Der Master of Laws, kurz LL.M., ist ein akademischer Grad, den man nach einem ersten juristischen Studienabschluss zusätzlich erwirbt. Er steht für die Spezialisierung in einem bestimmten Rechtsgebiet. In Deutschland macht der Master of Laws aber niemanden zum Volljuristen und ersetzt kein Staatsexamen. Wer ihn trägt, schreibt ihn dem Namen nach: Maria Muster, LL.M.
Dieser Artikel klärt, was der Master of Laws bedeutet, ob er ein Titel ist, für wen sich das LL.M.-Studium lohnt, welche Studiengänge es gibt, was es kostet und was du damit verdienst.
Master of Laws (LL.M.) auf einen Blick
- Was: akademischer Grad (lateinisch Legum Magister), aufbauend auf einem ersten juristischen Abschluss.
- Dauer: in der Regel zwei bis vier Semester, im Fernstudium oft länger.
- Kosten: an staatlichen Hochschulen teils nur der Semesterbeitrag, privat fünfstellig, im Ausland deutlich höher.
- Bringt: fachliche Spezialisierung und internationale Türöffner, aber keine Befähigung zum Richteramt und keine Anwaltszulassung.
Was bedeutet Master of Laws (LL.M.)?
Master of Laws bedeutet wörtlich übersetzt Meister der Rechte. Die Abkürzung LL.M. steht für den lateinischen Ausdruck Legum Magister. Das doppelte L ist kein Tippfehler, sondern die lateinische Pluralform: Legum ist der Genitiv Plural von lex (Gesetz), das verdoppelte L zeigt diesen Plural an. Dieselbe Logik trägt der Bachelor of Laws (LL.B., Legum Baccalaureus).
Der LL.M. ist ein akademischer Grad, kein eigenständiger Beruf. Mit ihm erwirbt man einen akademischen Abschluss, der postgradual vergeben wird, also einen ersten Studienabschluss voraussetzt, und vertieft vorhandenes juristisches Wissen. Auf Englisch heißt der Grad Master of Laws, im Netz gelegentlich auch ohne Punkte als LLM geschrieben. Im internationalen Hochschulbetrieb ist der Master of Laws der gängige juristische Master, vergleichbar in der Stufe mit einem Master of Arts in anderen Fächern, nur fachlich auf das Recht zugeschnitten.
Ist der LL.M. ein Titel? Und wie führt man ihn?
Streng genommen ist der LL.M. kein Titel, sondern ein akademischer Grad. Umgangssprachlich wird beides oft gleichgesetzt, juristisch sauber ist die Unterscheidung trotzdem: Grade wie Bachelor, Master oder Diplom erwirbt man durch Prüfungsleistungen, echte Titel wie Professor sind etwas anderes. Geführt wird der Master of Laws dem Namen nachgestellt, also Maria Muster, LL.M., während der Doktorgrad vorangestellt wird.
Zwei Punkte sind dabei wichtig. Erstens: In den Personalausweis oder Reisepass lässt sich der LL.M. nicht eintragen, das ist allein dem Doktorgrad vorbehalten. Zweitens: Bei einem LL.M. von einer außereuropäischen Hochschule muss die verleihende Universität mitgenannt werden, etwa LL.M. (Harvard). Innerhalb der EU entfällt dieser Zusatz.
LL.M., Bachelor of Laws und Staatsexamen im Überblick
In Deutschland führen mehrere Wege durch ein Studium der Rechtswissenschaften, und sie führen zu verschiedenen Abschlüssen. Das traditionelle Jurastudium ist die klassische juristische Ausbildung. Es endet mit der ersten Prüfung, die als erste juristische Prüfung oder erstes Staatsexamen bezeichnet wird, und nach dem Referendariat mit dem zweiten Staatsexamen. Daneben gibt es die gestuften Abschlüsse im Bereich der Rechtswissenschaften nach dem Bologna-Muster: erst der Bachelor of Laws, darauf aufbauend der Master of Laws.
Der Unterschied ist entscheidend für die Berufsplanung. Bachelor und Master of Laws sind akademische Grade für die Wirtschaft. Nur das Staatsexamen öffnet die klassischen Juristenberufe. Wer noch unsicher ist, welcher Weg passt, findet die Grundlagen im Erklärartikel zum Bachelor of Laws (LL.B.) und im Überblick zum Jurastudium insgesamt.

Abb. 1: LL.B. und LL.M. sind akademische Grade. Nur das zweite Staatsexamen macht zum Volljuristen.
💡 Tipp: Wer parallel im klassischen Studium steckt und die Pflichtfächer sicher beherrschen will, wiederholt sie mit den interaktiven Skripten, Karteikarten und Multiple-Choice-Aufgaben von jurahilfe.de.
Macht der LL.M. zum Volljuristen? Die ehrliche Antwort
Nein. Ein Master of Laws macht in Deutschland nicht zum Volljuristen und ersetzt das Staatsexamen nicht. Die Befähigung zum Richteramt erwirbt laut Gesetz nur, wer das rechtswissenschaftliche Studium mit der ersten Prüfung und danach den Vorbereitungsdienst mit der zweiten Staatsprüfung abschließt. Ein LL.M. zählt dafür nicht, gleich von welcher Hochschule er stammt.
Das ist die wichtigste Klarstellung dieses Artikels, weil sie oft untergeht. Die Konsequenzen aus § 5 DRiG und § 4 BRAO sind eindeutig: Ohne Befähigung zum Richteramt gibt es keine Zulassung als Anwalt, keinen Zugang zum Richter-, Staatsanwalts- oder Notaramt. Auch ein LL.M.-Absolvent mit Abschluss einer Eliteuniversität wird dadurch nicht zum zugelassenen Rechtsanwalt.
Was geht trotzdem? Sehr viel, nur eben außerhalb der reglementierten Berufe. LL.M.-Absolventen ohne Staatsexamen arbeiten als Unternehmensjuristen, in Compliance-Abteilungen, im Vertragsmanagement, in Verbänden, Banken und Versicherungen. Selbstständige, entgeltliche Rechtsberatung für Dritte als Hauptleistung bleibt ihnen versperrt, das regelt das Rechtsdienstleistungsgesetz. Als Nebenleistung zum eigentlichen Beruf ist rechtliche Einschätzung dagegen erlaubt.
Für wen lohnt sich ein LL.M.-Studium? Drei typische Wege
Der Master of Laws spricht drei sehr verschiedene Gruppen an. Für welche er sich lohnt, hängt vom Ausgangspunkt und vom Ziel ab. Ein LL.M. ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das in der richtigen Situation viel bringt und in der falschen nur Geld und Zeit kostet.
Volljuristen nach dem Staatsexamen: Karrierehebel Großkanzlei
Für Volljuristen ist der LL.M. ein Karrierehebel, vor allem für international agierende Großkanzleien. Ein LL.M. an einer renommierten Law School im Ausland belegt Englischkompetenz, Auslandserfahrung und Kenntnisse im jeweiligen Rechtssystem. Bei einigen Top-Kanzleien wirkt sich das direkt aufs Gehalt aus.
Konkret zahlt etwa Gleiss Lutz für einen Auslands-LL.M. einen Aufschlag auf das Einstiegsgehalt, Hengeler Mueller honoriert einen LL.M. mit einem einmaligen Bonus. Andere Kanzleien machen keinen Unterschied. Die Rechnung geht selten direkt auf: Ein LL.M. an einer US-Spitzenuniversität kostet mit Lebenshaltung schnell über 100.000 Euro, der Gehaltsbonus deckt das rechnerisch kaum. Der Wert liegt im Netzwerk, der Erfahrung und der Tür, die er öffnet, nicht in der kurzfristigen Gehaltssteigerung.
Wer noch mitten im Examen steht, sollte zuerst dort abliefern, denn das Examenszeugnis bleibt die härtere Währung.
💡 Tipp: Lernhilfen für die heiße Examensphase bündelt das interaktive Jura-Training von jurahilfe.de: verlinkte Kompakttexte, Karteikarten und ein Falltraining mit Multiple-Choice-Aufgaben.
Bachelor- und LL.B.-Absolventen: Aufbau und Spezialisierung
Wer einen Bachelor of Laws oder einen vergleichbaren juristisch-wirtschaftlichen Bachelor hat, kann den Master of Laws als konsekutiven Aufbau anschließen. Das ist der normale Weg von Bachelor und Master, übertragen auf das Recht. Ziel ist hier die Spezialisierung und ein höherer akademischer Abschluss für die Wirtschaft, nicht der Gang in die Justiz.
Auch hier gilt die ehrliche Einordnung: Bachelor of Laws plus Master of Laws ohne Staatsexamen führt nicht zur Anwaltszulassung. Für Tätigkeiten als Wirtschaftsjurist, in der Beratung oder im Konzern ist diese Kombination aber ein eigenständiges, gefragtes Profil, besonders an der Schnittstelle von Jura und BWL.
Internationale und ausländische Juristen
Die dritte Gruppe sind ausländische Juristen. Für Ausländer mit einem Jura-Abschluss aus dem Heimatland ist ein LL.M. in deutschem Recht der Standardweg, um den deutschen oder europäischen Markt zu erschließen. Umgekehrt zieht es viele deutsche Juristen für den LL.M. ins Ausland, etwa in den angloamerikanischen Raum, um sich in internationalem Recht und Common Law zu spezialisieren. Ein deutscher Jurist mit US-LL.M. darf damit aber nicht automatisch in den USA als Anwalt auftreten, dafür wäre das dortige Bar Exam nötig.
Master of Laws im Inland oder im Ausland studieren?
Ob sich ein LL.M. im Inland oder ein Auslands-LL.M. mehr lohnt, hängt vom Ziel ab. Ein Studium in Deutschland ist günstiger und fachlich auf das deutsche Recht zugeschnitten. Ein Auslands-LL.M. punktet mit Renommee, Sprache und Netzwerk, kostet aber ein Vielfaches.
LL.M.-Studium im Inland
Das LL.M.-Studium im Inland dient meist der fachlichen Vertiefung in einem deutschen Rechtsgebiet. Es lässt sich oft berufsbegleitend oder als Fernstudium absolvieren, ohne langen Auslandsaufenthalt. Für Berufstätige, die sich neben dem Job spezialisieren wollen, ist das der praktikable Weg. Das Renommee hängt dabei an der Hochschule und am Programm, nicht am Land.
Auslands-LL.M. in den USA und UK
Der klassische Auslands-LL.M. führt in die USA oder nach Großbritannien. Programme an Spitzenuniversitäten wie Harvard, Yale, Oxford oder Cambridge genießen hohes Ansehen, gerade bei international ausgerichteten Arbeitgebern. Der Preis ist allerdings hoch: Studiengebühren von umgerechnet weit über 80.000 Euro im Jahr sind keine Seltenheit, dazu kommen die Lebenshaltungskosten. Seit dem Brexit zahlen deutsche Studierende in Großbritannien den vollen internationalen Satz.
Master of Laws Studiengänge: Fachrichtungen und Schwerpunkte
Den einen Master of Laws gibt es nicht. In Deutschland stehen inzwischen mehr als 100 LL.M.-Programme zur Wahl, von klassischem Wirtschaftsrecht über Steuerrecht bis zu Legal Tech und Nachhaltigkeitsrecht. Die Master-of-Laws-Studiengänge unterscheiden sich vor allem durch ihren Schwerpunkt, also das Rechtsgebiet, auf das man sich spezialisiert. Die Wahl des Schwerpunkts entscheidet stärker über die beruflichen Perspektiven als der Abschluss an sich.
Die gefragtesten Spezialisierungen sind:
- Wirtschaftsrecht: die häufigste Richtung, mit Themen wie Gesellschaftsrecht, M&A und Vertragsgestaltung. Ein guter Anschluss für alle, die sich an der Schnittstelle von Jura und BWL spezialisieren wollen.
- Steuerrecht: als LL.M. Taxation hoch angesehen, mit klarem Praxiswert für Kanzleien und Steuerberatung.
- Medizinrecht: ein wachsendes Nischenfach für den Gesundheitssektor.
- IT- und IP-Recht: gewerblicher Rechtsschutz, Datenschutz und Digitalrecht, stark nachgefragt.
- Internationales Recht und Europarecht: für alle, die in internationalem Recht und bei international agierenden Organisationen arbeiten wollen.
Wer sich für ein bestimmtes Rechtsgebiet entscheidet, sollte das Programm danach auswählen, wo die jeweilige Fakultät ihren Forschungs- und Praxisschwerpunkt hat. Welcher juristische Bereich zu dir passt, kannst du mit den themensortierten Multiple-Choice-Aufgaben von Jurahilfe ausloten.
Das Master of Laws Studium: Studieninhalte, Formen und Voraussetzungen
Das Master-of-Laws-Studium dauert in der Regel zwei bis vier Semester und vertieft ein gewähltes Rechtsgebiet. Wie es organisiert ist, hängt von der Hochschule und der Studienform ab. Vorausgesetzt wird fast immer ein erster juristischer Studienabschluss.
Studieninhalte und Studienformen
Die Studieninhalte richten sich nach dem Schwerpunkt des Studiengangs. In den einzelnen Studiengängen unterscheiden sich Pflicht- und Wahlmodule entsprechend. Üblich sind Pflichtmodule im gewählten Rechtsgebiet, Wahlmodule zur weiteren Spezialisierung und eine abschließende Masterarbeit. Je nach Programm liegt der Umfang bei 60 bis 120 ECTS-Punkten. Beim Master-Studium kannst du zwischen mehreren Formen wählen: Vollzeit in Präsenz an einer Fakultät, berufsbegleitend neben dem Job oder als reines Fernstudium.
Fernstudium an der FernUni Hagen, berufsbegleitend und online
Das Fernstudium bietet die größte Flexibilität und ist für Berufstätige oft die einzige machbare Form. Bekanntester Anbieter ist die FernUniversität in Hagen, deren Master of Laws bei der Google-Suche ganz oben steht. Ihr LL.M. umfasst 90 ECTS, hat eine Regelstudienzeit von drei Semestern in Vollzeit und kostet insgesamt nur rund 1.000 Euro. Private Hochschulen wie die FOM oder die IU bieten den LL.M. ebenfalls berufsbegleitend und online an, dort dauert er je nach Modell auch 2 bis 5 Semestern und kostet deutlich mehr.
Wie ein juristisches Fernstudium im Detail abläuft und wohin es führt, steht ausführlich im Artikel zum Jura-Fernstudium.
💡 Tipp: Egal ob LL.B., LL.M. oder Staatsexamen, die juristischen Pflichtfächer bleiben dieselben. Mit den verlinkten Kompakttexten und Karteikarten von jurahilfe.de hältst du sie auch neben einem berufsbegleitenden Studium frisch.
Welche Voraussetzung brauchst du fürs LL.M.-Studium?
Die zentrale Voraussetzung ist, dass du bereits einen ersten juristischen Hochschulabschluss hast: ein erstes Staatsexamen aus der klassischen juristischen Ausbildung, einen Bachelor of Laws nach einem juristischen Bachelor-Studium oder einen vergleichbaren ausländischen Abschluss. Für weiterbildende Programme verlangen manche Hochschulen zusätzlich Berufserfahrung. Wer einen LL.M. im Ausland anstrebt, braucht außerdem einen Sprachnachweis wie TOEFL oder IELTS.
Einige wirtschaftsrechtliche Programme öffnen sich auch für Absolventen verwandter Fächer, etwa aus der BWL. Damit ist der Master of Laws teils auch für Nicht-Juristen erreichbar. Wer den Weg über ein anderes Erststudium sucht, findet Orientierung im Artikel über Jura als Zweitstudium.
Dauer und Kosten des LL.M.-Studiums
Die Kosten für den Master of Laws gehen weit auseinander, vom niedrigen dreistelligen Bereich an staatlichen Hochschulen bis weit über 100.000 Euro für einen Auslands-LL.M. an einer Spitzenuniversität. Die Dauer liegt meist bei zwei bis vier Semestern, berufsbegleitend entsprechend länger.
| Anbietertyp | Beispiel | Kosten gesamt | Dauer |
|---|---|---|---|
| Staatliche Hochschule (Fernstudium) | FernUni Hagen | ca. 1.000 € | 3 Semester (Vollzeit) |
| Staatliche Hochschule (konsekutiv) | z. B. Uni Münster, FernUni Hagen | nur Semesterbeitrag (ca. 350 €/Sem.) | 2 bis 4 Semester |
| Staatliche Hochschule (weiterbildend) | z. B. Uni Köln | ca. 8.700 bis 10.600 € | 2 Semester (berufsbegleitend) |
| Private Hochschule | FOM, JurGrad, IU | ca. 12.000 bis 20.000 € | 3 bis 5 Semester |
| Auslands-LL.M. (USA/UK) | Harvard, Oxford | oft über 100.000 € (mit Lebenshaltung) | 1 bis 2 Semester |
Manche staatlichen Programme sind sogar gebührenfrei, etwa der weiterbildende LL.M. Recht der Digitalisierung an der Universität zu Köln, bei dem nur der Semesterbeitrag anfällt. Für den Auslands-LL.M. gibt es Stipendien, etwa vom DAAD, die aber nur einen Teil der Kosten decken. Der Abschluss Master of Laws selbst, also der Grad des Master, ist an einer staatlichen deutschen Hochschule vergleichsweise günstig zu haben, das Prestige eines Auslands-LL.M. dagegen teuer.
Master of Laws: Berufe, Gehalt und Karriere
Mit einem Master of Laws stehen viele Wege offen, vor allem in der Wirtschaft. Die klassischen Juristenberufe bleiben ohne Staatsexamen verschlossen, doch das Spektrum daneben ist breit und gut bezahlt.
Berufe und Berufsfelder ohne Staatsexamen
Typische Berufe für LL.M.-Absolventen ohne Staatsexamen sind Unternehmensjurist, Legal Counsel, Compliance-Manager oder Spezialist im Vertrags- und Versicherungswesen. Auch im öffentlichen Dienst gibt es Positionen für den höheren Dienst mit Masterabschluss, teils mit zusätzlichen Anforderungen. Welche beruflichen Perspektiven sich konkret auftun, hängt stark vom gewählten Schwerpunkt und vom Arbeitgeber ab.
💡 Tipp: Die juristischen Grundlagen für solche Positionen frischst du mit den Kompakttexten und Karteikarten von jurahilfe.de auf, verlinkt und auf das Pruefungsrelevante reduziert.
Was verdient man mit einem LL.M.? Gehalt und Aussichten
Beim Gehalt kommt es darauf an, ob man Volljurist ist oder nicht. Wirtschaftsjuristen mit LL.M. ohne Staatsexamen steigen häufig im Bereich von rund 45.000 bis 70.000 Euro ein, mit Erfahrung steigt das deutlich. Für Volljuristen in Großkanzleien kann ein Auslands-LL.M. einen Gehaltsbonus bringen, ist aber kein Automatismus. Was Anwältinnen und Anwälte je nach Kanzlei und Berufserfahrung verdienen, zeigt der Überblick zum Anwalt Gehalt.
LL.M. oder Promotion? Der LL.M. als Doktor-Ersatz
Viele Juristen stehen nach dem Studium vor derselben Wahl: Promotion oder LL.M.? Für einen Teil ist der Master of Laws dabei ein bewusster Ersatz für den Doktortitel. Beide sind akademische Zusatzqualifikationen, sie senden aber unterschiedliche Signale. Der Doktortitel steht für wissenschaftliche Tiefe, der LL.M. für Spezialisierung, Internationalität und Tempo.
Die Promotion zum Dr. jur. dauert meist mehrere Jahre und verlangt eine eigenständige wissenschaftliche Arbeit. Sie ist breit anerkannt, bei Mandanten und im rechtsberatenden Mittelstand oft das bekanntere Signal, und sie wird dem Namen vorangestellt. Ein LL.M. ist dagegen in der Regel nach einem Jahr geschafft, punktet mit Auslandserfahrung und Sprache und kostet weniger Lebenszeit.
Gerade bei international ausgerichteten Großkanzleien hat der LL.M. als Karrieresignal aufgeholt und gilt dort teils als gleichwertig oder sogar gewichtiger als die Promotion. Manche Kanzleien rechnen flexibel und verlangen aus Prädikatsexamen, Promotion und LL.M. nur zwei dieser drei Kriterien. Wer dagegen in die Justiz oder Verwaltung will, für den zählt keines von beiden stark, dort entscheiden die Examensnoten.
Wichtig ist: LL.M. und Promotion schließen sich nicht aus. Ein guter LL.M.-Abschluss kann sogar selbst den Weg zur Promotion öffnen, ob eine juristische Fakultät einen LL.M. ohne Staatsexamen als Promotionszugang akzeptiert, hängt aber von der Hochschule ab. Für viele ist der LL.M. damit ein attraktiver, schnellerer Doktor-Ersatz. Ein vollwertiger Ersatz in jedem Kontext ist er trotzdem nicht.
Lohnt sich das LL.M.-Studium? Fazit

Abb. 2: Fuer wen sich der LL.M. lohnt, haengt vom Ausgangspunkt ab: Volljurist, Bachelor/LL.B. oder auslaendischer Jurist.
Ob sich der Master of Laws lohnt, lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern hängt vom Ziel ab. Für Volljuristen mit Blick auf eine international agierende Großkanzlei ist ein Auslands-LL.M. einer der stärksten Hebel, trotz hoher Kosten. Für Bachelor- und LL.B.-Absolventen ist er der konsequente Aufbau für eine Karriere in der Wirtschaft. Für ausländische Juristen ist er der Schlüssel zum deutschen Markt.
Wenig sinnvoll ist der LL.M. für alle, die in die Justiz oder den klassischen Anwaltsberuf wollen, denn dort zählen Examensnoten und der Staatsexamensweg, nicht der Mastergrad.
💡 Tipp: Wer noch im Studium steckt und die Grundlagen sichern will, ist mit dem mehrstufigen Lernsystem von jurahilfe.de gut bedient: erst Kompakttexte, dann Karteikarten, dann Multiple-Choice-Aufgaben am Fall.
Weiterlesen
- Bachelor of Laws (LL.B.): der grundstaendige Abschluss, auf dem der LL.M. aufbaut.
- Jura-Fernstudium: wie der flexible Weg zum LL.B. und LL.M. funktioniert.
- Beste Jura-App 2026: der Werkzeugkasten fuer die juristischen Grundlagen.
Häufig gestellte Fragen

Über den Autor
Frieder Hammer
Repetitor und Gründer von Jurahilfe.de
Volljurist, Prädikatsexamen (Schwerpunkt Steuerrecht)
Volljurist, Autor, Unternehmer und aktiver junger Familienvater mit vielseitigen Interessen und seit 2017 als Repetitor im Bereich der Individualnachhilfe tätig.
- Examensvorbereitung
- Zivilrecht
- Strafrecht
- Öffentliches Recht



