur mit solidem Grundwissen und ohne Nebenjob.
  • Entzerrt: 18 bis 24 Monate, sinnvoll bei Teilzeit, Kind, Krankheit oder großen Lücken.
  • Startzeitpunkt: rückwärts vom Prüfungstermin rechnen, nicht vorwärts vom heutigen Datum.
  • Harte Grenze: die Freiversuchsfrist, in den meisten Ländern das Ende des achten Fachsemesters.
  • Lernzeit: 4 bis 6 Stunden netto pro Tag über Monate, nicht die oft behaupteten zwölf.

Tipp

Ein realistischer Zeitplan steht und fällt damit, ob du deinen Wissensstand kennst. Dabei hilft das interaktive Jura-Training von jurahilfe.de: kompakte, miteinander verlinkte Texte, Karteikarten zum Wiederholen und ein Falltraining mit Multiple-Choice-Aufgaben. Du siehst pro Rechtsgebiet, was du schon kannst und was nicht, statt es zu schätzen.

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Balkendiagramm: Zeitmodelle der Examensvorbereitung über 6, 12 und 18 Monate, jeder Balken in die drei Lernphasen geteilt
Abb. 1: Die drei Zeitmodelle im Vergleich. Die Balkenlänge ist die Dauer, die Segmente sind die drei Phasen.

Wie lange dauert die Examensvorbereitung in Jura?

Die Examensvorbereitung dauert in der Praxis 12 bis 18 Monate. Kürzere Modelle mit 6 bis 9 Monaten funktionieren, wenn du das Grundwissen aus dem Hauptstudium sicher beherrschst und in Vollzeit lernst. Alles über 24 Monate ist selten produktiv, weil der Stoff vom Anfang schneller verblasst, als du hinten Neues aufbaust.

Die kurze Antwort: zwölf bis achtzehn Monate

Warum ausgerechnet dieser Korridor? Weil er sich aus dem Stoff ergibt, nicht aus einer Gewohnheit. Der Pflichtstoff umfasst Zivilrecht, Strafrecht und Öffentliches Recht mit jeweils mehreren großen Teilgebieten. In zwölf Monaten bleiben pro Rechtsgebiet grob 16 Wochen, und in diesen Wochen reicht einmaliges Lesen nicht. Du wiederholst und wendest am Fall an.

Die 18 Monate entstehen, wenn du daneben noch etwas anderes tust. Ein Nebenjob mit zehn Wochenstunden, eine offene Hausarbeit, die Schwerpunktprüfung: jede dieser Sachen kostet dich real ein bis drei Monate.

In Foren liest du deshalb oft von 1,5 Jahren. Der Wert ist nicht falsch, er beschreibt den Normalfall mit Nebenverpflichtungen. Bei 12 Monaten brauchst du mindestens 25 Stunden Lernzeit pro Woche, und zwar ab der ersten Woche.

Was die Statistik der erfolgreichen Absolventen zeigt

2024 haben 9.255 Studierende die Erste Juristische Prüfung bestanden, nach durchschnittlich 10,4 Fachsemestern. Die bundesweite Bestehensquote im staatlichen Pflichtfachteil lag bei 72,6 Prozent, ein „vollbefriedigend“ oder besser erreichten 36,7 Prozent.

Rechne das kurz um. Regelstudienzeit sind neun Semester, gebraucht werden im Schnitt 10,4. Das ergibt gut ein Semester Puffer über die gesamte Studienzeit, und dieser Puffer landet fast vollständig in der Examensvorbereitung. Wer zwölf Monate ansetzt und dabei innerhalb der üblichen Studiendauer bleiben will, liegt damit im Schnitt. Großzügig ist das nicht.

Warum die Spanne von 7,9 bis 14,8 Semestern reicht

Der Bundesdurchschnitt verdeckt eine enorme Streuung. Dieselbe Statistik weist die durchschnittliche Studiendauer bis zur bestandenen Prüfung je Bundesland aus: Nordrhein-Westfalen liegt bei rund 7,9 Semestern, das Saarland bei 14,8. Fast sieben Semester Unterschied, bei identischem Bundesrecht.

Das liegt nicht am Stoff, sondern an den Prüfungsordnungen und an der Abschichtungsmöglichkeit. Wo Studierende in mehreren Blöcken schreiben dürfen, verteilt sich die Vorbereitung über einen längeren Zeitraum. Wo alle sechs Klausuren in zwei Wochen liegen, wird kompakter geplant. Prüf deshalb zuerst deine Landesjustizprüfungsordnung, bevor du einem bundesweiten Richtwert folgst.

Ein zweiter Grund ist der Freiversuch. Länder mit strenger Frist erzeugen eine kürzere durchschnittliche Studiendauer, weil besonders viele Studierende auf den Termin hinlernen und dadurch früher antreten.

Balkendiagramm: durchschnittliche Studiendauer bis zum ersten Examen von 7,9 Semestern in Nordrhein-Westfalen bis 14,8 im Saarland
Abb. 2: Zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Bundesland liegen fast sieben Semester.

6, 12 oder 18 Monate Examensvorbereitung: welches Modell passt?

Drei Modelle haben sich etabliert. Der Stoff bleibt in allen dreien derselbe. Was sich ändert, ist die Dichte: wie viele Themen pro Woche, wie viel Wiederholung, wie viel Puffer für Rückschläge.

6 Monate Examensvorbereitung: der Sprint und wann er reicht

Sechs bis neun Monate reichen unter drei Bedingungen: Du hast im Hauptstudium gut gelernt, du lernst in Vollzeit ohne Job, und du hast bereits Erfahrung mit Examensklausuren. Manche Repetitorien werben offensiv mit diesem Format.

Der Preis ist Dichte. Bei sechs Monaten bleiben pro Rechtsgebiet acht Wochen, in denen kaum Zeit für eine zweite Runde bleibt. Ein Infekt, eine Beerdigung, ein kaputter Laptop: jede Störung schlägt sofort durch, weil kein Puffer da ist. Meine Empfehlung: Sprint nur, wenn du eine Probeklausur schon jetzt mit vier Punkten oder mehr bestehst.

12 Monate: das Standardmodell der Repetitorien

Zwölf Monate sind das Format, in dem die kommerziellen Reps und fast alle Universitätsrepetitorien arbeiten. Der Hauptkurs läuft ein Jahr, meist dreimal pro Woche für je rund drei Stunden, der Klausurenkurs läuft parallel mit einer Klausur pro Woche.

Der Takt hat einen praktischen Vorteil: Du musst dir die Reihenfolge nicht selbst ausdenken. Der Nachteil ist derselbe Takt. Fällst du drei Wochen aus, läuft der Kurs ohne dich weiter, und du holst den Stoff abends nach.

Dozentin schreibt an einem Whiteboard, im Vordergrund folgt eine Studentin mit Notizblock

18 bis 24 Monate: die entzerrte Vorbereitung

Die lange Variante ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist die richtige Wahl, wenn du in Teilzeit lernst, ein Kind betreust, chronisch krank bist oder mit großen Lücken startest. In 18 Monaten kannst du jedes Rechtsgebiet zweimal durchlaufen: einmal aufbauend, einmal prüfungsorientiert.

Ab etwa 24 Monaten sinkt der Ertrag. Was du im ersten Halbjahr gelernt hast, ist ohne systematische Wiederholung nach 18 Monaten weitgehend weg. Bei dieser Länge brauchst du zwingend ein Wiederholungssystem. Sonst arbeitest du gegen dein eigenes Vergessen an.

Tipp

Übers Examen hältst du eine riesige Stoffmenge über Monate präsent. Dafür gibt es auf jurahilfe.de ein Spaced-Repetition-System: Es plant deine Wiederholungen über alle Rechtsgebiete hinweg, damit der Stoff aus Monat drei nicht verschwindet, während du in Monat zehn Neues lernst.

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Diese drei Fragen bringen dich zu deinem Modell

Statt dich an fremden Zeitplänen zu orientieren, beantworte drei Fragen ehrlich. Erstens: Wie viele der großen Pflichtthemen kannst du heute ohne Nachschlagen skizzieren? Zweitens: Wie viele Stunden pro Woche stehen dir nach Abzug von Job, Wegzeiten und Verpflichtungen wirklich zur Verfügung? Drittens: Wann ist dein Prüfungstermin, und bindet dich eine Freiversuchsfrist?

Aus den Antworten ergibt sich das Modell fast von allein. Wenig Vorwissen plus wenig Wochenstunden führt zu 18 Monaten, viel Vorwissen plus Vollzeit zu neun.

Die folgende Tabelle fasst die drei Modelle zusammen.

ModellPasst beiRisiko
6 bis 9 Monatesolides Grundwissen, Vollzeit, kein Jobkein Puffer, jede Störung schlägt durch
12 MonateNormalfall, Rep-Takt, Klausurenkurs parallelAusfälle sind schwer aufzuholen
18 bis 24 MonateTeilzeit, Familie, Krankheit, große LückenVergessen ohne Wiederholungssystem

Die drei Phasen einer erfolgreichen Examensvorbereitung

Egal wie lang dein Zeitraum ist, er zerfällt in drei Phasen. Die Phasen bleiben gleich, nur ihre Länge skaliert mit dem Modell.

Phase 1: den Stoff systematisch durcharbeiten

In der ersten Phase gehst du den Pflichtstoff einmal komplett durch, Rechtsgebiet für Rechtsgebiet. Ziel ist Vollständigkeit. Du sollst am Ende zu jedem Thema wissen, dass es existiert und wo es hingehört. Vollständig beherrschen musst du es hier noch nicht.

Diese Phase frisst etwa die Hälfte deiner Gesamtzeit. Bei zwölf Monaten sind das rund sechs Monate, bei 18 Monaten neun. Trödelst du hier, kürzt du automatisch bei der Wiederholung. Das rächt sich später.

Phase 2: wiederholen, vernetzen, Lücken schließen

Jetzt kommt der Teil, den die meisten unterschätzen. Du gehst denselben Stoff ein zweites Mal durch, aber schneller und mit anderem Fokus: Wo hängen die Themen zusammen? Welche Streitstände tauchen in Examensklausuren wirklich auf? Wo hast du beim ersten Durchgang nur nickend gelesen?

Rechne mit einem knappen Drittel der Gesamtzeit. Hier sind Karteikarten und aktives Abrufen effizienter als erneutes Lesen, weil sie dir die Lücken zeigen, statt sie zu verdecken.

Tipp

Lesen allein verankert nichts. Mit den Karteikarten im intelligenten Wiederholungssystem von jurahilfe.de rufst du das Gelernte aktiv ab und merkst sofort, wo eine Lücke sitzt. Lernpsychologisch ist genau dieses Abrufen der Hebel fürs Langzeitgedächtnis.

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Phase 3: Klausuren schreiben und Endspurt

In der letzten Phase verschiebt sich das Gewicht vom Wissen zur Anwendung. Du schreibst regelmäßig Klausuren unter Zeit, wertest sie aus und arbeitest gezielt die Fehler nach. Eine belastbare Zahl dafür gibt es nicht. Klar ist die Richtung: Fängst du erst im letzten Vierteljahr mit dem Schreiben an, kommst du auf zu wenige Durchgänge, um seine Fehler zweimal zu machen und beim dritten Mal zu vermeiden.

Die letzten vier bis sechs Wochen gehören keiner neuen Materie mehr. Du wiederholst Schemata, Definitionen und deine eigenen Fehlerlisten. Wer in dieser Phase noch ein unbekanntes Nebengebiet aufmacht, verliert mehr, als er gewinnt. In den seltenen Fällen, in denen du dich schon vollständig vorbereitet fühlst, schreib lieber eine Klausur mehr, als ein neues Skript aufzuschlagen.

Studierende sitzen an Einzeltischen in einem hellen Seminarraum und schreiben eine Klausur

Wie lange die einzelnen Phasen jeweils dauern

Als Faustformel: 50 Prozent Durcharbeiten, 30 Prozent Wiederholen, 20 Prozent Klausurenphase und Endspurt. Bei zwölf Monaten sind das etwa sechs Monate, dreieinhalb Monate und zweieinhalb Monate.

Wichtig für die Planung: Der Klausurenkurs startet schon parallel zu Phase 1, etwa ab dem zweiten oder dritten Monat. Sonst schreibst du deine erste Examensklausur unter echtem Zeitdruck erst kurz vor dem Termin.

Wann mit der Vorbereitung auf das Examen anfangen?

Der Startzeitpunkt ergibt sich aus dem Prüfungstermin, nicht aus deinem Bauchgefühl. Die staatliche Pflichtfachprüfung wird in den meisten Ländern zweimal jährlich angeboten, mit Anmeldefristen mehrere Monate vorher.

Rückwärts rechnen vom Prüfungstermin

So rechnest du: Nimm den Termin deines ersten Klausurentags. Zieh dein Modell ab, also 12 oder 18 Monate. Zieh zusätzlich vier bis sechs Wochen Puffer für Krankheit ab. Das Ergebnis ist dein Startdatum.

Beispiel: Klausuren im September, Modell zwölf Monate, ein Monat Puffer. Startdatum ist der August des Vorjahres. Wer sechs Wochen Puffer einplant, startet Mitte Juli. In Forenbeiträgen zur Examensvorbereitung liest man trotzdem meist die Vorwärtsplanung („ich fange jetzt mal an“). Dann ist der Termin plötzlich nah.

Ablaufdiagramm: vom Prüfungstermin über Zeitmodell und Puffer rückwärts zum Startdatum der Examensvorbereitung
Abb. 3: Der Prüfungstermin steht fest, das Startdatum ergibt sich daraus.

Der Freiversuch deckelt deinen Startzeitpunkt

Der Freiversuch nach § 5d DRiG und den Landesgesetzen bedeutet: Wer die Prüfung früh genug ablegt und nicht besteht, bei dem gilt sie als nicht unternommen. In den meisten Bundesländern läuft die Frist am Ende des achten Fachsemesters ab. Es gibt Abweichungen: In Sachsen zählt bei Studienbeginn ab Oktober 2020 das neunte Semester, in Schleswig-Holstein das siebte, und erst mit schon bestandener Schwerpunktbereichsprüfung das achte.

Diese Frist ist die harte Grenze deiner Planung. Willst du den Freiversuch nutzen und stehst im fünften Semester, hast du maximal drei Semester Vorbereitungszeit, also rund 18 Monate. Nicht mitgezählt werden je nach Land bis zu vier Semester für Auslandsstudium und Gremienarbeit. Krankheitszeiten, Mutterschutz und Elternzeit bleiben in mehreren Ländern zusätzlich unberücksichtigt. Welche Frist in deinem Land gilt und wie das Abschichten hineinspielt, steht im Detail in unserem Überblick zu Freischuss, Freiversuch und Abschichten in allen 16 Bundesländern.

Diese Fragen zeigen dir, ob es so weit ist

Zwei Signale sprechen für den Start. Die Pflichtscheine und die praktische Studienzeit liegen zusammen vor, sonst blockiert dich die Zulassung. Und du kennst die großen Strukturen: Du weißt, was ein Anspruch aus § 823 Abs. 1 BGB voraussetzt, ohne nachzuschlagen.

Was kein Signal ist: das Gefühl, „bereit“ zu sein. Das kommt bei fast niemandem vor dem Start. Auch Profis schauen nach Jahren noch ins Gesetz.

Wie viele Stunden pro Tag lernen in der Examensvorbereitung sinnvoll ist

Realistisch sind 4 bis 6 Stunden konzentrierte Lernzeit pro Tag, über Monate hinweg. Ratgeber nennen oft 6 bis 8 Stunden, in Foren kursieren Zahlen von zwölf. Über eine Vorbereitung von 12 oder 18 Monaten hält das niemand durch.

Vier bis sechs Stunden netto schlagen zwölf Stunden brutto

Der Unterschied liegt zwischen Anwesenheit und Arbeit. Zwölf Stunden in der Bib heißt oft: vier Stunden lernen, drei Stunden Pausen, drei Stunden Sortieren von Unterlagen, zwei Stunden Handy. Fünf Stunden echte Arbeit und danach Feierabend bringen dich weiter.

Über die Schulter fotografiert: eine Person hält ein Smartphone vor ein aufgeschlagenes Buch am Lerntisch

Netto heißt: Stoff lesen, Fälle lösen, Karteikarten abfragen, Klausuren schreiben. Nicht dazu zählen Materialsuche, Formatieren, Lernplan basteln und das Gespräch über den Lernplan.

Die Woche planen statt den einzelnen Tag

Tagesziele scheitern an schlechten Tagen. Wochenziele nicht. Plane 25 bis 30 Stunden pro Woche und verteile sie so, wie es passt: an guten Tagen sechs Stunden, an schlechten zwei, dafür am Samstagvormittag drei.

Arbeite dabei mit festen Startzeiten. Um neun anzufangen, kannst du kontrollieren. Bis 18 Uhr produktiv zu sein, nicht.

Wie viel du an einem Tag lernen kannst, hängt außerdem an der Tagesform. Deshalb ist der Wochenblick der ehrlichere Maßstab.

Pausen, Wochenenden und Urlaub gehören in den Plan

Ein Tag pro Woche komplett frei gehört in die Rechnung. Über 18 Monate summieren sich diese Tage auf rund zehn Wochen, und trotzdem lernst du in der Summe mehr als jemand, der sieben Tage die Woche halbherzig arbeitet.

Plane außerdem zwei bis drei Urlaubswochen ein, verteilt über die Vorbereitung. Ohne Planung nimmst du sie dir trotzdem, nur ungeplant und mit schlechtem Gewissen.

Kennzahlen zur Zeitplanung: 10,4 Semester bis zum Examen, 4 bis 6 Lernstunden pro Tag, 25 bis 30 pro Woche, Freiversuchsfrist im 8. Fachsemester
Abb. 4: Vier Werte, an denen sich der Zeitplan festmachen lässt.

Tipp

Wenig Zeit am Abend? Die Kompakttexte auf jurahilfe.de bündeln den Stoff und verlinken Definitionen und Begleitwissen direkt im Text. Kein Blättern, kein doppeltes Lernen, auch nicht in einer halben Stunde zwischendurch.

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Welche Themen und Umstände die Examensvorbereitung verlängern

Die meisten Zeitpläne scheitern an dem, was neben dem Lernen passiert. Diese Posten solltest du von Anfang an einrechnen, statt sie später als Rückstand zu verbuchen.

Nebenjob, Schwerpunkt und offene Scheine

Ein Nebenjob mit zehn Wochenstunden kostet dich real mehr als zehn Stunden, weil Wege und Erholung dazukommen. Rechne mit rund zwei zusätzlichen Monaten auf zwölf.

Die Schwerpunktbereichsprüfung ist der zweite große Posten. Ziehst du sie vor, verlierst du ein Semester Vorbereitungszeit. Schiebst du sie hinter den staatlichen Teil, gewinnst du Zeit, verlierst aber die Möglichkeit, die Note vorher zu kennen. Beides ist vertretbar, nur unentschieden lassen darfst du es nicht.

Welche Rechtsgebiete am meisten Zeit fressen

Zivilrecht ist das größte Gebiet. Rechne dafür rund die Hälfte deiner Zeit ein. Das entspricht dem Verhältnis der Klausuren im Examen. Öffentliches Recht und Strafrecht teilen sich den Rest, wobei im öffentlichen Recht das Landesrecht dazukommt und je nach Bundesland spürbar Zeit kostet.

Unterschätzt werden regelmäßig die Nebengebiete: Handels- und Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Zwangsvollstreckung, Europarecht. Einzeln sind sie klein, zusammen füllen sie leicht zwei Monate.

Was dich unerwartet Zeit kostet

Krankheit ist der Klassiker. Zwei Wochen Grippe im Februar und eine Zahn-OP im Mai, und dein Zwölf-Monats-Plan ist ein Dreizehn-Monats-Plan. Dazu kommen Umzüge, Trennungen, kranke Angehörige und der eine Monat, in dem einfach nichts geht.

Deshalb der Puffer: vier bis sechs Wochen auf zwölf Monate.

Junge Frau stützt erschöpft den Kopf in die Hand, vor ihr stapeln sich aufgeschlagene Bücher in einer Bibliothek
Der Monat, in dem nichts geht, kommt in fast jeder Vorbereitung vor.

Vielleicht hat dir im Grundstudium ein straffer Plan ohne Reserve geholfen. Für die Examensvorbereitung ist wichtiger, dass dein Plan eine Störung übersteht, ohne dass du ihn wegwirfst.

Tipps, wenn du deinen Zeitplan reißt

Bau nicht den ganzen Plan neu. Streich gezielt in der Breite. Ein Nebengebiet auf Grundzüge zu reduzieren kostet dich in der Klausur wenige Punkte, ein halb verstandenes Zivilrecht sehr viele.

Am Klausurenkurs wird trotzdem festgehalten. Er ist das Erste, was gestrichen wird, und das Letzte, was gestrichen werden sollte. Mit weniger Wissen und sauberer Technik bestehst du. Mit viel Wissen und ohne Übung oft nicht. Mehr dazu in unserem Leitfaden zur Klausurenphase im Jurastudium.

Liegst du mehr als drei Monate hinterher, verschieb lieber den Termin, als mit Lücken anzutreten. Ein verschobener Termin kostet ein Semester, ein Durchfall kostet mehr.

Examensvorbereitung Jura: Zeitplan mit Rep, Uni-Rep oder allein

Die Entscheidung für oder gegen ein Repetitorium ist zugleich eine Entscheidung über deinen Zeitplan. Reps geben dir einen Takt vor, Selbstlernen gibt dir Freiheit und die Pflicht, den Takt selbst zu setzen.

Uni-Rep: ein Jahr im Takt der Fakultät

Das Universitätsrepetitorium ist an den meisten Fakultäten ein einjähriges Programm mit wöchentlichen Veranstaltungen in Zivilrecht, Strafrecht und öffentlichem Recht, dazu ein Examensklausurenkurs und zweimal jährlich ein Probeexamen mit sechs Klausuren in zwei Wochen. Es ist kostenlos.

Für die Zeitplanung heißt das: zwölf Monate, fremdbestimmt. Ob das Uni-Rep für dich reicht, hängt stark von der Fakultät ab; wir haben die Frage, ob das Universitätsrepetitorium fürs Examen ausreicht, ausführlich untersucht.

Kommerzielles Repetitorium: zwölf Monate, dreimal pro Woche

Die großen kommerziellen Repetitorien arbeiten ebenfalls im Zwölf-Monats-Rhythmus, meist an drei bis vier Tagen pro Woche für je rund drei Stunden, Klausurenkurs oft inklusive. Die Monatspreise der bekannten Anbieter liegen je nach Ort und Gruppengröße grob zwischen 150 und 230 Euro, über ein Jahr also rund 1.800 bis 2.800 Euro.

Der Zeitgewinn liegt weniger im Unterricht als in der Vorstrukturierung: Du musst nicht entscheiden, was wann drankommt. Wie sich die Anbieter unterscheiden, steht in unserem Vergleich zu Kosten, Erfahrungen und Alternativen beim Jura-Repetitorium.

Der Klausurenkurs gibt dir den Takt vor

Unabhängig vom Modell ist der Klausurenkurs der stabilste Taktgeber deiner Vorbereitung. Eine Klausur pro Woche über zwölf Monate ergibt rund 45 Klausuren, und jede davon zwingt dich, den Stoff anzuwenden statt ihn nur zu lesen.

Er hat noch einen zweiten Effekt: Er verhindert, dass du dich zu lange in Phase 1 einrichtest. Eine wöchentliche Prüfung zeigt Lücken früh.

Tipp

Wissen zeigt sich erst am Fall. Mit den Multiple-Choice-Aufgaben von jurahilfe.de testest du einzelne Themen an kleinen Sachverhalten, liest zu jeder Lösung eine ausführliche Erläuterung und lernst, die Signalwörter zu erkennen, auf die es in der Klausur ankommt. Als Ergänzung zwischen zwei großen Klausuren.

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Ohne Rep: mehr Freiheit, mehr Planungsaufwand

Ohne Repetitorium zu lernen funktioniert, kostet aber Planungsarbeit. Du legst die Reihenfolge selbst fest, besorgst dir Material und musst dir den Klausurenkurs separat organisieren. Dafür kannst du das Tempo an deinen Wissensstand anpassen, statt drei Monate Sachenrecht zu hören, das du schon kannst.

Zeitlich nimmt sich das wenig: Die meisten, die ohne Rep lernen, brauchen ähnlich lang, nur mit anderer Verteilung. Was dabei wirklich hilft und was nicht, steht in unserem Erfahrungsbericht zum Jura-Examen ohne Repetitorium. Den konkreten Wochenplan dazu baust du am besten mit unserer Anleitung, wie du einen Jura-Lernplan Schritt für Schritt erstellst.

Wie lange brauchst du wirklich?

Die ehrliche Antwort auf die Frage nach der Dauer lautet: 12 Monate, wenn du das Grundwissen sicher beherrschst und in Vollzeit lernst; 18, wenn daneben noch etwas läuft; 6 bis 9 nur, wenn du das Niveau schon erreicht hast und es nur noch stabilisieren musst. Der Bundesdurchschnitt von 10,4 Semestern zeigt, dass die große Mehrheit über der Regelstudienzeit landet, und das ist normal.

Entscheidend ist, was in diesen Monaten passiert: einmal durcharbeiten, einmal wiederholen, dauerhaft Klausuren schreiben. Wenn du dabei sehen willst, wie viel Stoff du schon beherrschst und wo noch Lücken sind, kannst du den gesamten BGB Allgemeinen Teil auf jurahilfe.de dauerhaft kostenlos lernen und dich mit den Multiple-Choice-Aufgaben selbst testen, bevor du deinen Plan festzurrst.

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Häufig gestellte Fragen

Frieder Hammer

Über den Autor

Frieder Hammer

Repetitor, Fachautor und Gründer von Jurahilfe.de

Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)

Hat 11 Fachbücher für die juristische Ausbildung geschrieben und ist seit 2017 als Repetitor tätig. Er hat über 400 Jurastudenten im Einzelunterricht erfolgreich auf ihre Prüfungen vorbereitet. Seine juristische und didaktische Expertise ist die DNA der Lernplattform Jurahilfe.de.

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